mini|Katharina Abel in Wiener Walzer Katharina Abel, verehelichte Gräfin Orssich von Slavetich, (* 21. FebruarSt. Karl Borromäus, Taufbuch 16, fol. 120 1856 in Wien; † 6. März 1904 in Baden bei Wien) war eine Solotänzerin an der Wiener Hofoper.

Leben Sie wurde im Alter von zwölf Jahren als Ballettschülerin vom Kärntnertortheater aufgenommen, wo sie von der Ballettmeisterin Johanna TelleZum Wirken von Johanna Telle siehe Neue Freie Presse, 16. Juni 1889, S. 5 in die Kunst des klassischen Tanzes unterwiesen wurde.Ilustrierte Sport Zeitung, 6. Juni 1880, S. 15 1871 wurde sie Mitglied der Hofoper. Die junge Künstlerin zählte zu den reizendsten und graziösesten Ballerinen ihrer Zeit. Sie glänzte vor allem in pantomimischen Rollen. In ihrer ersten Solopartie am 4. Oktober 1879 im Ballett Dyellah oder die Reise nach Indien agierte sie als Amazonenführerin derart überzeugend, dass nach dieser Vorstellung ihre Bestellung zur Hofopern-Solotänzerin erfolgte.Zum Inhalt von Dyellah: anno.onb.ac.at Unter Direktor Carl Teile war sie eine der beliebtesten Kräfte dieses Theaters. Zu den Bühnenwerken, bei denen die Künstlerin als Ballerina eine Hauptrolle spielte, zählen das Ballett Coppélia, die Opern Die schöne Melusine von Louis Schindelmeisser und Die Stumme von Portici (in der Abel die Fenella verkörperte), sowie die Divertissements Wiener Walzer, Die Puppenfee, Sonne und Erde, Fantasca, Fata Morgana und Der Stock im Eisen (nach einer alten Wiener Sage, von Pasquale Borri). Bei der Aufführung des Tanzstückes Giselle stürzte Abel aufgrund eines Versagens der Aufhängung von einem über der Szene angebrachten beweglichen Rosenstrauch aus einer Höhe von drei Metern auf den Bühnenboden, wobei sie sich eine Fußverletzung zuzog, die ihrer Solokarriere ein jähes Ende bereitete. Eine Zeitlang konnte sie das Publikum noch als Darstellerin von pantomimischen Rollen für sich einnehmen.

Heirat

Am 14. Juli 1890 heiratete Abel den um 10 Jahre jüngeren Grafen Georg Orssich von Slatevich, der zum Zeitpunkt der Eheschließung weder über ein nennenswertes Vermögen verfügte noch einem Beruf nachging. Die Trauung fand im engsten Kreis der Familie und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Braut trug einfache Straßentoilette, das Gesicht war von einem Schleier verhüllt.Mährisches Tagblatt, 15. Juli 1890, S. 6 1892 beendete die einstmals berühmte Primaballerina der Hofoper ihre Bühnenkarriere und lebte fortan auf dem Gut ihres Ehemannes in Theresienfeld. Zwei Jahre vor ihrem Ableben bezog sie eine Wohnung im Mercedeshof (siehe: Emil Jellinek) in Baden bei Wien. Im November 1903 wurde sie nach zwei Operationen aus dem Rath’schen Spital als geheilt entlassen. Nach einem weiteren Eingriff zu Beginn des Jahres 1904 erlag sie nur Wochen später ihrem Krebsleiden. Die Kränklichkeit der Künstlerin war auf „zu enge Schnürung der Taille während ihrer Tanzzeit“ zurückgeführt worden.

Die Ehe mit Graf Orssich blieb kinderlos.

Die Leiche wurde nach Varasdin überführt, wo sie in der Erbgruft der Familie beigesetzt wurde.Neues Wiener Journal, 7. März 1904, S. 4

Varia Katharina Abel war Mutter einer Tochter. Der Vater des am 17. Jänner 1876 in Wieden geborenen Kindes ist unbekannt. Ein Jahr nach der Eheschließung ihrer Mutter heiratete Maria den Gutsinspektor des Grafen Hunyadi, Lajos von Fautz, dem sie drei Kinder gebar.Stammbaumprofil von Katharina und Maria Abel bei Gen.com Maria führte gegen ihren Stiefvater einen Erbschaftsprozess, bei dem es darum ging, einen Teil des Vermögens der verstorbenen Mutter wiederzuerlangen.Ein Erbschaftsprozess in der Wiener Aristokratie. In: Salzburger Volksblatt, 30. Dezember 1910, S. 4 und 5 anno.onb.ac.at Ihr Urenkel war Ernst Bregant (1920–2016), ein Sohn ihrer ältesten Enkelin Katalin Bregant (1893–1991).

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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