mini|Ziemetshausen von Südosten mini|Wallfahrtsort Maria Vesperbild mini|Alter Bauernhof in Lauterbach Ziemetshausen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Günzburg und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ziemetshausen.

Geografie Die Gemeinde liegt in der oberschwäbischen Region Donau-Iller, etwa 30 Kilometer südöstlich von Günzburg.

Es gibt zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Gemeinde hat eine Gesamtfläche von 42,94 km². Davon sind Landwirtschaftsfläche 20,48 km², Waldfläche 20,05 km² und gewerbliche Fläche rund 150 ha (mit neu ausgewiesenen Gewerbeflächen).

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Erstmals erwähnt wird der Ort „Chemaineshusen“ im Zusammenhang mit einer auf 1120 bis 1126 zu datierenden Schenkung eines Zehnten aus dem Eigengut Herzog Heinrich IX. von Bayern des Schwarzen an das Augustinerchorherrenstift Rottenbuch. Urkundlich lässt sich der Ort bis 1150 unter dem Namen „Zemaneshusen“ nachweisen.

Die geschichtliche Entwicklung von Ziemetshausen ist mit der zunächst markgräflich-burgauischen und ab 1301 mit der vorderösterreichischen Herrschaft Seyfriedsberg, deren Schloss drei Kilometer südlich von Ziemetshausen auf einem Höhenzug steht, eng verknüpft. Eine Schule lässt sich in Ziemetshausen seit dem Jahre 1481 nachweisen. Bei einer der häufigen Verpfändungen der Herrschaft Seyfriedsberg gelangte auch der Hauptort ab 1515 in die Hände der Villinger, die im Dienst der Habsburger in den Adelsstand aufgestiegen waren. Die Freiherren Villinger von Schönenberg erwarben Ort und Gericht 1515 von Kaiser Maximilian I. Sie starben im Jahr 1641 aus. Auf kaiserlichen Rat von Maximilian I. wurde durch den Schatzmeister Jakob Villinger um 1515 dem Dorf Ziemetshausen das Marktrecht verliehen. Später war Ziemetshausen Obervogtamt der Grafen Oettingen-Wallerstein.

Mit dem Frieden von Pressburg kam der Ort 1805 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde Ziemetshausen.

19. bis 21. Jahrhundert Im Jahre 1894 erhielten Ziemetshausen und der heutige Gemeindeteil Uttenhofen Stationen an der Bahnstrecke Dinkelscherben–Thannhausen, die bis 1966 im Personen- sowie bis 1999 im Güterverkehr betrieben und 2001 stillgelegt wurde. Im Jahr 2007 wurden die Gleise von Thannhausen bis Dinkelscherben bis auf wenige Meter komplett entfernt, so dass nunmehr lediglich der Bahndamm an eine ehemalige Bahnstrecke erinnert.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Muttershofen eingegliedert. Am 1. Januar 1974 kam Lauterbach hinzu. Schellenbach, Schönebach und Uttenhofen folgten am 1. Mai 1978.

Einwohnerentwicklung Bevölkerungsentwicklung Jahr1961197019871991199520002005201020152019 Einwohner 2439 2685 2952 3002 3065 3004 3044 2915 29533214

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 2.939 auf 3.079 um 140 Einwohner bzw. um 4,8 %.

Politik Bürgermeister Zum Ersten Bürgermeister wurde 2020 Ralf Wetzel (CSU) gewählt. Sein Vorgänger war seit 2002 Anton Birle (CSU). Er wurde im Jahr 2002 (damals noch Christlich Soziale Mitte) Nachfolger von Anton Weber (Unabhängige Wählergemeinschaft).

Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2014 verteilen sich die Sitze folgendermaßen: +Partei/ListeKommunalwahlen 2020Kommunalwahlen 2014CSU67Unabhängige Wählergemeinschaft43Unabhängige Demokratische Bürgerliste22Freie Wählervereinigung Schönebach11Freie Wählervereinigung Schellenbach11Wählergemeinschaft Uttenhofen21

Wappen

Sehenswürdigkeiten Wallfahrtskirche Maria Vesperbild mit Mariengrotte Pfarrkirche St. Peter und Paul (gestaltet durch den Wessobrunner Baumeister Johann Schmuzer) Forstbotanischer Schlosspark Seyfriedsberg Weber- und Schreinereimuseum mit regelmäßigen Vorführungenhttp://www.webereimuseum-ziemetshausen.de Webereimuseum Ziemetshausenhttp://www.schreinereimuseum-ziemetshausen.de Schreinereimuseum Ziemetshausen Kloster der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland (Roka) auf dem Schloss Seyfriedsberg

Vereine In Ziemetshausen herrscht eine rege Vereinskultur. Zu den Vereinen mit der größten Mitgliederanzahl zählt der TSV Ziemetshausen.

Wirtschaft und Infrastruktur miniatur|Karte von Ziemetshausen

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 2017 nach der amtlichen Statistik 1031 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Von der Wohnbevölkerung standen 1365 Personen in einer versicherungspflichtigen Tätigkeit. Damit war die Zahl der Auspendler um 334 Personen höher als die der Einpendler. 29 Einwohner waren arbeitslos.

2016 bestanden 52 landwirtschaftliche Betriebe; 1999 waren es noch 92.

Im Ortsbereich finden sich neben zwei Bäckereien und einer Metzgerei, einem Augenoptiker, eine Apotheke, ein Lebensmittelgeschäft und zwei Friseure. Im Lagerhaus der örtlichen Raiffeisenbank befindet sich ein Getränkemarkt und ein Handel mit Tiernahrungsprodukten.

Der Anschluss an die Bundesstraße 300 gewährleistet eine schnelle Busverbindung nach Krumbach (20 min) und nach Augsburg (etwa 45 Min.).

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2018): Eine Kindertageseinrichtung mit 135 genehmigten Plätzen und 121 Kindern Eine Volksschule mit vier Klassen und 93 Schülern

Söhne und Töchter der Gemeinde Joseph Lederer (1733–1796), Musikdirektor und Komponist am Augustinerchorherrenstift zu den Wengen in Ulm Georg Kreuzer (1940–2022), Historiker Edwin Kreuzer (* 1947), Maschinenbauingenieur Adolf Philipp (1943–1964), Todesopfer an der Berliner Mauer Georg Simnacher (1932–2014), Jurist und Politiker (CSU)

Weblinks

Markt Ziemetshausen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Günzburg Kategorie:Stauden (Hügelland) Kategorie:Reischenau Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert Kategorie:Markt in Schwaben Kategorie:Gemeindegründung 1818