+ Bureau of MeteorologyIntensität tropischer Zyklone Kategorie Wind 10 Min.andauernd Böen Trop.Tief < 34 kn < 63 km/h — Eins 34–47 kn 63–87 km/h < 66 kn < 122 km/h Zwei 48–63 kn 88–142 km/h 67–90 kn 122–167 km/h Drei 64–85 kn 143–158 km/h 91–121 kn 167–224 km/h Vier 86–110 kn 159–204 km/h 122–150 kn 205–278 km/h Fünf > 111 kn > 205 km/h > 151 kn > 279 km/h

Die australische Zyklonsaison 2018–2019 begann offiziell am 1. November 2018 und endete offiziell am 30. April 2019. Der operative Plan der World Meteorological Organization sah für die Gewässer auf der Südhalbkugel zusätzlich ein „tropisches Zyklonjahr“ vor. Dieses begann am 1. Juli 2018 und endete offiziell am 30. Juni 2019. Bestandteil der australischen Zyklonsaison sind Stürme, die sich südlich des Äquators zwischen dem 90. und 160. Grad östlicher Länge bilden. Dazu gehören Australien, Papua-Neuguinea, der westliche Teil der Salomonen, Osttimor und die südlichen Bereiche Indonesiens. Tropische Wirbelstürme in diesem Gebiet werden von fünf Tropical Cyclone Warning Centres (TCWCs) überwacht: dem Bureau of Meteorology in Perth, Darwin und Brisbane in Australien; dem TCWC Jakarta der Badan Meteorologi, Klimatologi, dan Geofisika in Indonesien und dem TCWC Port Moresby in Papua-Neuguinea.

Das Joint Typhoon Warning Center gibt für diese Region inoffizielle Warnungen aus, die für US-amerikanische Einrichtungen bestimmt sind. Dabei wird die Erweiterung „S“ verwendet, wenn sich der Sturm westlich von 135° östlicher Länge bildet und ein „P“, falls dies östlich dieser Linie geschieht.

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Saisonvorhersagen Region durchschnittl.Zahl Chancefür höhere Chancefür geringe tatsächl.Aktivityät Gesamt1137 %63 %2 Westen 744 %56 %1 Nordwesten 541 %59 %0 Norden 346 %54 %1 Osten 440 %60 % 1Quelle: Saisonvorhersage des BoM für die tropische Wirbelsturmsaison 2018/19

Im Oktober 2018, vor Beginn der tropischen Zyklonsaison, hat das Bureau of Meteorology eine Vorhersage veröffentlicht für die bevorstehende Zyklonsaison, die offiziell vom 1. November 2018 bis zum 30. April 2019 läuft. Die Saisonvorhersage enthielt Angaben für die australische Region als ganze, für den Osten, den Norden und den Westen sowie die Subregion Nordosten. Die Vorhersage berücksichtigte die verschiedenen Faktoren, darunter die letzte Entwicklung neutraler bis schwacher El-Niño-Bedingungen im tropischen Pazifischen Ozean. In der westlichen Region zwischen 90° und 125° östlicher Länge ging die Vorhersage des BoM von sieben tropischen Zyklonen aus, mit einer Wahrscheinlichkeit von 56 %, dass die Zahl der Zyklone unterdurchschnittlich ist. Für die Subregion im Nordwesten zwischen 105° und 130° östlicher Länge wurde eine überdurchschnittliche Aktivität vorhergesagt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 41 % auf eine unterdurchschnittliche Zyklonaktivität. Für den Norden zwischen 125° und 142,5° östlicher Länge besteht eine Chance von 54 % auf einen überdurchschnittlichen Saisonverlauf und für den Osten zwischen 142,5° und 160° östlicher Länge wurde eine fast normale Saisonaktivität prognostiziert, mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 %, dass die Zyklonaktivität unterdurchschnittlich verläuft.

Saisonverlauf

Stürme Tropisches Tief Liua

Am 24. September begann das JTWC mit der Beobachtung einer tropischen Störung, die sich etwa 990 km ostnordöstlich von Port Moresby in Papua-Neuguinea gebildet hatte. Das System zog während der folgenden Tage südostwärts über den Südpazifik und wurde am 26. September vom Fiji Meteorological Service als tropische Depression eingestuft, als sich das System im Grenzbereich zwischen der Australischen Region und dem südpazifischen Becken befand. Das System setzte seine Intensivierung bis zu einem Kategorie-1-Zyklon auf der australischen Zyklonskala fort und erhielt vom Fiji Meteorological Service den Namen Liua. Das System drehte auf eine westliche Richtung und begann am nächsten Tag, sich der australischen Region zu nähern, wurde jedoch als abgeschwächt in eine tropische Depression eingestuft, bevor es am 28. September das südpazifische Becken verlassen hatte. Nachdem das System erneut in der australischen Region angelangt war, setzte sich der Trend zur Abschwächung des früheren Zyklons Liua wegen ungünstiger atmosphärischer Bedingungen und kühler Wasseroberflächentemperaturen fort. Die Auflösung des tropischen Tief in ein Resttief erfolgte am nächsten Tag über dem nördlichen Korallenmeer.

Während Liua sich am 26. September als tropisches Tief in der australischen Region bewegte, hatte es geringe Auswirkungen auf die Salomonen. Obwohl das System in der australischen Region nur kurz ein tropisches System war, wurde die Zyklonsaison 2018–19 dadurch zur dritten Saison in Folge, die vor ihrem offiziellen Start am 1. November begonnen hat.

Tropisches Tief Bouchra

Am 1. November bildete sich im äquatornahen Indischen Ozean im Verantwortungsbereich von Météo-France ein tropisches Tief, das in den folgenden Tagen langsam ostwärts zog, ohne dabei wesentliche Anzeichen einer Intensivierung zu zeigen. Spät am 9. November, als die vorlaufende Depression zum schweren zyklonischen Sturm Gaja im Golf von Bengalen sich weiter entfernte und die damit verbundenen konkurrierenden bodennahen Konvergenzluftströmungen nachließen, organisierte sich die Struktur des Systems ausreichend, um von Météo-France als tropische Störung klassifiziert zu werden. Schon kurz darauf überquerte das System den 90. östlichen Längengrad und gelangte in die australische Region, wo es vom TCWC Jakarta am 10. November als tropische Depression eingestuft wurde. Später an dem Tag kam das JTWC zu dem Schluss, dass die Depression die Stärke eines tropischen Sturmes erreicht hat und ergab die inoffizielle Kennzeichnung 04S. Ein paar Stunden später, um 10:00 Uhr UTC, drehte das System und kehrte in den südwestlichen Indik zurück, wo es den Namen Bouchra erhielt und sich innerhalb von zwölf Stunden zu einem schweren tropischen Sturm intensivierte.

Nachdem das System einige Tage lang direkt westlich der Grenze zum südwestlichen Indischen Ozean mäandrierte, gelangte es spät am 12. November zurück in die australische Region. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das System von seiner Spitzenstärke signifikant abgeschwächt. Das Verweilen des Systems im australischen Becken war erneut nur kurz, als Météo-France früh am 13. November feststellte, dass sich Ex-Zyklon Bouchra in den extrem östlichen Teil des Verantwortungsgebiets von Météo-France zurückgekehrt war. Aber schon am nächsten Tag meldete das Bureau of Meteorology, dass das System sich etwa 1000 km nordwestlich der Kokosinseln befand und somit zum dritten Mal in die australische Region gewandert war.

Tropisches Tief 03U

Am Morgen des 14. November wies das Bureau of Meteorology auf die Bildung eines tropischen Tiefs innerhalb einer Zone mit Gewittertätigkeit etwa 490 km nordwestlich der Weihnachtsinsel. Über dem warmen Wasser des tropischen Indischen Ozeans vor der Küste Javas liegend, war eine mäßige Chance auf eine Entwicklung in einen tropischen Zyklon vorhergesagt. Das tropische Tief zog in den folgenden Tagen in einer allgemein südsüdwestlichen Richtung, erreichte aber nicht die Stärke eines Zyklons, weil die atmosphärischen Bedingungen ungünstig waren für eine Zyklogenese.

Schwerer Tropischer Zyklon Owen

Das Bureau of Meteorology stellte am 29. November fest, dass sich ein Tiefdruckgebiet über den Salomoneninseln zu einem tropischen Tief intensiviert hat. Am nächsten Tag näherte sich das südwestwärts ziehende System an Vanatinai. Angetrieben von der warmen Oberfläche des Korallenmeeres und unterstützt durch exzellente Ausströmung in der Höhe, verstärkte sich das tropische Tief weiter. Am 2. Dezember um 06:00 Uhr UTC stufte das Bureau of Meteorology das System in die Kategorie 1 der australischen Skala hoch und gab ihm dem Namen Owen, was diesen zum ersten tropischen Wirbelsturm der Saison machte, der sich im australischen Becken gebildet hat. Owen schwächte sich am 4. Dezember rasch in ein tropisches Tief ab.

Owen setzte die westwärts gerichtete Zugbahn über das Korallenmeer als tropisches Tief fort und gelangte früh am 10. Dezember nördlich von Cardwell über Land. Nachdem das System den Golf von Carpentaria erreichte und sich reorganisierte, wurde es am 11. Dezember erneut in der Kategorie 1 eingestuft. Der Sturm führte dann eine antizyklonische Schleife aus und drehte zurück auf eine östliche Zugrichtung. Owen intensivierte sich stetig und erreichte als schwerer tropischer Zyklon in der Kategorie 3 mit andauernden zehnminütigen Windgeschwindigkeiten von 90 mph seinen Höhepunkt. Der Zyklon gelangte bei Kowanyama früh am 15. Dezember als schwacher Kategorie-3-Zyklon über Land und schwächte sich nachfolgend durch die Einwirkung des Festlands nach und nach ab. Am Nachmittag desselben Tages wurde Owen erneut zu einem tropischen Tief abgestuft.

Während der Passage des Sturms über den Norden von Queensland kamen durch Auswirkungen Owens eine Person um. Der Sturm erzeugte stetigen Regen in der Region, mit den höchsten Niederschlagsmengen im Südwesten des Bundesstaates. Innisfail meldete am 15. Dezember eine Tagesniederschlagsmenge von 149 mm, in Cowley Beach wurden 135 mm gemessenen. Am Copperlode Falls Dam westlich von Cairns wurden 130 mm und in Mission Beach 98 mm Niederschlag gemessen.

Tropisches Tief 05U

Am 9. Dezember, stellte das Bureau of Meteorology die Bildung eines schwachen tropischen Tiefs fest, das aus einem westwärts durch die zentral-östliche Korallensee ziehenden Tiefdruckgebiet entstanden war, etwa 1100 km ostnordöstlich von Townsville.

Tropischer Zyklon Kenanga

Am 14. Dezember bildete sich südwestlich von Sumatra ein tropisches Tief, das nach der Intensivierung in einen Zyklon den Namen Kenanga erhielt und weiterhin südwestwärts zog. Auf diesem Kurs verließ es die australische Region am 16. Dezember und verstärkte sich im südwestlichen Indik in einen intensiven zyklonischen Sturm.

Tropischer Zyklon Penny

In einem in Bezug auf die Bildung tropischer Tiefs aktiven Spätdezember registrierte das Bureau of Meteorology die Bildung eines dritten tropischen Tiefs in einem Monsuntrog, der sich in den tropischen Gewässern des Korallenmeeres im Osten zur Timorsee im Westen erstreckte. Das Aufleben der monsunalen und damit verbundenen konvektiven Aktivität in der Region ging mit einem mäßig starken Puls der Madden-Julian-Oszillation einher, die ostwärts durch den Pazifischen Ozean zog. Das tropische Tief erhielt die Bezeichnung 07U und befand sich nahe der Ostküste der Cape York Peninsula. Wegen günstiger atmosphärischer Bedingungen sah das Bureau of Meteorology eine hohe Chance für das Erreichen der Zyklonstärke innerhalb von drei Tagen.

Das tropische Tief 07U zog langsam westwärts, überquerte die Ostküste der Cape York Peninsula am 30. Dezember, südlich von Lockhart River. Zu diesem Zeitpunkt nahm das Bureau of Meteorology die Ausgabe von Sturmwarnungen zu em System auf. Das System behielt die westliche Zugbahn bei und gelangte sehr früh am 31. Dezember zwischen Aurukun und Weipa in den Golf von Carpentaria, wo die allgemein günstigen Bedingungen die Intensivierung befeuerten. 07U drehte am Mittag des 31. Dezember nach Osten und verstärkte sich einige Stunden später in einen tropischen Zyklon der Kategorie 1 und erhielt den Namen Penny.