Harold Young (* 13. November 1897 in Portland (Oregon), Vereinigte Staaten; † 3. März 1972 in Beverly Hills, Vereinigte Staaten) war ein US-amerikanischer Filmregisseur und Filmeditor, der phasenweise auch als Schauspieler bei Bühne, Film und Fernsehen auftrat.

Leben und Wirken Harold Young hatte an der Columbia University studiert, ehe er zu Beginn der 1920er Jahre nach Hollywood ging und dort in den kommenden Jahren von mehreren Filmgesellschaften (Warner Bros., MGM, Paramount) angestellt wurde. Dort ließ man ihn nach kurzer Ausbildungszeit den Filmschnitt zu einer Reihe von Unterhaltungsproduktionen anfertigen. Paramount Pictures entsendete Young schließlich nach Europa, wo er die Oberaufsicht bei der Schnittfassung von in Paris entstandenen Filmen übernahm. Bald wirkte er auch in London als Editor für den Filmproduzenten Alexander Korda, mit dem er bereits in Hollywood (u. a. bei Das Liebesleben der schönen Helena) zusammengearbeitet hatte, und bei dessen britischen Großproduktionen Das Privatleben Heinrichs VIII., Katharina die Große und Das Privatleben des Don Juan er gleichfalls den Schnitt überwachte.

Infolge dieser sehr erfolgreichen Tätigkeit vertraute Korda ihm 1934 die Regie zu einem von ihm produzierten, aufwendigen Historien- und Kostümfilm aus der Zeit der Französischen Revolution an. Das Resultat, Die scharlachrote Blume, war ein großer Publikumserfolg und brachte Young in der Folgezeit Regieverträge von Paramount und den Universal Studios ein, die dieser in die Vereinigten Staaten heimkehren ließen. Doch keiner dieser Young-Inszenierungen kam über den B-Film-Status hinaus und hinterließen irgendwelchen Eindruck. Zuletzt musste er sich mit Regieaufträgen beim Fernsehen begnügen.

Harold Young wirkte hin und wieder in kleinen Rollen bei Filmen mit, und zwischen Oktober 1938 und November 1945 sah man ihn auch in mehreren Broadway-Inszenierungen: (Oscar Wilde, Too Many Girls, The Woman Brown, High Kickers, In Time to Come, King Richard III. und Beggars Are Coming to Town). Im November und Dezember 1947 führte Young bei 38 Vorstellungen des Broadway-Stücks The First Mrs. Fraser am Shubert Theatre Regie, anschließend kehrte er für einige Jahre nach England zurück und trat dort vor Film- und Fernsehkameras, ohne dabei größere Spuren zu hinterlassen.

Filmografie (Auswahl) Filmschnitt 1923: Fighting Blood 1923: Judy Punch (Kurzfilm) 1924: William Tells 1925: Sally, Irene and Mary 1925: Sun-Up 1926: Der starke Mann (The Strong Man) 1926: Sin Cargo 1927: Husband Hunters 1927: Das Liebesleben der schönen Helena (The Private Life of Helen of Troy) 1928: Die gelbe Lilie (Yellow Lily) 1929: Her Private Life 1930: Top Speed 1930: Bright Lights 1930: Der Flüchtling (The Lash) 1931: The Reckless Hour 1931: Die Männer um Lucie 1932: Service for Ladies 1932: Wedding Rehearsal 1932: The Girl From Maxim’s 1933: Das Privatleben Heinrichs VIII. (The Private Life of Henry VIII.) (Schnittaufsicht) 1934: Katharina die Große (Catherine the Great) (Schnittaufsicht) 1934: Das Privatleben des Don Juan (The Private Life of Don Juan) (Schnittaufsicht)

Filmregie, wenn nicht anders angegeben 1934: Die scharlachrote Blume (The Scarlett Pimpernel) 1935: Erpresser (Without Regret) 1936: Nach Mexiko verschleppt (Woman Trap) 1936: My American Wife 1937: 52nd Street 1937: Let Them Live 1938: Little Tough Guy 1938: The Storm 1939: Hero for a Day 1939 Sabotage 1940: Swing it Out Loud 1941: Bachelor Daddy 1941: Swing it Soldier 1942: Juke Box Jenny 1942: Rubber Racketeers 1942: The Mummy’s Tomb 1943: Hi, Daddy 1943: I Escaped From the Gestapo 1943: Spy Train 1944: Machine Gun Mama 1944: Drei Caballeros (The Three Caballeros) (Trickfilm, nur Live-Sequenzen) 1945: Song of the Sarong 1945: The Frozen Ghost 1945: The Jungle Captive 1946: 13 Rue Madeleine (nur Filmrolle) 1947: Citizen Saint 1949: Adel Verpflichtet (Kind Hearts and Coronets) (nur Filmrolle) 1950: The Bells (Fernsehfilm, nur Rolle) 1950: The Powder Monkey (nur Filmrolle) 1953: Double Barrel Miracle (Fernsehfilm) 1953: The Lie (Fernsehfilm) 1954: Boogie’s Bump 1956: Carib Gold 1961: Witchcraft (Fernsehfilm)

Literatur International Motion Picture Almanac 1965, Quigley Publishing Company, New York 1964, S. 316

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