Die Schneefälle im Januar 2019 waren ein Starkschneeereignis in Mitteleuropa und anderen Gebieten Europas in der ersten Januarhälfte 2019.
Meteorologische Grundlagen Verlauf Verursacht wurde der Starkschnee durch eine kräftige Mischzone von entlang einer Omega-Lage nach Mitteleuropa einströmenden feuchten Atlantik- und polaren Kalt-Luftmassen. Ein blockierendes Hoch über den Britischen Inseln (Angela)Ein Azorenhoch-Ausläufer, hervorgegangen aus dem Omegalagen-artigen Südeuropa-England-Komplex Hugo/Ignatius ab Weihnachten; vergl. Prognose für 24. und 28.12.18. DWD/FU Berlin. und mehrere Tiefdruckkomplexe über Skandinavien steuerten diese Nordströmungen gegen den Alpenraum.DWD-Wetterkarte Prognose für Fr 04.01.19, 12:00 UTC Website der Freien Universität Berlin; Wetterlage vom 5. Januar 2019, 0 UTC. ZAMG: Aktuelle Wetterkarte und Kartenarchiv; Modèles – Archives des réanalyses du NCEP, Samdi 5. Janvier 2019, 7:00 locale. Meteofrance: meteociel, meteociel.fr (insb. Précipitations en 6 heures (mm), risque de neige).Prognose für Di 06.01.19, 12:00 UTC, FU Berlin; Wetterlage vom 8. Januar 2019, 0 UTC. ZAMG.Prognose für Do 10.01.19, 12:00 UTC, FU Berlin; Wetterlage vom 11. Januar 2019, 0 UTC. ZAMG.Prognose für So 13.01.19, 12:00 UTC, FU Berlin; Wetterlage vom 13. Januar 2019, 06 UTC. ZAMG; Réanalyses NCEP, Dimanche 13. Janvier 2019, 7:00 locale. meteociel. Dadurch kam es zu längerandauerndem intensivem Stauniederschlag auf der Alpennordseite, mit stürmischen Winden in Höhenlagen.Ist der Winter auf Kurs? In: MeteoSchweiz-Blog. 4. Januar 2019.Teils starker Schneefall am Rückreise-Wochenende. ZAMG: Wetter News, 4. Januar 2019. Zugrunde lag eine starke Oszillation des Jetstreams, die zu einem vergleichsweise schmalen Band der Ereignisse führt.Europe Weather Pattern Generates Feet of Snow, Coastal Flooding, Even Middle East Snow, Dust. Jonathan Erdman auf Cat6 (wunderground.com), 9. Januar 2019 – insb. Grafik European's Pattern First Week of Jan. 2019.Schnee im Schweizer Alpenraum. In: MeteoSchweiz-Blog. 14. Januar 2019 – insb. Grafik Geopotential und Windgeschwindigkeiten.
Betroffen waren von Beginn an der nördliche OstalpenraumLawinengefahr steigt: Große Neuschneemengen kommen. ORF.at, 7. Januar 2019 – mit Lawinen-Warnstufenkarte 7. Januar 2019.Erneut rote Schneewarnung – Zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die höchste Warnstufe ausgegeben (rote Warnung). ZAMG: Wetter News, 8. Januar 2019 – mit Wetter-Warnstufenkarte 8. Januar 2019. (Tiefs André – in Skandinavien Alfrida oder AapeliSkandinavien hat ein anderes Benennungssystem für schwere Stürme; siehe Namensvergabe für Wetterereignisse: Skandinavien; Finnland vergibt manchmal eigene Namen. – und Benjamin). Durch Verwehungen entsteht hohe Lawinengefahr.Österreich kämpft gegen Schneemassen. ORF.at, 8. Januar 2019 – mit Lawinen-Warnstufenkarte 8. Januar 2019, 18 Uhr.Immer mehr Skigebiete gesperrt. ORF.at, 9. Januar 2019 – mit Lawinen-Warnstufenkarte 9. Januar 2019, 12 Uhr. Besonders ungünstig war die zeitweise Temperaturzunahme durch Warmfronten (Benjamin und Donald – in Skandinavien Jan), Leichtschnee wurde in den tieferen Lagen von zunehmendem Nassschnee überlagert, und gebietsweise regnete es in die hohen Schneedecken der Vortage.Gemischte Packung. Kräftige Nordstaulage. Noch mehr Schnee. In: MeteoSchweiz-Blog. 8., 9. resp. 10. Januar 2019. Die Schneefälle waren schon in der ersten Woche extrem ergiebig, mit verbreitet in Nordstaulagen bis 1 Meter Schneehöhe, lokal bis 2 Meter.Wetterberuhigung währt nicht lange. Abschnitt Niederschlagspause. In: MeteoSchweiz-Blog. 7. Januar 2019.
Nach einer kurzen Entspannung im Alpenraum setzte über das Wochenende 12./13. Januar hinaus nochmals ergiebiger Niederschlag ein (Tief Florenz), mit bis zu einem weiteren Meter Neuschnee.Ist der Winter auf Kurs? In: MeteoSchweiz-Blog. 9. Januar 2019.Ausgeprägte Nordstaulage. In: MeteoSchweiz-Blog. 13. Januar 2019. Dieser dauerte bis Dienstag, den 15. Januar, dann setzte sich eine Umstellung der Großwetterlage mit Hochdruckeinfluss im Süden und Zustrom kühlerer und trocknerer Luftmassen im Norden durch. Im Alpenvorland und Erzgebirgsvorland kam es örtlich zu kleineren Ausuferungen und Überschwemmungen.
Eine Besonderheit war die scharfe Südgrenze des Niederschlagsraumes am Alpenhauptkamm, die Südhälfte der Alpen hatte starken Nordföhn, und kaum Niederschlag. Auch die Westalpen waren nur am Rande betroffen. Auf der Schweizer Alpensüdseite wuchs sich der Nordföhn zum Sturm an. Auch am Westrand des Scheefallraumes herrschte Wind vor, mit einer über zwei Wochen andauernden Mistral-Periode im französischen Rhonetal.Le mistral n'en finit plus de souffler ! Meteo France: Actualité, 9. Januar 2019; Er weht und weht und weht: Der Mistral. In: DWD: Thema des Tages. 15. Januar 2019 – die längste Mistralperiode (mit Böen von 80 km/h) in Orange seit 1965.
Das erste der Skandinavientiefs (André/Alfrida/Aapeli) verursachte Sturm und gröbere Sturmfluten in Südskandinavien,Alfrida och Jan - januari 2019. Schwedischer Wetterdienst (SMHI.se), 4. Januar 2019 (letztes Update 14. Januar 2019). das zweite (Benjamin) Sturm an der Nordseeküste (leichte Sturmfluten) und im Nordstau des Erzgebirges.Tief Benjamin ist auf dem Weg. In: DWD: Thema des Tages. 7. Januar 2019. Ähnlich prekäre Verhältnisse wie in Zentraleuropa herrschen durch die nördlicher abziehenden Tiefs (André/Alfrida, Sturmtief Donald/Jan, Eugen) auch in Nordnorwegen, mit Verwehungen und ebenfalls mit hoher Lawinengefahr.Nå blåser det opp i nord – kan bli orkan på Svalbard. Norwegischer Wetterdienst (YR.no/NRK.no), 8. Januar 2019 (‚Jetzt bläst es im Norden, kann auf Svalbard zum Orkan werden‘).Donald sorgt für Evakuierung auf Spitzbergen. In: DWD: Thema des Tages. 12. Januar 2019.
Parallel kam es im östlichen Mittelmeerraum und Schwarzmeergebiet durch Tiefs (Sophia,Dieser Name wurde in Griechenland vergeben; die FU Berlin benennt nur diejenigen Aktionszentren, die in Deutschland wetterwirksam sind. Die Hochs und Tiefs des Mittelmeerraums und Südosteuropas bleiben typischerweise unberücksichtigt; siehe Namensvergabe für Wetterereignisse: Zentraleuropa und Mittelmeerraum und Osteuropa. Christof), die von Süden auf die kontinentale Kaltluft treffen, zu Unwettern. Mit einem Kaltluftvorstoß aus Nordosten Ungarischer Wetterdienst (OMSZ): met.hu > Aktuális időjárás > Időjárási helyzet, 7. Januar 2019 (‚Aktuelles Wetter: Sonnige Phase vor bevorstehender Warmfront‘) – mit Höhentemperaturkarte des Kaltlufttropfens. gab es auch im Karpatenraum und im AdriaraumAllerta Meteo, nuova ondata di freddo tra Balcani e Italia fino al 9 Gennaio: ancora neve sugli Appennini e temperature fino a -10°C sotto le medie. meteoweb.eu, 7. Januar 2019 – Wetterkarten. zunehmend intensiveren Niederschlag, der mit unüblichem Schneefall und Starkregen bis in den Nahen Osten reichte, sowie strengen Frost im Balkanraum bis Nordgriechenland (8. Januar Vásárosnamény in Nordostungarn −18,6° C;Megdőlt az idei hőmérsékleti szezonrekord. met.hu > Aktuális időjárás > Időjárási helyzet, 7. Januar 2019 (‚News: Neuer tiefster Kälterekord der Saison‘). Florina in Westmakedonien um −21° C).Record Low Temperatures Recorded in Florina, Northern Greece. Tasos Kokkinidis in greekreporter.com, 8. Januar 2019. In der Mischzone der Atlantik- und Mittelmeertiefs südlich der Alpen, in Nordwestitalien, gab es schwere WintergewitterMeteo Italia: la tempesta del 7-9 gennaio 2018 sul Nord Ovest. Davide Santini in: Tempo Italia, 13. Januar 2019. und auch vereinzelt Waldbrände.
rahmenlos|hochkant=1.4 rahmenlos|hochkant=1.4 Großwetterlage und Aktionszentren, Freitag, 4. auf Samstag, 5. Januar (00 UTC): Hoch Angela über den Britischen Inseln, Tief André über dem Baltikum und Sophia über der Ägäis. Stauniederschläge in den Ostalpen und Südosteuropa. Alpenbogen etwa vom Arlberg bis ins Salzkammergut am Montag, 7. Januar. Erkennbar sind die dichte Bewölkung im Nordstau vom Alpenhauptkamm nordwärts bis ins Alpenvorland, und die Leewellen des Nordföhns südlich davon, Süd- und Osttirol, Oberkärnten sind bis auf die Höhenlagen schneefrei und teils wolkenlos. (Terra-MODIS-Satellitenbild) rahmenlos|hochkant=1.4 rahmenlos|rand|hochkant=1.4 Wetterlage Dienstag, 8. Januar, 12:00 UTC: Auftreffen der breiteren Front von Tief Benjamin (über der Ostsee) auf den Alpen-Karpatenraum; charakteristische Omega-Lage (Ω) über dem Nordatlantik; zwischen den beiden Aktionszentren ein Sturmkanal über der Nordsee. Weltkarte der 200-hPa-Druckflächen-Anomalien, 9. Januar: rechts bzw. links oben das mächtige Hoch (Angela) über dem Nordostatlantik, Tief über Südosteuropa (Christof) und die Spur der Jetstream-Welle; Kaltlufteinbrüche auch in Zentralasien, vor Japan, entlang der Nordamerikanischen Westküste und über Süd-Südamerika (Grafik NCEP Climate Data Assimilation System). rahmenlos|hochkant=1.4 rahmenlos|rand|hochkant=1.4 Wetterlage Freitag, 11. Januar, 00:00 UTC: Höhentiefs über der Adria und dem Baltikum, zwischen dem Mittelmeertief Christof und dem Sturmtief Donald hoch im Norden. Blocking Index 20. Dez. 2018 – 20. Jan. 2019: Zeigt den moderaten Blockadekomplex im Raum 30°W bis 30°O, Nordatlantik bis Osteuropa, mit Maximum im Osten; die kräftigere Blockade auf 90°–180°O vor Silvester beruht auf der Wirkung des Sudden warmings auf Sibirien (Hovmöller-Diagramm des 500-hPa-Geopotentialhöhengradienten). rahmenlos|hochkant=1.4 Wetterlage 13. auf 14. Januar: Hoch Angela, Tief Florenz; Umstellung auf stürmische Nordwestströmung, zweites Niederschlagsmaximum im Alpenraum.
Klimatologie In den letzten Dezembertagen war es zu einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung (Sudden stratospheric warming) gekommen, der Polarwirbel spaltete sich in mehrere Zentren (Polar vortex split).The Polar Vortex Has Fallen Apart, Which Could Unleash a Much Colder End to January. Jonathan Belles, Jon Erdman auf Cat6 (wunderground.com), 13. Januar 2019.
Der Januar war im zentralen Alpenraum von der Ostschweiz bis Salzburg einer der zehn niederschlagsreichsten Januare der vergangenen etwa 150 Jahre,Auf den Bergen kältester Jänner seit über 30 Jahren. ZAMG Klima News, 30. Januar 2018 – Abschnitt Niederschlag: 160 Jahre für das Gebiet von Vorarlberg bis Salzburg.Januar 2019: kalt in den Bergen, mild im Süden. In: MeteoSchweiz-Blog. 30. Januar 2019 – Abschnitt Extreme Niederschlagsunterschiede: Seit 1866 für St. Gallen;und Kalter Januar. ebd., 25. Januar 2019, insb. Abschnitt Auf den Bergen deutlich zu kalter Januar, Grafik Abweichung vom Temperaturmittel. und insbesondere in den Höhenlagen der kälteste seit etwa 30 Jahren, nämlich 1985 respektive 1987.
+ Schneedeckenhöhe / Neuschneesumme, in cm; Auswahl von Messstationen, Jan. 2019 Ort Seehöhe in m (ü. A./ü. M.), gerundet Land Schneedeckenhöhe 15. Jan. Neuschneesumme 1. – 15. Jan. Neuschneesumme 1. – 10. Jan. statistische Wiederkehrzeit in Jahren seitLackenhofIn Lackenhof am Ötscher (Niederösterreich) zweithöchster Schneehöhenwert seit Messbeginn 1919/20 (Januar 1923: 210 cm); Angabe cit. ZAMG, 12. Januar. 810 NÖ ~190 – – – (1919)Windischgarsten 600 OÖ – 148 – 5–10 (1896)Bad Mitterndorf 810 Stm – 270 – 100 * (1971)Bad Aussee 660 Stm – 300 – 30–50 (1971)Ramsau a. D. 1140 Stm ~130 – ~170 – (o.A.)Abtenau 715 Sbg – 240 – >100 * (1964)Lofer 630 Sbg – 263 ~170 >100 * (1971)Siegsdorf 615 BY 173 – – – * (o.A.)Hochfilzen 960 Tir ~200 451 311 >100 * (1971) Kufstein 505 Tir – 168 – >100 * (1923)Seefeld i.T. 1180 Tir ~150 283 208 >100 * (1895)Holzgau 1115 Tir – 170 – 10 (1895)Schröcken 1270 Vbg – 310 – 5 (1926)Malbun 1610 LI 169 – – – J½ (1971)St. Antönien 1510 GR 180 357 – >30 J½ (1945)Arosa 1845 GR 205 – – – J½ (1953) Quelle: LAWISEuropean Avalanche Warning Services (LAWIS.at), laufende Daten, abgerufen am 16. Januar 2018. /ZAMG, SLF/MeteoSchweiz; DWD 1. … neuer Allzeit-Rekordwert (Neuschneesumme), J½ … Rekord für 1. Januarhälfte (Schneedeckenhöhe) – jeweils seit Messbeginn.