Mieczysław Mąkosza (* 16. November 1934 in Baranawitschy; † 14. Januar 2026) war ein polnischer Chemiker. Er war auf die organische Synthese und die Untersuchung von Reaktionsmechanismen spezialisiert. Bekannt war er vor allem durch seine Arbeit zur Phasentransferkatalyse und zur nucleophilen Substitution am aromatischen Ring.
Biografie Mąkosza studierte Chemie zuerst an der südlichen Föderalen Universität in Südrussland und später an der Universität Sankt Petersburg. 1956 schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab. Danach wurde er Mitarbeiter am Institut für Chemie der Technischen Universität Warschau (TU Warschau). Dort wurde er 1963 promoviert und habilitierte sich 1967. 1971 verbrachte er forschend am Institut für Chemie an der Iowa State University in Ames. Von 1975 bis 1977 leitete er das Institut für Organische Chemie an der TU Warschau. Von 1979 bis 2004 war er Leiter des Instituts für Organischen Chemie an der Polnischen Akademie der Wissenschaften (PAN). Ab 1997 war er Redakteur für die Zeitschrift Polish Journal of Chemistry und seit 2003 Mitherausgeber für Synthetic Communications.
Er wurde 1986 zum korrespondierenden und 1992 zum ordentlichen Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften gewählt.Mieczysław Mąkosza. In: pan.pl, abgerufen am 17. Januar 2026. 1998 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Academia EuropaeaEintrag auf der Internetseite der Academia Europaea. und zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.Mitgliedseintrag von Mieczysław Mąkosza (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 17. Januar 2026.
Werk Durch seine Forschungen war Mieczysław Mąkosza ein Pionier auf dem Gebiet der Phasentransferkatalyse. 1960 entdeckte er eine Reaktion, die dem Prinzip der Phasentransferkatalyse entspricht und machte diese 1965 publik. Wenige Jahre später gab er bekannt, dass neben quartären Ammonium- und Phosphoniumsalzen auch Kronenether als Katalysatoren für diese Synthese genutzt werden können. 1978 erweiterte er die Reihe der Reaktionen gemäß der Phasentransferkatalyse um Systeme mit einer festen und einer flüssigen Phase. Die simple Methodik der Phasentransferkatalyse ersetzte andere Methoden, die oftmals gefährlicher und teurer waren und auch noch geringere Ausbeuten erzielten. 1973 stellte er einen Reaktionsmechanismus vor, der den Vorgang der Phasentransferkatalyse darstellen könnte. Dieser Reaktionsmechanismus wurde von Forschern aus aller Welt untersucht und bestätigt.
Später leistete Mąkosza bedeutende Beiträge im Bereich der nukleophilen aromatischen Substitution und insbesondere im Bereich der stellvertretenden nucleophilen Substitution (VNS).
Mąkosza veröffentlichte über 300 Forschungsarbeiten und war Inhaber bzw. Mitinhaber von über 70 Patenten., abgerufen am 17. Januar 2026.
Phasentransferkatalyse Mąkosza gelang mit der Alkylierung von Phenylacetonitrilen eine der ersten Phasentransferkatalysen: mit einem Alkylchlorid in wässriger Natriumhydroxid-Lösung und einem quartären Ammoniumsalz als Katalysator. zentriert|rahmenlos|450x450px
Stellvertretende nucleophile Substitution Mit Hilfe der stellvertretenden nucleophilen Substitution (VNS) lässt sich Wasserstoff in Nitro- und Heteroaromaten ersetzen. Man nutzt Carbanionen, die eine Abgangsgruppe am nucleophilen Zentrum aufweisen. Normalerweise ist Nitrobenzol meta-dirigierend, doch bei dieser Methode wird die ortho- bzw. die para-Stellung vom Zweitsubstituenten bevorzugt eingenommen. Mąkosza beschrieb beispielsweise die stellvertretende nucleophile Substitution von Nitrobenzol mit Chlormethyl-phenyl-sulfon und Kaliumhydroxid als Base sowie Dimethylsulfoxid (DMSO) als Lösungsmittel zu einem in para-Stellung bzw. in ortho-Stellung substituierten Nitrobenzolderivat.Artikel über die stellvertretende nucleophile Substitution, abgerufen am 15. Januar 2019.Alfred Hassner, Irishi Namboothiri: Organic Syntheses Based on Name Reactions, 3. Auflage, 2012, Elsevier, ISBN 978-0-08-096630-4, S. 298–299. zentriert|rahmenlos|500x500px
Preise und Ehrungen Ehrendoktorwürde: Purdue University in Indianapolis (USA, 1989) Russische Akademie der Wissenschaften in Moskau (Russland, 1994) Schlesische Technische Universität in Gliwice (Polen, 1998), abgerufen am 17. Januar 2026. Staatliche Technische Universität des Uralgebiets in Jekaterinburg (Russland, 2000) Technische Universität Warschau in Warschau (Polen, 2015), abgerufen am 14. Januar 2019.
Wissenschaftliche Auszeichnungen:Biografie von Mieczysława Mąkoszy auf der Seite der polnischen Gesellschaft für Chemie in Lodz. 1978: Stanisław-Kostanecki-Medaille der Polnischen Chemischen Gesellschaft 1987: Jurzykowski Foundation Award (USA) 1988: Staatspreis der UdSSR 1994: Ehrenmitglied der Japanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft 1996: Humboldt-Preis von der Alexander von Humboldt-Stiftung 1997: Jędrzej-Śniadecki-Medaille der Polnischen Chemischen Gesellschaft 1997: Ehrenmitgliedschaft der Florida Heterocyclic Association 2012: FNP-Preis (Foundation for Polish Science)
Des Weiteren wurde er mehrfach für den Nobelpreis nominiert.
Siehe auch Phasentransferkatalyse
Weblinks Zmarł wybitny chemik prof. Mieczysław Mąkosza, naukawpolsce.pl, 15. Januar 2026 (Nachruf, polnisch)
Einzelnachweise
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