Die Christkönigskirche in Sątoczno ist ein Bauwerk aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Bis 1945 war sie Pfarrkirche des evangelischen Kirchspiels Leunenburg in Ostpreußen und ist heute kirchliches Zentrum der römisch-katholischen Pfarrei Sątoczno in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage Sątoczno liegt in der nördlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren an einer Nebenstraße, die die Stadt Sępopol () im Powiat Bartoszycki (Kreis Bartenstein) mit Skandawa (Skandau) im Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg) verbindet. Die nächste Bahnstation ist die acht Kilometer entfernte Stadt Korsze (Korschen).

Die Kirche steht im östlichen Dorfteil an der Straße Sępopol–Skandawa unweit der Einmündung der Straße von Glitajny (Glittehnen). mini|150px|Der Chor mit Sakristei an der Nordseite mini|Kirchensüdseite mit Vorhalle (links) und Eulenburg-Grabkapelle mini|150px|Eingangsportal der Grabkapelle

Kirchengebäude Baugeschichte In Leunenburg wurde bereits 1326/28 zur Zeit des Hochmeisters des Deutschen Ordens, Werner von Orseln, ein Kirchengebäude errichtetKirche in Leunenburg bei ostpreussen.net. Das Bauwerk gehörte seinerzeit zu den ersten Steinkirchen der Ordenszeit.

An gleicher Stelle entstand nach den Zerstörungen durch die Litauer etwa 1350 das noch heute vorhandene Gotteshaus. Es handelt sich um einen teilweise verputzten Feldstein- und Ziegelbau mit polygonalem ChorabschlussWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 80, Abb. 300–302 und einen – erst um 1400 errichteten – quergestellten Turm. Der Turm wurde in den Folgejahren zweimal aufgestockt, bis er die Höhe von 32 Metern erreicht hatte. Umbauten erfolgten 1591 nach einem Brand im Turm.

Damals war der Chor gewölbt. Die Einwölbung des Kirchenschiffs erfolgte erst 1842 als Ersatz für eine bemalte Flachdecke. Im selben Jahr erhielt der Turm die neogotischen Staffelgiebel. Chor und Langhaus waren durch einen Triumphbogen getrennt, und an den Seiten liefen Emporen entlang.

Der achteckige Chor entstand um die Wende 14./15. Jahrhundert. Die Sakristei im Nordosten des Chores mit Tonnengewölbe und Staffelgiebel wurde bereits um 1400 angebaut. In der gleichen Zeit kam im Süden des Kirchenschiffs die Vorhalle hinzu mit spitzbogigem Eingang und Staffelgiebel, im Innern überwölbt von einem achteckigen Sternengewölbe. Im 17. Jahrhundert fügte man die Grabkapelle der Eulenburgs an mit der Inschriftplatte von 1785 und dem Giebel von 1887.

Die Kirche erhielt zwischen 1839 und 1842 eine grundlegende Renovierung.

Nach 1945 wurde die Kirche ein römisch-katholisches Gotteshaus und erhielt die Bezeichnung „Christkönigskirche“. Der Innenraum wurde baulich dem veränderten liturgischen Gebrauch angepasst.

Innenausstattung Die originäre Innenausstattung veränderte man schon in den 1820er Jahren im klassizistischen Sinn. So ist der Kanzelaltar von 1824 im Empirestil ein Werk des Bildhauers Karl Ludwig Biereichel aus Rößel (). Passend dazu veränderte man Gestühl, Emporen und Türen. Der Taufstein aus weißem Marmor befand sich von 1580 bis 1828 in der dann abgebrochenen Altstädtischen Kirche Königsberg und wurde von dort käuflich erworben. Eine silberne Taufschale stammte von 1695.

Adam Gottlob Casparini aus Königsberg (Preußen) (heute ) schuf 1745 die Orgel. Ihr Prospekt zeigt rechts das Eulenburgische und links das Tettauische Wappen.

Die Glocken wurden 1593 und 1735 gegossen.

Kirchengemeinde Evangelisch Kirchengeschichte Eine Kirche wurde in Leunenburg bereits in vorreformatorischer Zeit im 14. Jahrhundert gegründet. Unter dem Einfluss der Reformation wurde sie lutherisch,Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 473 und ab 1525 versahen hier evangelische Geistliche ihren Dienst.Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 84–85

Im Jahre 1925 zählte die Kirchengemeinde Leunenburg 5.500 Gemeindeglieder. Ein Jahr später wurde im Nachbarort Korschen () eine Filialkirche errichtet, deren Gemeinde jedoch mit Leunenburg in pfarramtlicher Verbindung blieb. Der zweite Pfarrer Leunenburgs war für den Sprengel Korschen zuständig. Sitz des Pfarramtes war Leunenburg.

Das Patronat für die Kirche in Leunenburg hatten die Grafen von Eulenburg mit Sitz in Prassen () inne. Die Kirche in Korschen war patronatslos.

Die verbundene Kirchengemeinde Leunenburg-Korschen war in den Kirchenkreis Rastenburg (polnisch Kętrzyn) zugeordnet und gehörte somit zur Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung in der Folge des Zweiten Weltkriegs setzten der evangelischen Kirche in Leunenburg und Korschen ein Ende. Die heute hier lebenden evangelischen Kirchenglieder orientieren sich zur Pfarrei in Kętrzyn – mit ihren Filialkirchen in Bartoszyce (Bartenstein) und Barciany (Barten) – in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Kirchspielorte Zum Pfarrsprengel LeunenburgZum Pfarrsprengel Korschen siehe Evangelische Kirche Korschen gehörten bis 1945 neben dem Pfarrort Leunenburg 27 Orte, Ortschaften und WohnplätzeDer * kennzeichnet einen Schulort:

Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Bollendorf Bykowo *Karschau Karszewo *Marlutten Marłuty Döhrings Suliki Klein Bloßkeim Błuskajmy Małe Mockelkeim Eschenbruch Kurowskie Błota Klein Köskeim Kaskajmy Małe Oberteich Stawnica Gelbsch Giełpsz Klein Langwalde Dłużec Mały Prassen Prosna Goldstein Kamień Klein Leunenburg Sątoczek Sawadden1938–1945: Schwaden Zawada Groß Bloßkeim Błuskajmy Wielkie Klein Oberteich *Schlömpen Słępy *Groß Langwalde Dłużec Wielki Klein Schrankheim Sajna Mała *Wangnick Wągniki Groß Schrankheim1928–1945: Schrankheim Sajna Wielka Kolbitzen Chełmiec Wettin Wetyn *Kaltwangen Kałwągi Landkeim Łękajny Wormen Studzieniec

Pfarrer An der Kirche in LeunenburgZu den Pfarrern für den Pfarrsprengel Korschen siehe Evangelische Kirche Korschen amtierten als evangelische Geistliche die Pfarrer: Valentin Büge, 1525–1537 Briccius Lehmann, ab 1537 Christian Burchart, 1554–1563 Johann Dominicus, ab 1563 Liborius Körner, ab 1585 Ambrosius Wendt, bis 1598 Leonhard Wendt, 1598–1634 Andreas Heidenreich, 1639–1668 Caspar Steinhäuser, (1647) Christoph Heydenreich, 1663–1691 Andreas Kyhr, bis 1680 Georg Kyhr, ab 1681 Heinrich Büttner, 1691–1697 Reinhold Perband, 1694–1720 Jacob Michael Weber, 1731–1735 Jacob Friedrich Roscius, 1735–1744 Christoph Daniel Weber, 1744–1767 Christoph Ludwig Unbefug, 1767–1797 Christlieb Lebr. Augar, 1798–1805 Johann Christoph Pflüger, 1803–1808 Gottfried August Reimer, 1809–1813 Sigismund Jacob Gemmel, 1813–1865 Friedrich Wilhelm Gemmel, 1865–1894 Heinrich Rudolf Oskar Neumann, 1895–1919 Paul Ewert, 1919–1928 Fritz Elmmer, 1928–1932 Kurt Dettmar, 1932–1945

Katholisch Kirchengeschichte Bis 1945 war Leunenburg in die katholische Pfarrei in Sturmhübel () im damaligen Bistum Ermland eingegliedert. Nach 1945 stieg aufgrund vieler polnischer Neuansiedler die Zahl der Katholiken in dem nun Sątoczno genannten Ort und seiner Umgebung sprunghaft an, und die bisher evangelische Kirche des Ortes wurde katholisches Gotteshaus. Am 25. Mai 1974 errichtete man in Sątoczno eine katholische PfarreiParafia Sątoczno im Erzbistum Ermland, die – wie dann auch die Kirche – den Namen „Christkönig“ erhielt. Die Pfarrei ist dem Dekanat Sępopol (Schippenbeil) im jetzigen Erzbistum Ermland zugeordnet.

Pfarreiorte Zur Pfarrei Sątoczno gehören zwanzig Orte: Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Błuskajmy Małe Klein Bloßkeim Sątoczek Klein Leunenburg Błuskajmy Wielkie Groß Bloßkeim Sątoczno Leunenburg Bykowo Bollendorf Sajna Mała Klein Schrankheim Giełpsz Gelbsch Sajna Wielka Groß Schrankheim1928–1945: Schrankheim Kałwągi Kaltwangen Słępy Schlömpen Kamień Goldstein Stawnica Oberteich Kaskajmy Małe Klein Köskeim Studzieniec Wormen Łękajny Landkeim Suliki Döhrings Marłuty Marlutten Wągniki Wangnick Prosna Prassen Wetyn Wettin

Pfarrer Seit Errichtung einer eigenen Pfarrei amtierten an der Christkönigskirche in Sątoczno die Pfarrer: Kazimierz Walczuk, 1974–1980 Stefan Tomaszewski, 1980–1986 Brunon Wicki, 1986–1997 Andrzej Makarewicz, 1997–2002 Zygmunt Wolanin, 2002–2008 Adam Malak, seit 2008

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Einzelnachweise

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