mini|Enrique IV. el impotente mini|hochkant|Heinrich IV. auf einer zeitgenössischen Miniatur Heinrich IV. el impotente, der Unvermögende (* 5. Januar 1425 in Valladolid; † 11. Dezember 1474 in Madrid) war von 1454 bis 1474 König von Kastilien und León. Heinrich war der Sohn von Johann II. (1405–1454) aus dessen ersten Ehe mit Maria von Aragon (1396–1445), einer Tochter König Ferdinands I.
Beschreibung Sein Erscheinungsbild wird als wenig schmeichelhaft beschrieben: affenartig lange Beine und Arme sowie ausnehmend feminine Züge. Er galt als schwach, energielos und harmoniesüchtig. Man vermutet, dass Heinrich – wie schon sein Vater Johann II. – homosexuell war.Fernando Bruquetas de Catro: Reyes que amaron como reinas. La Esfera de los Libros S.L., 2002, ISBN 84-9734-076-0. Seinerzeit gab es viele Gerüchte und Kritik wegen seiner Liebesspiele mit Männern, wie z. B. mit Juan Pacheco oder Gómez de Cáceres; einige flohen sogar vom Hof, um den Annäherungsversuchen des Königs zu entkommen, wie etwa Miguel de Lucas oder Francisco Valdés. Die Hofkritik geißelte die Ausschweifungen, wobei unklar ist, ob diese Beschuldigungen sich an stereotypen Topoi orientierten oder Fakten berichteten.
Regierung Wahrscheinlich bereits beim Regierungsantritt machte er Bischof Alonso de Fonseca I. zu seinem Berater; dieser schloss auch seine zweite Ehe mit Johanna von Portugal. Während seiner Regierung schaffte Heinrich es nicht, eine starke Zentralgewalt herzustellen; der Adel nutzte diese Gelegenheit zum Machtgewinn. Heinrich versuchte, seine 1462 geborene Tochter Juana la Beltraneja aus seiner zweiten Ehe, deren Vaterschaft er nie beweisen konnte, als Erbin durchzusetzen. Nach mehrjährigem Bürgerkrieg zwang ihn der Adel im Jahr 1468, seine zweite Ehe mit Johanna von Portugal für ungültig zu erklären, da kein päpstlicher Dispens vorlag, und seine ungeliebte Halbschwester Isabella als Erbin anzuerkennen. Heinrich starb im Jahr 1474; daraufhin brach der Kastilische Erbfolgekrieg aus, in den auch Portugal unter Alfons V. eingriff. Heinrichs Halbschwester folgte ihm als Isabella I. von Kastilien schließlich auf dem Thron nach.
Ehen und Nachkommen In erster Ehe war Heinrich mit Blanka von Aragón (* 1424; † 1464), Tochter Johann II. von Aragón, verheiratet. Die Ehe wurde nicht vollzogen, was ihm den Beinamen der Impotente eintrug; im Jahr 1453 wurde sie von Papst Nikolaus V. aufgelöst.
In zweiter Ehe heiratete er Johanna von Portugal (* März 1439; † 13. Juni 1475), Tochter Eduards I. von Portugal. Mit ihr hatte er eine Tochter – Johanna von Kastilien (* 1462; † 1530) ⚭ Alfons V. von Portugal. Die Vaterschaft Heinrichs blieb allerdings ungeklärt; da Johanna von Portugal eine Affäre mit Beltrán de la Cueva, einem kastilischen Adligen hatte, wurde dieser als Vater vermutet, was der Tochter Johanna den Beinamen La Beltraneja eintrug.
Ahnentafel Heinrich IV. von KastilienUrgroßelternJohann I. von Kastilien (1358–1390) ⚭ 1375 Leonore von Aragonien (1358–1382)John of Gaunt, 1. Duke of Lancaster (1340–1399) ⚭ 1371 Konstanze von Kastilien (1354–1394)Johann I. von Kastilien (1358–1390) ⚭ 1375 Leonore von Aragonien (1358–1382)Sancho von Kastilien (1342–1374) ⚭ 1373 Beatrix von Portugal (1347–1381)GroßelternHeinrich III. von Kastilien (1379–1406) ⚭ 1388 Katharina von Lancaster (1373–1418)Ferdinand I. von Aragonien (1380–1416) ⚭ 1394 Eleonore Urraca von Kastilien (1374–1435)ElternJohann II. von Kastilien (1405–1454) ⚭ 1420 Maria von Aragon (1403–1445)Heinrich IV. (1425–1474) König von Kastilien
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Großmeister des Santiagoordens Kategorie:König (Krone von Kastilien) Kategorie:Fürst (Asturien) Kategorie:Familienmitglied des Hauses Trastámara Kategorie:Geboren 1425 Kategorie:Gestorben 1474 Kategorie:Mann