Hutfiltern ist eine Straße in der Innenstadt von Braunschweig, am Übergang vom historischen Weichbild Altstadt in das Weichbild Altewiek. Sie ist eine der ältesten und war eine der wichtigsten Handelsstraßen der Stadt.
Etymologie Im mittelalterlichen Braunschweig wurde Niederdeutsch gesprochen. Die in der Straße, nahe dem zentralen Kohlmarkt, ansässigen Handwerker waren HutmacherWerner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter. Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende der Stadtfreiheit 1491–1671. Band 1, Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1966, S. 281–282., bzw. Hutfilzer, auf Niederdeutsch als hôtfilter bezeichnet.Herbert Blume: Braunschweiger Straßennamen: Hutfiltern, Kattreppeln und Abelnkarre. S. 100.
Wie auch bei einigen anderen Straßennamen der Stadt Braunschweig, zum Beispiel Ölschlägern oder Kattreppeln, ist das auslautende „n“ am Wortende seinem Ursprung nach eine alte, bereits wohl seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr verwendete, bzw. verstandene Deklinationsendung des Plural-Dativs und wird seither als Singularform verwendet.
Geschichte mini|links|Stadtplan von Friedrich Wilhelm Culemann von 1798, oberes Drittel v. l. n. r.: Kohlmarkt, Hutfiltern, Damm Die Straße verläuft grob von West nach Ost vom Kohlmarkt kommend und geht an ihrem Ende in die Straße Damm über, wobei sie gleichzeitig südöstlich in den Kattreppeln abzweigt. Ursprünglich führte die Handelsstraße von Westen aus Minden und Hildesheim kommend, weiter nach Magdeburg, 90 km im Osten gelegen. Das Gebiet der Altstadt, bzw. der Altewiek war im Mittelalter sumpfig. Eine Vielzahl mehr oder weniger großer Okerarme schlängelten sich durch diesen Bereich, weshalb es zu deren Überquerung etliche Brücken gab.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebiet um den Hutfiltern nach und nach trockengelegt, im späten 19. Jahrhundert wurde damit begonnen, die Oker in diesem Stadtgebiet unterirdisch zu kanalisierenWolfgang Ernst: Braunschweigs Unterwelt. Kanäle und Gewölbe unter der Stadt. Band 1: Der Burgmühlengraben im Wandel der Zeit. Appelhans Verlag, Braunschweig 2011, ISBN 978-3-941737-40-2, S. 38., bzw. einige der kleineren Arme zuzuschütten, um Baugrund zu gewinnen. Der Hutfiltern ist heute Teil der innerstädtischen Fußgängerzone.
Bauwerke Neben zahlreichen heute unter Denkmalschutz stehenden Häusern gibt es folgende Gebäude: Hutfiltern 2: Haus Leuenturm, Fachwerkhaus von 1777Stadt Braunschweig, Bauverwaltung (Hrsg.): Untersuchung zur Baugeschichte des Kohlmarktes. S. 28. Hutfiltern 5 und 6: zwei Fachwerkhäuser wohl aus dem 19. JahrhundertWolfgang Kimpflinger: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 1.1.: Stadt Braunschweig. Teil 1, S. 102. Hutfiltern 7: ein Massivbau von 1904 Hutfiltern 8: ein Massivbau von 1887
Burgpassage mini|links|Hutfiltern-Eingang zur Burgpassage mini|Katzenbalgen Im Gebäude Hutfiltern 8 befand sich jahrzehntelang bis 1981 das Pressehaus der Braunschweiger Zeitung. 1981 wurde dort ein Durchbruch für die Burgpassage, eine überdachte 4-stöckige Ladenpassage mit ursprünglich 40 Geschäften, bis zur Kreuzung Schuhstraße/Kleine Burg geschaffen. Die 1983Norman-Mathias Pingel: Passagen. In eröffnete Burgpassage wiederum sollte 2019 abgerissen werden, um einer nach oben offenen Einkaufs- und Wohnstraße Platz zu machen. auf moderne-regional.de. Seit einem Gerichtsurteil Ende 2019 ruht dieses Projekt jedoch.
Katzenbalgen Bei der Abzweigung in den Kattreppeln, bzw. beim Übergang des Hutfiltern in den Damm steht seit 1981 die Skulptur Katzenbalgen des Bildhauers Siegfried Neuenhausen. Der Titel des Werkes nimmt Bezug auf die volkstümliche, jedoch falscheHerbert Blume: Braunschweiger Straßennamen: Hutfiltern, Kattreppeln und Abelnkarre. S. 106. Vermutung, der Name Kattreppeln leite sich etymologisch aus „sich balgenden Katzen“ oder „Katzbalgen“ ab.
Literatur Johannes Angel: Hutfiltern. In: Johannes Angel: Hutfiltern. In: Herbert Blume: Braunschweiger Straßennamen: Hutfiltern, Kattreppeln und Abelnkarre. In: Braunschweigische Heimat, Band 80, Braunschweig 1994, S. 99–111. Jürgen Hodemacher: Braunschweigs Straßen, ihre Namen und ihre Geschichten. Band 1: Innenstadt. Cremlingen 1995, ISBN 3-92706-011-9, S. 160–161. Wolfgang Kimpflinger: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 1.1.: Stadt Braunschweig. Teil 1, S. 97, 102–105. Heinrich Meier: Die Straßennamen der Stadt Braunschweig. In: Quellen und Forschungen zur Braunschweigischen Geschichte. Band 1, Zwissler, Wolfenbüttel 1904, S. 50 (Digitalisat), .
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Einzelnachweise
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