Elisa Springer (geboren 12. Februar 1918 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben 19. September 2004 in Matera) war eine österreichisch-italienische Holocaustüberlebende.
Leben Elisa Springer war die Tochter des jüdischen Textilkaufmanns Richard Springer und der Sidonia Bauer, ihr Großvater Elkan Bauer war ein Komponist von WalzermusikElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 9. Der Schauspieler Armin Springer war ein Bruder des VatersElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 8. Sie wuchs in Wien auf. Nach dem Anschluss Österreichs wurde Richard Springer in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt und am 28. Dezember 1938 ermordetElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 13f.. Elisa und ihre Mutter wurden bei der Reichspogromnacht am 9. November 1938 aus ihrer Wohnung in der Strozzigasse 32–34 vertriebenElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 6; S. 12, die Familie des Arisierers wohnte noch Ende der 1990er Jahre dort.Elisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 49Am Herd stand das Essen, in: Wiener Zeitung, 6. November 1998 Die Spur ihrer Mutter verliert sich 1944 in der Zeit der deutschen Judenverfolgung in Budapest, wohin diese geflohen war.Elisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 16
Elisa Springer heiratete 1939 den Italiener Eliezer Joseph Alfassa und floh 1940 nach Mailand, wo sie mit einer falschen Identität untertauchteElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 19. Springer wurde 1944 verraten und in Mailand verhaftetElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 20. Über VeronaElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 24 wurde sie in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie am 2. August die Häftlingsnummer A-24020 als Tätowierung erhieltElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 29. Sie wurde in das KZ Bergen-Belsen verlegtElisa Springer: Il silenzio dei vivi, 1997, S. 35, wo sie die Gefangene Anne Frank kennenlernteDaniela Pizzagalli: Elisa Springer: i miei giorni nel lager con Anna Frank, in: Avvenire, 28. Mai 2003, bei: Le nostre radici. Schließlich geriet sie bei Todesmärschen in das KZ Theresienstadt, in dem sie am 5. Mai 1945 die Befreiung erlebte. Springer kehrte 1946 nach Italien zurück. Sie lebte in Manduria.
Erst im Alter von 68 Jahren erzählte sie ihrem Sohn von ihrer Verfolgung und der KZ-Haft. Springer schrieb zwei autobiografische Bücher und trat nun als Zeitzeugin in der Öffentlichkeit auf. Sie kümmerte sich auch um den musikalischen Nachlass ihres Großvaters, der im Ghetto Theresienstadt ermordet worden war. Springer wurde 2002 zur Ehrenbürgerin von Matera ernannt.
Seit 2019 ist im 8. Wiener Gemeindebezirk Josefstadt in der Piaristengasse eine 126 m² große Kleinparkanlage nach Elisa Springer benannt.
Werke Il silenzio dei vivi, all’ombra di Auschwitz, un racconto di morte e di resurrezione. Venedig : Marsilio, 1997, ISBN 978-88-317-6602-9 PDF Das Schweigen der Lebenden : im Schatten von Auschwitz, eine Erzählung von Tod und Auferstehung. Vorwort Marina Beelke. Autorisierte Übersetzung Rainer Mayerhoer, Melina Beelke. Hrsg. Siegfried Heinrichs. Berlin : Oberbaum, 1998, ISBN 3-928254-47-2 Milczenie żywych : w cieniu Auschwitz, opowieść o śmierci i zmartwychwstaniu. Übersetzung Krystyna und Eugeniusz Kabatcowie. Auschwitz : Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau, 2001, ISBN 83-88526-02-2 L’eco del silenzio. La Shoah raccontata ai giovani. Venedig : Marsilio, 2003, ISBN 978-88-317-8178-7 Nicola Magrone: Codice breve del razzismo fascista : stato totalitario e democrazia costituzionale, la „questione razziale“. Con una testimonianza di Elisa Springer. Bari : Edizioni Dall’interno-Sudcritica : Fondazione Popoli & costituzioni, 2004
Weblinks
Elisa Springer, bei SERMIG Elisa Springer, bei WUZ (Literaturzeitschrift) Elisa Springer, bei Festivaletteratura Mantua, 2003 Liliana Picciotto: Intervista a Elisa Springer all’hotel Glob di Oświęcim, 2. November 1995 Il segreto del lager cinquant’ anni dopo, La Repubblica, 13. März 1997
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Autobiografie Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Italienisch) Kategorie:Ehrenbürger von Matera Kategorie:Überlebender des Holocaust Kategorie:Zeitzeuge des Holocaust Kategorie:Häftling im KZ Auschwitz Kategorie:Häftling im KZ Bergen-Belsen Kategorie:Häftling im Ghetto Theresienstadt Kategorie:Österreichischer Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1918 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Frau