Ben Shemen (, sinngemäß Träger der Fettlebe, des Wohllebens, des fetten Bodens) ist eine Siedlung in Israel und liegt ungefähr vier Kilometer östlich von Lod im Zentralbezirk. Der Name der Siedlung ist dem Buch Jesaja entlehnt worden.In der Encyclopedia Judaica: Ben Shemen wird auf Buch 5, Vers 1, verwiesen. „Let me sing of my well-beloved, a song of my beloved touching his vineyard. My well-beloved had a vineyard in a very fruitful hill;“ „Lasst mich von meiner Geliebten singen, ein Lied meiner Geliebten, das ihren Weinberg berüht. Meine Geliebte hatte einen Weinberg auf einem sehr fruchtbaren Hügel;“ (Zitiert nach: Isaiah Chapter 5) Ben Schemen im Mutesarriflik Jerusalem war nach 1900 eine der ersten jüdischen Siedlungen im Heiligen Land und hatte große Bedeutung für die Herausbildung einer jüdischen Landwirtschaft. Später wurde es bekannt durch das 1927 von Siegfried Lehmann gegründete Kinder- und Jugenddorf Ben Schemen.

Geschichte Im Jahr 2001 wurde beim Autobahnbau in der Nähe Ben Schemens eine alte Ölpresse entdeckt. Sie stammte aus dem sechsten Jahrhundert n. Chr., einer späten Phase der Besiedlung in dieser Gegend, und bezeugte, dass Ben Schemen zu einer Gruppe von Siedlungen aus der Römerzeit in der Tiefebene von Lod gehörte.Ben Shemen, Cross-Israel Highway: Reproduction of an oil press, Altertümerbehörde Israels Stärker ins Bewusstsein der Geschichte rückte die Gegend aber erst durch den jüdischen Landerwerb zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der damit verstärkt einsetzenden jüdischen Besiedelung Palästinas.

Der Landerwerb Um das Jahr 1905 herum erwarb die Anglo-Palestine Bank im ʿEmeq Lod (Tal von Lod; häufig auch: Lydda) und in der Nachbarschaft zu dem arabischen Dorf Haditha (auch: Al-Haditha), das 1948 im Israelischen Unabhängigkeitskrieg zerstört wurdePalestine Remembered: Welcome To al-Haditha 2.330 Dunam Land.Ari Shavit: Mein gelobtes Land. S. 147. Über das genaue Datum gibt es recht widersprüchliche Angaben. Ari Shavit spricht davon, dass der Landerwerb im „Herbst 1903, im Anschluss an den Sechsten Zionistischen Kongress,“ erfolgt sei. Die Encyclopedia Judaica (siehe Weblinks) spricht von 1904 und Alex Bein datiert den Landerwerb auf die Zeit zwischen 1905 und 1907.Alex Bein: The Return to the Soil. S. 23. Der Jüdische Nationalfonds (JNF) schreibt auf seiner Webseite, nach Chaderah (1903) seien 1905 Ländereien in der Nähe des Sees Genezareth und eben Ben Schemen seine ersten Landaufkäufe in Palästina gewesen.Jewish National Fund: Our History Die Besitzung habe ursprünglich den Namen Beit ʿArif getragen, aus der dann Ben Schemen geworden sei.Ari Shavit: Mein gelobtes Land. S. 147. Diese unterschiedlichen Datierungen sind vermutlich auch eine Folge der wechselnden Besitzverhältnisse, denn der Ersterwerber der Ländereien, die Anglo-Palestine Bank hat diese etwa 1907/1908 in das Eigentum des JNF überführt. Je nach Quelle gibt es auch hier unterschiedliche Angaben über den Zeitpunkt der Eigentumsübertragung.

Die Ölfabrik von Nahum Wilbush Eine erste Entwicklung auf dem neu erworbenen Land ergab sich aus einem Teilverkauf. 1905 veräußerte die Anglo-Palestine Bank aus ihrem Besitz 100 Dunam Land an Nahum Wilbush, eigentlich Nachum Wilbuschewitz (1879–1971), einen aus Litauen stammenden „Maschinenbauingenieur. Er ging 1903 nach Eretz Israel und gründete ʿAtid, die erste Speiseölfabrik des Landes, zunächst in Ben Sבhemen und später in Haifa.“Encyclopaedia Judaica: Wilbuschewitz Family Auf der Webseite der heute in Haifa ansässigen Shemen Industries Ltd. gibt es allerdings eine etwas abweichende Darstellung. Danach war Nahum Wilbush Leiter einer zionistischen Chovevei-Zion-Gruppe aus Minsk. Nach dem Erwerb des dicht mit Oliven bewachsenen Geländes sei er durch Europa gereist, um den Prozess der chemischen Extraktion zu erlernen und die erforderlichen Geräte zu bestellen. Sein Interesse habe nicht primär der Produktion von Olivenöl gegolten, sondern der Verwertung der Pressrückstände für Sekundärprodukte, etwa von Seifen. „Die Fabrik ›Chadid‹, später bekannt als ›Ben-Schemen‹, wurde 1905 mit finanzieller Unterstützung von Juden aus Tzritzin gegründet, die das Unternehmen von Wilbosh unterstützten. Die Fabrik nahm ihren Betrieb Ende Januar 1906 auf, als alle Geräte eintrafen. Die erste Saison war nicht besonders gesegnet – von 260 Tonnen Raps wurden nur 10 % Öl produziert, und am Ende der Saison reduzierte sich die Ölmenge auf nur 5–6 %. Die Fabrik wurde von Petach-Tiqwah und den Bauern von Rechovot genutzt.“ „“Hadid” factory, later known as “Ben-Shemen”, was established in 1905 with the financial assistance of Jews from Tzritzin who accepted Wilbosh’s enterprise. The factory began working by the end of January 1906, when all the equipment arrived. The first season was not particularly blessed – out of 260 tons of rape, only 10 % of oil was produced, and by the end of the season, the amount of oil reduced to merely 5–6 %. The factory was used by Petach-Tikva and Rehovot’s farmers.“ Bei dem Ort Tzritzin handelt es sich vermutlich um einen Ort an der Wolga in der Nähe der Stadt Astrachan.

Ob Wilbushs Ölfabrik erst den Namen Chadid () trug, oder schon von Anfang an den Namen ʿAtid (), ist nicht eindeutig zu klären. Auch die Webseite der Shemen Industries Ltd. lässt das offen. Dort taucht der Begriff »“Atid” Factory« zwar als Zwischenüberschrift auf, doch dann heißt es unter Anspielung auf die Schwierigkeiten, mit der die Fabrik zu kämpfen hatte: „Trotz der Schwierigkeiten gab Nahum Wilbusch nicht auf, und 1919 gründete er zusammen mit seinen Brüdern Mosche und Gedaliah Wilboschvitz und Eliyahu Panison die Firma „Shemen“ in London. Da sie für den Export einen zollfreien Hafen benötigten, planten sie den Bau eines solchen in der Nähe von Caesarea. Häuser wurden gemietet und Konzepte geschrieben, aber die britische Regierung widersprach trotz der Lobbyunterstützung durch Zeev Jabotinskys. 1922 begannen Nahum und Gedaliah Wilbuschewitz mit der Gründung der Fabrik „Schemen“ nahe der Fabrik „ʿAtid“ und begannen mit der Montage der Maschinen. In der neuen Fabrik wurden fortschrittliche Fertigungsmethoden und Maschinen integriert – hydraulische Pressen und Dieselmotoren sowie eine moderne Raffinerie und Seifenfabrik. Die Motoren der Fabrik wurden im Dezember 1924 vom britischen Hochkommissar Sir Herbert Samuel eingeweiht.“ „Despite the difficulties, Nahum Wilbosh did not give up, and in 1919 he founded “Shemen” company in London together with his brothers Moshe and Gedaliah Wilboshvitz and Eliyahu Panison. Since they needed a duty free port in order to export, they planned on building one near Caesarea. Houses were leased and schemes were written, but the British government objected, in spite of Zeev Jabotinsky’s lobbyism. In 1922 Nahum and Gedaliah Wilbshvitz began establishing “Shemen” factory near “Atid” factory and started assembling the machines. In the new factory, advanced methods of manufacturing and machinery were integrated – hydraulic pressers and diesel engines as well as a modern refinery and soapery. The factory’s engines were inaugurated in December 1924 by the British High Commissioner, Sir Herbert Samuel.“ Ob der Satz »1922 begannen Nachum und Gedaliah Wilbuschewitz mit der Gründung der Fabrik „Schemen“ nahe der Fabrik „ʿAtid“« bedeuten soll, Schemen und ʿAtid zu diesem Zeitpunkt noch zwei getrennte Fabriken waren, ist ebenso unklar wie der Ort, wo diese Nachbarschaft angesiedelt war. Die Encyclopaedia Judaica unterstellt einerseits, dass Wilbuschs Firma schon von Anfang an den Namen ʿAtid getragen habe, spricht andererseits aber davon, Shemen Factory sei Anfang der 1920er Jahre in Haifa angesiedelt worden.

In der Literatur wird der Name ʿAtid überwiegend als Gründername der Fabrik in Ben Schemen verwendet, und das Jahr 1905, das Jahr ihrer Gründung, gilt auch als das Gründungsjahr von Ben Schemen. Die heutige Shemen Industries Ltd. hält sich zugute: „Die Fabrik „Schemen“ unternahm große Anstrengungen, um den Konsum israelischer Produkte anzuregen und zu vermarkten, und sie gehörte zu den ersten Fabriken, die einen großen Anteil am Aufbau des Landes hatten.“ „“Shemen” factory put much effort in prompting and marketing the consumption of Israeli products, and was among the first factories which took a major part in building the country.“ Ihr Gründer, Nachum Wilbusch, war auch Mitglied einer Delegation, die im Rahmen des Britischen Uganda-Programms Ostafrika bereiste, um dort eine Zuflucht für Juden zu finden.

Die Schule und die Ausbildungsstätte von Israel Belkind Ebenfalls um 1905 herum, aber nach Nachum Wilbusch, erwarb Israel Belkind 50 Dunam Land von der Anglo-Palestine Bank für den Aufbau eines landwirtschaftlichen Lehrbetriebs. Auch in Bezug auf diese Gründung gibt es widersprüchliche Informationen. So heißt es auf einer Webseite der Jewish Agency for Israel: „1903 gründete Belkind in Me'ir Schfejah, in der Nähe von Sichron Jaʿaqov, eine Landwirtschaftsschule für im Pogrom von Kischinjow verwaiste Jugendliche, aber die Schule scheiterte drei Jahre später aus Geldmangel.“, Bilu Founder and Educator Bei Shefeya handelt es sich um Meir ShfeyaSiehe: :en:Meir Shfeya und dort habe Belkind 1903 Qirjat Sefer gegründet, aber: „Nach zwei Jahren Streit mit den Abgesandten des Barons in der Kolonie wurde Belkind aufgefordert, die Kinder nach Ben-Schemen zu bringen.“Orphanage which became youth village. „After two years of dispute with the baron's emissaries at the colony, Belkind was prompted to move the children to Ben-Shemen.“ Erst Alex Bein beschreibt die Geschichte von Qirjat Sefer in einer Weise, die den Zusammenhang zwischen den einzelnen Orten plausibel werden lässt:

Aus Belkinds Geldbeschaffungsplänen wurde nichts, denn „nach 1906 wanderte Belkind durch Eretz Yisrael und das Ausland und fand nie wirklich ein dauerhaftes Zuhause“. Die von ihm gegründete Schule und das komplette Qirjat Sefer blieben geschlossen und wurden später von Yitzhak Wilkansky (siehe unten) übernommen.

Das Olivenhain-Projekt 1903 kam der sechste Zionistenkongress zu der Auffassung, unter dem Dach des JNF einen Fonds anzusiedeln, der die Anpflanzung von Ölbäumen in Palästina fördern sollte. Die Idee dahinter: „Die Olive wurde von Dr. Selig Eugen Soskin, einem Agronomen und Mitglied des Palästina-Ausschusses, aufgrund ihrer Langlebigkeit, der Einfachheit, mit der sie angebaut und kultiviert wird, und der Kostengünstigkeit ihrer Pflege ausgewählt. Die Ernte der Olive ist sicherer als bei anderen Obstbäumen; und in den fünf oder sechs Jahre nach dem Anpflanzen ist es möglich, Feldfrüchte in den Zwischenräumen der Bäume anzubauen. Darüber hinaus würde für die Beschäftigung von Tausenden von jüdischen Arbeitern und Landpächtern gesorgt, neue Industrien würden geschaffen und Exporte und Handel würden gedeihen.“Alex Bein: The Return to the Soil. S. 52. „The olive was selected by Dr. S. E. Soskin, an agronomist and member of the Palestine Committee, on account of its longevity, the ease with which it is planted and cultivated, and the cheapness of its maintenance. The crop of the olive is more assured than of other fruit trees; and for five or six years after planting it is possible to grow field crops in the spaces between the trees. […] In addition, employment would be provided for thousands of Jewish workers and tenant farmers; new industries would be created; and exports and commerce would flourish.“