Die Pacchionischen Granulationen sind kleine knopfartige (gefäßfreie) Aussackungen der Spinnwebenhaut (Arachnoidea) durch die äußerste Hirnhaut (Dura mater) in die venösen Blutleiter. Sie dienen der Resorption der Hirnflüssigkeit (Liquor).

Synonyme sind: Arachnoidalzotten; Arachnoidalgranulationen; Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266., aktualisierte Auflage. de Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-033997-0.

Die Namensbezeichnung bezieht sich auf die Erstbeschreibung durch Antonio Pacchioni im Jahre 1705.Ole Daniel Enersen: whonamedit.comDissertatio epistolaris de glandulis conglobatis durae Meningis humanae, indeque ortis lymphaticis ad piam Meningem productis. Rom 1705;

Diese Granulationen finden sich überwiegend frontal (stirnseitig) im Drainagegebiet des Sinus sagittalis superior, sie können bei entsprechender Größe knöcherne Ausdünnungszonen bilden, die Foveolae granulares genannt werden. Sie entstehen ab dem 12. Lebensjahr.W. Schuster, D. Färber (Hrsg.): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Band 1. Springer 1996, ISBN 3-540-60224-0, S. 391.

Sie werden in der Magnetresonanztomographie bei mindestens 2 von 3 Personen gefunden.Radiopaedia.

Eine Bedeutung haben diese Granulationen in der medizinischen Bildgebung für die Abgrenzung von der Sinusthrombose,Differenzialdiagnose der Sinusvenenthrombose. researchgate.net aber auch eventueller extraduraler Raumforderungen.

Pacchionische Granulationen können auch bei Vögeln nachgewiesen werden.Hannes Rabe. Inaugural-Dissertation, 2003; refubium.fu-berlin.de (PDF).

Literatur Martin Benno Schmidt: Über die Pacchionischen Granulationen und ihr Verhältnis zu den Sarcomen und Psammomen der Dura mater. In: Virchows Archiv der pathologischen Anatomie, 1902, Band 170, S. 429 ff.

Weblinks

Neuroanatomie. Wikibooks.

Einzelnachweise

Kategorie:Anatomie der Hirnhäute Kategorie:Gehirn