mini|Vergleich des Toll-Signalwegs in Säugern, Garnelen und Fruchtfliegen Drosomycin ist ein antifungales Peptid aus der Fruchtfliege Drosophila melanogaster.
Eigenschaften Drosomycin wird im Fettkörper gebildet und in die Hämolymphe sezerniert.S. Uttenweiler-Joseph, M. Moniatte, M. Lagueux, A. Van Dorsselaer, J. A. Hoffmann, P. Bulet: Differential display of peptides induced during the immune response of Drosophila: a matrix-assisted laser desorption ionization time-of-flight mass spectrometry study. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 95, Nummer 19, September 1998, S. 11342–11347, PMID 9736738, . Sechs Stunden nach Aktivierung der angeborenen Immunantwort nimmt die Bildung des Drosomycins zu und Drosomycin zirkuliert dann für etwa drei Wochen. In den Larven von D. melanogaster wird Drosomycin in den viszeralen Ästen und den hinteren Spritzlöchern der Tracheen gebildet.I. Akhouayri, C. Turc, J. Royet, B. Charroux: Toll-8/Tollo negatively regulates antimicrobial response in the Drosophila respiratory epithelium. In: PLoS pathogens. Band 7, Nummer 10, Oktober 2011, S. e1002319, , PMID 22022271, . Drosomycin besitzt vier Disulfidbrücken.P. Fehlbaum, P. Bulet, L. Michaut, M. Lagueux, W. F. Broekaert, C. Hetru, J. A. Hoffmann: Insect immunity. Septic injury of Drosophila induces the synthesis of a potent antifungal peptide with sequence homology to plant antifungal peptides. In: Journal of Biological Chemistry. Band 269, Nummer 52, Dezember 1994, S. 33159–33163, PMID 7806546. Drosomycin ist teilweise homolog zu einem antifungalen Peptid aus Brassicaceae. Die vier Disulfidbrücken stabilisieren die Proteinstruktur, bestehend aus einer α-Helix und einem β-Faltblatt, die auch in anderen Defensinen von D. melanogaster und einigen pflanzlichen Defensinen vorkommt, beispielsweise ist Drosomycin zu 40 % homolog zum Defensin des Garten-Rettichs. Die Struktur wurde erstmals 1997 aufgeklärt.
Die systemische Genexpression des Drosomycins wird durch Spaetzle induziert,B. Lemaitre, E. Nicolas, L. Michaut, J. M. Reichhart, J. A. Hoffmann: The dorsoventral regulatory gene cassette spätzle/Toll/cactus controls the potent antifungal response in Drosophila adults. In: Cell. Band 86, Nummer 6, September 1996, S. 973–983, PMID 8808632. während die Genexpression in den Tracheen durch den Immune Deficiency Pathway (IMD) kontrolliert wird. Das Gen des Drosomycins drs ist 387 bp lang und liegt auf Chromosom 3. Es liegt in einem Gen-Cluster mit sechs anderen Genen (dro1-6) und bildet mit ihnen die drosomycin multigene family unterschiedlicher Funktionen.F. M. Jiggins and K. W. Kim, “The evolution of antifungal peptides in Drosophila,” Genetics, vol. 171, no. 4, pp. 1847– 1859, 2005W. Y. Yang, S. Y. Wen, Y. D. Huang et al., “Functional divergence of six isoforms of antifungal peptide Drosomycin in Drosophila melanogaster,” Gene, vol. 379, pp. 26–32, 2006 In der verwandten Fliege D. takahashii wurden manche dieser Gene dupliziert und die drosomycin multigene family besitzt dort elf Vertreter.Bin Gao, Shunyi Zhu: The drosomycin multigene family: three-disulfide variants from Drosophila takahashii possess antibacterial activity. In: Scientific Reports. 6, 2016, . Drosomycin wird in manchen Organen über alle Entwicklungsstadien (Larve, Puppe und erwachsene Fruchtfliege) von D. melanogaster konstitutiv exprimiert.
Neben Drosomycin werden in der Fruchtfliege weitere antimikrobielle Peptide gebildet, wie Cecropine, Diptericin, Drosocin, Metchnikowin und Attacin.
Die antifungalen Eigenschaften des Drosomycins bestehen aus einer Lyse von Hyphen, einer Verzögerung des Hyphenwachstums, die in einer vorzeitigen Verzweigung resultiert, und in höheren Konzentrationen wird die Keimung der Sporen gehemmt.
Einzelnachweise
Kategorie:Peptid Kategorie:Immunologie