Lauenhain ist ein Gemeindeteil der Stadt Ludwigsstadt im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Kirchdorf liegt im Naturpark Frankenwald in einer Talsenke nördlich des Rennsteigs. Dort entspringt der Dorfbach, ein rechter Zufluss des Haßbaches. Die Frankenwaldstraße (Kreisstraße KC 24) führt durch den Ort zur Bundesstraße 85 bei der Leinenmühle (1,6 km nördlich) südlich von Ludwigsstadt bzw. über einen Kreisverkehr der Staatsstraße 2209 bei Ziegelhütte nach Reichenbach (4 km südlich). Nordöstlich von Lauenhain lag auf der Gemeindegemarkung die Bahnstrecke Ludwigsstadt–Lehesten, die 1885 errichtet und 1951 abgebaut wurde.

Geschichte Lauenhain wurde als Anger- und Waldhufendorf angelegt. Die Erstnennung war 1414 in einer Erbteilungsurkunde der Grafen von Orlamünde. Der Ort gehörte zur Herrschaft Lauenstein. 1622 verkaufte die Familie Thüna Burg und Herrschaft Lauenstein an Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Lauenhain 34 Anwesen (zwölf Güter, vier halbe Güter, drei Hintersättel, ein Gütlein, drei halbe Gütlein, ein Tropfhaus, neun Häuser, ein Einödgehöft mit Ziegel- und Kalkhütte). Das Hochgericht übte das bayreuthische Amt Lauenstein aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Lauenstein. Daneben gab es ein Forsthaus, eine Kirche, einen Pfarrhof, ein Schulhaus, ein Gemeindehirtenhaus und ein Gemeindebräuhaus.

1792 fiel die Markgrafschaft Bayreuth mit dem Amt Lauenstein und Lauenhain an das Königreich Preußen, bevor es durch einen Grenz- und Landestauschvertrag vom 30. Juni 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern, später Königreich Bayern, überging. Von 1797 bis 1808 unterstand Lauenhain dem Justiz- und Kammeramt Lauenstein. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Ludwigsstadt zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Lauenhain, zu der Ziegelhütte gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lauenstein (1837 in Landgericht Ludwigsstadt umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lauenstein zugeordnet. 1815 wurde Lauenhain dem Rentamt Rothenkirchen überwiesen (1919 in Finanzamt Rothenkirchen umbenannt). Von 1862 bis 1880 und von 1888 bis 1931 gehörte Lauenhain zum Bezirksamt Teuschnitz, von 1880 bis 1888 und ab 1931 zum Bezirksamt Kronach (ab 1939 Landkreis Kronach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ludwigsstadt (1879 in das Amtsgericht Ludwigsstadt umgewandelt, das 1956 zu einer Zweigstelle des Amtsgerichts Kronach wurde). Die Finanzverwaltung wurde 1929 vom Finanzamt Kronach übernommen.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 590. Die Gemeinde hatte 1885 eine Fläche von 10,107 km², die im Jahr 1900 noch 8,138 km² betrug.

1865 wurde auf dem Gemeindegebiet mit dem Schieferbruch begonnen.Sanitätsrat Dr. Peetz: Lehesten in der Vergangenheit, Lehesten 1921, S. 114. Bis 1888 gab es dort eine Einöde, die Carlsbruch bzw. Schieferbruch genannt wurde. Mit der Inbetriebnahme Frankenwaldbahn im Jahr 1885 wurde der Gemeindeteil Steinbach am Wald Bahnhof gegründet. Die Bahnstation Steinbach am Wald, etwa drei Kilometer von Lauenhain entfernt, lag auf Lauenhainer Gemarkung. 1951 wurde Bahnhof Steinbach am Wald nach Steinbach am Wald umgegliedert. Dadurch verringerte sich die Gemeindefläche auf 6,733 km².

Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte bis 1989 die Lage an der innerdeutschen Grenze den Ort, der land- und forstwirtschaftlich bestimmt war. Im Gemeindeteil Ziegelhütte befand sich eine der wenigen Ziegelhütten im Schiefergebirge. 1971 wurde die Volksschule aufgelöst und als Ersatz die Volksschule in Ludwigsstadt errichtet. mini|Ehemaliges Schulhaus mini|hochkant|Windkraftanlage bei Lauenhain Am 1. Januar 1978 folgte die Eingemeindung Lauenhains nach Ludwigsstadt. 1997 wurde die Windkraftanlage Lauenhain mit einem Windrad von 68 Metern Nabenhöhe und einem Rotordurchmesser von 66 Metern errichtet. Von 2020 bis 2023 wurde im Rahmen eines einfachen Dorferneuerungsverfahrens als neuer Ortsmittelpunkt ein Dorfgemeinschaftshaus mit einem Gruppenraum mit 60 Plätzen, Toiletten und einer Küche errichtet.Heike Schülein: Lauenhain freut sich über Dorfgemeinschaftshaus. In: infanken.de, 6. Oktober 2023 Zusätzlich erfolgte eine Umfeldgestaltung mit einer gestalterischen Aufwertung des Gerinnewegs im Bereich des Dorfteiches. Dazu wurde das Anwesen Frankenwaldstraße 39 abgebrochen. Die Gesamtmaßnahme mit 1,72 Millionen Euro Kosten, ursprünglich waren 1,18 Millionen, geschätzt,Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Ludwigsstadt, Ausgabe Januar/Februar 2020, 40. Jahrgang, 18. Dezember 2019 förderte der Freistaat Bayern mit 90 %.

Baudenkmäler Evangelisch-lutherische Filialkirche St. Franziskus. Die Saalkirche steht am unteren Dorfende als Dorfmittelpunkt. Sie ist im Kern spätmittelalterlich. Das Mansardwalmdach wurde 1737/1739 errichtet. Der Turm, in dem zwei Bronzeglocken hängen, hat eine verschieferte welsche Haube. Das Taufbecken stammt aus dem Jahr 1686. In der Kirche befindet sich eine Steinmeyer-Orgel, die 1903 aufgestellt wurde, mit einem Prospekt von 1782. Ehemaliges Forsthaus, Loquitzviadukt, Dreiwappenstein am Kießlich und zwei weitere Grenzsteine

Einwohnerentwicklung Gemeinde Lauenhain Jahr Einwohner Häuser Quelle 1840 267 1852 285 1855 295 1861 311 1867 348 1871 345 64 1875 334 1880 349 1885 372 67 1890 384 73 1895 413 1900 429 71 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 424 1910 408 1919 482 1925 446 79 1933 540 1939 420 1946 466 1950 480 64 1952 435 1961 334 66 1970 275

Ort Lauenhain Jahr 1787 1801 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 180 190 199 307 328 349 368 361 462 324 264 228Häuser 33 35 36 62 65 70 62 64 67Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 290.

Religion Die Kirchengemeinde St. Franziskus in Lauenhain gehörte ursprünglich zur Pfarrei Ludwigsstadt. Mit der Reformation wurde diese samt ihren Filialen evangelisch. 1871 waren nur 3 % der Bevölkerung katholisch, 1925 waren es wegen der Mitarbeiter der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen 13 %. Sie wurden zunächst von St. Nikolaus in Windheim betreut. 1953 wurde St. Franziskus nach Steinbach am Wald umgepfarrt. Seit den 1960er Jahren ist Heilig Geist in Ludwigsstadt für die Katholiken zuständig.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise Filialkirche St. Franziskus in Lauenhain auf der Website der Stadt Ludwigsstadt. Andreas Schmitt: Bahnhof Steinbach am Wald: Der Scheitelpunkt der Frankenwaldbahn musste erst eingemeindet werden. auf der Website inFranken.de, 6. Dezember 2018 H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 488f. Durch die Einberechnung der herrschaftlichen, kirchlichen und kommunalen Gebäude werden abweichend 37 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.

Kategorie:Geographie (Ludwigsstadt) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1414 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)