Lugu () ist eine Landgemeinde () im Landkreis Nantou in der Republik China (Taiwan).
Lage Lugu liegt im westlichen Teil des Landkreises Nantou in Zentraltaiwan. Das Gemeindegebiet hat eine maximale Ost-West-Ausdehnung von etwa 10,5 Kilometern und eine Nord-Süd-Ausdehnung von ungefähr 16 Kilometern. Im Norden grenzt es an den Fluss Zhuoshui, der die Grenze zur Nachbargemeinde Jiji bildet und dort durch das Jiji-Stauwehr aufgestaut wird. Die weiteren Nachbargemeinden sind Shuili und Xinyi im Osten sowie Zhushan im Westen und Süden.
Lugu liegt auf der Grenze zwischen dem Alishan-Gebirge im Westen und dem Taiwanischen Zentralgebirge im Osten. Das Terrain ist vielfältig und variiert in der Höhe zwischen etwa 100 und 2200 Metern. Höchste Erhebung ist mit 2194 Metern der Wuchalunshan (). Weitere Berggipfel sind der Fenghuangshan (, 1697 m), der Shiyashan (, 1171 m), der Qilinshan (, 743 m) und der Dongdingshan (, 740 m). Niedrigste Erhebung ist der Tenghushan (, 296 m).
Lugu weist ein mildes subtropisches Klima auf. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 23 °C. Der Jahresniederschlag beträgt etwa 2600 mm, wobei der Regen ungleich über die Jahreszeiten verteilt ist. Den Hauptniederschlag gibt es in den Monaten Juni bis September, während die restliche Jahreszeit relativ trocken ist. Häufig tritt Bergnebel auf.
Geschichte Die Urbarmachung des Gebiets von Lugu durch chinesische Einwanderer begann um 1741. Die Minnan sprechenden Siedler nannten die Gegend Lugus und des benachbarten Zhushan Lîm-kí-poo (geschrieben oder ). Während der japanischen Herrschaft über Taiwan (1895–1945) wurde der Ort im Jahr 1920 als Verwaltungseinheit Dorf Lugu () etabliert. Daraus entstand nach der Übernahme Taiwans durch die Republik China 1945 die heutige Landgemeinde Lugu, die am 25. Februar 1946 in 8 Dörfer eingeteilt wurde. 1950 wurde Lugu Teil des neuen Landkreises Nantou. 1955 wurden zwei Dörfer an die Nachbargemeinde Shuili abgetreten. 1978 erfolgte eine Neugliederung Lugus in 13 Dörfer.
Im Jahr 1970 wurde der Natur-Lehrpark Xitou (s. u.) und 1982 der Fenghuanggu Vogel- und Naturschutzpark (s. u.) gegründet.
Lugu war erheblich vom Jiji-Erdbeben am 21. September 1999 betroffen, dessen Epizentrum unmittelbar nördlich der Gemeinde lag. Damals kamen 22 der 21.279 Einwohner ums Leben.
Administration Die Landgemeinde ist in 13 Dörfer (cūn, ) eingeteilt: Gliederung von Lugu 220px # Name Chinesisch Hanyu Pinyin Wade-Giles Tongyong Pinyin Fläche [km²] Einw. 1 Neihu Nèihú cūn Nei-hu ts’un Nèihú cun N/A N/A 2 Heya Héyǎ cūn He-ya ts’un Héyă cun N/A N/A 3 Zhulin Zhúlín cūn Chu-lin ts’un Jhúlín cun N/A N/A 4 Zhufeng Zhúfēng cūn Chu-feng ts’un Jhúfong cun N/A N/A 5 Fenghuang Fènghuáng cūn Feng-huang ts’un Fònghuáng cun N/A N/A 6 Guangxing Guǎngxīng cūn Kuang-hsing ts’un Guǎngsīng cun N/A N/A 7 Zhangya Zhāngyǎ cūn Tsang-ya ts’un Jhāngyǎ cun N/A N/A 8 Lugu Lùgǔ cūn Lu-ku ts’un Lùgǔ cun N/A N/A 9 Yonglong Yǒnglóng cūn Yung-lung ts’un Yǒnglóng cun N/A N/A 10 Chuxiang Chūxiāng cūn Ch`u-hsiang ts’un Chūsiāng cun N/A N/A 11 Xiufeng Xiùfēng cūn Hsiu-feng ts’un Sioùfōng cun N/A N/A 12 Qingshui Qīngshuǐ cūn Ch`ing-shui ts’un Cīngshueǐ cun N/A N/A 13 Ruitian Ruìtián cūn Ju-t`ien ts’un Rueìtián cun N/A N/A
Bevölkerung In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung Lugus. Die Einwohnerzahl stieg von 20.571 im Jahr 1958 auf 25.717 im Jahr 1970. Seither ist die Einwohnerzahl fast kontinuierlich gesunken. Im August 2025 lebten hier 15536 Menschen. Angehörige indigener Völker machten Ende 2017 nur 0,3 Prozent der Bevölkerung aus (55 Personen).
Infrastruktur Im Norden Lugus verläuft die Kreisstraße 131 ungefähr in ost-westlicher Richtung. Von ihr zweigt im Dorf Ruitian die Kreisstraße 139 ab, die den Zhuoshui überquert und nördlich nach Jiji führt. Im Westen mündet die Kreisstraße 131 im Dorf Lugu in die Kreisstraße 151, die von Zhushan im Westen Richtung Süden zum Natur-Lehrpark Xitou führt.
Forst- und Landwirtschaft Etwa 7448 Hektar des Gemeindegebiets (52,5 %) gehören zu Staatsforsten unter der Verwaltung der Nationaluniversität Taiwan. Meist handelt es sich um naturbelassenen Wald, der als Experimentalwald () deklariert ist, als forstökologische Forschungsressource dient und für die Ausbildung genutzt wird. Zum Teil wird der Wald (z. B. Bambuswald) auch bewirtschaftet.
Im Dorf Ruitian nahe dem Zhuoshui wird Nassreis angebaut. Bekannt ist Lugu vor allem für die Produktion von Tee. Im Jahr 1855 brachte Lin Fengchi () einige Teesträucher aus dem Wuyi-Gebirge der chinesischen Küstenprovinz Fujian nach Lugu. Dieser Oolong-Tee wurde zunächst am Berg Dongdingshan erfolgreich kultiviert und zu einer eigenen taiwanischen Oolong-Sorte namens Dongding-Tee, entwickelt. Auf circa 2000 Hektar werden jährlich etwa 2000 Tonnen Dongding-Oolong-Tee geerntet.
Auf etwa 2800 Hektar werden Bambussprossen (Mengzong- oder Winterbambussprossen, Moso-Bambus) erzeugt, was mehr als der Hälfte der Gesamterzeugung dieser Sorte in Taiwan entspricht.
In geringen Quantitäten werden, vor allem in Heya und Fenghuang, Engelwurzen (Angelica japonica, , „Bergsellerie“) angebaut. Nahe dem Xitou-Natur-Lehrpark wird in geringem Maße Angelica keiskei () erzeugt. Auch Forellenzucht wird in Lugu betrieben.
Sehenswürdigkeiten Hauptsehenswürdigkeit in Lugu ist die Natur- und die Kulturlandschaft. Im Dorf Yonglong befindet sich der kleine, künstlich angelegte Qilintan-See (, 13 ha). Der etwa 2500 Hektar große Natur-Lehrpark Xitou () im Südwesten Lugus wird von der Nationaluniversität Taiwan betrieben. Er dient Lehr- und Ausbildungszwecken, ist aber für die Allgemeinheit zugänglich. Der Fenghuanggu-Vogel- und Naturschutzpark () im Dorf Fenghuang beherbergt auf über 30 Hektar Fläche mehr als 300 seltene Vogelarten aus Taiwan und aller Welt. Der Park wird vom Nationalmuseum für Naturwissenschaften in Taichung verwaltet.
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