Valdepeñas ist eine spanische Stadt in der Provinz Ciudad Real, die zur Autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha gehört. Die Einwohner und Einwohnerinnen nennen sich Valdepeñeros bzw. Valdepeñeras.

Ortsname Der Name bedeutet Tal der Felsen. Er deutet auf die Lage des Ortes an einer Biegung des Río Jabalón hin, in einem Tal mit vielen Kalksteinfelsen im Untergrund.

Die Stadt hat die Beinamen Muy Leal e Invicta (sehr loyal und unbesiegt) und Muy Heroica (sehr heldenhaft). Der Titel Muy Leal e Invicta wurde der Überlieferung nach von Königin Isabella der Katholiken verliehen, als sie in Vorbereitung der Eroberung Granadas der Stadt weilte. Ein entsprechendes Dokument ist nicht erhalten; möglicherweise ging es im spanischen Unabhängigkeitskrieg verloren. Das Motto ist im Wappen eines Buntglasfensters in der Kirche Nuestra Señora de la Asunción zu sehen. Der Titel Muy Heroica wurde 1823 von König Ferdinand VII. verliehen, in Würdigung der Schlacht von Valdepeñas von 1808.

Außerdem trägt sie den populären Beinamen Ciudad del Vino, Stadt des Weines.

Geografie mini|Stadtpanorama, Blick vom Cerro de San Blas Valdepeñas liegt im südlichen Zentrum Spaniens, im Südosten der Provinz Ciudad Real. Sie ist umgeben von den Gebieten Montiel, Campo de Calatrava und der Sierra Morena.

Die Stadt ist zum größten Teil auf Hügeln von geringer Höhe gebaut. Ihre maximale Höhe erreicht sie in der Sierra del Peral mit 963 M.ü.M. (963 m). Einige andere Berge erreichen eine Höhe von 900 m, besonders in den Bergen in der Nähe von Baños del Peral im Nordosten und in der Sierra de Síles im Nordwesten. Dieses Gebiet im Nordwesten ist von natürlichen Wäldern bedeckt, mit Eichen, Stein-Eichen und Zistrosen.

Den nördlichen Teil der Stadt durchquert das große Aquädukt Aquifer 23. Im Süden fließt der Río Jabalón durch das Gemeindegebiet. Der Stausee Embalse de Mari Sánchez, auch Embalse de la Cabezuela genannt, versorgt von Südosten her die Stadt mit Wasser. Das ihn umgebende Gebiet Los Cerillos steht unter Naturschutz.

Die beiden außerhalb gelegenen Ansiedlungen El Peral und Consolación gehören zum Stadtgebiet. Consolación liegt 16 km nördlich von Valdepeñas an der A-4. El Peral liegt im Nordosten der Stadt, 6 km entfernt, an der Straße nach La Solana. El Peral ist ursprünglich eine landwirtschaftliche Ansiedlung, die sich um einen Brunnen mit eisenhaltigem Wasser herum entwickelte. Im neunzehnten Jahrhundert wurde dort ein Kurbad gegründet.

Klima Das örtliche Klima ist mediterran-kontinental, mit heißen Sommern und kalten Wintern.

Im Winter betragen die Minimaltemperaturen 0° bis 2°, mitunter gibt es auch Frost bis −5°. Im Mittel belaufen sich die monatlichen Niederschläge im Winter auf nicht mehr als 20 l/m² bis 30 l/m², meist in Form von Regen. Schnee kommt gelegentlich vor; typischerweise fällt er nur an rund 3 Tagen im Jahr. In den seltenen Fällen, in denen er liegenbleibt, handelt es sich meist um nicht mehr als 5 cm – 7 cm.

Im Sommer übertreffen die Tageshöchsttemperaturen 30° – 35°, nicht selten auch 40°. Niederschläge sind sehr sporadisch oder fallen ganz aus. Gelegentlich kommt es allerdings zu Stürmen, die auf einen Schlag einen Platzregen mit rund 30 l/m² mit sich bringen.

Im Frühling und Herbst herrschen mildere Temperaturen von 15° bis 20°, wobei die Schwankungsbreite von Frost bis zu Temperaturen über 30° reicht. Die monatlichen Niederschläge fallen mit rund 45 l/m² reichlicher aus als in den anderen Monaten. In sehr regenreichen Monaten wie beispielsweise im April 2013 können auch 100 l/m² erreicht werden.

Politik mini|Rathaus (Casa Consistorial) an der Plaza de España Regionalverwaltung Valdepeñas ist Hauptort der regionalen Gerichtsbarkeit. Sie umfasst die Orte Moral de Calatrava, Santa Cruz de Mudela, Viso del Marqués, Torrenueva, Castellar de Santiago und Almuradiel.

Wappen mini|hochkant|Wappen von Valdepeñas.

Das Wappen wurde am 7. März 1995 offiziell genehmigt. Es ersetzte das frühere, 1910 oder früher von dem Historiker Eusebio Vasco gestaltete Wappen. Die Beschreibung lautet: links in Silber das Kreuz von Calatrava rechts ein Krakelee aus Silber und Schwarz, umgeben von einer roten Borde mit goldenen Andreaskreuzen unten in Rot ein goldenes Fass als Krone die spanische Königskrone

Bürgermeister seit 1979 1979–1983: Esteban López Vega, UCD 1983–1987: Esteban López Vega, AP 1987–1991: Esteban López Vega, PP 1991–1995: Salvador Galán Ruiz-Poveda, PSOE 1995–1999: Victoriano González de la Aleja y Saludador, PSOE 1999–2003: Rafael Martínez del Carnero Calzada, PP seit 2003: Jesús Martín Rodriguez Caro, PSOE (Stand Ende 2018)

Partnerstadt Cognac, Frankreich

Bevölkerung BevölkerungsentwicklungQuelle: INE19001910192019301940 21.015 23.580 25.128 22.602 30.40919501960197019811991 26.020 25.706 24.946 24.946 25.06720012002200320042005 26.494 26.796 26.880 27.274 27.63420062007200820092010 28.183 28.570 30.255 31.015 31.37020112012201420152017 31.600 - 30.514 30.224 Die Bevölkerung besteht aus rund 4.000 Einwanderern und 28.000 Spaniern. In den Jahren 1930–1940 erlebte Valdepeñas einen Geburtenboom. Damals war die Einwohnerzahl fast so hoch wie heute. Danach ging die Bevölkerungszahl zurück. Sie stagnierte von den 1950er Jahren bis Ende der 1990er Jahre. Dieser Rückgang und die anschließende Stagnation wird darauf zurückgeführt, dass durch den spanischen Bürgerkrieg die Weinwirtschaft geschädigt wurde. So zogen viele Einwohner in andere Städte um. Seit 2000 wächst die Bevölkerung jedoch wieder; die Stadt verzeichnet seitdem eine der höchsten Wachstumsraten in Kastilien-La Mancha.

Wirtschaft Landwirtschaft mini|Weinmuseum In und um Valdepeñas werden hauptsächlich Wein und Oliven angebaut. Der örtliche Wein hat seine eigene kontrollierte Herkunftsbezeichnung Valdepeñas. Sie wird von der Asociación Interprofesional de la D.O. Valdepeñas gehütet. Die Weine werden in alle Welt exportiert.

Auch die Schafzucht in der Region und die Herstellung des Manchego-Käse sind von wirtschaftlicher Bedeutung. Ein Gremium in der Stadt, der Consejo Regulador del Queso Manchego, reguliert dieses Geschäft. Industrie und Gewerbe In Valdepeñas gibt es eine Fabrik zur Produktion und Herstellung elektronischer Spitzentechnik, die Planta de Producción e Investigación de Sistemas de Alta Tecnología Electrónica. Mehrere Gewerbegebiete beherbergen Betriebe unterschiedlicher Branchen: Polígono del Vino Polígono Empresarial Entrecaminos Polígono de Cachiporro Polígono Nª Sra. de la Paz

Das Centro Logístico de Transporte Pesado bietet Park- und Rastmöglichkeiten für schwere Lastwagen.

Verkehr mini|Bahnhof Der Bahnhof liegt an der Strecke Madrid – Cádiz. Die Autobahn A-4 Autovía del Sur läuft durch das Stadtgebiet. Die Autobahn CM-45 Autovía del IV Centenario ist in Bau. Tourismus Valdepeñas liegt an der Ruta del Quijote. Der Tren del Vino (Wein-Zug) bietet Übernachtung und Gastronomie. Geschichte Vorgeschichte Im Gemeindegebiet liegen etliche prähistorische Fundstätten, beispielsweise bronzezeitliche Überreste von Beobachtungstürmen und -Plattformen auf den umgebenden Anhöhen. Sie werden der sogenannten Motilla-Kultur zugerechnet, einer bronzezeitlichen Kultur auf der iberischen Halbinsel zwischen dem 20. und dem 13. vorchristlichen Jahrhundert. Fernando Vasco Merlo ordnete sie in seiner Monographie Historia de Valdepeñas irrtümlich der Castrokultur zu. Sie sind jedoch viel älter und etwa zeitgleich mit der El-Argar-Kultur entstanden.

Antike Iberische Zeit mini|Iberische Siedlungsstätte Cerro de las Cabezas Ein bemerkenswertes Relikt aus jener Epoche sind die Ruinen des iberischen Oppidums Cerro de las Cabezas. Es gehört zur iberischen Oretania-Kultur, deren Siedlungsgebiet die südliche Mancha und das nördliche Andalusien umfasste.

Römische und westgotische Zeit Im 16. Jahrhundert fand man dort, wo das Trinitarier-Kloster erbaut wurde, römische Münzen, Grabsteine und die Fundamente einer römischen Villa. Diese blieb auch in der Westgotenzeit noch erhalten.

Mittelalter Islamische Periode Während der islamischen Zeit gehörte die Region zur Taifa von Toledo. Aus jener Zeit sind Mauerreste einer Befestigung erhalten, die in die Mauern der Kirche Nuestra Señora de la Asunción einbezogen wurden. Auf der Südseite sind die Markierungen einer Sonnenuhr und verschiedene Inschriften in arabischer Sprache erhalten. Laut Fernando Vasco Merlo gab es an der Nordfassade an der Puerta Umbría zwei Grabsteine mit einer arabischen Inschrift. Der Anfang der längeren Inschrift auf dem ersten habe gelautet: „Im Namen Gottes, des barmherzigen Gottes. Großer Gott. Prächtiger Gott, der Reichtum, aber auch Armut erweisen kann. Großer, vollkommener, einziger Gott. ...“Laut dem spanischen Text, nicht direkt aus dem arabischen übersetzt. Aufgrund von Widersprüchlichkeiten im spanischen Text hier nicht weiter zitiert. Auf dem zweiten seien nur drei Worte leserlich gewesen: „Vereint, gemeinsam, werden wir sterben.“

Laut mündlicher Überlieferung erlaubte eine Bulle des Kalifats den Bewohnern, Wein anzubauen, was Moslems im Allgemeinen nicht gestattet ist.

Reconquista und der Orden von Calatrava mini|Pfarrkirche Nuestra Señora de la Asunción Im Bereich, der heute hinter der alten Befestigung und der Kirche Nuestra Señora de la Asunción liegt, entstand der Ort Valdepeñas. Er wurde gegründet kraft eines Erlasses der Königin Berenguela von Kastilien nach der Schlacht bei Las Navas de Tolosa im Jahr 1212. Die erste schriftliche Quelle, die diese neue Siedlung erwähnt, stammt von 1243. Sie findet sich in den Archiven des Ordens von Calatrava. Seit dieser Zeit befand sich Valdepeñas im Besitz des Ordens. Der neue Ort gruppierte die Bevölkerung aus verstreuten umliegenden Siedlungen an einer Stelle. Deren Namen, Aberturas, Corral Rubio de Jabalón, Santa María de las Flores und Castilnuevo, sind in alten Lokalnamen erhalten. Die Siedler kamen aus den Königreichen Kastilien und Aragón sowie aus dem León, in der Mehrzahl aus dessen galicischem Teil. Sie pflegten den Weinanbau, der die muslimische Zeit überdauert hatte, und erweiterten ihn. Der Ort lag an der Grenze zweier großer Militärorden, des Ordens von Calatrava und des Ordens von Santiago. Noch heute folgen die Grenzen der Comarcas Campo de Calatrava und Campo de Montiel den alten Gebietsgrenzen.

Aus dieser Zeit und den folgenden Jahrhunderten stammt die Kirche Nuestra Señora de la Asunción. Sie entstand vermutlich als Wehrkirche des Ordens von Calatrava im 12. – 13. Jahrhundert.

In dieser mittelalterlichen Zeit existierte eine jüdische Gemeinde. Es gab zwei Synagogen. Beide wurden später zu christlichen Kirchen umgewidmet. Die eine beherbergt heute das städtische Auditorium Francisco Nieva. Die andere wurde zur Parroquia del Cristo. Der heutige Standort dieser Pfarrkirche befindet sich weiter vorn.

Im Laufe des Wachstums wurden die Straßen von Valdepeñas neu ausgerichtet. Heute laufen sie um die alte Festung im Zentrum der Stadt zusammen. Daher entspricht sie nicht mehr dem mittelalterlichen Stadtbild mit schmalen, ungerichteten Gassen.

Die letzten Mauren verließen Valdepeñas im 16. Jahrhundert aufgrund eines Vertreibungsdekrets.

Frühe Neuzeit Die Katholischen Könige