Die Liste von Unternehmenszusammenbrüchen und -skandalen umfasst Unternehmenszusammenbrüche, die zum Zeitpunkt ihres Eintretens große wirtschaftliche oder politische Folgen hatten und teilweise aus wirtschaftlichen oder politischen Skandalen hervor- oder mit diesen einhergingen. Diese Liste soll keine vollständige Aufzählung von Insolvenzfällen enthalten, sondern Pleiten anführen, die aufgrund ihrer Begleitumstände und Auswirkungen zu ihrer Zeit in den Medien behandelt wurden und eine große öffentliche und überregionale Aufmerksamkeit erfuhren.

Unternehmenszusammenbrüche 14. Jahrhundert Name Land Datum Geschäftsbereich Kurzbeschreibung Compagnia dei Bardi class=noviewer|20px|verweis=Republik Florenz Republik Florenz Banken Bankrott, nachdem der englische König Eduard III. einen Kredit in Höhe von 900.000 Goldflorin im Hundertjährigen Krieg nicht zurückzahlte.

15. Jahrhundert Name Land Datum Geschäftsbereich Kurzbeschreibung Banco Medici class=noviewer|20px|verweis=Republik Florenz Republik Florenz Banken Durch das Zusammenspiel mehrerer politischer Probleme und einer instabilen wirtschaftlichen Gesamtlage kam das Bankhaus der Medici-Familie, das einst als wirtschaftliche Stütze der Stadt Florenz diente und die päpstlichen Finanzen betreute, in eine finanzielle Schieflage und die Bank musste abgewickelt werden.

18. Jahrhundert Name Land Datum Geschäftsbereich Kurzbeschreibung Niederländische Ostindien-Kompanie Handel Die stark durch Korruption geprägte VOC erwirtschaftete gegen Ende des 18. Jahrhunderts aufgrund einer gesunkenen Nachfrage nach exotischen Gewürzen und des vierten Englisch-Niederländischen Krieges Verluste. Die bankrotte Gesellschaft musste ab 1798 aufgelöst werden, die verbliebene Vermögensmasse und die Schulden der VOC wurden durch die Batavische Republik verstaatlicht.

19. Jahrhundert Name Land Datum Geschäftsbereich Kurzbeschreibung Ohio Life Insurance Company Banken Die Wirtschaftskrise von 1857 gilt als eine der ersten Weltwirtschaftskrisen. Sie begann am 24. August 1857 in New York City, als die Bank Ohio Life Insurance Company ihre Zahlungen einstellen musste. Von dort ausgehend breitete die Krise sich in hoher Geschwindigkeit über die gesamte Welt aus und dauerte bis 1859. Die Finanzzentren Europas und Amerikas waren besonders stark betroffen, aber auch in den Kolonien waren die Auswirkungen der Krise zu spüren. In den USA kam es zur Pleite von über 5000 Firmen. Overend, Gurney and Co. Banken Durch langfristige Investitionen in den Schienenverkehrssektor sank die Liquidität des Geldhauses unter ein kritisches Maß. Nach einem Börsengang 1865 fiel der Aktienwert infolge einer allgemeinen Baisse stark ab. Durch Kursrückgänge waren auch Anteilsscheine von Bahngesellschaften betroffen, in die Overend, Gurney and Co. investiert war. Da sich die Bank of England weigerte, das Unternehmen zu stützen, wurde Overend, Gurney and Co. 1866 zahlungsunfähig und löste somit den Schwarzen Freitag von 1866 aus. Österreichische allgemeine Maklerbank Banken Startpunkt des Gründerkrachs in Wien. Noch am gleichen Vormittag folgten 120 weitere Bankeninsolvenzen. Um 13 Uhr wurde die Wiener Börse polizeilich geschlossen. In Österreich-Ungarn verschwand durch den Gründerkrach ein Großteil der Banken und etwa die Hälfte der in den Jahren zuvor gegründeten Aktiengesellschaften. Die Krise weitete sich weltweit aus. Am 19. September 1873 erreichte die Krise New York. Die New Yorker Börse wurde daraufhin zum ersten Mal in ihrer Geschichte geschlossen – bis zum 29. September. Im Oktober 1873 war mit dem Zusammenbruch der Quistorp’schen Vereinsbank auch Berlin betroffen. Über 70 Banken verloren über 470 Millionen Mark an Krediten. Der Kurswert von 444 deutschen Aktiengesellschaften sank vom Dezember 1872 bis zum Dezember 1874 um ca. zwei Milliarden Mark.

20. Jahrhundert