Dieser Artikel hat den FC Winterthur in der Saison 2010/11 zum Thema. Der FC Winterthur schloss diese Saison in der Challenge League auf dem 13. Platz ab und schied im Schweizer Cup in der zweiten Runde gegen den gleichklassigen FC Wohlen aus.

Saisonverlauf Vorbereitung Bereits vor Trainingsstart zeichneten sich die Abgänge von vier Winterthurern zu den Grasshoppers ab: Einerseits verliessen Amir Abrashi und Ermir Lenjani den FCW leihweise und andererseits wurden Innocent Emeghara und der U21-Spieler Remo Freuler definitiv zu den Zürchern transferiert. Als Zuzüge konnte Winterthur neben mehreren Nachwuchsspielern den Mittelfeldspieler Nico Thüring vom SC Kriens sowie Pasquale Sbarra von APEP Pitsilia. Ausserdem kehrte Goalie Christian Leite von seiner Leihe beim FC Gossau zum FC Winterthur zurück. Die Bilanz der Testspiele war mit Niederlagen gegen die Super-League-Vereine FC St. Gallen (2:4), YB (2:4), AC Bellinzona (1:4) und bei einem Spiel über die halbe Dauer im Zürcher Oberland-Cup gegen GC (0:1) eher durchzogen. Ein «gutes und einsatzvolles Spiel» konnte Winterthur bei seinem 2:2 gegen den ägyptischen Serienmeister Zamalek Kairo zeigen, gewinnen konnte er ein Testspiel gegen den Erstligisten YF Juventus Zürich und die Hauptprobe gegen den gleichklassigen FC Schaffhausen mit 4:1. Der Landbote bilanzierte dem FCW insgesamt eine «unaufgeregte Vorbereitung mit guten Leistungen».

Hinrunde Trotz der Verluste dreier Stammspieler an GC war Trainer Kuzmanovic zuversichtlich, dass der FCW weiterhin auf Vorjahresniveau spielen kann und sah den FCW sogar als besser als zuletzt an. Auch Der Landbote formulierte als Ziel für die neue Saison, dass der FCW wieder vorne mitspielen sollte, um damit an die zuletzt guten Leistungen der Vorsaison anzuknüpfen.

Die Siegesserie aus der Vorsaison konnte jedoch in den ersten beiden Spielen mit Niederlagen gegen ein zu diesem Zeitpunkt auch in der Europa-League-Qualifikation überzeugendes Lausanne und gegen den SC Kriens nicht bestätigt werden. Danach konnte jedoch der vermeintliche Fehlstart mit drei Siegen in Folge vorerst korrigiert werden, die positive Bilanz hielt jedoch in den folgenden Spielen nicht an und es zeichnete sich eine mangelnde Konstanz der Mannschaft ab. Mitte September kam mit Newton Ben Katanha (FC Wettswil-Bonstetten) noch eine zusätzliche Verstärkung für den Sturm zum FCW, nachdem Rainer Bieli und Goran Antic hinter den Erwartungen zurückblieben. Anfang Oktober hatte sich der FCW nach je zwei weiteren Unentschieden und Niederlagen auf Platz 11 eingependelt, mit lediglich drei Punkten Reserve auf die Abstiegsplätze. Auch im Cup lief es für Winterthur nicht besser, nachdem Winterthur gegen den FC Freienbach in die Verlängerung musste, wurde es einen Monat später vom FC Wohlen gleich mit 1:5 aus dem Cup befördert.

Bis Dezember änderte sich auch in der Meisterschaft nichts mehr an der Ausgangslage: Der FCW beendete eine laut Landboten «nie konstante, nie stabile» Vorrunde mit insgesamt 18 Punkten Ausbeute auf Platz 11 mit einem Vorsprung von acht Punkten auf die Abstiegsplätze. Bei der Halbzeitanalyse des Landboten wurde auch bei Trainer Kuzmanovic eine Fehleinschätzung verortet, der seine Mannschaften trotz mehrerer Abgänge weiterhin als gleich stark wie letzte Saison eingestuft hatte und zudem im Vergleich zum Vorjahr ein weniger glückliches Händchen auf dem Transfermarkt zeigte. In der Einzelkritik des Landboten wurde Stefan Iten mit einer 5 als bester Spieler der Hinrunde erkoren. Die mässige Leistung der Vorrunde widerspiegelnd, wurden jedoch gleich vier Spieler mit einer klar ungenügenden Schulnote von 3 bewertet: Luca Radice, Michel Sprunger, Goran Antic und Torhüter Vaso Vasić, der nach bereits zwei Spielen seine Position als Stammtorhüter verloren hatte. Drei weitere Spieler wurden mit einer ebenfalls ungenügenden 3–4 bewertet.

In der Winterpause wurde zudem das Siegerprojekt «Das Runde muss ins Eckige» für den Ausbau der Schützenwiese vorgestellt, das sich gegen 29 Konkurrenten durchsetzte. Mit dem im Projekt vorgesehenen etappierten Ausbau der Schützenwiese kann für die Super-League-Tauglichkeit auf einen vollständigen Ausbau des Stadions verzichtet werden. Im Endausbau würde das Stadion laut Projekt der Architekten Sollberger Bögli rund 10'300 Plätze fassen, davon 3'300 auf Stehplätzen. Für den Verein war nach Veröffentlichung des Siegerprojekts die Realisation der Gegentribüne als erste Etappe für geschätzte Kosten von 12,8 Mio. Fr. prioritär, deren Bau schliesslich 2015 erfolgte.

Rückrunde Der erste öffentliche Auftritt hatte der FC Winterthur wie üblich bei den Hallenmasters in der Eishalle Deutweg, in der fünften Austragung des Turniers wurden die Winterthurer nach einer Finalniederlage gegen den FC Luzern Zweiter. Testspiele wurden gegen die Grasshoppers U21 (4:2), den FC Aarau (0:2), die BSC Young Boys (1:1) sowie im Trainingslager im südtürkischen Side gegen den norwegischen Erstligisten Brann Bergen (0:2), den bulgarischen Erstligisten FC Tschernomorez Burgas (1:1) und den bosnischen Erstligisten FK Sarajevo (3:1) ausgetragen. Die Hauptprobe gegen den FC Schaffhausen endete mit einem 2:2-Unentschieden aus. Rückblickend auf die Testspiele äusserte sich Trainer Kuzmanovic, dass «eine andere Mannschaft» als im Herbst am Werk gewesen sei.

An der Transferfront konnte der FCW den Routinier und Innenverteidiger Daniel Sereinig verpflichten, der zuletzt mehrheitlich in der 2. Mannschaft des SC Freiburg gespielt hat. Als Verstärkung im Sturm wurde aus St. Gallen leihweise Murat Ural verpflichtet und von den Grasshoppers kam nach Leihende Ermir Lenjani nach Winterthur zurück. Dafür löste mit Mattias Schnorf ein langjähriger FCW-Spieler seinen Vertrag nach zwei Spielen auf, um seine Karriere mit einem Ausflug in die USA fortzusetzen.

In der Rückrundenvorschau titelte der Landbote, dass eine klare Steigerung gefordert sei. Insbesondere ein Fehlstart wie in der Hinrunde soll vermieden werden. Diese Vorgabe konnte der FCW jedoch mit einer 1:2-Niederlage gegen Chiasso und einem 1:1-Unentschieden gegen den FC Wohlen mit jeweils einem Gegentor in der 92. Minute nicht erfüllen. Nach einem weiteren 0:0-Unentschieden folgte erst im vierten Spiel gegen die SR Delémont der erste Dreier der Rückrunde. Die Lage verbesserte sich auch in der Folge nicht, sodass sich der FCW spätestens Mitte April nach einer Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Yverdon im Abstiegskampf wiederfand. Der Vorsprung auf den vorletzten Platz war bis dahin auf nur noch drei Punkte geschmolzen. Zwar konnte er sich nach dieser Niederlage mit seinem zweiten Sieg der Rückrunde gegen Lugano kurzfristig Luft verschaffen, wurde aber durch eine gleich darauf folgende Niederlage gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten FC Locarno wieder zurückgeworfen. Unter Eindruck der schlechten Leistungen flammte in Winterthur auch die Trainerdiskussion wieder auf und obwohl Kuzmanovic gegenüber dem Präsidenten bereits seinen Rücktritt im Falle einer danach auch eingetretenen Niederlage ankündigte, wurde er von Hannes W. Keller weiterhin im Amt gehalten. Dies bezahlte sich insofern aus, als dass die Mannschaft sich den Klassenerhalt eine Runde vor Schluss durch ein Fallrückziehertor von Rainer Bieli definitiv sichern konnte – dies jedoch so spät wie seit sieben Jahren nicht mehr. In der gesamten Rückrunde konnte Winterthur nur zwei Siege und elf Punkte verbuchen.

Entsprechend dem Saisonverlauf war am Ende auch die Bilanz des Landboten, dass der FCW diese Saison schlichtwegs «in den Sand gesetzt» habe. Bezüglich seines Saisonziels hielt der Trainer Kuzmanovic auch zu Ende Saison noch fest, dass dieses angesichts der Mannschaft «berechtigt» war und dieses aufgrund «Mängeln in der charakterlichen Zusammensetzung» und weil «Leistungsträger nicht funktionierten» nicht erreicht werden konnte. In ihrer Einzelwertung vergab der Landbote weniger als der Hälfte der Spieler eine genügende Note. Am besten bewertet mit je einer 4–5 wurden noch der in der Rückrunde hinzugekommene Verteidiger und Führungsspieler Daniel Sereinig sowie Stürmer Kris Kuzmanovic. Am anderen Ende der Skala fanden sich Vaso Vasić, Dominik Ritter, Luca Zuffi und Rainer Bieli, die lediglich mit einer 3 bewertet wurden.

Kader Saison 2010/11 Kader, basierend auf Angaben von transfermarkt.ch, abgerufen am 4. Januar 2019

NummerSpielerGeburtstagNationalitätIm Team seitLetzter Verein Tor 1 Christian Leite 9. November 1985 2010 FC Gossau18 Vaso Vasić 26. April 1990 2008 Grasshopper Club Zürich U2132 Marko Vasilj 6. Mai 1991 2009 eigene Jugend Abwehr 3 Nick von Niederhäusern 28. September 1989 2007 eigene Jugend5 Stefan Iten 5. Februar 1985 2009 FC Vaduz6 Mattias Schnorf 21. April 1984 2001 Grasshopper Club Zürich U2120 Pasquale Sbarra 5. August 1989 2010 APEP Pitsilia (GRE)21 Raymond Tinner 16. April 1991 2010 eigene Jugend26 Granit Lekaj 23. Februar 1990 2010 eigene Jugend28 Ermir Lenjani 5. August 1989 2011 Grasshopper Club Zürich29 Daniel Sereinig 10. Mai 1982 2010 SC Freiburg (GER) Mittelfeld 2 Dominik Ritter 23. Juni 1989 2010 FC Basel (zuletzt ausgeliehen an den FC Wohlen)4 Luca Zuffi 27. März 1990 2007 eigene Jugend7 Kristian Kuzmanovic 6. Mai 1988 2008 eigene Jugend8 Nico Thüring 7. April 1986 2010 SC Kriens11 Michel Sprunger 30. April 1985 2008 Concordia Basel14 Sven Lüscher 5. März 1984 2009 BSC Young Boys15 Patrik Schuler 14. März 1990 2009 eigene Jugend16 Fabio Serafini 2. November 1990 2009 eigene Jugend19 Denis Simijonovic 24. August 1992 2010 eigene Jugend21 Matteus Senkal 3. Februar 1990 2008 FC Lugano22 Luis Frangão 6. August 1985 2006 YF Juventus Zürich24 Luca Radice 9. April 1987 2006 Inter Club Zurigo25 Luca Russheim 10. Mai 1991 2010 eigene Jugend- Josip Uzelac 24. Oktober 1990 2010 eigene Jugend Angriff 9 Rainer Bieli 22. Februar 1979 2009 Concordia Basel10 Goran Antic 4. Juli 1985 2009 FC Aarau17 Coutinho 24. August 1989 2009 FC Gossau (Leihe)25 Vilson Doda 29. Juni 1990 2010 FC Zürich U2127 Newton Ben Katanha 3. Februar 1983 2010 FC Wettswil-Bonstetten30 Murat Ural 5. Juli 1987 2011 FC St. Gallen

Transfers Transfers, basierend auf Angaben der Webseite der transfermarkt.ch, abgerufen am 4. Januar 2019 Zugänge Name abgebender Verein Transferart Transferperiode Newton Ben Katanha FC Wettswil-Bonstetten ablösefrei Sommer 2010 Christian Leite FC Gossau Leihende Granit Lekaj FC Winterthur U21 eigene Jugend Pasquale Sbarra APEP Pitsilia ? Denis Simijonovic FC Winterthur U21 eigene Jugend Nico Thüring SC Kriens ablösefrei Raymond Tinner FC Winterthur U21 eigene Jugend Josip Uzelac FC Winterthur U21 eigene Jugend Ermir Lenjani Grasshopper Club Zürich Leihende Winter 2011 Daniel Sereinig SC Freiburg ablösefrei Murat Ural FC St. Gallen Leihe Abgänge Name aufnehmender Verein Transferart Transferperiode Amir Abrashi Grasshopper Club Zürich Leihe Sommer 2010 Fabian Cecchini FC Oberwinterthur ablösefrei Innocent Emeghara Grasshopper Club Zürich Transfer Juninho FC Solothurn ablösefrei Ermir Lenjani Grasshopper Club Zürich Leihe Coutinho FC Frauenfeld ablösefrei Winter 2011 Mattias Schnorf Atlanta Silverbacks FC ? Pasquale Sbarra SC YF Juventus ablösefrei

Resultate Challenge League

Hinrunde

Rückrunde

Schweizer Cup

Statistik Teamstatistik Wettbewerb Punkte daheim auswärts Total Tordifferenz Sp G U N TV Sp G U N TV Sp G U N TV Challenge League 32 15 5 4 6 20:19 15 3 4 8 22:32 30 8 8 14 42:51 −9 Schweizer Cup – 0 0 0 0 0:0 2 1 0 1 3:8 2 1 0 1 3:8 −5 Total – 15 5 4 6 20:19 17 16 3 5 25:40 32 9 8 15 45:59 −14

Saisonverlauf

Spielerstatistik

Weblinks Offizielle Website des FC Winterthur

Einzelnachweise

Kategorie:FC Winterthur Winterthur