mini|Südvietnam, 1967 mini|Australische Soldaten kommen am Tan Son Nhut Airport in Saigon an mini|Australischer Soldat während einer Operation in der Phước Tuy Provinz mini|Schlacht von Long Tan am 18. August 1966 mini|Ehemaliges Schlachtfeld im Jahr 2005 mini|Australische Geschützbesatzung während eines Feuerbefehls 200px|mini|M113-Panzer, ähnlich wie sie in Long Tan im Einsatz waren mini|Australische Soldaten und M113 APCs während der Operation Smithfield mini|Australischer Soldat auf dem Schlachtfeld von Long Tan am 19. August 1966 mini|Corporal Buddy Lea, der während der Schlacht verwundet wurde, hält ein Foto seiner Tochter mini|Australische Truppen mit Waffen, die bei Long Tan erbeutet wurden mini|5 RAR-Soldaten sitzen aus einem US-Hubschrauber während der Operation Toledo ab mini|Das australische memorial at Long Tan 2005|rechts Die Schlacht von Long Tan fand am 18. August 1966 auf einer Gummiplantage in der Provinz Phước Tuy in der Nähe der Stadt Long Tân, etwa 95 Kilometer von Saigon, dem heutigen Ho-Chi-Minh-Stadt, im äußersten Süden der Republik Südvietnam statt. Hierbei kam es zu einem größeren Begegnungsgefecht zwischen der 1st Australian Task Force (1 ATF) und den vereinten Kräften der Nordvietnamesischen Armee (NVA) und der Vietcong (VC).

Verlauf Während die Australier kurz nach ihrer Landung im April bis Juni 1966 von ihrem Hauptquartier in Nui Dat bewaffnete Aufklärungsmissionen durchführten, verlegten 1500 bis 2500 Mann des 275. Vietcong-Regimentes, ein nordvietnamesisches Regiment und das D445-Bataillon in die Nähe des Einsatzgebietes, um eine Offensive auf Nui Dat vorzubereiten.

Am 16. August 1966 befand sich die VC- und NVA-Streitmacht östlich der Gummiplantage von Long Tan und eröffnete in der Nacht vom 16. auf den 17. August mit Mörsern und leichter Artillerie das Feuer auf die Basis in Nui Dat. Dabei wurden 24 Männer verwundet, einer von ihnen tödlich. Die lokalisierten VC-Feuerstellungen wurden daraufhin von australischen Artilleriebatterien mit Gegenfeuer beschossen.

Am 17. August brach die B-Kompanie des 6. Bataillons vom Royal Australian Regiment auf, um den Gegner aufzuspüren. Gegen Mittag des 18. August erhielt die D-Kompanie (Stärke: 108 Mann) den Auftrag, sich an der Operation zu beteiligen. Am Nachmittag entwickelte sich das erste kleinere Feuergefecht mit einer VC-Schützengruppe. Die Australier wurden in der Flanke mit Handfeuerwaffen und Panzerbüchsen (RPG-7) beschossen und sahen sich unvermittelt mit einem zahlenmäßig wesentlich stärkeren Gegner konfrontiert. Die D-Kompanie wurde von starkem Feuer niedergehalten und forderte Artillerieunterstützung an. Die Lage verschlimmerte sich deutlich, als außerdem auch noch ein starker Monsunregen einsetzte, welcher die Sicht stark herabsetzte und koordinierte Kampfhandlungen erschwerte.

Das 275. VC-Regiment und das D445-Bataillon versuchten die Australier einzuschließen und zu vernichten. Nach wenigen Stunden ging der D-Kompanie die Munition aus und sie musste von zwei UH-1B Iroquois-Hubschraubern der No. 9 Squadron der RAAF aus der Luft versorgt werden. Weit unterlegen aber von Artillerie-Sperrfeuer unterstützt, wehrte die D-Kompanie einen Regimentsangriff ab.

Zur gleichen Zeit machten sich aus dem Nui Dat Camp bei Einbruch der Dunkelheit Infanterie- und Kavalleriekräftegemeint ist wohl Air Cavalry bereit, um die eingeschlossene D-Kompanie zu entsetzen. Der VC wurde gezwungen, auszuweichen und sich für einen finalen Angriff neu umzugruppieren.

Die Australier zogen sich in der Nacht in eine defensive Position zurück, um dort eine Landungszone für das Ausfliegen ihrer Verwundeten vorzubereiten. Am nächsten Morgen gelang es ihnen, das Gelände zu sichern. Außerdem fanden sie in der Umgebung eine große Anzahl von Gefallenen vor. Die Operation endete am 21. August mit 18 eigenen Gefallenen und 24 Verwundeten. Die Verluste beim Gegner wurden mit 245 angegeben. Der genaue „Body Count“ variierte jedoch je nach Quellenlage (australische Angaben, MACV-Angaben versus Meldungen des VC und der NVA).

Die ATF war aufgrund der unerwarteten Härte der Kämpfe lange Zeit davon überzeugt, in der Gummiplantage bei Long Tan eine Niederlage erlitten zu haben. Die hohe Anzahl der feindlichen Verluste sprach jedoch deutlich für einen Sieg über den Gegner. Auch hier wurde die Schlacht aus unterschiedlicher Sicht interpretiert. Einerseits hielt das Gefecht in der Gummiplantage den Vormarsch des VC/NVA auf Nui Dat für unbestimmte Zeit auf, andererseits wurde der erfolgreiche Hinterhalt als militärischer und politischer Sieg über die Besatzer gewertet. Aus der Perspektive des 275. Vietcong-Regimentes wiederum war die Schlacht von Long Tan eine Niederlage, da es nicht gelungen war, trotz erdrückender Übermacht einen wesentlich schwächeren Gegner zu vernichten. Der Kampf hatte das 275. VC-Regiment jedoch nicht nachhaltig geschwächt, da es kurze Zeit später bereits in der Lage war, die 18. ARVNArmy of Republic of Vietnam -Division anzugreifen. Auch das D445-Bataillon hatte kaum Einbußen in ihrer Kampfkraft, da es ebenfalls wenig später in Gefechte mit der 11. Armoured Cavalry Task Force verwickelt wurde.

Über die Schlacht von Long Tan, ihre Befehlskette und ihre Ereignisse rankten sich noch längere Zeit eine Reihe von Legenden und Anekdoten, die jedoch nicht offiziell bestätigt sind.

Schauplatz Die Operationen fanden in der südvietnamesischen Phuoc Tuy Provinz statt. Ausgehend vom Nui Dat Camp wurden bereits in der Operation Hardihood frühmorgens oder abends Aufklärungspatrouillen in einem Umkreis von 12 Kilometern losgeschickt. Führungslinie hierbei war Alpha, die außerhalb der Reichweite des 4-Kilometer-Radius der VC-Mörser lag. Später wurden sie auf die 10-Kilometer-Linie Bravo ausgedehnt, die von VC-Artillerie bestrichen werden konnte. Sobald die Militärbasis Nui Dat ihren Betrieb aufnahm, wurden die Bewohner der Dörfer Long Phước und Long Hải innerhalb der Alpha-Linie umgesiedelt. Dies hatte zum Ziel eine Sicherheitszone zu errichten und eine „Free-Fire Zone“ für die eigene Artillerie. Der VC sollte daran gehindert werden, das Militärcamp beobachten zu können. Außerdem sollte dem Feind seine Basis aus der unterstützenden Bevölkerung entzogen werden. Später hatten sich diese Maßnahmen als kontraproduktiv erwiesen, da es somit auch keine Informationsquelle für mögliche Bewegungen des VC mehr gab. Außerdem war es jetzt möglich, Nui Dat ohne Vorwarnung anzugreifen. Von den Nui Dinh Hügeln konnte der Gegner Nui Dat weiterhin beobachten. In den ersten Nächten wurden bei starkem Regen immer häufiger Geräusche von VC-Spähtrupps vernommen. Es ereigneten sich keinerlei Zusammenstöße und die Intensität der gegnerischen Aufklärung nahm ab, so dass die ATF zu der Ansicht kam, der VC hätte seine Angriffsabsichten auf Nui Dat eingestellt. Am 10. Juni 1966 wurde vermeldet, dass sich ein VC-Regiment auf dem Marsch gegen Nui Dat befinden würde und bereits zehn Kilometer entfernt sein würde. Hinzu kam vereinzeltes Mörserfeuer gegen die Basis. In der Nacht feuerte die australische Artillerie auf Bewegungen entlang der Route 2 ohne jedoch am nächsten Tag Gefallene des Gegners zu finden. Das 6th Bataillon des Royal Australian Regiments (6th RAR), welches am 14. Juni aus Vũng Tàu eingetroffen war, erhielt die Warnung, dass demnächst der Angriff von mindestens vier VC-Bataillonen bevorstünde.

Kräftevergleich 1st Australian Task Force am 18. August 1966 D-Kompanie, 6. RAR (6th Battalion, Royal Australian Regiment) – Major Harry Smith – 108 Mann Kampfunterstützung: 1st Field Regiment, Royal Australian Artillery – Lieutenant Colonel Richmond Cubis 103rd Field Battery, RAA – 6 × 105 mm L5 Pack Haubitzen 105th Field Battery, RAA – 6 × 105 mm L5 Pack Haubitzen 161st Battery, Royal New Zealand Artillery – 6 × 105 mm L5 Pack Haubitzen – Major Harry Honnor A. Battery, US 2/35th Artillery Battalion – 6 × 155 mm M109 Panzerhaubitzen – Captain Glen Eure No. 9 Squadron RAAF – 2 × UH-1B Iroquois Hubschrauber 3 × US F4 Phantoms Ersatzkräfte: A-Kompanie, 6 RAR (6th Battalion, Royal Australian Regiment) – Captain Charles Mollison 3 Trupps, 1st APC Squadron (Lieutenant Adrian Roberts) – 10 × M113 Gefechtsstand B-Kompanie, 6 RAR plus ein zusätzlicher Zug – Major Noel Ford

Operation Smithfield vom 19. bis 22. August 1966 6 RAR Battle Group – Lieutenant Colonel Colin Townsend Gefechtsstand 6th Battalion, Royal Australian Regiment A-, B-, C- und D-Kompanie, 6 RAR D-Kompanie, 5th Battalion, Royal Australian Regiment Kampfunterstützung: 1st APC Squadron (mit Abgaben)- 2 MTW Trupps 161st Reconnaissance Flight – Bell H-13 Sioux leichte Beobachtungshubschrauber No. 9 Squadron RAAF – UH-1B Iroquois helicopters

5. Vietcong Division Gefechtsstand 5. VC-Division – Colonel Nguyen Thanh Hong – 1500 bis 2500 Mann 275th Regiment – Captain Nguyen Thoi Bung aka Ut Thoi – 1400 Mann (drei Bataillone) D445 Mobiles Provinz-Bataillon – Bui Quang Chanh aka Sau Chanh – 350 Mann, wenigstens zwei Kompanien, incl. C4-Waffen Kp ein reguläres Bataillon der NVA Vo Thi Sau Milizkompanie – 80 Mann, meistens Frauen (Gefechtssäuberung u. Gefallenen-/Verwundetenbergung)

Stellenbesetzungsliste der D-Kompanie (Auswahl) Major Harry Smith – Kompaniechef (* 25. Juli 1933 in Hobart, Tasmanien) Captain H.I. McLean-Williams WO2 J.W. Kirby SSgt R. R. Gildersleeve Sgt W. O’Donnell Sgt D.A. Thomson Corporal P.N. Thomson LtCpl D.A. Spencer (†)

Attached Artillery Forward Observer Team / Artilleriebeobachter Capt M. Stanley Bdr W.G. Walker LBdr N.N. Broomhall

10 Platoon 2Lt G.M. Kendall Cpl T.H. Lea Pte C.W. Brown (†) Pte B.D. Firth (†) Pte B.G. Hornung (†) Pte I.J. McGrath (†)

11 Platoon 2Lt G.C. Sharp (†) LCpl B.E. Magnussen (†) Pte J.E. Beere (†) Pte R.C. Carne (†) Pte R.M. Eglinton (†) Pte D.F. Fabian (†) Pte A.J. May (†)

12 Platoon 2Lt DR Sabben Sgt J Todd (†) Pte DF Beahan (†) Pte GR Davis (†) Pte BD Forsyth († = b. Long Tan gefallen)Manning Details for 18 August 1966

NVA und Vietcong Operationen Die Hauptkräfte der Kommunisten in Phước Tuy setzten sich aus den Regimentern 274 und 275 der 5. VC-Division zusammen. Sie unterstand dem Befehl von Oberst Nguyen The Truyen und ihr Kommandoposten befand sich in den Mây Tào Bergen. Zusammen mit der NVA erstreckte sich ihr Operationsgebiet auf die Provinzen Phước Tuy, Biên Hòa und Long Khánh. Ihr Auftrag war es, die östlichen Provinzen von Saigon zu isolieren und Nachschub auf den Nationalrouten 1 und 15, sowie den Provinzrouten 2 und 23, zu unterbrechen. Für die ARVN-Streitkräfte stellte die 5. NVA-Division eine große Herausforderung da, da ihre Präsenz verhinderte, dass diese Provinzen durch die südvietnamesische Regierung kontrolliert werden konnten. Außerdem hatten zahlreiche Hinterhalte des VC bereits zu größeren Verlusten bei der ARVN gesorgt. Das 274. VC-Regiment war das stärkere und besser ausgerüstete von beiden Verbänden. Es hatte seinen Verfügungsraum bei Hát Dịch im Nordwesten der Phước Tuy bezogen, bestand aus den drei Bataillonen D800, D265 und D308 – etwa 2000 Mann. Das 275. VC-Regiment operierte aus den Mây Tào Bergen heraus überwiegend im Osten der Provinz. Es war Hauptmann Nguyen Thoi Bung (auch genannt „Ut Thoi“) unterstellt, bestand aus den drei Bataillonen H421, H422 und H421 – etwa 1850 Mann. Unterstützt wurden die VC-Verbände durch ein Artillerie-Bataillon, welches mit 75mm rückstoßfreien Panzerbüchsen, 82mm Mörsern und 12,7mm schweren Maschinengewehren ausgestattet war. Außerdem einem Pionier-Bataillon, ein Fernmelde-Bataillon und einem Pionier-Aufklärungs-Bataillon, sowie Nachschub und Sanitätswesen.