Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH ist eine in privater Rechtsform organisierte Gesellschaft des Bundes mit Hauptsitz in Essen, die Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Deutschland betreibt. Das Unternehmen wurde auf Grundlage des Gesetzes zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung gegründet. Neben den zentralen Zwischenlagern in Ahaus und Gorleben betreibt die BGZ die Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle an den Standorten der deutschen Kernkraftwerke: Biblis, Brokdorf, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Isar, Krümmel, Lingen, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser. Seit 1. Januar 2020 betreibt die BGZ auch Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle an den Standorten deutscher Kernkraftwerke. Hier werden insbesondere Reststoffe aus dem Betrieb und Rückbau der Kernkraftwerke bis zu ihrer Abgabe an das Endlager Konrad zwischengelagert.

Am 19. Oktober 2016 verabschiedete das Bundeskabinett ein Gesetzespaket zur Lagerung der radioaktiven Abfälle in Deutschland. In diesem wurde geregelt, dass die Kernkraftwerksbetreiber 24,1 Mrd. Euro in einen öffentlich-rechtlichen Fonds (KENFO) einzahlen. Im Gegenzug trägt der Staat die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung der radioaktiven Abfallstoffe. Stilllegung und Rückbau der Kernkraftwerke sowie die fachgerechte Verpackung der Abfälle verantworten und finanzieren weiterhin die Konzerne. Das „Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung“ trat im Dezember 2016 in Kraft.

Als organisatorische Konsequenz des Gesetzes wurde am 1. März 2017 die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH durch die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) mit Firmensitz in Essen gegründet. Am 1. August 2017 übernahm der Bund die BGZ zu 100 % in seinen Besitz. Zu diesem Datum hat das Unternehmen auch die Verantwortung für die zentralen Zwischenlager in Gorleben und Ahaus übernommen. Der Bund übernahm dabei von der GNS ca. 70 Beschäftigte am Standort Essen sowie 80 Beschäftigte aus Gorleben und Ahaus.GNS: GNS und Bund einigen sich über Abgabe der Zwischenlagerung vom 8. Mai 2017

Seit dem 1. Januar 2019 ist die BGZ für die 13 Zwischenlager mit hochradioaktiven Abfällen an den deutschen Kernkraftwerken und seit 2020 für 13 Lager mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Betrieb und Rückbau der Kernkraftwerke zuständig.

Seit dem 1. Januar 2023 gehört die Kerntechnische Hilfsdienst GmbH (KHG) zur BGZ-Gruppe. Die BGZ hält 92,2 % der Anteile an der KHG. Weitere Anteilseigner sind die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN, 6,6 %) und die Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE, 1,2 %).

Im Februar 2023 konstituierte sich der BGZ-Aufsichtsrat gemäß Drittelbeteiligungsgesetz neu. Im November 2025 wurde Jochen Flasbarth, der aktuelle Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Flasbarth war bereits von 2017 bis 2018 als Vorsitzender der BGZ-Geschäftsführung tätig.

Zwischenlager der BGZ Die BGZ betreibt folgende Zwischenlager: ZwischenlagerKürzelStandortInbetriebnahmeAbfallartAbfall-Zwischenlager AhausAZAAhaus2010schwach- und mittelradioaktivBrennelemente-Zwischenlager AhausBZAAhaus1992hochradioaktivAbfall-Zwischenlager Biblis 1AZB 1Kernkraftwerk Biblis1982schwach- und mittelradioaktivAbfall-Zwischenlager Biblis 2AZB 2Kernkraftwerk Biblis2018schwach- und mittelradioaktivBrennelemente-Zwischenlager BiblisBZBKernkraftwerk Biblis2006schwach-, mittel- und hochradioaktivBrennelemente-Zwischenlager BrokdorfBZFKernkraftwerk Brokdorf2007hochradioaktivAbfall-Zwischenlager BrunsbüttelAZTKernkraftwerk Brunsbüttel2024schwach- und mittelradioaktivAbfall-Zwischenlager GorlebenAZGGorleben1984schwach- und mittelradioaktivBrennelemente-Zwischenlager GorlebenBZGGorleben1995hochradioaktivAbfall-Zwischenlager GrafenrheinfeldAZRKernkraftwerk Grafenrheinfeld2021schwach- und mittelradioaktivBrennelemente-Zwischenlager GrafenrheinfeldBZRKernkraftwerk Grafenrheinfeld2006hochradioaktivBrennelemente-Zwischenlager GrohndeBZDKernkraftwerk Grohnde2006hochradioaktivBrennelemente-Zwischenlager GundremmingenBZMKernkraftwerk Gundremmingen2006hochradioaktivBrennelemente-Zwischenlager IsarBZIKernkraftwerk Isar2007hochradioaktivBrennelemente-Zwischenlager KrümmelBZKKernkraftwerk Krümmel2006hochradioaktivBrennelemente-Zwischenlager LingenBZLKernkraftwerke Lingen und Emsland2002hochradioaktivAbfall-Zwischenlager NeckarwestheimAZNKernkraftwerk Neckarwestheim2022schwach- und mittelradioaktivBrennelemente-Zwischenlager NeckarwestheimBZNKernkraftwerk Neckarwestheim2006hochradioaktivAbfall-Zwischenlager ObrigheimAZOKernkraftwerk Obrigheim2008schwach- und mittelradioaktivAbfall-Zwischenlager PhilippsburgAZPKernkraftwerk Philippsburg2020schwach- und mittelradioaktivBrennelemente-Zwischenlager PhilippsburgBZPKernkraftwerk Philippsburg2007hochradioaktivAbfall-Zwischenlager StadeAZSKernkraftwerk Stade2007schwach- und mittelradioaktivAbfall-Zwischenlager Unterweser 1AZU 1Kernkraftwerk Unterweser1981schwach- und mittelradioaktivAbfall-Zwischenlager Unterweser 2AZU 2Kernkraftwerk Unterweser2020schwach- und mittelradioaktivBrennelemente-Zwischenlager UnterweserBZUKernkraftwerk Unterweser2007hochradioaktivAbfall-Zwischenlager WürgassenAZWKernkraftwerk Würgassen1981schwach- und mittelradioaktiv Zusätzlich zu den genannten Lagern soll auch das Standort-Zwischenlager Brunsbüttel nach Erfüllung der Genehmigungsauflagen an die BGZ übergehen. Gleiches gilt für das noch nicht in Betrieb befindliche Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager in Krümmel.

Siehe auch Liste privatrechtlicher Unternehmen mit Bundesbeteiligung in Deutschland Strahlenschutzgesetz Atomgesetz Bundesamt für die Sicherheit der Nuklearen Entsorgung Bundesamt für Strahlenschutz

Weblinks Website der BGZ

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Nukleartechnik) Kategorie:Unternehmensgründung 2017 Kategorie:Öffentliches Unternehmen (Deutschland)