Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann ist ein NDW-Lied der deutschen Band Nena, das erstmals 1984 als Single veröffentlicht wurde und auch in der englischsprachigen Version Anyplace, Anywhere, Anytime erfolgreich war.
Produktion Die deutsche und die englische Version des Liedes wurden von den Bandmitgliedern Uwe Fahrenkrog-Petersen und Carlo Karges geschrieben bzw. von Lisa Dal Bello übersetzt. Ursprünglich wurde es 1984 als Single veröffentlicht und erschien 1985 auf dem Album Feuer und Flamme. Ebenfalls 1984 wurde eine siebenminütige Remixversion herausgebracht. Diese ersetzt auf einigen Kompilationen und Wiederveröffentlichungen von Feuer und Flamme auf Musikstreamingdiensten das Original.
Die englische Version mit dem Titel Anyplace, Anywhere, Anytime wurde 1985 auf dem Album It’s All in the Game veröffentlicht.
Musikvideo Zur deutschen Version des Liedes gibt es ein offizielles Musikvideo. Zu Beginn öffnet sich ein Garagentor. Sängerin Nena tritt aus einer Nebelwand und bahnt sich einen Weg durch dichte Spinnweben zu einem Auto. In der nächsten Szene lassen sich die Umrisse einer Menschengruppe erkennen, die sich fingerschnippend auf die Kamera zubewegt. Die Szene wechselt erneut zu Nena, die nun mit einer Fackel in der Hand andächtig eine ägyptische Pyramide erkundet. Sie geht an Pharaonen-Statuen vorbei, von denen sie eine (dargestellt von Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen) berührt, woraufhin diese zum Leben erwacht.
Mit einem Wechsel zurück in die Anfangsszene erscheinen dort unvermittelt Soldaten. Einer von ihnen (dargestellt von Gitarrist Carlo Karges) wirft Waffe und Helm weg und setzt sich hinter das Steuer des Autos, in dem Nena eingeschlossen war. Zwischendurch ist die Band bei einem Live-Auftritt auf einem Konzert zu sehen. Eine abgekämpfte Person (dargestellt von Bassist Jürgen Dehmel) flüchtet vor einem echsenartigen Fahrzeug, um sich bei einer Mauerecke in Sicherheit zu bringen – wohin ihm Nena unbemerkt folgt.
In der darauffolgenden Szene schreitet Nena mit einem Bō-Stab eine durch Paravents vorgegebene Strecke ab und wähnt sich dabei in der Gefahr, von einem Ninja attackiert zu werden. Der Boden bricht unter ihr ein, und sie droht in eine Fallgrube zu stürzen. Sie wird von einem weiteren Stabkämpfer (dargestellt von Schlagzeuger Rolf Brendel, Nenas damaliger Lebensgefährte) gerettet. Das Video wurde in einem Filmstudio in London gedreht; Regie führte Nick Morris.
Remake mit Kim Wilde 2002 nahm Nena den Titel für das Album 20 Jahre – Nena feat. Nena auf. In der neuen Version des Liedes wurde englischer und deutscher Text kombiniert. Der Song wurde zusammen mit der britischen Sängerin Kim Wilde eingespielt und unter dem Titel Anyplace, Anywhere, Anytime veröffentlicht. Das dazugehörige Video wurde in der London Guildhall und in und um Change Alley in London gedreht. Es war ein Hit auf dem gesamten europäischen Kontinent, wurde aber nicht in Großbritannien veröffentlicht. Nena und Kim Wilde traten 2003 mehrmals zusammen auf, um die Single in verschiedenen Fernsehsendungen zu promoten. Sie führten das Lied während Nenas Konzert im Oktober 2002 in Frankfurt am Main und im Dezember 2014 bei einem gemeinsamen Konzert in den Niederlanden auf.
Rezeption Allmusic beschreibt das Lied als „towering all-time Nena classic“ („herausragender Nena-Klassiker“).
Chartplatzierungen Die Single erreichte 1984 Platz drei in den deutschen Charts. Die Neuauflage platzierte sich darüber hinaus zwei Wochen an der Chartspitze der deutschen Airplaycharts. In Österreich wurde Anyplace, Anywhere, Anytime zum zweiten Nummer-eins-Hit nach 99 Luftballons.
Irgendwie, irgendwo, irgendwann
Anyplace, Anywhere, Anytime
Coverversionen Jan Delay & Denyo 1999 coverte Jan Delay mit Denyo von den Absoluten Beginnern das Stück für den Sampler Das gibts nur einmal der Fernsehreihe Pop 2000 von ARD und Viva. Anders als das Original enthält diese Version auch eine Rap-Strophe. Die Single erreichte Top-10-Platzierungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Chartplatzierungen
Auszeichnungen für Musikverkäufe
In Deutschland erhielt die Single eine Platin-Schallplatte für über 500.000 verkaufte Einheiten. Damit ist Irgendwie, irgendwo, irgendwann nicht nur der verkaufsstärkste Tonträger in der Solokarriere beider Musiker, sondern zählt generell zu den meistverkauften Rapsongs in Deutschland. In Österreich erhielt die Single eine Goldene Schallplatte für mehr als 25.000 verkaufte Einheiten, was sie ebenfalls zum größten Verkaufserfolg der beiden macht.
Weitere Coverversionen 1992: Herbert Grönemeyer 2000: Max Raabe 2000: Die Schlümpfe (Sag mir wie, sag mir wo, sag mir wann) 2001: DJs@Work (Someday) 2003: Otto Waalkes (Hänsel und Gretel) 2003: Guildo Horn 2005: Insania 2008: Adoro – Symphonity 2018: Vanessa Mai 2020: Claudia Koreck (als Filmmusik für die Folge Aus Mut gemacht von Der Bergdoktor) 2021: Giovanni Zarrella feat. Pietro Lombardi – Ci sarai (Irgendwie) 2021: Phil the Beat & Ilira – Anytime 2021: Laura van den Elzen & Mark Hoffmann 2022: Ich Troje – Nie Szukaj Mnie 2023: Pazoo & Vivi Minu 2023: Pazoo & Vivi Minu feat. HBz – Irgendwie, irgendwo, irgendwann (HBz Remix) 2024: Old Jim & Caro van Ee feat. NANO
Parodien Im März 2016 wurde Recep Tayyip Erdoğan im Rahmen der Satire-Fernsehsendung Extra 3 in dem Lied Erdowie, Erdowo, Erdogan parodiert. Die Ausstrahlung des Liedes war Anlass für die zweimalige Einbestellung des deutschen Botschafters in der Türkei, Martin Erdmann, die in den Medien als Eingriff in die Pressefreiheit bewertet wurde. Die weiterhin seitens der Türkei geforderte Konsequenz, die Sendung abzusetzen, wurde ebenso ignoriert wie die Forderung nach einer Löschung des Liedes. Dieser Konflikt wiederum löste einen Streisand-Effekt aus, der dazu führte, dass das Video Millionen von Aufrufen erhielt und in mehreren Sprachen untertitelt wurde und so zur Böhmermann-Affäre beitrug.
Verwendung in anderen Medien In der Fernsehserie Dark spielt der Song in seiner deutschen Originalversion wiederholt eine Rolle. Der Film Irgendwie, irgendwo, irgendwann des Medienpädagogik Zentrums Hamburg über die Situation der Hafenstraße 1987/88 benutzt zu Beginn Fragmente des Songs. Im deutschen Spielfilm Richy Guitar von 1984/85 hat Nena einen Gastauftritt: Bei einem Auftritt im Berliner Metropol spielt die Band ihren seinerzeit aktuellen Hit Irgendwie, irgendwo, irgendwann.Richy Guitar auf nena.de
Weblinks Originaltext auf songtexte.com Anyplace, Anywhere, Anytime (2002) auf songtexte.com
Einzelnachweise
Kategorie:Lied 1984 Kategorie:Neue-Deutsche-Welle-Lied Kategorie:Jan Delay Kategorie:Nena (Band) Kategorie:Lied von Uwe Fahrenkrog-Petersen Kategorie:Nummer-eins-Hit