mini|Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria Magdalena

Ebersdorf (regional Aberschdorf) ist ein Gemeindeteil der Stadt Ludwigsstadt im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Pfarrdorf im Tal der Taugwitz liegt im Naturpark Frankenwald an der Thüringisch-Fränkischen Schieferstraße. Das Ortsbild kennzeichnen vielfältige Schieferfassaden. Die Frankenwaldhochstraße (Kreisstraße KC 1) führt nach Unterneuhüttendorf zur Bundesstraße 85 (2 km nordöstlich) bzw. zur Staatsstraße 2209 bei Kleintettau (3,2 km südwestlich). Eine Anliegerstraße verbindet Ebersdorf mit Katzwich (0,5 km nordwestlich). In der Nähe befindet sich der Sender Ebersdorf.

Geschichte Ebersdorf wurde als Angerdorf angelegt. Die Erstnennung war 1412 in einer Urkunde des Grafen Sigmund von Orlamünde. Ebersdorf gehörte zur Herrschaft Lauenstein. 1622 verkaufte die Familie Thüna Burg und Herrschaft Lauenstein an Markgraf Christian von Brandenburg-Bayreuth. Im Verlaufe des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Ort im Jahr 1634 von den kaiserlichen Truppen niedergebrannt.

1412 erhielten die Ebersdorfer das Recht, ihr eigenes Bier zu brauen.genussregion-oberfranken.de: Ebersdorf: Zur Ebersdorfer Kirchweih mit Plantanz Eine Trachtenkirchweih mit dem traditionellen Plantanz wird seit Jahrhunderten unter den Linden auf dem historischen Tanzanger in Ortsmitte vor dem Kirchhof gefeiert. Die erste Erwähnung der Veranstaltung war 1647. infranken.de: Trachtenkirchweih Ebersdorf, 3. August 2017

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ebersdorf 69 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Amt Lauenstein aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Lauenstein. Grundherren waren das Kastenamt Lauenstein (4 Frongüter, 21 halbe Frongüter, 2 Viertelfrongüter, 1 Gütlein, 17 Hintersättel, 5 Tropfhäuser, 10 Häuser, 1 halbes Haus, 1 Mahlmühle, Löffel- und Röhrenfabrik in Katzwich mit 1 Wohnhaus und 3 Tropfhäusern) und die Pfarrei Ludwigsstadt (1 halbes Frongut, 1 Frongütlein, 1 Tropfhaus). Daneben gab es 1 Kirche, 1 Schulhaus und 1 Gemeindehirtenhaus und 1 Bräuhaus.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 467f. Mit Einberechnung der kommunalen Gebäude werden abweichend 71 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

1792 fiel das Markgraftum Bayreuth mit dem Amt Lauenstein und Ebersdorf an das Königreich Preußen, bevor es durch einen Grenz- und Landestauschvertrag vom 30. Juni 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern, später Königreich Bayern, überging. Von 1797 bis 1808 unterstand Ebersdorf dem Justiz- und Kammeramt Lauenstein. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Lauenstein zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ebersdorf, zu der Katzwich gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lauenstein (1837 in Landgericht Ludwigsstadt umbenannt) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lauenstein. 1815 wurde Ebersdorf dem Rentamt Rothenkirchen, 1919 in Finanzamt Rothenkirchen umbenannt, überwiesen. Von 1862 bis 1880 und von 1888 bis 1931 gehörte Ebersdorf zum Bezirksamt Teuschnitz, von 1880 bis 1888 und ab 1931 zum Bezirksamt Kronach (ab 1939 Landkreis Kronach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ludwigsstadt (1879 in Amtsgericht Ludwigsstadt umgewandelt, das 1956 zu einer Zweigstelle des Amtsgerichts Kronach wurde). Für die Finanzverwaltung wurde 1929 das Finanzamt Kronach zuständig.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 578. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 9,301 km².

Am 1. Januar 1977 wurde Ebersdorf nach Ludwigsstadt eingemeindet.

Im Rahmen einer kleinen Dorferneuerung wurden die Angerstraße, der Tanzplatz und das Umfeld neu gestaltet. Ein Spielplatz mit etwa 2300 Quadratmetern Fläche erhielt eine Multifunktionsfläche für Fußball und Basketball aus Kunstrasen, eine Skateranlage, eine Doppelseilbahn und ein Bodentrampolin sowie eine Wasserspielfläche. Die Maßnahmen waren 2018 abgeschlossen.Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken: Landkreisinformation 2018 Ländliche Entwicklung im Landkreis Kronach

Baudenkmäler In Ebersdorf gab es im August 2020 zehn Baudenkmäler: Angerstraße 1, 7, 21: ehemalige Schafställe, Angerstraße 22: Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria Magdalena ist eine im Kern spätmittelalterliche Chorturmkirche. Das Langhaus mit seinem Mansarddach wurde 1739/1740 errichtet, der Turm zeitgleich aufgestockt. 1969 folgte eine Verlängerung des Kirchenschiffes. Das Gotteshaus ist mit einem Kanzelaltar und einer Orgel darüber ausgestattet. Malereien an der Langhausdecke und den Emporen schmücken den Innenraum. Tanzanger mit hölzernem Angerhaus, In der Trabe 1, Ludwigsstädter Straße 15, 21, 23: Wohnhäuser, Ludwigsstädter Straße 1: dazugehörender Stadel

Einwohnerentwicklung Gemeinde Ebersdorf Jahr Einwohner Häuser Quelle 1840 593 1852 609 1855 623 1861 657 1867 717 1871 738 114 1875 739 1880 755 1885 781 131 1890 784 136 1895 793 1900 779 139 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 810 1910 835 1919 797 1925 815 140 1933 867 1939 824 1946 1030 1950 1029 157 1952 1027 1961 981 193 1970 976

Pfarrdorf Ebersdorf Jahr 1787 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 395 405 419 633 711 754 755 797 1009 969 966 848Häuser 66 70 69 127 134 137 154 191 239Quelle J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 674.

Religion Ebersdorf gehörte ursprünglich zur Pfarrei Ludwigsstadt und war seit der Reformation bis in die 1920er Jahre fast ausschließlich evangelisch. 1548 wurde es nach Lauenstein umgepfarrt. 1868 wurde Ebersdorf selbstständiges Vikariat und 1909 zur Pfarrei erhoben. Für die Katholiken war zunächst St. Nikolaus in Windheim zuständig. Seit den 1960er Jahren gehören sie zu Heilig Geist (Ludwigsstadt).

Wirtschaft Ebersdorf war ursprünglich von der Landwirtschaft geprägt. Vom 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war in dem Ort die Schieferverarbeitung bedeutend. Technischer Schiefer (Elektroschiefer) wurde bis 1945 produziert, Schiefergriffel wurden bis in die Mitte der 1950er Jahre hergestellt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise Pfarrkirche Maria Magdalena in Ebersdorf auf der Website der Stadt Ludwigsstadt.

Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.

Kategorie:Geographie (Ludwigsstadt) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1412 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)