Morobe (deutsch veraltet: AdolfhafenDeutsches Koloniallexikon. Hrsg. von Heinrich Schnee. - Leipzig: Quelle & Meyer 1920. - 3 Bde.) ist eine der 19 Provinzen von Papua-Neuguinea. Es ist etwa 34.500 km² groß und zählt rund 997.545 Einwohner (Zensus 2024). Hauptstadt ist Lae, mit knapp 148.000 Einwohnern im Jahr 2011 die zweitgrößte Stadt des Landes.

Geographie Morobe liegt im Nordostteil von Neuguinea. An der Nordküste der Provinz gibt es Tiefland, die Ostküste um den Huon Golf und das Binnenland bestehen aus teils hohem Gebirge wie den Herzog Mountains. Zu Morobe gehören mehrere Inseln, unter anderem die Siassi-Inseln mit der Hauptinsel Umboi mit 777 km², die Tami-Inseln, die Longuerue-Inseln und weitere küstennahe Inseln. Größter Strom der Provinz ist der Markham-Fluss.

Wirtschaft Morobe ist mit die am meisten industrialisierte und mit am dichtesten besiedelte Provinz Papua-Neuguineas. Neben metallverarbeitenden Betrieben befindet sich hier die größte Sperrholzfabrik der Welt. Auch im Bereich der Viehzucht von Rindern und Hühnern ist Morobe führend. Ferner spielt der Tourismus eine Rolle.

Die Straßensituation ist besser als in den meisten Provinzen. In der Hauptstadt beginnt der bekannte Highlands Highway, der in die Hochlandprovinzen führt, und auch die Küstenstraßen sind im Allgemeinen gut befahrbar.

Nachbarprovinzen sind im Norden Madang, im Westen Eastern Highlands, im Süden Gulf, Central und Oro.

Geschichte und Goldrausch Vorzeit Das Gebiet der heutigen Morobe-Provinz war schon vor mindestens 40.000 Jahren bewohnt. In diese Zeit datieren Steinäxte, die bei Bobongora gefunden wurden. Ältere Siedlungen lagen vermutlich in Küstennähe, sind aber durch den ansteigenden Meeresspiegel überflutet worden.

Deutsche Kolonialzeit Der erste intensivere Kontakt mit Europäern geht auf das ausgehende 19. Jahrhundert zurück, als die deutsche Neuguinea-Kompagnie 1885 in Finschhafen eine erste Siedlung gründeten. Als Folge von Malaria und anderen tropischen Krankheiten wurde der Kolonialisierungsversuch jedoch bald aufgegeben und nach Neubritannien verlagert. Im Ersten Weltkrieg versteckte sich der deutsche Hauptmann Hermann Detzner mit wenigen Mann im Inneren der Provinz und kapitulierte erst im November 1918.

Goldrausch 1921, unter australischer Herrschaft, wurde in Wau Gold gefunden. Einige Jahre später, infolge des Goldrausches, strömten Goldsucher über den Hafen Salamaua nach Wau und es kam zu einem wirtschaftlichen Boom. Morobe und die Guinea Airways hielten damals den Weltrekord an Luftfracht, da es noch keine Straßen gab und der Transport über Bergpfade sehr mühsam für die Goldsucher war. Überfälle durch die eigentlichen Bewohner des unwegsamen Gebietes und tropische Krankheiten forderten viele Todesopfer. 1926 wurde ein weiteres, ertragreicheres Goldfeld ganz in der Nähe von Wau gefunden und machte das Einfliegen schwerer Gerätschaften notwendig. Für kurze Zeit wurde zwischen Lae und Wau mehr Luftfracht bewegt, als in der gesamten restlichen Welt zusammen. Erst 1965 schloss die letzte der großen Minen.

Die heutige Provinzhauptstadt Lae, damals noch in der Schreibweise Lehe, war zu Beginn des Goldrausches eine kleine Missionsstation. Sie entwickelte sich bald um ihre Landepiste herum.

Zweiter Weltkrieg Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Morobe-Orte Lae und Salamaua neben Rabaul zu den wesentlichen japanischen Basen auf Neuguinea. Anfang 1943 verlor Japan eine Schlacht bei Wau gegen Australien, was bis September zur Rückeroberung Laes und Salamauas durch Australien führte. Das zerstörte Salamaua wurde nie wieder aufgebaut und ist heute nur noch ein kleines Dorf.

Nachkriegsgeschichte Der rasant zunehmende Export von Kaffee, Tee und Mineralien führte in den 1980er und 1990er Jahren zum Ausbau des Seehafens in Lae.

Distrikte und LLGs Die Provinz Morobe ist in neun Distrikte unterteilt. Jeder Distrikt besteht aus einem oder mehreren „Gebieten auf lokaler Verwaltungsebene“, Local Level Government (LLG) Areas, die in Rural (ländliche) oder Urban (städtische) LLGs unterschieden werden.National Statistical Office of Papua New Guinea

Distrikt Verwaltungszentrum Bezeichnung der LLG-Gebiete Bulolo Distrikt Bulolo Mumeng Rural Waria Rural Watut Rural Wau-Bulolo Urban Wau Rural Buang Rural Finschhafen Distrikt Gagidu Hube Rural Kotte Rural Finschhafen Urban Yabim-Mape Rural Burum-Kuat Rural Huon Distrikt Salamaua Morobe Rural Salamaua Rural Wampar Rural Kabwum Distrikt Kabwum Deyamos Rural Komba (Seko) Rural Yus Rural Selepet Rural Lae Distrikt Lae Ahi Rural Lae Urban Markham Distrikt Kaiapit Onga-Waffa Rural Umi-Atzero Rural Wantoat-Leron Rural Menyamya Distrikt Menyamya Kapao Rural Nanima Kariba Kome Rural Wapi Rural Nawae Distrikt Boana Labuta Rural Nabak Rural Wain-Erap Rural Tewae-Siassi Distrikt Wasu Sialum Rural Siassi Rural Wasu Rural

Sprachen In der Morobe-Provinz werden 41 austronesische Sprachen und 57 nicht-austronesische „Festlandssprachen“ (Papua-Sprachen) gesprochen. Tok Pisin ist die wichtigste Verkehrssprache. 1995 konnten 52,2 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Sprache schreiben. Meist war das eine der lokalen Sprachen (46,1 %), Tok Pisin (42,9 %), Englisch (27,2 %) oder Hiri Motu (2,2 %). Über ihren eigenen Sprecherkreis hinaus haben die lutherischen Kirchensprachen Kate und Yabem Bedeutung. Diese geht jedoch zugunsten der Verkehrssprache Tok Pisin zurück.

Siehe auch: Sprachen Papua-Neuguineas

Religion 1995 gehörten 77,6 Prozent der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea (siehe auch lutherischen Kirche), 5,8 Prozent der Katholischen Kirche an. 34 Prozent der eingeschriebenen Schüler besuchten kirchliche Schulen.

Einzelnachweise

Kategorie:Provinz von Papua-Neuguinea Kategorie:Geographie (Neuguinea)

Morobe