Die Gemeinde Oberglogau ( Gmina Głogówek []) ist eine Stadt- und Landgemeinde im Powiat Prudnicki der Woiwodschaft Opole in Polen. Ihr Sitz ist die Stadt Oberglogau mit etwa 5500 Einwohnern.

Die Gemeinde ist seit 2009 offiziell zweisprachig (Polnisch und Deutsch).

Geographie Die Gemeinde liegt in Oberschlesien, 30 Kilometer südlich von Opole (Oppeln) und grenzt in Teilen an Tschechien.

Geschichte Im März 1921 entschied eine Volksabstimmung über die weitere staatliche Zugehörigkeit Oberschlesiens. In Oberglogau wurden 95,9 Prozent der Stimmen für den Verbleib bei Deutschland abgegeben und das ganze Kreisgebiet verblieb in der Weimarer Republik. Nach der Einnahme durch die Rote Armee wurde 1945 der Name Głogówek eingeführt. In Stadt und Gemeinde konnte sich eine deutsche Minderheit halten. Bei der 2002 durchgeführten Volkszählung bezeichneten sich 24,83 Prozent der Gemeindebevölkerung als Deutsche und 1,45 Prozent als Schlesier.Vgl.

Seit 2009 ist die Gemeinde offiziell zweisprachig, zum 1. Dezember 2009 führte sie bis auf die vier Orte Kazimierz (Kasimir), Racławice Śląskie (Deutsch Rasselwitz), Szonów (Schönau) und Tomice (Thomnitz) zweisprachige Ortsbezeichnungen ein. In diesen Orten wurden zweisprachige Ortsschilder mehrheitlich abgelehnt.Vgl. nto.pl

Bevölkerung Die Bevölkerung der Gemeinde Oberglogau nach Nationalitäten laut der letzten polnischen Volkszählung 2002:

Nationalitäten in der Gemeinde Oberglogau Nationalität Anzahl Anteil in Prozent Polnisch 10.451 69,1 Deutsch 3.757 24,8 Schlesisch 219 1,4 keine Angabe 679 4,4

Politik Bürgermeister An der Spitze der Stadtverwaltung steht der Bürgermeister. Bisher war dies Andrzej Kałamarz. Die turnusmäßige Wahl im April 2024 brachte folgendes Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. Juni 2024. Piotr Bujak (Wahlkomitee „Wählervereinigung für die Gmina Głogówek“) 50,3 % der Stimmen Marcin Kus (Wahlkomitee „Gmina Głogówek – Gemeinsame Sache“) 26,9 % der Stimmen Jolanta Kruk (Wahlkomitee „Jolanta Kruk – Zeit für eine gute lokale Verwaltung“) 15,4 % der Stimmen Henryka Tabor (Wahlkomitee „Ja! zu Prudnicki-Land“) 7,4 % der Stimmen

Damit wurde Amtsinhaber Bujak, bereits im ersten Wahlgang für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Die turnusmäßige Wahl im Oktober 2018 brachte folgendes Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. August 2020. Andrzej Kałamarz (Unabhängiges Wahlkomitee „Gemeinsam“) 37,0 % der Stimmen Piotr Bujak (Wahlkomitee „Wählervereinigung für die Gmina Głogówek“) 37,0 % der Stimmen Marek Pelka (Wahlkomitee „Gmina Głogówek – gemeinsame Lösungen“) 26,6 % der Stimmen

In der damit notwendigen Stichwahl setzte sich Bujak, der im ersten Wahlgang noch um 32 Stimmen zurückgelegen hatte, mit 59,6 % der Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Kałamarz durch und wurde neuer Bürgermeister.

Stadtrat Der Stadtrat besteht aus 15 Mitgliedern und wird direkt in Einpersonenwahlkreisen gewählt. Die Stadtratswahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 25. Juni 2024. Wahlkomitee „Gmina Głogówek – Gemeinsame Sache“ 27,7 % der Stimmen, 7 Sitze Wahlkomitee „Wählervereinigung für die Gmina Głogówek“ 20,7 % der Stimmen, 2 Sitze Wahlkomitee „Ja! zu Prudnicki-Land“ 18,2 % der Stimmen, 3 Sitze Schlesische Kommunalverwaltung (Deutsche Minderheit) 13,5 % der Stimmen, 3 Sitze Wahlkomitee „Jolanta Kruk – Zeit für eine gute lokale Verwaltung“ 13,5 % der Stimmen, kein Sitz Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 6,5 % der Stimmen, kein Sitz

Die Stadtratswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. August 2020. Unabhängiges Wahlkomitee „Gemeinsam“ 37,1 % der Stimmen, 7 Sitze Wahlkomitee „Wählervereinigung für die Gmina Głogówek“ 27,1 % der Stimmen, 2 Sitze Wahlkomitee „Gmina Głogówek – gemeinsame Lösungen“ 26,0 % der Stimmen, 4 Sitze Wahlkomitee Deutsche Minderheit 8,1 % der Stimmen, 2 Sitze Übrige 1,9 % der Stimmen, kein Sitz

Gliederung Die Stadt-und-Land-Gemeinde Oberglogau umfasst eine Fläche von 170 km². Die Einwohnerzahl beträgt (Stand ). Sie gliedert sich in die Schulzenämter: Stare Kotkowice (Alt Kuttendorf) Anachów (Annahof) Błażejowice Dolne (Blaschewitz, 1936–1945: Niederblasien) Ciesznów (Teschenau) Wierzch (Deutsch Müllmen) Dzierżysławice (Dirschelwitz) Biedrzychowice (Friedersdorf) Wróblin (Fröbel) Góreczno (Bergvorwerk) Kazimierz (Kasimir) Kierpień (Kerpen) Leśnik (Leschnig; 1936–1945: Hegerswalde) Mochów (Mochau) Nowe Kotkowice (Neu Kuttendorf) Chudoba (Schekai, Klein Warten) Mionów (Polnisch Müllmen; 1936–1945: Niederrode O.S.) Racławice Śląskie (Deutsch Rasselwitz) Rzepcze (Repsch) Zwiastowice (Schwesterwitz) Szonów (Schönau) Tomice (Thomnitz; 1936–1945: Thomas O. S.) Twardawa (1936–1945: Hartenau) Zowade (Zawada; 1936–1945: Lichten O.S.)

Daneben umfasst die Gemeinde weitere Ortsteile und Weiler von Zowade: Neuvorwerk (Bud), Golschowitz (Golczowice; 1936–45: Goldenau), Mutzkau (Mucków) und Syßlau (Sysłów; 1936–45: Schüslau) sowie Twardawa-Małkowice (Vorwerk Kleinau). Winiary (Weingasse)

Persönlichkeiten Jan Cybis (1897–1972), polnischer Maler; geboren in Fröbel.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Stadt

Fußnoten Vgl. abger. am 6. Februar 2011 Vgl.