In der Unterhaltungsmathematik ist eine Primeval-Zahl (vom englischen Primeval Number) eine natürliche Zahl , für die die Anzahl der Primzahlen, die man durch Permutation einiger oder aller ihrer Ziffern (also durch Vertauschung bzw. Weglassung ihrer Ziffern) erhalten kann, größer ist als die Anzahl der Primzahlen, die man auf dieselbe Art und Weise für alle kleineren natürlichen Zahlen erhalten kann.
Der Mathematiker Mike Keith hat sich im Jahr 1998 als Erster mit diesen Zahlen beschäftigt.
Beispiele Aus der Zahl kann man folgende Primzahlen durch Vertauschung und Weglassung der Ziffern erzeugen: 3, 7, 13, 17, 19, 31, 37, 71, 73, 79, 97, 137, 139, 173, 179, 193, 197, 317, 379, 397, 719, 739, 937, 971, 1973, 3719, 3917, 7193, 9137, 9173, 9371 Insgesamt sind das 31 Primzahlen, die erzeugt werden können. Dies macht die Zahl noch nicht zur Primeval-Zahl. Man muss vorher nachweisen, dass man aus allen kleineren natürlichen Zahlen nicht so viele, also weniger als 31 Primzahlen erzeugen kann. Dies ist allerdings tatsächlich der Fall: Es gibt keine einzige Zahl , aus der man 31 oder mehr Primzahlen durch Vertauschung und Weglassung der Ziffern erzeugen kann. Somit ist eine Primeval-Zahl. Die ersten Primeval-Zahlen lauten: 1, 2, 13, 37, 107, 113, 137, 1013, 1037, 1079, 1237, 1367, 1379, 10079, 10123, 10136, 10139, 10237, 10279, 10367, 10379, 12379, 13679, 100279, 100379, 101237, 102347, 102379, 103679, 123479, 1001237, 1002347, 1002379, 1003679, 1012349, 1012379 … () Die Anzahl der Primzahlen, die man aus obig genannten Primeval-Zahlen machen kann, lauten: 0, 1, 3, 4, 5, 7, 11, 14, 19, 21, 26, 29, 31, 33, 35, 41, 53, 55, 60, 64, 89, 96, 106, 122, 153, 188, 248, 311, 349, 402, 421, 547, 705, 812, 906, 1098 … () Beispiel: An der 15. Stelle obiger beiden Listen kann man die Zahlen und ablesen. Dies bedeutet, dass man aus der Zahl genau verschiedene Primzahlen machen kann und dass es keine einzige Zahl gibt, aus der man oder mehr verschiedene Primzahlen machen kann. Die größte Anzahl an Primzahlen, die man aus einer -stelligen (Primeval-)Zahl machen kann (mit ), sind die folgenden: 1, 4, 11, 31, 106, 402, 1953, 10542, 75447, 398100, 3605464 … () Die dazugehörigen -stelligen Primeval-Zahlen mit der größten Anzahl an Primzahlen sind die folgenden (es sind auch gleichzeitig die größten -stelligen Primeval-Zahlen): 2, 37, 137, 1379, 13679, 123479, 1234679, 12345679, 102345679, 1123456789, 10123456789 … () Beispiel: An der 6. Stelle obiger beider Listen steht die Zahl und . Das bedeutet, dass man aus einer 6-stelligen (Primeval-)Zahl maximal Primzahlen machen kann. In diesem Fall wäre es die Primeval-Zahl , aus der man verschiedene Primzahlen machen kann (kann man auch an der 30. Stelle der beiden obersten Listen entnehmen). Die folgende Tabelle gibt die ersten sieben Primeval-Zahlen an und welche Primzahlen man daraus machen kann: Primeval-Zahl daraus erhaltene Primzahlen Anzahl der so erhaltenenPrimzahlen 1 0 2 2 1 13 3, 13, 31 3 37 3, 7, 37, 73 4 107 7, 17, 71, 107, 701 5 113 3, 11, 13, 31, 113, 131, 311 7 137 3, 7, 13, 17, 31, 37, 71, 73, 137, 173, 317 11
Primeval-Primzahlen Eine Primeval-Zahl , welche Primzahl ist, nennt man Primeval-Primzahl.
Eigenschaften Die Maximalanzahl der durch Permutation erhaltbaren Zahlen sind (jeweils für ein-, zwei-, drei- oder mehrstellige Zahlen): 1, 4, 15, 64, 325 … Die größte Primeval-Zahl mit der Eigenschaft, dass alle Permutationen ihrer Ziffern Primzahlen sind, ist die Zahl . Beispiel: Sei . Diese Zahl ist eine dreistellige Primeval-Zahl. Insgesamt gibt es, wenn man alle drei Ziffern permutiert, Möglichkeiten. Obiger Tabelle kann man aber entnehmen, dass man nur 5 Primzahlen, nämlich und durch Vertauschungen erhält. Es fehlen noch 10 weitere Möglichkeiten, nämlich und , die aber allesamt entweder nicht prim sind oder die ungewöhnliche Schreibweise mit Nullen vorne haben. Obiger Aussage zufolge gibt es keine Primeval-Zahlen, welche größer als sind, bei denen alle Permutationen Primzahlen ergeben.
Beispiele Die kleinste Primeval-Primzahl ist . Aus ihr kann man nur die Primzahl machen. Die kleinste Primeval-Zahl, die nicht gleichzeitig Primzahl ist, ist . Aus ihr kann man folgende Primzahlen machen: 3, 7, 13, 17, 31, 37, 71, 73, 103, 107, 137, 173, 307, 317, 701, 1307, 3701, 7013, 7103 Es gibt keine kleinere natürliche Zahl , aus welcher man 19 oder mehr Primzahlen machen kann. Die kleinsten Primeval-Primzahlen sind die folgenden: 2, 13, 37, 107, 113, 137, 1013, 1237, 1367, 10079, 10139, 12379, 13679, 100279, 100379, 123479, 1001237, 1002347, 1003679, 1012379 … ()
Primeval-Zahlen zu anderen Basen Bisher wurden nur Primeval-Zahlen im Dezimalsystem, also zur Basis behandelt. Die Primeval-Zahl wäre zum Beispiel zur Basis die Zahl und man könnte ganz andere Primzahlen zur Basis daraus machen (in diesem Fall nur die beiden Primzahlen und ). Daher spielt die jeweilige Basis eine große Rolle bei Primeval-Zahlen.
Eine Primeval-Zahl zur Basis ist eine natürliche Zahl , für die die Anzahl der Primzahlen, die man durch Permutation (also durch Vertauschung bzw. Weglassung) einiger oder aller ihrer Ziffern zur Basis erhalten kann, größer ist als die Anzahl der Primzahlen, die man auf dieselbe Art und Weise für alle kleineren natürlichen Zahlen erhalten kann. Ist diese Zahl eine Primzahl, so nennt man sie Primeval-Primzahl zur Basis .
Beispiele Sei . Man kann aus ihr im Dezimalsystem, also zur Basis , folgende Primzahlen durch Vertauschung und Weglassung der Ziffern erzeugen: 7, 11, 17, 71 Es sind nur vier Stück. Aber schon aus kann man 5 Primzahlen erzeugen (nämlich 7, 17, 71, 107 und 701). Somit ist im Dezimalsystem keine Primeval-Zahl. Sei aber nun eine Zahl im Duodezimalsystem, also zur Basis (diese Zahl wäre im Dezimalsystem die Zahl ). Auch diese Zahl ist im Dezimalsystem keine Primeval-Zahl. Zur Basis kann man folgende Primzahlen daraus erzeugen:
Somit kann man aus im Duodezimalsystem insgesamt 6 verschiedene Primzahlen aus den einzelnen Ziffern erzeugen. Weil man aus keiner kleineren Zahl im Duodezimalsystem 6 oder mehr Primzahlen erzeugen kann, ist eine Primeval-Zahl zur Basis . Die ersten Primeval-Zahlen zur Basis sind die folgenden (dabei ist aus Ermangelung an weiteren Ziffern und ): 1, 2, 13, 15, 57, 115, 117, 125, 135, 157, 1017, 1057, 1157, 1257, 125B, 157B, 167B … Die Anzahl der Primzahlen, die man aus obig genannten Primeval-Zahlen zur Basis machen kann, lauten: 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 11, 12, 20, 23, 27, 29, 33, 35 … Beispiel: An der 10. Stelle obiger beiden Listen kann man die Zahlen und ablesen. Dies bedeutet, dass man aus der Zahl genau verschiedene Primzahlen machen kann und dass es keine einzige Zahl zur Basis gibt, aus der man oder mehr verschiedene Primzahlen machen kann. Die folgende Tabelle gibt die ersten 10 Primeval-Zahlen zur Basis an und welche Primzahlen man daraus machen kann: Primeval-Zahlzur Basis entspricht imDezimalsystem daraus erhaltene Primzahlenzur Basis daraus erhaltene Primzahlenim Dezimalsystem Anzahl der so erhaltenenPrimzahlen 0 2 1 3, 37 2 5, 17, 61 3 5, 7, 67, 89 4 5, 13, 17, 61, 733 5 7, 13, 19, 163, 229, 1021 6 2, 5, 17, 29, 61, 173, 349 7 3, 5, 17, 37, 41, 61, 449, 757 8 5, 7, 17, 19, 61, 67, 89, 211, 233, 739, 1069 11 Obiger Tabelle kann man entnehmen, dass die Zahlen und keine Primzahlen sind. Sie sind die kleinsten zusammengesetzten Primeval-Zahlen zur Basis (denn ist weder eine Primzahl noch eine zusammengesetzte Zahl). Alle anderen nicht zusammengesetzten Primeval-Zahlen (außer ) sind Primeval-Primzahlen zur Basis .
k-Primeval-Zahlen Es gibt Zahlen , mit denen man durch Permutation (also durch Vertauschung bzw. Weglassung) einiger oder aller ihrer Ziffern sämtliche -stelligen Primzahlen erhalten kann. Diese Zahlen nennt man k-Primeval-Zahlen.
Beispiele Wenn man die kleinste Zahl sucht, welche alle einstelligen Primzahlen und enthält, so kann es sich nur um die Zahl handeln. Diese Zahl ist somit eine 1-Primeval-Zahl. Alle anderen Zahlen, welche die Ziffern und enthalten, sind natürlich ebenfalls 1-Primeval-Zahlen (wie zum Beispiel ). Die kleinsten k-Primeval-Zahlen sind die folgenden (für aufsteigendes ): 2357, 1123456789, 1012233445566778899, 10011222333444555666777888999, 1000111222233334444555666777788889999, 100001111222233333444445555566666777778888899999, 100000111112222233333344444555556666677777788888999999 … ()
k-Primeval-Primzahlen Eine k-Primeval-Zahl, die gleichzeitig Primzahl ist, nennt man k-Primeval-Primzahl.
Beispiele Die kleinsten k-Primeval-Primzahlen sind die folgenden (für aufsteigendes ): 2357, 1123465789, 10112233445566788997, 100111222333444555666777998889, 1000111222233334444555666777798889899, 100001111222233333444445555566666777778888999989 … () Weil diese Zahlen sehr schnell sehr hoch werden, hat sich folgende Schreibweise etabliert: Zuerst beginnen alle Zahlen mit (1), welche immer in solchen Zahlen vorkommt, danach folgt die Anzahl aller darauffolgenden Nullen, danach die Anzahl aller darauffolgenden Einsen etc., gegen Ende folgt die Anzahl aller darauffolgenden Achter, zuletzt kommt eine Gruppe von Achtern und Neunern, die die gesuchte Zahl abschließt. Beispiel: Die kleinste 4-Primeval-Primzahl ist und lautet in dieser Schreibweise: (1) 2 3 3 3 3 3 3 3 0 998889. Sie beginnt also mit einer Eins, darauf kommen zwei Nullen, drei Einsen, drei Zweier etc., gegen Ende kommen drei Siebener, Null Achter und zuletzt kommt noch die Ziffernfolge 998889. Mit obiger Schreibweise kann man die weiteren kleinsten k-Primeval-Primzahlen angeben, ohne viel Platz zu gebrauchen: kleinste k-Primeval-Primzahl in obiger Schreibweise 1 2357 (Schreibweise in diesem Fall untauglich) 2 1123465789 (Schreibweise in diesem Fall untauglich) 3 (1) 1 2 2 2 2 2 2 1 2 997 4 (1) 2 3 3 3 3 3 3 3 0 998889 5 (1) 3 3 4 4 4 3 3 4 0 98889899 6 (1) 4 4 4 5 5 5 5 5 4 999989 7 (1) 5 5 5 6 5 5 5 6 3 98899999 8 (1) 5 6 7 7 6 7 7 7 6 98999999 9 (1) 7 7 8 8 8 7 8 8 6 9999989899 10 (1) 8 8 8 9 9 9 9 9 7 9999899999 kleinste k-Primeval-Primzahl in obiger Schreibweise 11 (1) 8 9 10 10 10 9 10 10 6 9889989999999 12 (1) 10 10 10 11 11 11 10 11 9 9998999999899 13 (1) 10 11 11 12 11 12 11 12 9 99899999999899 14 (1) 11 13 13 13 12 12 12 13 11 989999989999999 15 (1) 12 13 14 14 13 14 13 14 12 9999999988999999 16 (1) 13 14 14 15 14 14 14 15 12 99999999999999889 17 (1) 14 15 15 16 15 15 15 16 14 998999999999998999 18 (1) 16 17 17 17 16 17 17 17 14 9989999999999899999 19 (1) 17 18 17 18 17 17 17 18 15 988999999899999999999 20 (1) 17 19 18 19 19 18 19 19 16 999999998999999999989 kleinste k-Primeval-Primzahl in obiger Schreibweise 21 (1) 18 19 19 20 19 19 20 20 17 9899999999999999998999 22 (1) 18 20 20 21 20 21 21 21 18 99998999999999999998999 23 (1) 21 23 21 22 21 21 22 22 19 999999889999999999999999 24 (1) 20 22 22 23 22 22 22 23 21 999999999999999989999999 25 (1) 23 23 23 24 23 23 23 24 22 9999999999999999998999999 26 (1) 23 24 24 25 25 25 24 25 22 999999999999999999899999989 27 (1) 24 25 25 26 25 25 25 26 23 9999999998999999999999998999 28 (1) 25 26 27 27 27 26 27 27 25 9999899999999999999999999999 29 (1) 25 27 27 28 27 27 27 28 25 999999989999999999999999999989 30 (1) 26 29 28 29 29 28 28 29 27 999999999999998999999999999999 Die kleinste 30-Primeval-Primzahl hat somit schon Stellen.
Siehe auch Permutierbare Primzahl Trunkierbare Primzahl
Einzelnachweise
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