Das Waldröschen oder die Verfolgung rund um die Erde. Ein melodramatischer Bilderbogen von Karl May ist der Titel eines Theaterstücks nach dem Karl-May-Roman Waldröschen, das am 23. Oktober 1977 im Schauspielhaus Hannover uraufgeführt wurde.
Der Roman Allgemeines Den Kolportageroman Waldröschen oder die Rächerjagd rund um die Erde veröffentlichte Karl May unter dem Pseudonym Capitain Ramon Diaz de la Escosura im Verlag H. G. Münchmeyer in Dresden. Der Untertitel lautete: Großer Enthüllungsroman über die Geheimnisse der menschlichen Gesellschaft. Der Roman erschien in 109 Fortsetzungen von Dezember 1882 bis August 1884 und umfasste 2612 Seiten. Das Pseudonym war eine Bedingung Karl Mays, dessen Name durch andere Veröffentlichungen bereits bekannt war und der nicht mit diesen Lieferungsromanen in Verbindung gebracht werden wollte.
„Münchmeyer hatte eine persönliche Vorliebe für den nichtssagenden Titel ‚Das Waldröschen‘. Ich ging auch hierauf ein, hütete mich aber, ihm sonst noch irgendwelche Konzessionen zu machen.“Karl May: Mein Leben und Streben, S. 202.Hermesmeier/Schmatz sehen Parallelen zu der Lebensgeschichte von „Carmen Sylva“, die eine „Waldröschen“ genannte, hessische Prinzessin war. (Hermesmeier/Schmatz: „Waldröschen“. Königin von Rumänien. Auf der Suche nach der Herkunft eines Romantitels. In: Karl May & Co. Nr. 114/2008.)
Die Erstausgabe wurde mit Illustrationen (eine zu jedem Heft) versehen. Jedes Kapitel wurde durch ein Gedicht eingeleitet.
Inhalt Dem deutschen Arzt Karl Sternau gelingt es, den spanischen Grafen Emanuel de Rodriganda zu heilen und dessen Tochter Rosa de Rodriganda zu heiraten. Doch Gasparino Cortejo, der schurkische Verwalter des Grafen, hat bereits vor langer Zeit seinen eigenen Sohn gegen den Erben des Grafen ausgetauscht, um den Besitz der Rodrigandas in seine Hand zu bekommen. Er lockt Sternau nach Mexiko, wo er ihn in eine alte Pyramide sperrt. Sternau kann entkommen, wird jedoch nach einigem Hin und Her mit Freunden auf einer einsamen Insel ausgesetzt. Erst viele Jahre später werden sie befreit, nur um wiederum nach einigem Hin und Her im Kloster della Barbara gefangen genommen und -gehalten zu werden. Schließlich kann der Leutnant Kurt Helmers, der Verlobte von Sternaus Tochter, dem „Waldröschen“, seinen Schwiegervater in spe befreien. Es folgt die große Wiedervereinigung der getrennten Familien Helmers, de Rodriganda, von Olsunna etc.
In diese Geschichte integrierte Karl May die Auseinandersetzung zwischen dem von Europa ernannten Kaiser Maximilian von Mexiko (Erzherzog Maximilian von Österreich) und dem mexikanischen Präsidenten Benito Juárez. Dabei stellte er sich eindeutig auf die Seite des Indianers Juárez. Den österreichischen Erzherzog Maximilian stellt er als integren, aber falsch beratenen Menschen dar. Bemerkenswert ist auch die Gestalt des bürgerlichen Leutnants Kurt Helmers, der für die arroganten Adeligen seines Regimentes einen Affront darstellt.
Personen (in Auswahl)
Familie de Rodriganda Manfredo: ist ein spanischer Graf. Er hat zwei Söhne, Emanuel und Ferdinando. Manfredo de Rodriganda ist eine imponierende Erscheinung; er trägt gebleichtes Haar, hat einen dunklen Teint, ein kräftig-ehrwürdiges Aussehen. Er ließ sich nach dem Tod seiner Frau nach Ostindien versetzen, lebte dort lange als Vizekönig Spaniens und erwarb großen Reichtum. Obwohl er sonst weiblichen Reizen nicht mehr zugetan ist, verliebt er sich in die leichtlebige Tänzerin Hanetta Valdez und will sie heiraten. Kurz vor der Vermählung klärt ihn sein Sohn Ferdinando, auch einer der Liebhaber der Valdez, über den Lebenswandel der Tänzerin auf. Als der Graf dann diese in den Armen Henrico Cortejos, der die Valdez ebenfalls liebt, findet, erschießt er Cortejo und wird, als er auch Hanetta erschießen will, von ihr mit einem Brustschuss getötet, was jedoch von Gasparino Cortejo, dem Sohn des getöteten Cortejo, als Selbstmord ausgegeben wird, da keine weiteren Zeugen anwesend waren. Emanuel: ist ein sehr reicher spanischer Graf, der auf Schloss Rodriganda residiert. Sein Vater war Manfredo de Rodriganda, sein jüngerer Bruder ist Ferdinando de Rodriganda. Er ist Witwer (seine Frau war eine geborene Cordobilla) und hat drei Kinder: zwei Söhne und eine Tochter. Sein ältester Sohn starb in Madrid, als er sich auf die Offizierslaufbahn vorbereitete (nur erwähnt), sein zweiter Sohn, Alfonzo, wurde als Kleinkind nach Mexiko gegeben, um seinen dort kinderlos lebenden Onkel zu beerben – er wird aber auf den Weg dorthin gegen Alfonzo, den Sohn Gasparino Cortejos, vertauscht. Die Tochter, Rosa, lebt bei ihrem Vater. Graf Emanuel ist zu Beginn der Romanhandlung an einem Steinleiden und am Grauen Star erkrankt. Sein untergeschobener Sohn und dessen Vater, der Verwalter des Grafen, Gasparino Cortejo, haben Ärzte engagiert, die am Grafen eine Operation vornehmen wollen, die tödlich verlaufen soll. Karl Sternau kann das verhindern und die Operation erfolgreich durchführen; auch die Blindheit des Grafen wird von Sternau geheilt. Doch gelingt es den Widersachern des Grafen, diesem ein Gift zu verabreichen, das ihn wahnsinnig macht.https://karl-may-wiki.de/index.php/Pohon_Upas Er soll in diesem Zustand eine Felswand hinuntergestürzt werden. Das wird jedoch durch Zarba verhindert, die den wahnsinnigen Grafen durch ihre Zigeuner zu ihrem Komplizen Gabrillon nach Avranches schaffen lässt, um Cortejo in der Hand zu behalten. Dort wird der Graf unter dem Namen Anselmo Marcello einige Zeit in einem Leuchtturm gefangengehalten, bis Otto von Rodenstein ihn entdeckt und befreit. Danach lebt der Graf lange Jahre in Rheinswalden bei seiner Tochter, bis ihm Karl Sternau, der inzwischen sein Schwiegersohn geworden ist, das Gegengift geben kann. Ferdinando: ist ein mexikanischer Graf und Großgrundbesitzer. Er ist einer der reichsten Männer Mexikos. Sein Vater war Manfredo de Rodriganda, sein älterer Bruder ist Emanuel de Rodriganda. Da er der jüngere Sohn der Familie ist, fielen ihm nach dem Tode des Vaters, dessen Liebe zu Hanetta Valdez er teilte, nicht die spanischen, sondern die mexikanischen Besitzungen der Rodrigandas zu. Diese haben einen Wert von 40 Millionen. Alfonzo de Rodriganda, der Sohn seines Bruders, soll als Kleinkind zu ihm gebracht werden, damit er später Erbe des kinderlosen Ferdinando wird. Vor der Überfahrt wird das Kind gegen den falschen Alfonzo, den Sohn von Gasparino Cortejo, vertauscht. Auch gegen Graf Ferdinando werden von den Cortejos, speziell von seinem Verwalter, Pablo Cortejo, Intrigen geschmiedet. Um die Ehre der Rodrigandas zu retten, muss Graf Ferdinando sich für Alfonzo mit dem Grafen Embarez duellieren. Vor dem Duell ändert er sein Testament, das bisher Graf Alfonzo als Haupterben nannte, und übergibt das neue Testament an Maria Hermoyes. Er überlebt das Duell jedoch, wenn auch verletzt. Pablo Cortejo gibt ihm, der nun 50 Jahre alt ist, ein Gift, das ihn scheintot macht. Offiziell ist die Todesursache Wundstarrkrampf. Während der Starre wird sein Haar grau. Nach seinem Begräbnis übernimmt ihn Henrico Landola, der ihn allerdings nicht – wie sein Auftrag lautet – tötet, sondern an den Sultan von Härrär als Sklave verkauft. In Härrär begegnet Ferdinando Bernardo Mendosa und Emma Arbellez, die ebenfalls Sklaven des Sultans sind. Zusammen fliehen sie und werden von Kapitän Wagner gerettet. Ferdinando kauft von den für die Flucht beim Sultan mitgenommenen Schätzen ein Schiff, mit dem er und Emma Karl Sternau und seine Gefährten von der einsamen Südseeinsel abholen, auf der sie von Landola ausgesetzt worden waren und wo sie 16 Jahre lang leben mussten. Zurück in Mexiko wird Ferdinando in Fort Guadeloupe von einem französischen Soldaten am Kopf verletzt, dann von Manfredo, dem Neffen Pater Hilarios, gefangen und ins Kloster della Barbara in Santa Jaga gebracht, in dessen Gewölben er festgehalten wird, bis ihn Kurt Helmers endgültig befreit. Er zieht dann zu seinem Bruder nach Rheinswalden. Rosa: ist die Tochter von Graf Emanuel de Rodriganda und somit eine spanische Contezza. Während eines Paris-Aufenthaltes lernt sie Karl Sternau kennen und verliebt sich in ihn. Sie bittet ihn um Hilfe, da sie ihren Bruder Alfonzo und den Verwalter ihres Vaters, Gasparino Cortejo verdächtigt, ihren kranken Vater durch eine ungeeignete Operation töten lassen zu wollen – womit sie Recht hat. Sternau kann ihrem Vater helfen. Doch wird der Graf von den Cortejos kurz darauf durch Gift wahnsinnig gemacht. Das Gleiche geschieht ihr, während man Sternau in ein Gefängnis werfen lässt. Nach seiner Befreiung kann er Rosa aus dem Stift, in das man die Geistesgestörte gesteckt hatte, entführen und heilen. Sternau bringt sie zu seiner Mutter nach Rheinswalden und heiratet sie. Kurz nach der Hochzeit bricht Sternau dann auf, die Schicksale der Familie de Rodriganda aufzuklären. Sechzehn Jahre lang bleibt er verschollen. Rosa jedoch wartet geduldig auf ihn und widmet sich der Erziehung ihrer gemeinsamen Tochter. Durch die Abstammung ihres Mannes von Herzog Eusebio von Olsunna, von der Sternau erst nach seiner Rückkehr erfährt, wird Rosa Herzogin von Olsunna. Alfonzo: ist der rechtmäßige Sohn von Graf Emanuel de Rodriganda und Bruder von Rosa de Rodriganda. Er sieht seinem Vater außerordentlich ähnlich. Gasparino Cortejo und dessen Geliebte, Clarissa Margony, ließen ihn als etwa vierjährigen Knaben gegen ihren eigenen Sohn vertauschen. Der Verbrecher, der den Kindestausch vornahm (Manuel Sertano) tötete den Jungen jedoch nicht, wie sein Auftrag lautete, sondern nahm ihn mit in die Berge. Dort wurde er unter dem Namen Mariano von einer Räuberbande aufgezogen. Ihm wurde eine besondere Erziehung zuteil, da man ihn für Verbrechen in der besseren Gesellschaft verwenden wollte. Er spielt meisterhaft Gitarre, dichtet und komponiert eigene Lieder. Erst im Alter von 22 Jahren erfährt er von seiner adeligen Herkunft. Er begibt sich unter dem Decknamen Alfred de Lautreville nach Schloss Rodriganda, um Gewissheit zu erlangen. Dort trifft er Amy Lindsay, in die er sich verliebt. Amy und Rosa werden von Mariano, der ein hervorragender Schütze, Fechter und Reiter ist, vor Räubern gerettet. Er selbst wird auf Veranlassung Gasparino Cortejos von Henrico Landola entführt. Dieser tötet ihn jedoch nicht, sondern lässt ihn längere Zeit im Kielraum seines Schiffes schmachten. Karl Sternau kann ihn in der Karibik endlich befreien. Er trifft Amy Lindsay wieder und sie verloben sich. Mariano fällt dann aber gemeinsam mit Sternau und dessen Gefährten noch einmal in die Hände Landolas, der alle auf einer einsamen Südseeinsel aussetzt, von der sie erst nach 16 Jahren gerettet werden. Nach dieser Befreiung folgt Mariano Sternau nach Mexiko, um dort die Angelegenheiten der de Rodriganda zu klären. Mariano und seine Freunde werden von Pater Hilario gefangen genommen und in unterirdischen Klostergewölben eingesperrt. Kurt Helmers verhilft dann allen zur endgültigen Freiheit. Mariano resp. Alfonzo de Rodriganda heiratet Amy und residiert als rechtmäßiger Erbe der de Rodriganda auf seinem spanischen Schloss.
Familie Cortejo Henrico: war der Vater von Pablo und Gasparino Cortejo. Er war Verwalter der Güter Graf Manfredo de Rodriganda in Spanien. Er ist ein jugendlich schöner Frauenheld in den kräftigsten Mannesjahren. Die Tänzerin Hanetta Valdez liebt ihn, obwohl sie intimen Kontakt auch zu anderen Männern hat (Herzog Eusebio von Olsunna, Manfredo und Ferdinando de Rodriganda). Er liebt sie auch, obwohl er verheiratet ist. Seine Frau ist „eine kranke, elende Frau, die vielleicht nicht lange mehr leben wird“. Henrico Cortejo wird mit Hanetta in verfänglicher Situation kurz vor ihrer Hochzeit mit Manfredo de Rodriganda von diesem ertappt und erschossen. Seine Söhne schwören daraufhin der Familie de Rodriganda Rache.