mini|Lawinensprengung mit einem Mörser bei der Berninabahn, 1967 mini|8,1-cm-Minenwerfer der Schweizer Armee mini|Sprengseilbahn Valfagehr in Klösterle, Vorarlberg, Österreich mit angehängter Sprengladung in Aktion Zur Lawinenauslösung mit Waffen werden militärische, großkalibrige Geräte verwendet, wobei die Munition nicht speziell für die Auslösung von Lawinen konzipiert ist, sondern annähernd passende Standardmunition aus dem Zeughaus bzw. Arsenal verwendet wird. Die dadurch möglichen Schäden an der Vegetation werden in Kauf genommen.
Beispiel: mit einem Raketenrohr 80 (Schweiz) kann bei einer Ladung von etwa 600 Gramm militärischem Sprengstoff etwa 600 bis 800 Meter weit geschossen werden.
Als zivile Variante wurde von der Fa. Hamberger AG (Schweiz) einige Jahre ein System mit Feststoffraketen angeboten (Lawinenraketen), die etwa eine Reichweite von 600 bis 700 Metern hatten (siehe: Lawinenauslösung durch Sprengstoff – Mobile Anlagen).
Zum richtigen Zeitpunkt der Auslösung von Lawinen siehe: Künstliche Lawinenauslösung – Auslösezeitpunkt.
Geschichte
Gesichert ist, dass entlang von Verkehrswegen (1934/35 erste Sprengversuche in der Schweiz u. a. mit Minenwerfer 8,1 cm) bei der BerninabahnLawinensprengung mit Minenwerfern künstliche Lawinenauslösungen stattfanden.Lukas Stoffel: Davos Künstliche Lawinenauslösung: Sprengwirkung, Methoden, Nutzen, Problematik, WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Innsbruck 2010. Oberhalb von Siedlungsbereichen werden z. T. seit 1945 mit militärischen Waffen in der Schweiz Lawinen künstlich ausgelöst.
1942 wird das Schweizer WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF (SLF) vom Bund gegründet. Im Gedanken des Reduit war unter anderem auch vorgesehen, dass sich die Schweizer Armee in die Schweizer Alpen zurückzieht und eventuell Schnee und Lawinen als strategische Mittel einsetzt.Cathrin Caprez: Schweizer Lawinenschutz wird Unesco-Weltkulturerbe, Webseite: SRF vom 29. November 2018. Bis 1945 war in der Schweiz die Armee für Lawinenwarnungen zuständig, danach das SLF.Geschichte des SLF, Webseite: slf.ch.
In Afghanistan, Kanada, Russland, der Schweiz, USA und anderen Ländern werden Lawinensprengungen mit militärischem Gerät heute noch durchgeführt.Wegleitung Sprengwesen - Ausbildung künstliche Auslösung von Lawinen - Lawinensprengen (LA), Schweiz.Lawinen sprengen mit Weltkriegs-Haubitze, 20 Minuten vom 11. Januar 2017.
Situation Deutschland und Österreich In Österreich und in Deutschland unterliegt wegen der Erfahrungen vor und während des Zweiten Weltkriegs die Verwendung von militärischen Waffen im Inland strengen gesetzlichen und politischen Einschränkungen (siehe: Militäreinsatz in Deutschland und Militäreinsatz in Österreich).Für Deutschland z. B.: Frank Bräutigam, Was gilt für den Bundeswehr-Einsatz im Inland?, ARD vom 3. August 2016. Hier wurden z. B. als zivile Alternative Lawinen-Sprengseilbahnen angelegt, welche die Sprengladungen über ein Umlaufseil zu den Gefahrenstellen transportieren und dort zünden.Hans Eckart Rübesamen: Überfällig, Zeit online vom 21. November 1975.
In Deutschland wurden kurz nach der Lawinenkatastrophe am Schneefernerhaus auf der Zugspitze im Mai 1965 weitere Schneemassen durch Sprenggranaten ausgelöst. Ursprünglich sollten hierfür Panzerabwehrraketen eingesetzt werden, von deren Wirksamkeit man jedoch nicht überzeugt war. Daher wurde eine Haubitze einer Bundeswehreinheit in Bad Reichenhall zerlegt und mit Hubschraubern auf die Zugspitze geflogen.Passauer Neue Presse Nr. 114 vom 19.05.1965
Detektion Ob die Detonation und der Sprengerfolg und in welchem Umfang eingetreten ist, muss jeweils vom Verantwortlichen überprüft werden.
Siehe auch Liste von Lawinenunglücken, Liste von Lawinen und Erdrutschen, Bergstürzen und Liste von Katastrophen Lawinenverschüttetensuche, Lawinenschaufel und Lawinenschnur
Weblinks
Watch Canadian troops use artillery to control avalanches, youtube. Russian soldiers create avalanche by firing artillery, youtube, 17. März 2011.
Einzelnachweise
Kategorie:Lawinenkunde