mini|Langenautal von Buchbach/Kehlbach kommend mini|Blick auf Langenau von der Talstation des Skilifts

Langenau ist ein Gemeindeteil des Marktes Tettau im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Pfarrdorf liegt im Naturpark Frankenwald auf einer Höhe von etwa in einer Talsenke, die von dem Bach Langenau, einem Zufluss der Tettau, durchflossen wird. In der Nähe des Ortes befinden sich die Naturschutzgebiete Bärenbachtal sowie Tettautal und Sattelgrund.

Die Kreisstraße KC 9 führt nach Schauberg zur Staatsstraße 2201 (3,5 km südwestlich) bzw. zur Kreisstraße KC 19 (0,8 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sattelgrund zur St 2201 (1,7 km nordwestlich).Entfernungsangaben gemessen, jeweils Luftlinie.

Geschichte Der Ortsname geht wohl auf den gleichnamigen Bach (zur langen Au) zurück. Die Erstnennung war am 28. Mai 1487. Nach Pleikard Stumpf von 1853 soll der Ort bereits 1413 in einem Kaufbrief erwähnt worden sein.P. Stumpf: Bayern: ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches; für das bayerische Volk, Bd. 2, S. 612.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Langenau 52 Anwesen (5 Güter, 5 Halbgüter, 3 Viertelgüter, 2 Gütlein, 4 halbe Gütlein, 6 Viertelgütlein, 3 Tropfhäuser, 24 Häuser, 1 Mahl- und Schneidmühle). Das Hochgericht übte das bayreuthische Amt Lauenstein aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Lauenstein. Neben den Wohnanwesen gab es ein Forsthaus, eine Pfarrkirche, ein Pfarrhof, ein Schulhaus und ein Gemeindehirtenhaus.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 488f. Durch die Einberechnung der herrschaftlichen, kirchlichen und kommunalen Gebäude werden abweichend 56 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

1792 fiel das Markgraftum Bayreuth mit dem Amt Lauenstein und Langenau an das Königreich Preußen, bevor es durch den Grenz- und Landestauschvertrag vom 30. Juni 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern, später Königreich Bayern, überging. Von 1797 bis 1808 unterstand Langenau dem Justiz- und Kammeramt Lauenstein. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Langenau gebildet, zu dem Alexanderhütte, Kleintettau, Sattelgrund bei Tettau, Sattelgrund (Massemühle), Schauberg, Tettaugrund und Wildberg gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Langenau, zu der Sattelgrund (Massemühle) und Schauberg gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lauenstein zugeordnet (1837 in Landgericht Ludwigsstadt umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lauenstein. 1815 wurde Langenau dem Rentamt Rothenkirchen (1919 in Finanzamt Rothenkirchen umbenannt) überwiesen. Von 1862 bis 1880 und von 1888 bis 1931 gehörte Langenau zum Bezirksamt Teuschnitz, von 1880 bis 1888 und ab 1931 zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Ludwigsstadt (1879 in das Amtsgericht Ludwigsstadt umgewandelt, das seit 1956 eine Zweigstelle des Amtsgerichts Kronach ist). Die Finanzverwaltung wurde 1929 vom Finanzamt Kronach übernommen.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 589. Die Gemeinde hatte 1885 eine Fläche von 16,034 km², die sich vor 1904 auf 9,531 km² und vor 1964 auf 6,890 km² verringerte.

Das 1825 erbaute Schulhaus brannte am 7. November 1861 nieder und wurde 1862 wieder aufgebaut.

Am 1. Mai 1978 wurde Langenau in Tettau eingemeindet.

Baudenkmäler Am Berg 11: Kleinhaus Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Christophorus, Frankenwaldstraße 7, geht auf eine einfache Holzkirche zurück. 1651 wurde die alte baufällige Kirche abgebrochen. Die Einweihung der neuen Saalkirche war am 13. November 1653. Im 18. Jahrhundert wurde das Satteldach neu errichtet und der gestufte Kirchturm 1732 vollendet. 1755 folgte als Ausstattung ein Kanzelaltar des Bayreuther Bildhauers Johann Gabriel Räntz. Das Gotteshaus hat drei Glocken. Die älteste wurde 1625 von Melchior Moeringk zu Erfurt gegossen.glocken.tv Pfarrgasse 2: ehemaliges Pfarrhaus Zwei Grenzsteine

Einwohnerentwicklung Gemeinde Langenau Jahr Einwohner Häuser Quelle 1840 591 1852 626 1855 591 1861 609 1867 600 1871 620 64 1875 627 1880 655 1885 661 86 1890 643 91 1895 595 1900 636 92 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 663 1910 705 1919 661 1925 678 99 1933 674 1939 600 1946 653 1950 723 104 1952 756 1961 733 144 1970 707

Pfarrdorf Langenau Jahr 1801 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 346 360 518 508 514 477 543 556 503 469 391Häuser 56 63 81 79 77 88 105 117Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 266.

Wappen Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber eine gestürzte, eingeschweifte rote Spitze, belegt mit drei im Dreifuß gestellten goldenen Schlüsseln mit rechts gewendeten Bärten.“ Dabei verweisen die drei Schlüssel auf das Wappen der Herren von Heimburg, deren Spross Jakob von Heimburg 1480 zusammen mit Philipp von Seldeneck die Herrschaft Lauenstein erwarb, zu der seit 1427 Langenau gehörte, und 1496 den bis heute bestehenden Langenauer Gemeindewald stiftete. Die Hintergrundfarben Rot und Silber haben ihren Ursprung im Wappen der Herren von Thüna, die von 1506 bis 1622 die Burgherren Lauensteins waren.

Religion Langenau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Mit dem Bau einer einfachen Holzkirche im Jahr 1567 erhielt der Ort eine eigene Pfarrei. 1871 waren nur drei Prozent der Bevölkerung katholisch, 1925 waren es bereits sieben Prozent. Sie wurden zunächst von der Pfarrei St. Nikolaus in Windheim betreut. Seit den 1960er Jahren ist St. Laurentius (Buchbach) für die Katholiken zuständig.

Wirtschaft Größter Arbeitgeber in Langenau ist die Heinz Plastics Böhm GmbH mit rund 100 Mitarbeitern (Stand: 2018). Das Unternehmen wurde 1980 als Böhm Kunststofftechnik GmbH gegründet und 2011 von der Heinz Plastics Group, einer Tochtergesellschaft der Kleintettauer Heinz-Glas & Plastics Group, erworben.kunststoffweb.de: Heinz Plastics: Übernahme von Böhm Kunststofftechnik, 1. September 2011 Es produziert Kunststoffbehälter sowie Kunststoffverschlüsse für Glas- und Kunststoffflakons.

Persönlichkeiten Christian Müller (1900–1963), in Langenau geborener Politiker, Mitglied des Bayerischen Landtags

Literatur 500 Jahre Langenau, 1487-1987. Tettau 1987.

Helmut Demattio: Die Herrschaft Lauenstein bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Die herrschafts- und verfassungsgeschichtliche Entwicklung einer Rodungsherrschaft im Thüringer Wald. Jena 1997. Ludwig Heinz: Das Amt Lauenstein. Das ehemalige Amt Lauenstein mit besonderer Berücksichtigung des oberen Tettautales und seines Gewerbes in alter Zeit. Tettau, Kleintettau, Alexanderhütte, Schauberg und Langenau, Nürnberg 1935.

Weblinks

Einzelnachweise Ortsgeschichte auf der Website tettau.de Christopheruskirche auf der Website rennsteigregion-im-frankenwald.de bundesanzeiger.de: Geschäftsbericht 2018

Anmerkungen Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet.

Kategorie:Geographie (Tettau, Oberfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1487 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)