Die Europawahl in Schweden fand am 26. Mai 2019 statt. Sie war Teil der in der ganzen Europäischen Union stattfindenden Europawahl 2019.
In Schweden wurden zunächst 20 Mandate im Europäischen Parlament vergeben, gewählt wurden aber 21 Abgeordnete. Ein Mandatsträger aus Schweden zog nach dem erfolgten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs ins Europaparlament ein.
Wahlmodus Die Wahlen fanden nach dem Verhältniswahlrecht statt, wobei ganz Schweden einen einzigen Wahlkreis bildete. Wie bei den Wahlen zum schwedischen Reichstag gab es eine 4-%-Sperrklausel. Die Verteilung der Sitze auf die Listen erfolgte nach einem modifizierten Sainte-Laguë-Verfahren mit erster Division durch 1,2.
Die Parteien stellten Listen auf. Die Wahl erfolgte, indem der Stimmzettel der zu wählenden Partei in den Umschlag eingelegt wird. Bei Parteien, die in einer der letzten Wahlen mindestens 1 % der Stimmen erreicht haben, wurden die Stimmzettel kostenlos gedruckt und im Wahllokal ausgelegt. Parteien, die dies nicht erfüllten, mussten die Stimmzettel auf eigene Kosten drucken lassen und sich um die Verteilung selbst kümmern. Die Freiheit der Wahl wurde durch die Auslage leerer Stimmzettel in den Wahllokalen sichergestellt, auf denen die Wähler eine Partei eintragen konnten. Da grundsätzlich sämtliche Eintragungen im Wahlergebnis registriert werden, bietet dies auch die Möglichkeit, nicht existente Parteien zu wählen, was bei allen Wahlen in Schweden regelmäßig in geringem Umfang passiert.
Die Wähler können in begrenztem Umfang auch die Reihenfolge der Wahlliste mit beeinflussen. Sie können optional einen Listenkandidaten ankreuzen oder, bei Verwendung von leeren Stimmzetteln, den Namen des Kandidaten aufschreiben. Wird ein Listenkandidat hierdurch auf mindestens 5 % der Stimmen seiner Partei markiert, wird er bei der Zuteilung der Mandate vor den übrigen Kandidaten der Liste berücksichtigt, d. h., er wird an die Spitze der Liste gesetzt. Erreichen dies mehrere Kandidaten, so erfolgt die Zuteilung in absteigender Reihenfolge der persönlichen Stimmen.
Ausgangslage Scheidendes Parlament
Listen und Parteien
Wahlumfragen Letzte Umfragen vor der Wahl Institut Datum Sifo 23.05.2019 23,1 10,0 14,4 4,0 18,9 10,3 8,3 9,0 0,5 1,6 IpsosIpsos 23.05.2019 23,9 9,9 13,6 4,5 16,9 8,5 7,2 12,5 0,9 2,1 Novus 22.05.2019 23,5 10,7 15,9 5,2 16,2 8,6 7,2 9,9 1,1 1,7 SKOP 20.05.2019 23,5 9,4 16,8 3,8 17,2 9,6 7,5 10,5 0,9 1,0 Inizio 16.05.2019 23,0 9,3 15,7 3,4 18,8 9,5 6,9 9,1 2,0 2,3 SifoSifo 15.05.2019 21,9 9,6 13,5 4,1 19,9 7,6 9,5 11,2 1,2 1,6 Inizio 09.05.2019 23,9 9,6 16,9 3,4 17,9 8,4 6,9 8,8 2,2 2,5 Sifo 09.05.2019 23,1 11,6 15,5 3,3 16,9 7,6 7,4 12,4 1,0 2,4 Novus 28.04.2019 24,8 10,6 12,6 5,3 13,7 7,4 11,1 9,7 1,1 1,9 Inizio 25.04.2019 24,9 8,7 15,9 3,7 17,4 9,5 7,6 9,0 1,4 1,9 Sifo 25.04.2019 21,0 10,0 16,5 3,4 19,9 6,3 8,2 10,7 1,7 2,4 Demoskop 24.04.2019 23,4 9,0 17,0 3,3 19,3 6,1 7,9 10,4 1,0 2,6 Ipsos 22.04.2019 23 9 15 6 17 8 10 10 1 2 Sifo 25.03.2019 25,2 8,1 16,2 4,0 17,3 7,1 8,6 10,4 1,5 1,5 SKOP 27.03.2019 25,7 9,2 17,7 4,5 15,1 7,6 7,6 9,3 1,4 1,9 Novus 24.03.2019 25,5 9,2 13,7 5,0 14,3 9,2 10,6 8,9 1,2 2,5 SifoSifo 25.02.2019 27,5 6,4 16,4 3,8 18,0 5,8 10,0 8,6 1,2 2,5 Europawahl 2014 25.05.2014 24,2 15,4 13,2 9,9 9,7 6,5 6,3 5,9 5,5 3,0
Verlauf mini|links|1000px|Verlauf der Umfragen von der Wahl 2014 bis zur Wahl 2019
Ergebnis mini|Stimmenstärkste Parteien nach Kommunen: Die Wahlbeteiligung lag bei 55,27 % und damit 4,2 Prozentpunkte höher als bei der Europawahl 2014 (damals 51,07 %). Insgesamt ergaben sich bei der Wahl keine dramatischen Veränderungen. Die höchsten Verluste erlitten die europafreundlichen Liberalen (−5,79 %), aber auch der Stimmenanteil der Grünen und Piratenpartei nahm ab (−3,89 % und −1,59 %). Die Feministische Initiative verlor mit −4,71 % ebenfalls einen großen Teil ihrer früheren Wähler. Die Sozialdemokraten blieben mit −0,71 % annähernd auf ihrem Wahlergebnis von 2014, während die zentristisch-bürgerlich-konservativen Parteien zunahmen. Die oft als rechtspopulistisch eingestuften Schwedendemokraten wiesen mit +5,68 % die größten Gewinne auf und kamen damit auf den dritten Platz.
In der Summe gewannen Moderate, Christdemokraten, Schwedendemokraten und Zentrumspartei je ein Mandat, während die Grünen zwei Mandate verloren und Liberale sowie feministische Initiative je eines.
Gewinne und Verluste der Stimmen Partei Stimmen 2014 2019 +/- 899.074 974.589 +75.515 507.488 698.770 +191.282 359.248 636.877 +277.629 572.591 478.258 -94.333 241.101 447.641 +206.540 220.574 357.856 +137.282 234.272 282.300 +48.028 368.514 171.419 -197.095 204.005 32.143 -171.862 82.763 26.526 -56.237 (AfS) – 19.178 +19.178 (MED) – 6.363 +6.363 (PV) – 5.171 +5.171 (DjuP) 8.773 4.105 -4.668 18.375 10.274 -8.101 Gesamt 3.716.778 4.151.470 +434.692 Leere Stimmzettel 38.935 30.712 -8.223 Ungültige Stimmzettel 3.238 5.666 +2.428 Wähler 3.758.951 4.187.848 +428.897 Wahlberechtigte7.359.9627.576.917+216.955
Fraktionen im Europäischen Parlament Nach Parteien
Nach Fraktionen Partei Sitze Anzahl +/− % Europäische Volkspartei (EVP) 6 +2 30,00 % (28,57 %) Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D) 5 −1 25,00 % (23,80 %) Renew Europe (RE) 3 ±0 15,00 % (14,29 %) Europäische Konservative und Reformer (EKR) 3 +1 15,00 % (14,29 %) Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA) 2 (+1) −2 (−1) 10,00 % (14,29 %) Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL) 1 ±0 5,00 %(4,76 %) Identität und Demokratie (ID) 0 neu — Gesamt 20 (21) — (+1) 100,0
Weblinks Valmyndigheten – Schwedische Wahlbehörde (schwedisch/englisch)
Einzelnachweise
2019 Schweden 2019 Kategorie:Schwedische Geschichte (21. Jahrhundert)