Sex Education (englisch für Sexualaufklärung) ist eine britische Fernsehserie des Video-on-Demand-Anbieters Netflix. Im Zentrum der Reihe steht der High-School-Schüler Otis Milburn, Sohn der Sexualtherapeutin und erfolgreichen Sachbuchautorin Dr. Jean Milburn. Während er in der ersten Staffel gemeinsam mit seiner Mitschülerin Maeve noch anderen Mitschülern gegen Geld Ratschläge in sexuellen Fragen gibt, entwickelt sich die Story in der Folge zu einer Coming-of-Age-Serie, die sich um das Erwachsenwerden und die ersten sexuellen Erfahrungen der Hauptfigur dreht.

Die erste Staffel wurde am 11. Januar 2019 auf Netflix veröffentlicht. Am 31. Januar 2019 wurde eine zweite Staffel der Serie angekündigt, die seit dem 17. Januar 2020 verfügbar ist.Mehr «Sex Education»: Netflix klärt weiter auf, abgerufen am 1. Februar 2019. Im Februar 2020 verlängerte Netflix die Serie um eine dritte Staffel, die seit dem 17. September 2021 verfügbar ist. Im September 2021 gab Netflix eine finale vierte Staffel in Auftrag, die am 21. September 2023 veröffentlicht wurde.

Handlung Otis Milburn ist zwar Sohn der bekannten Sextherapeutin Jean Milburn, selbst aber eher scheu und unerfahren. Nachdem er einem Mitschüler bei einem Sexproblem helfen konnte, startet er mit der allein und verarmt lebenden Maeve Wiley einen Sexualtherapiedienst für die Mitschüler der Moordale Secondary. Über mehrere Schuljahre hinweg werden die Liebes- und Sexualprobleme von Otis, Maeve, Adam, Otis’ bestem Freund Eric Effiong, Otis’ Mutter Jean und anderen Schülern behandelt.

Drehorte Die Serie wurde in Südostwales und im angrenzenden Südwestengland gedreht. Das Setting soll jedoch ein wenig uneindeutig sein, der Regisseur „genießt sehr die Tatsache, dass [Moordale] wie Everywhere-ville ist, dass es sich sowohl britisch als auch amerikanisch anfühlt, dass wir irgendwie 80er-Jahre-Kleidung haben und es doch Smartphones gibt“. Das Wohnhaus von Otis und seiner Mutter und der Wohnwagenpark, wo Maeve lebt, liegen im Dorf Symonds Yat in der englischen Grafschaft Herefordshire an der Grenze zu Wales, Kulisse für die Moordale High ist der Caerleon Campus der Universität von Südwales. Ein weiterer Drehort in Wales ist Llandogo (der Dorfladen, in dem einige Protagonisten zeitweise arbeiten), während ein Großteil der Außenaufnahmen im Forest of Dean entstanden.

Besetzung und Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand unter dem Dialogbuch von Irina von Bentheim, Marion Machado Quintela, Matthias Böck und Anett Ecklebe sowie unter der Dialogregie von Irina von Bentheim durch die Synchronfirma SDI Media Germany GmbH in Berlin.

Haupt- und Nebendarsteller Rollenname Schauspieler Hauptrolle Nebenrolle Synchronsprecher Otis Milburn Asa Butterfield 1.01–4.08 David Wittmann (Staffel 1)Philip Süß (ab Staffel 2) Dr. Jean Milburn Gillian Anderson 1.01–4.08 Liane Rudolph Eric Effiong Ncuti Gatwa 1.01–4.08 Marco Eßer Maeve Wiley Emma Mackey 1.01–4.08 Magdalena Turba Adam Groff Connor Swindells 1.01–4.08 Patrick Giese Jackson Marchetti Kedar Williams-Stirling 1.01–4.08 Sebastian Kluckert Michael Groff Alistair Petrie 1.01–4.08 Peter Flechtner Ruby Matthews Mimi Keene 1.01–4.08 Monika Harbecke Aimee Gibbs Aimee Lou Wood 1.01–4.08 Daniela Molina Anwar Bakshi Chaneil Kular 1.01–3.07 Moritz Lehmann Olivia Hanan Simone Ashley 1.01–3.05 Romina Langenhan Lily Iglehart Tanya Reynolds 1.03–3.08 Marieke Oeffinger Ola Nyman Patricia Allison 1.04–3.08 Anna Gamburg Jakob Nyman Mikael Persbrandt 1.04–3.08 Nicolas Böll Remi Milburn James Purefoy 1.03, 1.06, 2.04–2.05, 2.08 Erich Räuker Erin Wiley Anne-Marie Duff 2.01–3.08 Irina von Bentheim Emily Sands Rakhee Thakrar 3.01–3.08 1.01–2.08, 4.06 Victoria Sturm Hope Haddon Jemima Kirke 3.01–3.08 Melanie Hinze Colin Hendricks Jim Howick 1.01–3.08, 4.06 Stefan Gossler Maureen Groff Samantha Spiro 1.01–4.08 Arianne Borbach Kyle Jojo Macari 1.01–1.02, 1.05, 2.01, 2.07, 3.01, 3.05 Amadeus Strobl Abeo Effiong Deobia Oparei 1.01, 1.03–1.07 Tilo Schmitz Cynthia Lisa Palfrey 1.02–1.04, 1.08, 2.03–2.04, 2.06, 2.08, 3.03 Philine Peters-Arnolds Jeffrey Joe Wilkinson 1.03–1.04, 1.06, 2.03–2.04, 2.08, 3.03, 4.06 Mario von Jascheroff Sofia Marchetti Hannah Waddingham 1.03, 1.05, 1.07–2.03, 2.05–2.08, 3.08, 4.05–4.06, 4.08 Katarina Tomaschewsky Roz Marchetti Sharon Duncan-Brewster 1.05, 1.07–2.01, 2.05–2.08, 4.04–4.08 Anke Reitzenstein Steve Morley Chris Jenks 1.05–3.08 Paul-Lino Krenz Sean Wiley Edward Bluemel 1.06–1.08, 4.04–4.06 Nicolás Artajo Beatrice Effiong Doreene Blackstock 1.06–1.07, 2.01, 2.06–2.08, 3.02, 3.05–3.06, 4.01, 4.03–4.04, 4.08 Iris Artajo Rahim Sami Outalbali 2.01–3.08 Jeremias Koschorz Isaac Goodwin George Robinson 2.01, 2.03–3.04, 3.06–4.08 Dirk Stollberg Joe George Somner 2.01, 2.04–3.03, 4.03, 4.06, 4.08 Robin Weigel Vivienne Odusanya Chinenye Ezeudu 2.02–4.08 Uschi Hugo Dex Thompson Lino Facioli 2.02, 2.04–2.06, 2.08, 3.01 Ricardo Richter Courgette Connor Connor Clarke McGrath 2.02, 2.04, 2.06–2.07, 3.01, 3.05, 3.07, 4.05–4.08 Nico Wiek Cal Bowman Dua Saleh 3.01–4.08 Giovanna Winterfeldt (Staffel 3)Derya Flechtner (Staffel 4) Anna Indra Ové 3.02, 3.04, 3.06–3.08, 4.04–4.06 Monica Bielenstein Celia Hannah Gadsby 4.01–4.02, 4.04–4.08 Almut Zydra Sarah „O“ Owens Thaddea Graham 4.01–4.08 Stefanie Masnik Aisha Green Alexandra James 4.01–4.08 Athina Lange Abbi Montgomery Anthony Lexa 4.01–4.05, 4.07–4.08 Friedel Morgenstern Roman Felix Mufti 4.01–4.05, 4.07–4.08 Dirk Petrick Beau Reda Elazouar 4.01–4.08 Rafael Sahin Gloria Masters Anna Francolini 4.01–4.02, 4.04–4.08 Karin Grüger Joanna Lisa McGrillis 4.02–4.08 Lydia Morgenstern Jem Bella Maclean 4.02, 4.04–4.08 Lina Rabea Mohr Pastor Samuel Gbolahan Obisesan 4.02, 4.04–4.05, 4.08 Matti Klemm Adedayo Shak Benjamin 4.02–4.03, 4.05, 4.08 Karim El Kammouchi

Gastdarsteller Rollenname Schauspieler Folgen Synchronsprecher Ruthie Lily Newmark 1.01, 1.04, 2.02 Sonja Spuhl Tanya Alice Hewkin 1.01, 1.04 Melanie Hinze Dan Daniel Ings 1.01, 1.07, 3.05, 4.03–4.04, 4.06, 4.08 Sven Fechner Tom Baker Max Boast 1.01, 1.05 Maximilian Artajo Coach Dan Skinner 1.03, 1.06, 1.08 Hubert Burczek OctoBoy Kadeem Ramsay 1.07–1.08 Peter Lontzek Maxine Tarrington T’Nia Miller 2.01, 2.08 Christin Marquitan Florence Mirren Mack 2.03–2.04, 2.08 Alexandra Sagurna Malek Amir Armin Karima 2.03, 2.07, 3.01, 3.04 Henning Nöhren Quizmaster Stephen Fry 2.08 Reinhard Scheunemann Peter Groff Jason Isaacs 3.01–3.02, 3.07 Till Hagen Dr. Cutton Suzanne Bertish 3.02, 3.04, 3.07 Marianne Groß Roland Matthews David Layde 3.03, 4.03 Klaus-Peter Grap Layla Robyn Holdaway 3.04, 3.06–3.08 Vivien Gilbert Erics Großmutter Caroline Martins 3.05–3.06 Sabine Walkenbach Tante Beryl Tomi Ogunjobi 3.05–3.06 Almut Zydra Carol, Mutter von Lily Sophie Thompson 3.06–3.08 Silvia Mißbach Mark Robert Wilfort 3.06–3.08 Rainer Doering Mr. Molloy Daniel Levy 4.01–4.03, 4.08 Bastian Sierich Ellen Rasmussen Marie Reuther 4.01–4.03, 4.08 Daniela Kälin Tyrone Imani Yahshua 4.01–4.03, 4.08 Oscar Räuker Chris James Jip 4.01–4.02, 4.08 Philipp Ziffer Nicky Bowman Andi Osho 4.03, 4.06, 4.08 Elisa Bannat God Jodie Turner-Smith 4.04, 4.06, 4.08 Flavia Vinzens Direktor Lakhani Eshaan Akbar 4.05, 4.07–4.08 Peter Lontzek

Bei einem Kinobesuch von Otis Milburn wird kurzzeitig die italienische Kinoschauspielerin Ornella Muti in ihrer Rolle als Prinzessin Aura in Flash Gordon auf der Leinwand sichtbar (2. Staffel, Folge 1).

Episodenliste Staffel 1

Staffel 2

Staffel 3

Staffel 4

Kritiken Bisher konnte die Serie 96 % der 134 von Rotten Tomatoes ausgewerteten Kritiken überzeugen, wobei die zweite Staffel mit 98 % Zustimmungsrate etwas besser als die erste mit 91 % bewertet wurde.

Alex Abad-Santos schreibt auf Vox, dass „Sex Education überrascht, indem [die Serie] über die nahe liegenden Witze hinausgeht“ und „eines der wenigen Werke [sei], das [über das Normale] hinausgeht, um den Unsicherheiten und Emotionen von Teenagern, die mit rasenden Hormonen und mythischen Sexualtrieben koexistieren, Tiefe und Wertung zu geben“.

Im Guardian schreibt Lucy Mangan, dass „[d]iese Netflix-Show über das Leben des Sohnes einer Sexualtherapeutin […] so leicht [hätte] peinlich sein können. Stattdessen ist sie eine herrliche, herzliche, augenzwinkernde, lustige Kreation“.

Daniel Sander vom Spiegel lobt die Serie: „Otis … ist nicht echt, aber seine Probleme sind es, deswegen ist die Serie so gut.“ Der Autor sieht Otis als typischen Vertreter einer ganzen Generation von Jugendlichen, die zwar das Gefühl haben, sehr gut über Sex informiert zu sein, aber in der Praxis letztlich zutiefst verunsichert sind.

Brian Lowry von CNN findet, „Sex Education hingegen fühlt sich ein wenig zu sehr auf den Schockwert bedacht [an] – mit viel Teenager-Grapschen und einem gut ausgestatteten Charakter, der seine Hose in der Schule fallen lässt – ohne Charaktere zu etablieren, die in den ersten paar seiner acht Episoden viel Resonanz finden“. Antonia Eichenauer schreibt auf funky.de, dass Sex Education „die beste Serie ever“ sei und dass „sich die Figuren immer weiter nackig machen und uns tief in ihre Gefühlswelt blicken lassen, was nur dadurch möglich ist, dass die Schauspieler erste Sahne sind“.

Elisa von Hof vom Spiegel schreibt in ihrer Kritik zur dritten Staffel, dass die Serie trotz des Wortes „Sex“ im Titel keineswegs „schlüpfrig oder schmierig […] und lehrreicher als jeder Sexualkundeunterricht“ sei und lobt die Komplexität der Charaktere. Serienschöpferin Laurie Dunn hole „Debatten über Identitäten, Genderrollen und sexuelle Selbstbestimmung an einen Ort, den wir alle kennen: die Schule“ und resümiert: „»Sex Education« demonstriert also menschlicher denn je, wie viele Facetten Intimität, Lust und Liebe haben können. Und dass man sich für keine Frage und kein Bedürfnis schämen sollte.“

ORF-Topos Redakteurin Paula Pfoser urteilt „In der vierten Staffel finden sich Otis und seine Freude auf einem „woken“ College wieder. Den speziellen Zauber der 2019 gestarteten Serie kann Macherin Laurie Nunn hier nur phasenweise abrufen. Und zuerst gilt es für Zuseherinnen und Zuseher, die Witzeschleuder über die Generation „Awareness“ zu überstehen, bevor die Serie noch einmal große Themen und Emotionen auspackt.“

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Einzelnachweise

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