Albert Limbach (geboren am 10. Juni 1838; gestorben am 3. März 1898 in Braunschweig) war ein deutscher Schriftsetzer, Verleger, Herausgeber und Druckereibesitzer.
Leben und Wirken Limbach gründete am 1. Juli 1865 gemeinsam mit dem Drucker und Stereotypengießer Albert Berglein in einem Gebäude in der Stobenstraße 14 in Braunschweig eine Druckerei unter dem Namen „Berglein und Limbach“. Hier fertigten sie zunächst fast ausschließlich Akzidenzen an. 1867 gaben sie kurzzeitig die Zeitung Braunschweiger Reform heraus.Britta Berg: Zeitungen und Zeitschriften aus Braunschweig einschließlich Helmstedt (bis 1810) und Wolfenbüttel (bis 1918). S. 45–46. Zu den Werken aus dieser Druckerei gehörten unter anderem Schriften zum „Herzoglich Braunschweigischen Truppencorps“, Berichte über die „Höhere Töchterschule“, Firmenschriften oder zum „Arbeitertag für Braunschweig und die weitere Umgegend“ der am 21. Juli 1867 stattfand. Zudem wurden Flugblätter für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Region Braunschweig gedruckt.
Berglein schied am 1. Juli 1870 aus dem Unternehmen aus und gründete eine Papierhandlung. Limbach erwarb ein Grundstück in der Leopoldstraße 13 und zog im März 1877 dorthin um. Hier konnte er seine Druckerei weiter ausbauen. Er nahm mit dem Kaufmann Otto Damm einen neuen Geschäftspartner auf und gemeinsam gaben sie vom 1. Dezember 1880 an die täglich erscheinenden Braunschweigische Landeszeitung heraus,Britta Berg: Zeitungen und Zeitschriften aus Braunschweig einschließlich Helmstedt (bis 1810) und Wolfenbüttel (bis 1918). S. 50–51. was zu einem Aufschwung führte, mit der Herausgabe des Braunschweiger Stadt-Anzeigers seit dem 7. November 1886Britta Berg: Zeitungen und Zeitschriften aus Braunschweig einschließlich Helmstedt (bis 1810) und Wolfenbüttel (bis 1918). S. 52–53. wurde ein erneuter Umzug erforderlich, da die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten, um den Druck zu bewerkstelligen. Da dieser in einer Auflage von annähernd 20.000 Stück erschien. Zunächst waren zwei Doppelmaschinen angeschafft worden, die jedoch zu langsam waren, so dass zusätzlich eine Rundmaschine aufgestellt werden sollte. Das Grundstück Hutfiltern 8 wurde erworben und dort ein Neubau errichtet, an dessen Vorderseite in zwei Nischen Standbilder von Johannes Gutenberg und Friedrich Koenig zu sehen waren. Am 10. November 1887 wurde das gesamte Geschäft dorthin verlagert. Die neu angeschafften Dampfmaschinen lieferten Strom für die Maschinen und die Beleuchtung sämtlicher Geschäftsräume sowie des benachbarten Häuserblocks. Als Otto Damm verstarb, nahm Limbach am 5. Mai 1889 den Kaufmann Adolf Bodenburg zum Teilhaber. Die Schriftgrade für den Akzidenzdruck wurde im Juni 1890 auf das System von Hermann Berthold umgegossen, die Zeitungsabteilung war bereits im November 1887 nach diesem System eingerichtet worden. hochkant|mini|Buch aus der Druckerei Albert Limbach: Geschichte des Braunschweigischen Infanterie-Regiments Nr. 92 Ausstattung der Druckerei um 1890 Zeitschriften/Drucke neben Akzidenzen Maschinen: 1 Rundmaschine 6 gewöhnliche Druckmaschinen 2 Doppelmaschinen 3 Tiegeldruckpressen 3 Dampfmaschinen 2 Dynamomaschinen Beschäftigte: 1 Faktor, 2 Korrektoren 34 Setzer, 11 Setzerlehrlinge 4 Drucker, 2 Druckerlehrlinge 1 Stereotypengießer 1 Elektrotechniker 4 Buchbinder sowie 11 männliche und 8 weibliche Hilfsarbeiter Braunschweigische Landeszeitung (1880–1941) Braunschweiger Stadt-Anzeiger (1886–1906) → Braunschweiger Allgemeiner Anzeiger (1906–1941). Zeitschrift der Gesellschaft für Niedersächsische Kirchengeschichte (1896–1940). Wilhelm Blasius: Stürme und moderne Meteorologie. Vier Vorträge gehalten in Braunschweig 1891–1892. 1893, . Richard Bettgenhaeuser: Die Industrieen des Herzogthums Braunschweig. Band 1. 1899, . Gustav von Kortzfleisch: Geschichte des Braunschweigischen Infanterie-Regiments Nr. 92 und seiner Stammtruppen 1903 (3 Bände). Zweigstelle Schöppenstedter Buchdruckerei seit März 1890 1 Druckmaschine 1 Faktor 3 Setzer und 1 Lehrling Schöppenstedter Zeitung dreimal wöchentlich Braunschweigische Feuerwehr-Zeitung
Limbach starb am 3. März 1898 und war mit Adolphine (geb. Ohms, 1833–1898) verheiratet, beide haben auf dem Historischen Magnifriedhof in Braunschweig ihre letzte Ruhestätte. Das Unternehmen Albert Limbach Druck- u. Verlagsgesellschaft mbH u. Co. KG wurde unter seinem Namen weitergeführt.
Literatur
Britta Berg: Zeitungen und Zeitschriften aus Braunschweig einschließlich Helmstedt (bis 1810) und Wolfenbüttel (bis 1918) (= Braunschweiger Werkstücke. Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek, Reihe A, Band 40, Der ganzen Reihe Band 93), Reichold, Braunschweig 1995, ISBN 3-930459-08-6.
Robert Jordan: Die Zeitungen der Stadt Braunschweig. Skizze zu einer Chronik. Hildesheimer Kurier, Hildesheim 1921. Limbach, Albert Druck- u. Verlagsgesellschaft mbH u. Co. KG. In:
Weblinks Geschichte bzv-medienhaus.de
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