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] } Der Wesertunnel Bremen ist ein seit 2019 im Bau befindlicher Autobahntunnel auf dem Gebiet der Stadt Bremen. Durch ihn soll die Bundesautobahn 281 die Weser unterqueren. Der Tunnel wird eine Länge von 1095 Metern haben.

Planungs- und Baugeschichte Das Projekt wurde 2016 mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 in den vordringlichen Bedarf eingeordnet. Eine private Finanzierung des Projektes scheiterte, deshalb werden die Kosten für das Bauprojekt von 345 Millionen Euro zum größten Teil vom Bund getragen. Bremen beteiligt sich mit 1,2 Millionen Euro, die durch Mehrkosten bei der Verschiebung des Tunneleingangs zugunsten der Bewohner Seehausens entstanden.

Die Bauarbeiten zum neuen Wesertunnel begannen in der zweiten Januarwoche 2019. Zunächst werden bauvorbereitende Maßnahmen wie Rodungen und Abbrucharbeiten durchgeführt, sodass mit dem Baubeginn am eigentlichen Tunnel Ende 2020 gerechnet wurde. Auf der Seehauser Seite wurde mit einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren kalkuliert. Die Eröffnung war für 2025 geplant.

Das Wohngebiet soll durch einen offiziell als „Baumassenausgleich“ deklarierten 7,5 Meter hohen Lärmschutzwall vor den Geräuschemissionen der Autobahn geschützt werden. Hierfür wird das bei den Bauarbeiten anfallende Erdreich verwendet. Im Juli 2019 wurden Leitungen verlegt, Rodungen vorgenommen und Baustellenzufahrten errichtet, außerdem wurde die Fläche hinsichtlich Kampfmitteln sondiert. Aufgrund einer Klage beim Ausschreibungsverfahren bezüglich der Bauüberwachung verzögerte sich der eigentliche Baubeginn.

Die eigentlichen Bauarbeiten sollten im vierten Quartal 2020 beginnen. Nachdem im Juli 2023 trotz Kostensteigerungen der Bau vergeben wurde, wird mit einer Fertigstellung für Anfang 2029 geplant. Anfang November 2025 wurden die ersten beiden Betonröhren nach Bremen gebrachtZentimeterarbeit für Lotsen und die bremenports-Teams bei der Passage durch die Schleusen auf www.bremenports.de vom 3. November 2025; am 7. August 2026 wurde berichtet, das sich die Fertigung der letzten beiden Röhren in Bremerhaven deutlich verzögern werden.Wesertunnel: Deutliche Verzögerung beim Bau der Betonröhren auf www.weser-kurier.de vom 7. August von Jürgen Hinrichs

Kosten Im November 2020 wurde bekannt, dass die Kosten für den Bau von ursprünglich eingeplanten 345 Millionen Euro auf 475 Millionen Euro anstiegen. Ursache hierfür sei der Anstieg von Kosten im Straßenbau und die Verwendung des Absenkverfahrens. Allein die Räumung von Kampfmitteln koste 45 Millionen Euro.

Im Mai 2023 berichtete der Weser-Kurier, dass die Kosten für den Wesertunnel von zuletzt 384,95 Millionen Euro um rund 400 Millionen Euro auf 773,45 Millionen Euro steigen sollten. Die Schätzung berücksichtigte einen Anstieg der Baukosten bis 2028. Die DEGES hatte das Risiko bereits im Vorjahr angemeldet. Im Juli 2023 hatte die DEGES bestätigt, dass der Wesertunnel trotz der gestiegenen Baukosten gebaut werden soll. Der Auftrag wurde an ein Konsortium unter Führung von Wayss & Freytag Ingenieurbau AG vergeben.

Im Oktober 2023 stiegen die Kosten auf 965 Millionen Euro. DEGES rechnet mit weiteren Anstiegen.

Technik Der Wesertunnel soll als Absenktunnel realisiert werden, hierbei werden Tunnelelemente im Einschwemm- und Absenkverfahren in Position gebracht. Durch einen Einschwemmkanal, für den der Deich geöffnet wird, sollen die Tunnelelemente transportiert werden. Sie entstehen paarweise bei der Lloyd Werft in Bremerhaven. Die ersten zwei von insgesamt sechs Schwimmelementen wurden am 5. November 2025 ausgedockt und über die Weser 50 km flussaufwärts nach Bremen geschleppt, wo sie bis zu ihrem Einbau, der erst beginnen soll, wenn alle Teile vollständig sind, in der Nähe des Baufeldes liegen sollen. Die Betonröhren haben jeweils eine Länge von 120 Metern und wiegen 22.000 Tonnen.

Verkehrliche Bedeutung Der Wesertunnel wird als Teil der A 281 eine zusätzliche Straßenverbindung (Eckverbindung) zwischen der autobahnähnlich ausgebauten B 75, die zur A 28 und A 1 führt, und der A 27 herstellen. Dadurch wird vor allem die bestehende Stadtautobahn Bremen (B 6) entlastet, die die Weser auf der Stephanibrücke quert. Zusammen mit einem geplanten bzw. im Bau befindlichen Teilstück der A 281 am Bremer Flughafen wird der Wesertunnel den Autobahnring um das Zentrum Bremens vervollständigen.A 281 Weserquerung im Projektinformationssystem (PRINS) zum Bundesverkehrswegeplan 2030. bvwp-projekte.de, abgerufen am 11. September 2023. Die Stephanibrücke gilt als marode und muss zeitnah durch einen Neubau ersetzt werden. Um die Verkehrsbelastungen in Grenzen zu halten, soll dies erst geschehen, nachdem der Wesertunnel unter Verkehr genommen wurde und als Ausweichroute dienen kann.

Im Ortsverkehr stellt der Wesertunnel eine direkte Verbindung der Industrie- und Hafengebiete an den beiden Weserufern im Stadtteil Häfen her. Profitieren werden von dem neuen Tunnel auch die Verbindungen zwischen Bremen-Nord auf der östlichen und dem südlichen Landkreis Wesermarsch auf der westlichen Flussseite. Die nächsten festen Weserquerungen waren hier bislang der Wesertunnel der B 437 im Norden sowie die Bremer Stephanibrücke im Süden, die rund 50 Flusskilometer auseinander liegen. Durch den neuen Wesertunnel wird dieser Abstand um rund 7 Kilometer verkleinert. Der Landkreis Wesermarsch sowie die Stadt Delmenhorst werden jedoch erst durch den geplanten Bau der B 212n zwischen Berne und der A 281 direkt an den Tunnel angebunden. Die B 212n ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 auf niedersächsischem Gebiet als vordringlicher Bedarf und auf Bremer Gebiet als weiterer Bedarf mit Planungsrecht (WB*) eingestuft.B212n Teilprojekt 2: Harmenhausen (L 875) - Lgr. NI/HB im Projektinformationssystem (PRINS) zum Bundesverkehrswegeplan 2030. bvwp-projekte.de, abgerufen am 11. September 2023.B212n Teilprojekt 3: Lgr. NI/HB - A 281 im Projektinformationssystem (PRINS) zum Bundesverkehrswegeplan 2030. bvwp-projekte.de, abgerufen am 11. September 2023.

Es wird davon ausgegangen, dass im Jahr 2030 die mittlere Verkehrsstärke (DTV) des Tunnels 25.000 Kfz/24 Stunden bei einem Schwerlastanteil von 21 % beträgt.

Weblinks

Einzelnachweise

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