Thomas Andresen (* 19. September 1934 in Flensburg; † 20. Januar oder 20. Oktober 1989 ebenda) war ein deutscher Arzt und Kriminalschriftsteller. Leben Thomas Andresen promovierte 1963 in Hamburg zum Facharzt für Innere Medizin, nachdem er vor einem Studienfachwechsel schon vier Semester Philologie studiert hatte. Während seiner Studienzeit veröffentlichte er zwei später von ihm als „unseriös“ eingestufte Romane beim Papenburger Goldring Verlag unter dem Pseudonym Chris Martin.

Hauptberuflich arbeitete er danach als Internist in einer Flensburger Klinik, nebenbei war er bis zu deren Einstellung im Jahr 1967 freier Mitarbeiter der 1954 neu gegründeten Münchner Wochenzeitschrift Simplicissimus.

Ab 1969 bis zu seinem Tod 1989 veröffentlichte er insgesamt 22 Kriminalromane, erst bei Goldmann, später beim Rowohlt Verlag, danach für 2 Jahre wieder beim Goldmann Verlag und zum Schluss bei der Bastei Lübbe Verlagsgruppe. Parallel dazu schrieb er von 1972 bis 1986 für öffentlich-rechtliche Radiosender 18 Kriminalhörspiele, die überwiegend vom Westdeutschen Rundfunk in Auftrag gegeben wurden.

In seine Blütezeit als Krimiautor von 1972 bis 1984 fallen auch zwei Drehbücher für das Zweite Deutsche Fernsehen. Charakteristisch für seine Handlungsinhalte ist das Einfließen seines umfangreichen medizinischen Fachwissens: Neben der häufigen Verwendung von Kliniken bzw. Krankenhäusern als Schauplätze entstammen viele seiner Hauptfiguren der Ärzteschaft und anderen Heilberufen.

Werke Kriminalromane 1961: (Chris Martin) Der Spielverderber. Goldring Verlag, Papenburg 1962: (Chris Martin) Der Leisetreter. Goldring Verlag, Papenburg 1969: Der Anonyme. Goldmann Taschenbuch Nr. 3200, OA 1969: Hörst du den Uhu. Goldmann Taschenbuch Nr. 3169, OA 1970: Der Nebel wird dichter. Goldmann Taschenbuch Nr. 3282, OA 1971: Bis ich nicht mehr kann. Goldmann Taschenbuch Nr. 4310, OA 1972: Der Schrei. Goldmann Taschenbuch Nr. 4139, OA 1972: Schmutziger Herbst. Goldmann Taschenbuch Nr. 4303, OA 1972: Die Spur des bösen Bruders. Goldmann Taschenbuch Nr. 4153, OA 1972: Geisterstunde. Goldmann Taschenbuch Nr. 4226, OA 1972: Wachs in den Händen. Goldmann Verlag, München, OA, HC 1973: Großartig wie der Teufel. Goldmann Taschenbuch Nr. 4306, OA 1975: Wer badet nachts in meinem Swimming Pool. Rororo Taschenbuch Nr. 2350, Rowohlt Verlag, Reinbek, OA 1976: Nur über Meiners Leiche. Rororo Taschenbuch Nr. 2375, OA 1977: Eine Tote früh um fünf. Rororo Taschenbuch Nr. 2431, OA 1978: Fünf Herren, einander belauernd. Rororo Taschenbuch Nr. 2449, OA 1982: Die zweite Chance. Rororo Taschenbuch Nr. 2587, OA 1983: Herr Struxdorf und die Hierarchie der Morde. Goldmann Taschenbuch Nr. 5635, OA 1984: Herr Struxdorf und das Spiel mit Blut. Goldmann Taschenbuch Nr. 5644, OA 1987: Träume von Liebe und Mord. Bastei Taschenbuch Nr. 16513, Bastei Lübbe, Köln, OA 1988: Die Klinge im Haus. Bastei Taschenbuch Nr. 19518, OA 1988: Das Lächeln der Revolvermündung. Bastei Taschenbuch Nr. 19522, OA 1988: Der Kuss der Klapperschlange. Bastei Taschenbuch Nr. 19522, OA 1989: Nachts sind alle Mörder grau. Bastei Taschenbuch Nr. 19534, OA, posthum

Kriminalhörspiele 1972: Interview mit einem Schatten. WDR/SFB 52 Minuten 1973: Schuss auf ein Zahnrad. WDR 44 Minuten 1974: Ein schwarzer und ein weißer Mord. WDR, 51 Minuten 1974: Max schläft heute aber fest. WDR/SFB 55 Minuten 1975: Fünf Männer mit Maske. (4 Teile, 210 Minuten, nach dem gleichnamigen Roman) WDR 1975: Viola liebt die Herbstzeitlose. WDR, 52 Minuten 1976: Der Bauchredner. BR/WDR 1976, 58 Minuten 1976: Sterben und sterben lassen. WDR, 53 Minuten 1977: Absturz von der Marmortreppe. WDR, 60 Minuten 1977: Mit den Augen einer Eule. WDR, 60 Minuten 1978: Mord im Sonderangebot. WDR, 48 Minuten 1978: Katertöter. WDR, 48 Minuten 1979: Tödliche Proben. (2 Teile) WDR, 56 und 52 Minuten 1981: Verfall eines Römers. WDR/SDR 55 Minuten 1982: Ein typischer Mörder. WDR 48 Minuten 1982: Pech mit Porzellan. WDR 54 Minuten 1983: Noch einmal wie vor 18 Jahren. WDR 55 Minuten 1986: Früh übt sich. SDR 58 Minuten Drehbücher 1979: Tödlicher Ausgang. (Fernsehfilm nach dem Roman Nur über Meiners Leiche, 105 Minuten, ZDF), Regie: Stanislav Barabas, EA 11. August 1979 1982: Es muss nicht immer Mord sein. – Endstation Habermorr (Serienepisode, ZDF, 25 Minuten), Regie: Kai Borsche

Sonstiges 1967: Bommi ist tot und Tim hat Geburtstag. (Erzählung) In: Irene Rodrian, Friedhelm Werremeier, Hansjörg Martin u. a.: Bommi ist tot und Tim hat Geburtstag. (Kriminalerzählungen für Jugendliche) C. Bertelsmann, ISBN 357007689X 1982: Vijf gemaskerde mannen. (Hörspiel, 4 Teile, 210 Minuten, Algemene Vereniging Radio Omroep, Regie: Hero Muller) Niederländische Fassung von Fünf Männer mit Maske.

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