Sparneck ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Hof und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Sparneck.

Geographie Geographische Lage Der Markt Sparneck liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von im Pfarrbachtal, das den Großteil des Gemeindegebiets bildet. Die Sächsische Saale durchquert dieses Tal in nördlicher Richtung. Im Süden erhebt sich der 877 Meter hohe Große Waldstein, an dessen Westhang die Saale entspringt. Der Waldstein-Gebirgszug, zu dem auch der südöstlich des Ortes gelegene Kleine Waldstein zählt, bildet die natürliche Grenze zum Landkreis Wunsiedel.

Durch Sparneck führt der Jean-Paul-Weg, ein markierter und ausgeschilderter Wanderweg zu Ehren des Dichters Jean Paul Friedrich Richter (1763–1825). Auf den zum Ort gehörenden Flächen gibt es drei Naturdenkmäler: die Felsengruppe Kleiner Waldstein, der Weidenbrunnen im selben Wald und eine Buche in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Waldhotels Heimatliebe.

Nachbargemeinden Größere Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend, die Gemeinde Weißdorf, die Stadt Kirchenlamitz, die Stadt Bad Weißenstadt (beide im Landkreis Wunsiedel), der Markt Zell und die Stadt Münchberg.

Gemeindegliederung Es gibt zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Sparneck und Sparnecker Forst (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Sparneck hat eine Fläche von 9,448 km² und ist in 2021 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4675 m² haben. In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile.

Geschichte Namensentwicklung Die erste Beurkundung Sparnecks lässt darauf schließen, dass eine Burg erbaut wurde und sich die Besitzer, die Herren von Sparneck, nach ihr benannten. Die Burg wurde allerdings erst 1298 urkundlich erwähnt. Die frühe Bezeichnung des Adelsgeschlechts als Sparrenhecke leitet sich von den roten und silbernen Sparren ab, die das Wappen von Sparneck zieren. Der Zusatz hecke oder eck weist darauf hin, dass sich die Burg auf einem Bergsporn befand.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon der fränkischen Ortsnamen, S. 211.

Die Zeit der Herren von Sparneck Der Geschichte des Marktes Sparneck ist mit der des gleichnamigen Adelsgeschlechts, der Herren von Sparneck, verbunden. Der Ort Sparneck erschien erstmals in einer Urkunde vom 10. November 1223, als Rüdiger von Sparneck („Rudegerus de Sparrenhecke“), sein Bruder Arnold von Sparnberg und Rüdigers Söhne als Zeugen bei einem Gerichtstag in Eger auftraten. Ihr Besitz reichte bis ins Egerland. Sie besaßen die Hohe Gerichtsbarkeit, die es ihnen erlaubte, auch die Todesstrafe zu verhängen. Als der böhmische König im Jahr 1355 zum deutschen Kaiser Karl IV. gekrönt wurde, rückte das europäische Machtzentrum in ihre unmittelbare Nähe. Die Sparnecker verstanden es, ihren Besitz unter böhmische Lehenshoheit zu stellen. Dieser Umstand könnte dazu geführt haben, dass das Sparnecker Schloss beim Hussiteneinfall 1430 verschont blieb, während viele andere Burgen zerstört wurden. Auch den Bayerischen Krieg (1459–1463) überstand es unversehrt.

Nachdem die Sparnecker Ritter während des 14. Jahrhunderts mit den mächtigen Burggrafen von Nürnberg zu kämpfen hatten, die ihr Gebiet kontinuierlich vergrößerten, verkauften sie im Jahr 1373 mit Münchberg und 19 weiteren Dörfern einen großen Teil ihres Besitzes. Als die Sparnecker Ritter Thomas von Absberg erlaubten, seine Gefangenen im Verlies auf dem Waldstein zu verstecken, gerieten sie ins Visier des Schwäbischen Bundes, eines Zusammenschlusses fränkischer und schwäbischer Reichsstände. Dieser setzte sich mit 10.000 Fußknechten, 1000 Reitern, 40 Geschützen, 100 schweren Büchsen und 900 Zentnern Schießpulver in Bewegung, um 23 Raubschlösser zu zerstören. Er schlug am 8. Juli 1523 sein Lager in Sparneck auf, was in einem Wandereisen-Holzschnitt dokumentiert ist. Am 10. Juli wurden die Schlösser Sparneck und Gattendorf zerstört, am 11. Juli die Burg auf dem Waldstein und die Uprode, am 12. Juli 1523 wurde das Wasserschloss in Weißdorf gesprengt. Sämtliche Bewohner waren vorher geflohen. Die Sparnecker haben sich nie mehr von diesem schweren Schlag in ihrem Kernland erholt. Es dauerte 40 weitere Jahre, bis die Sparnecker endgültig enteignet wurden. Der letzte Sparnecker starb 1744 im Schloss Bernstein bei Wunsiedel. mini|Sogenannter Wandereisen-Holzschnitt von 1523, vorne der brennende Rittersitz, links im Hintergrund das Klostergebäude, daneben die Klosterkirche, heute Chorraum von St. Veit

Hohenzollern, Preußen, Franzosen und Bayern Nach der Zerstörung der sechs Sparnecker Schlösser war 1563 für den Markgrafen Georg Friedrich der Weg für die endgültige Übernahme des Sparnecker Gebietes frei. Die Markgrafen teilten ihren wachsenden Herrschaftsbereich in den obergebirgischen und den niedergebirgischen Teil ein. Im Stockenrother Schloss wurde ein Amt eingerichtet und mit der Verwaltung betraut. Um 1680 wurden die Ämter Münchberg, Stockenroth und Hallerstein zu einem Oberamt mit Sitz in Stockenroth zusammengefasst. 1731 verlegte der Amtmann Johann Georg Hartung seinen Wohnsitz nach Sparneck zurück in das Amtshaus, das er auf den Ruinen des ehemaligen Schlosses erbauen ließ. Sein Schwiegersohn Johann Siegmund Friedrich Feez erbaute 1763 ein neues, das Feezsche Amtshaus, in dem sich gegenwärtig die Dorfbäckerei befindet. Das Stockenrother Schloss wurde 1762 abgerissen, das Oberamt Münchberg-Stockenroth-Hallerstein 1779 aufgelöst und nach Hof verlagert. Als Markgraf Karl Alexander auf die Fürstentümer Ansbach und Bayreuth verzichtete, kamen sie unter preußische Herrschaft (1792–1806). Freiherr von Hardenberg führte im Jahre 1797 eine Verwaltungsreform durch und gliederte das Fürstentum Bayreuth in sechs Kreise. Münchberg wurde Sitz eines Kammeramtes als Untergliederung im Kreis Hof. Innerhalb dieses Kammeramtes wurden 14 Steuerdistrikte eingeführt, wobei Zell erstmals von Sparneck getrennt wurde.

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Im Vierten Koalitionskrieg erreichten die Truppen Napoleon Bonapartes am 8. Oktober 1806 Sparneck. Nach der preußischen Niederlage wurde in Bayreuth ein französischer Militärgouverneur eingesetzt. Der Fünfte Koalitionskrieg Österreichs gegen Frankreich endete mit einer kurzen Besetzung im Jahr 1809. Die Franzosen hatten durch ihren erfolgreichen Gegenschlag und den Frieden von Schönbrunn das Gebiet wieder unter Kontrolle. Am 30. Juni 1810 übergab Frankreich die ehemals preußischen Provinzen Ansbach und Bayreuth dem Königreich Bayern, das sie für 15 Millionen Francs von Napoleon gekauft hatte. Damit war die heutige politische Struktur geschaffen. 1817 erfolgte eine Neugliederung Bayerns in acht sogenannte Kreise, die späteren Regierungsbezirke. Der Obermainkreis mit Sitz in Bayreuth nannte sich ab 1837 Oberfranken. Anfänge zur Selbstverwaltung der Bezirke gab es seit 1829. Deren Struktur wurde zuletzt bei der Gebietsreform im Jahre 1972 geändert. Dabei wurde der ehemalige Landkreis Münchberg dem Kreis Hof zugeschlagen. Die Gliederung in Kommunen mit Selbstverwaltungsrechten folgte dem Gemeindeedikt von 1818. Sparneck und Zell wurden getrennte Landgemeinden. Mit der Gemeindegebietsreform von 1978 bilden Sparneck und Weißdorf eine Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Sparneck.

mini|Heutiger Zustand des ehemaligen Amtshauses, erbaut auf Resten des Sitzes der von Sparneck

Schloss Das Sparnecker Schloss war der Stammsitz der Herren von Sparneck. Nachdem das Schloss am 10. Juli 1523 vom Schwäbischen Bund zerstört worden war, wurde es nicht wieder aufgebaut. Die Trümmer lagen 200 Jahre auf dem Schlossplatz und wurden später von den Bewohnern der angrenzenden Gebäude als Baumaterial verwendet. Im Jahr 1724 entdeckte der ehemalige Amtmann Johann Georg Hartung, dass die Keller des Schlosses noch weitgehend in Ordnung waren, und überbaute sie mit einem Amtshaus. Dieses Gebäude blieb erhalten und soll in ein Haus der Geschichte umgebaut werden.

Kirche und Kloster mini|Evangelische Kirche St. Veit mini|Katholische Kirche Friedrich von Sparneck gilt als Stifter und Erbauer eines Klosters in Sparneck, das von den Karmeliten unterhalten wurde. Die evangelische Kirche St. Veit ist aus der Klosterkirche hervorgegangen.

Verwaltungsgeschichte Zur Realgemeinde Sparneck gehörten Einöden, Rohrmühle, Saalmühle und Ziegelhütte. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Sparneck aus 95 Anwesen und einer Pfarrkirche und einem Forsthaus. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Amt Stockenroth zu. Grundherren waren das Amt Stockenroth: 4 Halbfronhöfe, 6 Viertelfrohnhöfe, 14 Gütlein, 44 Tropfhäuser, 2 halbe Tropfhäuser, 1 Mühle, 1 Halbhof mit Wirtshaus, 5 Viertelhöfe, 1 Viertelhof mit Mühle, 5 Häuser, 1 Kellerhaus, 2 halbe Häuser, 2 Häuslein, 1 Ziegelhütte; das bayreuthische Verwaltungsamt Streitau: 1 Halbhof, 1 Tropfhaus; die Hofkammer Bayreuth: 1 Viertelhof, 3 Häuser.Annett Haberlah-Pohl: Münchberg. Der Altlandkreis, S. 436.

Von 1797 bis 1810 unterstand Sparneck dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Sparneck gebildet. Zu diesem gehörten Einöden, Germersreuth, Grohenbühl, Immerseiben, Immershof, Reinersreuth, Rohrmühle, Saalmühle, Stockenroth und Ziegelhütte. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Sparneck, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). Ab 1862 gehörte Sparneck zum Bezirksamt Münchberg, 1939 in Landkreis Münchberg umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt). 1950 kam Brandenstumpf von der Gemeinde Hallerstein hinzu.Annett Haberlah-Pohl: Münchberg. Der Altlandkreis, S. 498 f. Die Gemeinde Sparneck hatte 1964 eine Fläche von 9,442 km².

Einwohnerstatistik Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1842 auf 1589 um 253 bzw. um 13,7 %. Am 31. Dezember 1994 hatte Sparneck 1940 Einwohner.

Gemeinde Sparneck Jahr 1812 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2010 2015 2022Einwohner 1026 1871 1556 1642 1660 1680 1639 1587 1556 1462 1415 1448 1451 1516 1485 1549 1574 1449 1862 1970 2164 2198 1861 1725 1663 1639 1573HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2022 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 164 201 196 199 209 235 255 367 541 589 600Quelle

Ort Sparneck Jahr 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 824 844 1098 1115 1017 933 994 1338 1515 1616 1487Häuser 107 118 120 144 172 252 423Quelle

Konfessionsstatistik Gemäß der Volkszählung 2011 waren 72,4 % der Einwohner evangelisch, 14,5 % römisch-katholisch und 13,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Markt Sparneck Religion, Zensus 2011 Die Zahl der Katholiken und vor allem die der Protestanten ist seitdem gesunken. Ende 2020 waren von den Einwohnern 66,6 % (1.062) evangelisch, 13,2 % römisch-katholisch und 20,1 % gehören einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bericht des Bürgermeisters Berichtsjahr 2020 Geschlechter und Konfessionen Seite 16, abgerufen am 30. Januar 2021

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern. Nach der Kommunalwahl 2020 setzt er sich wie folgt zusammen: SPD/Wahlgemeinschaft 5 Sitze CSU 5 Sitze Aktive Waldsteinbürger Sparneck 2 Sitze

Bürgermeister 1972–1996 Fritz Prechtel 1996–2014 Gerhard Loy 2014–2020 Reinhard Schmalz seit 2020 Daniel Schreiner (SPD)

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.

Verwaltungsgemeinschaft