Die Ballyspellan-Fibel (CIIC 27)In der Fachliteratur allgemein verwendete Bezeichnung gemäß R. A. S. Macalisters Nummerierung in seinem noch heute zitiertem Standardwerk „Corpus Inscriptionum Insularum Celticarum“ von 1945 (Nachdruck 1996) ist ein archäologischer Fund, der 1806 durch einen Bauern beim Graben auf einem Hügel im Townland Ballyspellan (),Macalister, S. 32logainm.ie Grafschaft Kilkenny, Irland, entdeckt wurde. Es handelt sich um eine Ringfibel aus Silber mit einer 25,2 cm langen Nadel.Netzseite des Irischen Nationalmuseums

Auf der Rückseite der Gewandnadel sind vier Zeilen in Ogham-Inschrift eingeritzt. Aufgrund der Art der Verzierungen wird die Fibel ins 9. Jahrhundert n. Chr. datiert.Macalister, S. 32 sowie Netzseite des Irischen Nationalmuseums. Ziegler nimmt für die Datierung die Zeit zwischen 900 und 1000 n. Chr. an (Ziegler, S. 93). Buchanan u. a. datieren die Gewandnadel dagegen vom Ende des 11. Jahrhunderts bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts; vgl. Buchanan, S. 50 – S. 51. Der Fund wird im Nationalmuseum von Irland in Dublin aufbewahrt. mini|250px|Ballyspellan-Fibel (links) und Loughmoe-Fibel Inschrift mini|350px|Vierzeilige Ogham-Inschrift – Nachzeichnung Die Ogham-Zeichen sind auf der Rückseite der Ballyspellan-Fibel sauber eingeritzt. Die für viele Ogham-Inschriften typischen Anfangspfeile (nach rechts verlaufend), die auch die Leserichtung anzeigen, werden vor jedem neuen Wort verwendet. Für den Laut E wird bis auf eine Ausnahme (erstes E in CNAEMSECH) siebenmal das ForfidEin „Forfid“ (Singularform; Plural „Forfeda“) ist eines der nach den 20 ursprünglichen Ogham-Zeichen entstandenen zusätzlichen Zeichen. ᚕ verwendet, das in der Fachliteratur auch mit EA übertragen wird. Im Gegensatz zu Macalister, der ᚕ auf der Ballyspellan-Fibel durchgehend mit E überträgt, transkribiert Ziegler dieses Forfid sechsmal mit EA (nicht in CELLACH). Macalister vermutet in den vier Zeilen die Namen der aufeinander folgenden Besitzer der Fibel.Macalister, S. 32 Ziegler vermutet ebenfalls „lauter Eigennamen“.Ziegler, S. 93

Übertragung und Übersetzung nach Macalister:Macalister, S. 32

CNAEMSECH CELLACH Cnaemsech, (Sohn des) Cellach MINODOR MUAD Minodor, der Edle

MAELMAIREIn der Nachzeichnung fehlt das erste ᚐ (A). Macalister bedauert und berichtigt dies in der Fußnote 2 auf S. 32. Mael-Maire

MAELUADAIG MAELMAIRE Mael-Uadaig, (Sohn des) Mael-Maire

Übertragung nach ZieglerZiegler, S. 93

CNAEMSEACH CELLACH MINODOR MUAD MAEALMAIREA MAEALUADAIG MAEALMAIREA

Besonderheit Die Ballyspellan-Fibel gehört zu den bis heute in der Ogham-Fachliteratur nur zwölf erwähnten seltenen Kleinfunden, also Funde, bei denen die Ogham-Zeichen nicht in Steinplatten und Steinsäulen (etwa 400), sondern in kleine Objekte (vorwiegend Alltagsgegenstände) eingeritzt sind.Erwähnungen und Beschreibungen z. B. durch Donal B. Buchanan, Katherine Stuart Forsyth, Robert Alexander Stewart Macalister, Barry Raftery Davon wurden einschließlich der Ballyspellan-Fibel sechs in Irland entdeckt, nämlich noch der Ballinderry-Würfel, der Dublin-Castle-Kamm, die Ennis-Perle, die Kilgulbin-Hängeschüssel und der Tullycommon-Knochen.

Literatur Charles Graves: On a Silver Brooch, with an Inscription in the Ogham Character. In: Proceedings of the Royal Irish Academy. Band 4, 1847/1850, S. 183–184, . Robert A. S. MacAlister: Corpus Inscriptionum Insularum Celticarum. Band 1. Stationery Office, Dublin 1945, (Nachdruck: Four Courts Press, Dublin 1996, ISBN 1-85182-242-9). Adolf Mahr: Irish Early Christian Handicraft. In: North Munster Antiquarian Journal. Band 1, Nummer 2, 1937, S. 57–66. Sabine Ziegler: Die Sprache der altirischen Ogam-Inschriften (= Historische Sprachforschung. Ergänzungsheft. 36). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1994, ISBN 3-525-26225-6, S. 93, (Digitalisat; Zugleich: Erlangen, Nürnberg, Universität, Dissertation, 1991; auch Abzeichnung der Fibel mit Ogham-Inschrift).

Weblinks Foto nach S. 67 auf Tafel (Plate) 7, Nr. 7 (in der Mitte der Seite) Weiteres Foto Beschreibung der Ballyspellan-Fibel auf Netzseite des Nationalmuseums von Irland

Einzelnachweise und Anmerkungen

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