mini|Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Polens Straßen Dieser Artikel behandelt die verschiedenen Verkehrsformen in Polen.

Straßenverkehr Das Straßennetz verfügt über eine Gesamtlänge von rund 382.000 km.Główny Urząd Statystyczny: Raport: Transport – Wyniki działalności w 2005 r. 2005, Das gesamte nationale Straßennetz umfasst 19.368 km. Schnellstraßen haben daran einen Anteil von 3.593,3 km und Autobahnen von 1.923,1 km. Die Generaldirektion für Nationalstraßen und Autobahnen (GDDKiA) als Behörde der polnischen Regierung ist für die Verwaltung und die Finanzierung der Autobahnen, Schnellstraßen und Landesstraßen zuständig. Die Woiwodschaftsstraßen werden dagegen von den einzelnen Woiwodschaften verwaltet. Für Autobahnen, Schnell- und Landesstraßen ist auf ausgewählten Straßenabschnitten eine streckenabhängige Maut für Kraftfahrzeuge zu entrichten.

Im Jahr 2025 ereigneten sich in Polen rund 21.000 Verkehrsunfälle, bei denen 1.651 Menschen getötet und mehr als 24.700 verletzt wurden. Die Zahl der Verkehrstoten ist in Polen seit Jahrzehnten rückläufig. Wurden 1998 noch 7.080 Menschen im Straßenverkehr getötetKrajowej Rady Bezpieczeństwa Ruchu Drogowego: (PDF; 947 kB), sank diese Zahl bis 2004 auf 5.700. Dies entsprach damals jedoch noch einer etwa viermal höheren Todesrate als im Durchschnitt der Europäischen Union.Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 19. August 2005, S. 20. Die polnische Regierung verfolgt im Rahmen der Vision Zero das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2050 auf null zu senken.

Die Motorisierung hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Nach Angaben von Eurostat waren 2024 629 PKW je 1.000 Einwohner registriert. Damit lag Polen über Deutschland mit 590 PKW/1.000 Einwohnern als auch über dem EU-Durchschnitt von 577 PWK/1.000 Einwohnern. 1990 waren es lediglich 138 PKW/1.000 Einwohner, zur Jahrtausendwende 2000 verdoppelte sich diese Zahl bereits auf 261 PKW/1.000 Einwohner.

Parallel zum Anstieg des Individualverkehrs wurde das Straßennetz seit den 2000er Jahren umfassend ausgebaut und modernisiert. Seit dem EU-Beitritt Polens hat sich die Länge des Schnellstraßennetzes mehr als versiebenfacht: 2004 waren es 720 km, in 2024 5.100 km. Die GDDKiA gab 2023 rund 17 Milliarden Złoty für den Ausbau und die Modernisierung des Straßennetzes aus. Für die Umsetzung des Straßenbauprogramms 2023–2030 befanden sich 2026 Projekte mit einem Gesamtauftragswert von mehr als 60 Milliarden Złoty in der Realisierung. Das Instandhaltungsbudget betrug 2024 2,5 Mrd. Złoty. Die umfangreichen Investitionen führten zu einer deutlichen Verbesserung des technischen Zustands des Straßennetzes. Waren 2001 noch 34 % der Nationalstraßen sanierungsbedürftig, hat sich dieser Anteil bis 2023 auf 16 % reduziert. Die EU hat sich mit signifikanten Mitteln am Straßenausbau in Polen beteiligt. Allein die Europäische Investitionsbank stellte hierfür insgesamt rund 35 Milliarden Euro bereit.

Eine große Bedeutung nimmt der Busverkehr ein.

Autobahnen und Schnellstraßen mini|hochkant=1.6|Das aktuelle Autobahn- und Schnellstraßennetz in Polen mini|hochkant=1.3|Aufbau des Autobahn- und Schnellstraßennetzes in Polen

Das polnische Autobahn- und Schnellstraßennetz ist eines der am schnellsten expandierenden in Europa. In den 1970er Jahren begannen ernsthafte Planungen und der erste Bau eines umfassenden Autobahnnetzes. 1976 begann der Bau der ersten Autobahnabschnitte. Bis 1999 wurden ca. 160 Autobahnkilometer fertiggestellt und freigegeben.

1985 wurden die Planungen eines Schnellstraßennetzes aufgenommen. Bis 1999 wurden ca. 12 km zweispuriger Schnellstraßen eröffnet.

Von 1999 bis 2004 wurden weitere 255 km Autobahn- und 28 km Schnellstraßenstrecken fertiggestellt. Somit betrug 2004 die Gesamtlänge der polnischen Autobahnen knapp 600 Kilometer.Andrzej Chwalba: Kurze Geschichte der Dritten Polnischen Republik. Wiesbaden 2010, S. 105.

In den Jahren von 2005 bis 2007 wurde das Autobahnnetz um weitere 235 km und das Schnellstraßennetz um 145 km ausgebaut.

Nach der Vergabe der Fußball-Europameisterschaft 2012 nach Polen und der Ukraine im Jahr 2007 war eine Fertigstellung aller polnischen Autobahnen bis Ende 2012 und ein Ausbau des Schnellstraßennetzes auf 2418 km geplant.Raport: autostrady 2012. (polnisch)

Nach einiger Zeit wurde bekannt, dass viele dieser großen Bauvorhaben nicht realisiert werden können. Zunächst wurde die Realisierung des 140 km langen Autobahnabschnittes Tuszyn–Pyrzowice aus Finanzierungsschwierigkeiten aufgegeben und auf das Jahr 2015 verschoben. (polnisch) Außerdem wurde die Aufstockung des Schnellstraßennetzes um beinahe 2000 km aus Finanzierungsschwierigkeiten und dem Plan, die Arbeiten in die Fertigstellung der Autobahnen zu investieren, verworfen.wprost.pl

2010 war es fraglich, ob die wichtigsten Projekte, die Abschnitte A1 Toruń–Łódź, A2 Łódź-Warschau sowie A4 Krakau–Ukraine, zur Fußball-Europameisterschaft realisiert werden konnten.Nie będzie autostrad na EURO 2012 przez brak pieniędzy i powódź. (polnisch) (polnisch) Anfang 2011 wurde eingeräumt, dass die A1 von Toruń nach Łódź nicht fertiggestellt werden konnte, da das Teilstück Toruń–Kowal erst im September 2012 freigegeben werden sollte.Autostradą na Euro: drogą, ale bez ekranów. (polnisch) Im Februar 2011 wurden die Bauarbeiten auf einem ca. 21 km langen Teilstück der A4 von Krakau zur ukrainischen Grenze unterbrochen, sodass nicht die gesamte A4 zur EM 2012 fertiggestellt wurde.Diabli wzięli kolejną autostradę na Euro 2012. (polnisch) Im Mai 2011 kam es auch zu erheblichen Problemen beim Bau der A2 von Łódź nach Warschau. Auf zwei der fünf Teilstücke, in die die Trasse unterteilt wurde, wurde die Baufirma entlassen und eine neue Ausschreibung gestartet. Nach zwei Monaten wurden die Bauarbeiten von zwei anderen Baufirmen wieder aufgenommen. Die Fertigstellung erfolgte im Oktober 2012. Während der EM waren aber beide nicht fertiggestellten Abschnitte temporär befahrbar, um eine angenehme Fahrt der Autofahrer nach Warschau zu ermöglichen. (polnisch)

Aufgrund der vielen in den 2000er Jahren gestarteten Bauvorhaben zum Ausbau und zur Modernisierung des Fernstraßennetzes stieg die Zahl der fertiggestellten und freigegebenen Autobahn- und Schnellstraßenkilometer kontinuierlich an. 2008 und 2009 wurden 150 km Autobahnen und 230 km Schnellstraßen eröffnet.Konferencja GDDKiA – podsumowanie 2008 roku (GDDKiA)Generalna Dyrekcja Dróg Krajowych i Autostrad podsumowuje 2009 rok (GDDKiA) Nach der Eröffnung von weiteren 10 Autobahn- und 125 Schnellstraßenkilometern im Jahr 2010, war die Gesamtlänge des Fernstraßennetzes auf ca. 850 km Autobahnen sowie 640 km Schnellstraßen angewachsen.20 mld zł – prace takiej wartości zostały wykonane na sieci dróg krajowych w 2010 roku. GDDKiA publikuje Raport Roczny 2010

2011 wurden insgesamt 214 km an Autobahnabschnitten und 96 km an Schnellstraßenabschnitten eröffnet. Die 1000-Autobahnkilometer-Marke wurde mit der Eröffnung des 106 km langen Abschnittes der Autobahn A2 von Słubice an der deutschen Grenze bis nach Nowy Tomyśl am 1. Dezember überschritten. Ende 2011 betrug die Gesamtlänge des Autobahnnetzes 1060 km, die des Schnellstraßennetzes 750 km. Im Bau befanden sich ca. 570 km Autobahnen und ca. 700 km Schnellstraßen.Inwestycje, wydatki i zarządzanie ruchem na sieci dróg krajowych – GDDKiA podsumowuje rok 2011 (GDDKiA)

2012 kam es aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten und den daraus resultierenden Insolvenzen von polnischen Bauunternehmen zu erheblichen Bauverzögerungen von bis zu zwei Jahren auf vielen Straßenprojekten. Die meisten Projekte, u. a. die A1 (Abschnitt Kowal–Łódź) und die A4 (Abschnitt Krakau–Ukraine), konnten zur Fußball-Europameisterschaft 2012 nicht realisiert werden. Es wurde zur Notwendigkeit, die Schulden der insolventen Großunternehmen bei Subunternehmen, Versorgern und Lieferanten zu regeln. Hunderte von Unternehmen, die von 27 Großunternehmen für ihre Arbeit nicht bezahlt worden sind, wurden bis zum 10. Dezember 2012 mit bis zu 485 Millionen Złoty von der GDDKiA entschädigt. (polnisch) Im Gegensatz dazu stellt 2012 auch das Rekordjahr an fertiggestellten und eröffneten Autobahn- und Schnellstraßenkilometern dar. Das Fernstraßennetz vergrößerte sich um 638,8 Kilometer, davon um 299,3 km an Autobahn- und 339,5 km an Schnellstraßenstrecke. Ende 2012 betrug die Gesamtlänge des Autobahnnetzes damit ca. 1370 km, die des Schnellstraßennetzes 1090 km. Im Bau befanden sich ca. 270 km Autobahnen und ca. 600 km Schnellstraßen.Inwestycje, wydatki i zarządzanie ruchem na sieci dróg krajowych – GDDKiA podsumowuje rok 2012 (GDDKiA)

Ehemalige Autobahnen Die geplante Reichsautobahn Berlin–Königsberg ist vor dem Zweiten Weltkrieg auf dem Staatsgebiet des heutigen Polen nur abschnittsweise einstreifig fertiggestellt worden. Bis nach der Jahrtausendwende wurde der Abschnitt östlich von Elbing als Landesstraße 22 verwendet und konnte auch von Radfahrern, Fußgängern und landwirtschaftlichem Verkehr befahren werden. In den Jahren von 2006 bis 2008 wurde die Strecke zur Schnellstraße S22 ausgebaut.

Landesstraßen mini|hochkant=1.6|Landesstraßennetz in Polen

Die polnischen Landesstraßen (auch: Nationalstraßen) bilden das Hauptfernstraßennetz. Sie dienen dem nationalen und internationalen Verkehr. Ausgebaut sind sie teils wie Bundesstraßen, teils mehrspurig wie autobahnähnliche Straßen, mit getrennten Fahrbahnen.

Es gibt insgesamt 97 Straßen dieses Typs, mit den Nummern 1–68 und 70–98 (die Nummer 69 fehlt).Karte und Liste der Straßen (polnisch) Sie werden mit den Buchstaben DK (für Droga krajowa) abgekürzt. Die längste Landesstraße ist die Landesstraße 8 (ca. 720 km), die kürzeste die Landesstraße 96 (ca. 1,5 km). Die Gesamtlänge aller Landesstraßen beträgt 18.368 km. (polnisch) Aufgrund des Neubaus von Schnellstraßen parallel zum Verlauf der Landesstraßen erfolgt die Abstufung der Landesstraßen zu Woiwodschafts- oder Gemeindestraßen.

Auf den Landesstraßen gilt seit Jahren eine hohe Unfallrate. Im Jahr 2004 ereigneten sich auf den Landesstraßen 11.000 Verkehrsunfälle mit über 2.000 Toten und 15.000 Verletzten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies eine Erhöhung der Unfallrate um 4,3 %. Auch die Zahl der Toten nahm um 7,2 % an. Ungefähr 30 % aller Toten auf den Landesstraßen waren Fußgänger.Statystyka wypadków w 2004 roku (GDDKiA) Um die Unfallrate wieder zu senken, wurden Straßenbereiche mit einer hohen Unfallrate häufig durch einen sogenannten Schwarzen Punkt (czarny punkt) gekennzeichnet. Bereits 2005 ist die Zahl der Unfälle wieder um 7,3 % gesunken, die Anzahl der Toten um 7,1 %.Podstawowe statystyki wypadków drogowych na zamiejskiej sieci dróg krajowych w roku 2005 (GDDKiA) Im Jahr 2007 sind die tödlichen Unfälle weiterhin gesunken, insgesamt starben 947 Menschen. 2009 ist die Zahl der Toten im Vergleich zum Jahr 2007 um 30 % auf 674 gesunken. Dies wurde vor allem durch die Modernisierung vieler Strecken erreicht. Der technische Zustand von 60 % des Landesstraßennetzes wurde als gut bzw. sehr gut eingestuft.Drogi krajowe w Polsce coraz bardziej bezpieczne (GDDKiA)

Woiwodschaftsstraßen

Die Woiwodschaftsstraßen (polnisch: drogi wojewódzkie) vervollständigen das Netz der Autobahnen und Schnell- sowie der Landesstraßen. Sie werden von den einzelnen Woiwodschaften und nicht wie es bei den Autobahnen und Schnell- sowie den Landesstraßen der Fall ist direkt vom Staat verwaltet.

Die Kennzeichnung dieser Straßen erfolgt mit einer dreistelligen Nummer auf einem gelben Hintergrund. Die Beschilderung auf die Woiwodschaftsstraße hat einen grünen Hintergrund.

Die längste Woiwodschaftsstraße ist die Droga wojewódzka 835 mit ungefähr 220 Kilometern, die kürzeste die Droga wojewódzka 219 mit ca. 55 Metern.

Die Gesamtlänge aller Woiwodschaftsstraßen beträgt 28.536 km. Dies sind 8 % aller Straßen in Polen. Główny Urząd Statystyczny (polnisch)

Busverkehr