AB  ABe 4/4Bauartbezeichnung: bis 1956: BCe 4/4ab 1956:  ABe 4/4Nummerierung: bis 1949: 27–30ab 1949:  40–43ab 2004:  1, 2, 43 44, 45ab 1995:  8001, 8002 Hersteller: SIG, MFOBaujahr: 1933 1949Ausmusterung: ab 1985 1999Achsformel: B0'B0'Spurweite: 1000 mmLänge über Puffer: 16'700 mm 18'000 mmGesamtradstand: 13'000 mm 14'550 mmDienstmasse: 34,2 t 35 tHöchstgeschwindigkeit: 65 km/hStundenleistung: 450 kW 506 kWStundenzugkraft: 47 kN bei 32,6 km/h 52 kN bei 33,5 km/hTriebraddurchmesser: 900 mmStromsystem: 1500 V =Anzahl Fahrmotoren: 4Übersetzungsverhältnis: 1 : 5,5Sitzplätze 1. Klasse:                 2. Klasse:                 Total: 124052 143448

Die BCe 4/4 der Appenzeller Bahn (AB) waren meterspurige vierachsige Elektrotriebwagen mit Zweit- und Drittklassabteil. 1939 beschaffte die AB die BCe 4/4 27–30 und 1949 die BCe 4/4 44 und 45. Ab 1956 waren die Triebwagen als ABe 4/4 41–45 bezeichnet. Durch die Fusion der Appenzeller Bahn mit der SGA kamen die Fahrzeuge 1988 zu den Appenzeller Bahnen (AB). Die ABe 4/4 41 und 42 verkehrten zeitweise auf der Strecke Bellinzona–Mesocco der Rhätischen Bahn (RhB).

ABe 4/4 40–43 mini|links|ABe 4/4 42 im Jahr 1982, Appenzell

Anlässlich der Elektrifizierung beschaffte die Appenzeller Bahn (AB) die vier BCe 4/4 27–30. Die Triebwagen erhielten einen dunkelrot gespritzten Wagenkasten in leichter Stahlbauart, eigenventilierte Tatzlager-Fahrmotoren und einen Direktkontroller. Die Polsterklasse war mit einem Seitengang ausgestattet. Die BCe 4/4 waren bei ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1933 die stärksten Meterspur-Triebwagen der Schweiz.

1949 erhielten die Triebwagen die neuen Betriebsnummern 40–43 und etwa zur gleichen Zeit einen rot/crèmen Anstrich. 1953 ersetzte die AB die Westinghouse- durch eine Oerlikon-Druckluftbremse und baute die Führertische um. Ab 1956 wurden die Sitzbänke der 2. Klasse gepolstert und 1959/60 erhielten die Triebwagen neue Drehgestelle mit Torsionsfederung. Zum Ziehen von Rollbock-Zügen wurden beim Triebwagen 43 die Mittelpufferkupplungen durch +GF+-Kupplungen ersetzt.

Im Jahr 1986 wurden die Triebwagen aus den 1930er-Jahren durch die Inbetriebnahme der BDe 4/4 II 31–33 auf der AB überflüssig. Der ABe 4/4 43 erhielt 2000 den früheren roten Anstrich und die Bezeichnung und Nummer BCe 4/4 30 zurückEisenbahn-Amateur 6/2000, Seite 354, behielt aber die +GF+-Kupplung. Er gehört heute der 2018 gegründeten Stiftung Historische Appenzeller Bahnen.Fahrzeugliste auf der HomepageHandelsregistereintrag der Stiftung Historische Appenzeller Bahnen Die ABe 4/4 41 und 42 kamen ins Misox.

Einsatz im Misox mini|links|ABe 4/4 42 beim Rangieren im Val-Moesa-Stahlwerk Bereits zwischen Februar 1971 und Mai 1972 wurde der ABe 4/4 41 auf der Strecke Bellinzona–Mesocco der Rhätischen Bahn (RhB) eingesetzt, weil die ABDe 4/4 451 und 455 und der De 4/4 471 nach Unfällen abgebrochen werden mussten. Nummer 42 weilte 1980 während der Hauptrevision des BDe 4/4 491 im Misox.

1987 kam der ABe 4/4 42 und 2001 die Nr. 41 endgültig ins Bündner Südtal. Der mietweise durch die RhB übernommene Triebwagen 42 wurde mit Ferrovia Retica beschriftet und mit dem RhB-Logo versehenEisenbahn-Amateur 10/1987, Seite 717 . Nach der Einstellung des Güterverkehrs durch die RhB wurden die beiden Fahrzeuge Ende 2003 zusammen mit der Misoxerbahn von der Società Esercizio Ferroviario Turistico (SEFT) übernommen, die die Beschriftung von RhB in Ferrovia Mesolcinese und die Betriebsnummern in 1 und 2 änderte. Nach der Einstellung des Museumsbahnbetriebes wurde der ABe 4/4 2 abgebrochen und der Triebwagen 1 im Jahr 2015 als Denkmal in Grono ausgestellt.Ferrovia Elettrica Bellinzona – Mesocco. Vergangenheit und Gegenwart Auf der Website der Rhätischen Bahn, abgerufen am 20. Dezember 2018 (PDF; 20,4 MB)

ABe 4/4 44–45 mini|Pendelzug mit ABe 4/4 45 und Verstärkungswagen im Jahr 1982 zwischen Gonten und Appenzell Nach der Fusion mit der Appenzell-Weissbad-Wasserauen-Bahn (AWW) beschaffte die Appenzeller Bahn die BCe 4/4 44 und 45, einen Zwischenwagen B 9Verzeichnis des Rollmaterials der Schweizerischen Privatbahnen 1950. Eidgenössisches Amt für Verkehr, Bern 1952, Seite 98 sowie zwei dazugehörende Steuerwagen BDZt 60 und DZt 65. Der zweiteilige Pendelzug 45-65 wurde formell noch durch die AWW bestellt. Die beiden Triebwagen wiesen eine Hüpfersteuerung auf und hatten trotz der grossen Leistung von über 500 kW Tatzlager-Fahrmotoren. Neuartig waren die geschwindigkeitabhängige Türöffnung und -schliessung des ganzen Zuges. Äusserlich glichen die beiden Triebwagen den ABe 4/4 1–3 der Chemin de fer Yverdon–Ste-Croix. 1954 wurde noch ein zweiter Zwischenwagen B 8 nachbeschafft. Trotz der vorhandenen Fernsteuerung wurde von der Bildung von Pendelzügen bis Mitte der 1970er-Jahre nur wenig Gebrauch gemachtPeter Willen: Lokomotiven der Schweiz 2. Schmalspur Triebfahrzeuge. Orell Füssli Verlag, Zürich 1972, Seite 196Josef Hardegger: Tradition & Fortschritt der Appenzeller Bahnen AB/SGA. Verlag Appenzeller Bahnen AB/SGA, Herisau 1981. Mit ein Grund dafür waren auch die Postabteile in den Steuerwagen. In dieser Funktion kamen sie auch hinter anderen Triebfahrzeugen zum Einsatz.

1953 wurde die Westinghouse- durch die Oerlikon-Bremse ersetzt und 1961 neue Erstklasssitze eingebaut und die Zweitklassigkeit gepolstert.

1995 waren die Fahrzeuge nach der Ablieferung der BDe 4/4 II 34 und 35 überflüssig und wurden nach Spanien verkauftEisenbahn-Amateur 2/1995, Seiten 91 und 104, wo sie bei den Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya als Serie 8000 auf der Línia Llobregat-Anoia noch einige Jahre im Einsatz waren. Auf der Website des Dampflok-Vereins Appenzeller Bahnen, abgerufen am 20. Dezember 2018 (PDF; 0,5 MB)SERIE 8000 ex Appenzeler Bahnen. Auf web ferroviària, abgerufen am 20. Dezember 2018 (spanisch)

Bilder

Literatur Peter Willen: Lokomotiven der Schweiz 2 – Schmalspur-Triebfahrzeuge. Orell Füssli Verlag, Zürich, 1971, S. 195–196

Einzelnachweise

Kategorie:Triebfahrzeug (Appenzeller Bahnen) Kategorie:Elektrotriebwagen für Gleichstrom 1500 V Kategorie:Schienenfahrzeug (Maschinenfabrik Oerlikon) Kategorie:Schienenfahrzeug (Schweizerische Industrie-Gesellschaft) Kategorie:Schienenfahrzeug (Spurweite 1000 mm)