The Gang’s All Here (Verweistitel The Girls He left Behind) ist ein US-amerikanischer komödiantisch-romantischer Musicalfilm von Busby Berkeley aus dem Jahr 1943. Die Hauptrollen sind mit Alice Faye, Carmen Miranda und Phil Baker sowie Benny Goodman besetzt. Walter Bullocks Drehbuch basiert auf einer Geschichte von Nancy Wintner, George Root junior und Tom Bridges.

Bei dem Film handelte es sich um die zu dieser Zeit teuerste Produktion von 20th Century Fox. Er gehörte dann auch zu den zehn Filmen, die die höchsten Einnahmen dieses Jahres erzielten und war zudem für einen Oscar in der Kategorie „Bestes Szenenbild“ nominiert.Heloisa de Freitas Valle, Marcia Camargos: Yes, nós temos bananas, Editora Senac São Paulo, 2002–251 páginas (portugiesisch)

Handlung Andrew „A.J.“ Mason senior, ein wohlhabender Geschäftsmann, bringt seinen reichen Freund und Nachbarn Peyton Potter dazu, mit ihm eine Festivität im Club „New Yorker“ zu besuchen. Potter sorgt sich, da er glaubt, dass seine Frau Blossom mit einem solchen Besuch nicht einverstanden wäre. Dort ist an diesem Abend auch Sergeant Andrew „Andy“ Mason junior, A.J.s Sohn, der am nächsten Tag in seiner Eigenschaft als Soldat im Südpazifik kämpfen muss. Andy ist mit Potters Tochter Vivian, die er von klein auf kennt, so gut wie verlobt. Während Potter mit der brasilianischen Tänzerin Dorita tanzt, ist Andy von der Entertainerin Eadie Allen fasziniert. Sein Vater warnt Andy und meint, dass Eadie, die in der „Broadway Canteen“ tanzt, nicht mit ihm ausgehen werde. Andy sieht sich jedoch ihren Auftritt dort an und stellt sich ihr unter dem Namen „Pat Casey“ vor, da er nicht gleich offenbaren will, welch reicher Familie er angehört. Obwohl Eadie eigentlich außerhalb der Canteen nichts mit Soldaten zu tun haben will, ist sie von Andy beeindruckt und stimmt einer späteren Verabredung zu. An diesem, ihrem ersten gemeinsamen Abend verlieben sie sich. Am nächsten Tag muss Andy ausrücken und wird von Eadie am Bahnhof verabschiedet. Er verspricht ihr, ihr jeden Tag zu schreiben.

In der Schlacht im Pazifikkrieg zeichnet Andy sich besonders aus und darf mit einer Medaille im Gepäck seinen Heimaturlaub antreten. Sein Vater A.J. ist begeistert und will seinem Sohn eine Willkommensparty im Club „New Yorker“ ausrichten. Da der Club jedoch laut des Impresarios Phil Baker für zwei Wochen geschlossen ist, da man eine neue Show einstudiert, lädt A.J. die Showleute kurzerhand dazu ein, auf seinem und Potters Anwesen zu proben und ihn bei seiner geplanten Gartenparty für seinen Sohn zu unterstützen. Dort will Mason senior auch Kriegsanleihen verkaufen.

Potter ist einigermaßen beunruhigt über das von Mason getroffene Arrangement, als er erfährt, dass Blossom Phil Baker aus ihrer Zeit als Tänzerin kennt. Sein Ärger wächst noch weiter, als Tony De Marcos Partnerin nicht auftreten kann und dieser Potters Tochter Vivian bittet, mit ihm zu tanzen. Blossom bringt ihren Mann jedoch dazu, einem Auftritt von Vivian zuzustimmen, als sie ihm erzählt, dass Phil gedroht habe, ihre wilde Vergangenheit zu offenbaren, wenn Vivian nicht in der Show mitmachen dürfe. Probleme gibt es aber auch mit der Sängerin und Tänzerin Dorita, die Potter aufgrund des gemeinsamen Tanzes im Club verfolgt. Dorita ist es dann auch, die erfährt, dass Vivian einen Freund namens Andy hat und dass er und der sogenannte Pat Casey ein und dieselbe Person sind. Problematisch wird es, als Dorita sich einmischt, zumal dann auch noch Andy und der tatsächlich existierende echte Pat Casey im Club auftauchen, wodurch Eadie die Wahrheit erfährt.

Obwohl Andy Eadie versichert, dass er nicht Vivian, sondern sie heiraten will, beendet Eadie die Beziehung in dem Glauben, dass sie Vivian damit verletzen würde. Während der Show erfährt Eadie dann jedoch von Vivian, dass diese sich entschlossen hat, zusammen mit Tony als dessen Partnerin an den Broadway zu gehen. Außerdem versichert sie ihr, dass zwischen ihr und Andy nie Liebe im Spiel gewesen sei.

Am Ende der Show kommt es zur Versöhnung zwischen Eadie und Andy und zusammen singen alle den letzten Song.

Produktion Produktionsnotizen Der Arbeitstitel des Films war The Girls He left Behind. Am 25. April 1943 begannen die Produktionsarbeiten, für die William Goetz verantwortlich war. Sie dauerten bis Mitte August 1943 an, wobei noch einige Aufnahmen Ende September 1943 entstanden.The Gang’s All Here Original-Print-Infos siehe TCM (englisch) Da Darryl F. Zanuck, der ursprünglich als Produzent im Gespräch war, ausfiel, übernahm William LeBaron diese Aufgabe. Er hatte zuvor als Produzent und Songschreiber für andere Studios gearbeitet. Nachdem er und Regisseur Berkeley zunächst gut miteinander ausgekommen waren, traten Spannungen zwischen ihnen auf, da das Budget des Films aufgrund des Krieges gekürzt werden musste, da man zu dieser Zeit Kostensenkungen in allen Bereichen anstrebte, wofür Berkeley wenig Verständnis aufbrachte.Jeffrey Spivak: Buzz – Das Leben und die Kunst von Busby Berkeley (The Life and Art of Busby Berkeley), The University Press of Kentucky, Lexington, Kentucky.

Besetzung Im Hollywood Reporter war zu lesen, dass Linda Darnell, die ursprünglich für die Rolle der Vivian Potter vorgesehen war, sich während der Tanzproben den Knöchel in ihrer ersten Rolle in einem Tanzfilm verstauchte. Nach ihrer Genesung kam sie mit dem Kameramann J. Peverell Marley zusammen und bat 20 Century Fox um befristete Beurlaubung. Sie wurde dann in der Rolle durch Sheila Ryan ersetzt.The Gang’s All Here in: horrorfilms.co.uk (englisch) Für die speziellen fotografischen Effekte war Fred Sersen verantwortlich, für die Soundeffekte George Leverett und Roger Heman.

Don Ameche, der zuvor bereits in sechs Filmen mit Alice Faye zusammengespielt hatte, war auch für diesen Film vorgesehen, war jedoch zu beschäftigt, der er gerade mit Ernst Lubitsch die Literaturverfilmung Ein himmlischer Sünder drehte, James Ellison war sozusagen der Ersatz für ihn. Im Film fällt dann auch durch Alice Faye der Satz an Ellison: „Hör auf, dich wie Don Ameche zu benehmen!“, ein Insider-Witz, da die meisten Zuschauer Bescheid wussten.The Gang’s All Here in: journeysinclassicfilm.com (englisch)

Obwohl Alice Faye 1944 in dem Film Four Jills in a Jeep noch einen Cameo-Auftritt hatte, markierte dieser Film ihren letzten Auftritt in einem Musikfilm bis zur Version von 1962 namens State Fair. Faye war während der Dreharbeiten mit ihrem zweiten Kind schwanger und zog sich nach den Dreharbeiten erst einmal vom Film zurück. 1945 drehte sie jedoch unter der Regie von Otto Preminger noch den Film noir Mord in der Hochzeitsnacht.

Juni Haver, Jeanne Crain und Jo-Carroll Dennison, die Miss Amerika von 1942, gaben in diesem Film ihr Debüt.The Gang’s All Here in: dvdclassik.com (französisch) Für Berkeley war es der erste Farbfilm, der in voller Länge von ihm gedreht wurde, wofür er nicht nur gelobt wurde. In Brasilien war der Film aufgrund der riesigen Bananen, die die Tänzerinnen in der Nummer The Lady in the Tutti-Frutti-Hat trugen, verboten.The Gang’s All Here in: thespinningimage.co.uk (englisch)

Musik im Film Obwohl der Komponist Harry Warren zusammen mit dem Texter Mack Gordon für die Filmmusik vorgesehen war, kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen Gordon und Leo Robin.The Gang’s All Here siehe Notes bei TCM (englisch)

Bei der Gesangs- und Tanznummer The Lady with the Tutti-Frutti-Hat gab es Probleme mit der Zensur, da laut Hays Code die Art und Weise, wie die riesigen Bananen von den Tänzerinnen gehalten wurden, als zu phallisch angesehen wurde. Das Problem wurde dadurch entschärft, dass die Tänzerinnen die Bananen dann in Taillenhöhe und nicht mehr in Hüfthöhe hielten.The Gang’s All Here in: tvguide.com (englisch, inklusive zahlreicher Filmausschnitte)

Laut The Hollywood Reporter vom 30. März 1943 sollte das Lied Pickin ’on your Momma im Film zu sehen und hören sein. Spätere Quellen berichteten, dass es ebenso wie Sleepy Moon und Drums and Dreams vor der endgültigen Veröffentlichung gekürzt worden sei.

Hail! Hail! The Gang’s All Here Musik: Theodora Morse und Arthur Sullivan, Text: Dolly Morse Brazil (Aquarela do Brasil) Musik: Ary Barroso, Text: S.K. Russell Vortrag: Nestor Amaral, Carmen Miranda und Chor You Discover You’re in New York Musik: Harry Warren, Text: Leo Robin Vortrag: Carmen Miranda, Alice Faye, Phil Baker und Chor Minnie’s in the Money Musik: Harry Warren, Text: Leo Robin, Arrangement: Eddie Sauter Vortrag: Benny Goodman und Band sowie ein Jitterbug Chor Soft Winds geschrieben von Benny Goodman (instrumental) gespielt von Benny Goodman und seinem Orchester getanzt von Alice Faye and James Ellison The Lady in the Tutti Frutti Hat Musik: Harry Warren, Text: Leo Robin Vortrag: Carmen Miranda und Chor A Journey to a Star Musik: Harry Warren, Text: Leo Robin gesungen von Alice Faye (und einem Überraschungsgast) getanzt von Tony De Marco and Sheila Ryan The Jitters Musik: Gene Rose, gespielt von Benny Goodman und seinem Orchester getanzt von Charlotte Greenwood und Charles Saggau No Love, No Nothin Musik: Harry Warren, Text: Leo Robin, Arrangement: Benny Carter gesungen von Alice Faye getanzt von Tony De Marco and Sheila Ryan (I've Got a Gal in) Kalamazoo Musik: Harry Warren, Text: Mack Gordon gespielt von Benny Goodman und seiner Band Paducah Musik: Harry Warren, Text: Leo Robin gespielt von Benny Goodman und seinem Orchester gesungen von Benny Goodman und Carmen Miranda getanzt von Carmen Miranda und Tony De Marco The Polka Dot Polka Musik: Harry Warren, Text: Leo Robin gesungen von Alice Faye und Tänzern The Polka Dot Ballet Musik: Harry Warren Vortrag: Busby Berkeley und Tänzer A Hot Time in the Old Town Tonight Musik: Theodore A. Metz, Text: Joe Hayden Silent Señorita Musik: Harry Warren, Text: Leo Robin Valse des rayons from – Le Papillon aka La Valse chaloupée Musik: Jacques Offenbach P’ra Que Discutir geschrieben von Nestor Amaral Diga o Ella geschrieben von Nestor Amaral Let’s Dance geschrieben von Gregory Stone, Josef Bonime und Fanny Baldridge The Flower Song von Gustav Lange

Veröffentlichung, Einnahmen Der Film wurde in den USA am 24. Dezember 1943 veröffentlicht. Im Jahr 1944 war er erstmals in Portugal, Schweden, Australien und Mexiko zu sehen und 1945 in Finnland. In der Bundesrepublik Deutschland wurde er am 9. März 1962 erstveröffentlicht und in Frankreich im Dezember 1974.

Am 25. September 2005 wurde der Film auf dem Rio de Janeiro International Film Festival vorgestellt und am 2. April 2006 auf dem Wisconsin Film Festival.

Veröffentlicht wurde er zudem in Belgien, Brasilien, Kanada, Italien, in der Sowjetunion, in Spanien und im Vereinigten Königreich. In mehreren Ländern trägt der Film den Titel Banana Split oder auch Tutti frutti.

Der Film war einer von 25 Filmen mit den höchsten Einnahmen in den Jahren 1943/1944.

Rezeption Kritik Bei Rotten Tomatoes erhielt der Film 68 % Zustimmung in der Publikumsbewertung bei 591 Bewertungen, das Tomatometer weist bei sieben Bewertungen 100 % Zustimmung aus.

Der Großteil der Kritiken war positiv, eine Ausnahme bildete die Kritik in der New York Times, die Anstoß an Berkeleys Nummer mit den Riesenbananen nahm und meinte, in erster Linie biete The Gang’s All Here eine Reihe langlaufender und aufwendiger Produktionsnummern, die von Busby Berkeley produziert worden seien, als spiele Geld nicht die geringste Rolle. Einige der Tanznummern würden sich zudem dadurch auszeichnen, dass sie direkt von Freud stammen könnten.TS: The Gang’s All Here In: The New York Times, 23. Dezember 1943 (englisch). Abgerufen am 7. Januar 2019.