Dennis Scholl (* 9. Dezember 1980 in Hünfeld) ist ein deutscher Künstler. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Biografie Dennis Scholl wuchs in der Nähe von Fulda auf. Nach dem Abitur an der Wigbertschule in Hünfeld studierte er von 2002 bis 2007 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Franz Erhard Walther, Andreas Slominski und Michael Diers.

Bereits 2005 wurde Kurator Christoph Heinrich auf den damaligen Studenten aufmerksam. Es folgten mehrere Gruppenausstellungen in der Hamburger Kunsthalle, sowie die Teilnahme Scholls an der Busan Biennale in Südkorea 2010. Heute werden seine Arbeiten national und international in Gruppen- und Einzelausstellungen in Museen, Galerien, Kunstvereinen und Kunstmessen gezeigt. Außerdem sind seine Bilder weltweit in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Eine Zeichnung des Künstlers zierte das Titelblatt der 16. Ausgabe des Magazins Dummy. Im Sommer 2018 arbeitete Scholl mit dem Kunstverein Amrum zusammen.

Er wird seit 2014 von der Galerie Michael Haas in Berlin und seit 2017 von Galerie Albertz Benda in New York City vertreten.

Künstlerische Arbeit In seinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen zeigt sich Scholl als Baumeister von Erzählungen, deren Fragmente er sorgfältig auswählt und collagenhaft zusammensetzt. Gesichter, Körper, Pflanzen und andere organische Elemente, Strukturen und Stoffe sind stark verdichtet angeordnet. Durch das Spiel mit Schärfe und Unschärfe gewinnt das Bild zusätzlich an Spannung. Im Mittelpunkt steht immer die menschliche Gestalt. Scholls Protagonisten nehmen in einigen Zeichnungen Bezug auf literaturgeschichtliche oder philosophische Figuren, öfter finden sich Themen, Symbole, Figuren aus christlicher Ikonografie oder der kirchlichen Bildtradition. Außerdem steht Scholls Kunst in Bezug zu historischen Vorbildern. Dabei ist der Barock als Epoche ebenso wichtig wie der Psychoanalytiker Jacques Lacan, der Philosoph Georges Bataille und der Lyriker Rainer Maria Rilke. Einflussreich sind auch Künstler wie Hendrick Goltzius, Alberto Savinio und André Masson sowie die beiden Ziehsöhne Rilkes, der Zeichner Pierre Kłossowski und der Maler Balthasar Kłossowski de Rola, genannt Balthus.

In den vergangenen Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit hat sich Scholls Kunst kontinuierlich verändert. Die Welt, in der sich die Figuren bewegen, entwickelte sich von Bild zu Bild weiter und wurde mit jedem Mal komplexer. Das Bildformat wurde über die Jahre immer größer, bis auch die Protagonisten selbst lebensgroß waren.

2015 führte der Künstler Farbe in seine Arbeiten ein, und tastete sich langsam von Rötelzeichnungen über Pastellkreiden zum Buntstift. Dies fügte seinen Arbeiten nochmals eine neue Dimension hinzu. Erwecken die Bleistiftzeichnungen den Anschein von Schwarz-Weiß-Fotografien von Ölgemälden, weisen die Buntstift-Arbeiten eine viel deutlichere zeichnerische Qualität auf.

Einen neuen Abschnitt in seinem künstlerischen Schaffen leitete Scholl 2017 ein. Nach beinahe 15 Jahren, in denen der Künstler ausschließlich mit dem Blei- beziehungsweise später mit dem Buntstift arbeitete, arbeitet er seither auch in Öl auf Leinwand.

Einzelausstellungen 2024: A Report on Hidden Kindness, M+B Los Angeles 2024: Neue Wunden oder vom Beginn der Unmittelbarkeit, Kunstverein Göttingen 2022: The Song of Inclination, DSC Gallery, Prag 2022: Das Reine, das Leichte und andere Erzählungen, Museum Modern Art Hünfeld 2021: Der Buchstabe und die Organe des Gebens, Bark Berlin Gallery, Berlin 2021: Le Jardin Jaune, (in: From Arcadia to Dystopia, curated by Jane Neil) DSC Gallery, Prag 2019: Gefährdende Spiele, Galerie Michael Haas, Berlin 2019: Was die findigen Tiere merken, Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin 2017: The Book of Impure Intentions, Albertz Benda, New York 2015: Die Formen der Gefäße, Galerie Michael Haas, Berlin 2013: Les non-dupes errent, Aeroplastics Contemporary, Brüssel 2010: Schmelzende Teilnehmung, Galerie Arndt, Berlin 2008: Der Hof Meines Kranken, Galerie Andreas Grimm, München 2008: Frühe Erzählungen, Institut für moderne Kunst, Nürnberg 2007: Für immer Faltung im Zimmer der Tränen, Arndt & Partner, Berlin 2006: Sinthom, Galerie Grimm/Rosenfeld, New York 2004: Fehlgeschlagene Objektbesetzung, Blaue Kugel, Hamburg

Gruppenausstellungen

2024: That’s What’s Up!, Trotoar Gallery, Zagreb 2024: Vitalis Violentia, PODIUM, Hong Kong 2024: KINKY – Malerei im Saft, Museum Reinickendorf, Berlin 2024: Threats of Continuity: What Lies Behind, Migrant Bird Space, Berlin 2024: On Flowers, Schaufenster Berlin 2024: WeltenWandeln, Kunstverein Göttingen 2024: Hoi Köln 3, Alptraum Malerei, Kölnischer Kunstverein 2023: The Logic of Error, Migrant Bird Space, Berlin 2023: Hoi Köln 1, Begrüßung des Raumes, Kölnischer Kunstverein 2023: Polyreality, Hive Center for Contemporary Art, Beijing 2023: Les Enchantées, HAUNT Berlin 2021: The Eyes Of The Night Creatures, Delphian Gallery, London 2021: Universes 4 by Sasha Bogojev, Galerie Droste, Paris 2021: German Painting Now, Telegraph Gallery, Olomouc 2021: Days of Heartbreak, Pony Royal, Berlin 2021: A Rolling Stone Gathers No Moss, Bark Berlin Gallery, Berlin 2021: Figuratively Speaking, O54, Berlin 2020: Fragmented Bodies, Albertz Benda, New York City 2019: Drawing Wow, Berlin con mucho arte (BcmA), Berlin 2019: Kopf an Kopf, Kunsthalle der Sparkassenstiftung, Lüneburg 2018: doing identity. Die Sammlung Reydan Weiss, Kunstmuseum Bochum 2018: Painting still Alive, Center of Contemporary Art, Toruń 2017: Body Electric, Galerie Sandra Buergel, Berlin 2016: Sternstunde, Galerie Michael Haas, Berlin 2016: Mir ist das Leben lieber, Sammlung Reydan Weiss, Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen 2016: Speed, Helmholtz Zentrum Berlin, Berlin 2016: like.ness, Albertz Benda, New York City 2015: Silent Service, Galerie Genscher Park, Hamburg 2015: The Nude in the XX & XXI Century, Sothebys S2, London 2015: Ngorongoro, Artist Weekend, Berlin 2014: L’Avventura – Die mit der Liebe spielen, Palazzo Guaineri delle Cossere, Brescia 2014: The Thoughts of Artists, Galerie Miro, Prag 2014: Full House, Aeroplastics Contemporary, Brüssel 2013: Between the Lines, All Visual Arts, London 2013: Berlin.Status (2), Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2012: Peace Support Operation, Galerie Hermann Breker, Kassel 2012: Everywhere and Nowhere, Arbeiten aus der Sammlung Reydan Weiss, Villa Jauss, Oberstdorf 2012: Anschlüssel: London/Berlin, Centre for Recent Drawing, London 2011: Nadine Fraczkowski, Jonas Jensen, Dennis Scholl, Bernhard Knaus Fine Art, Frankfurt 2011: mémoires du futur – la collection Olbricht, La Maison Rouge, Paris 2011: Totholz, Loyal Gallery, Malmö 2010: Busan Biennale, Südkorea 2010: Täuschend echt – Illusion und Wirklichkeit in der Kunst, Bucerius Kunst Forum, Hamburg 2010: Lebenslust & Totentanz, Kunsthalle Krems 2009: MAN SON 1969 – Vom Schrecken der Situation, Kunsthalle, Hamburg 2009: Strahl Dich Aus, Galerie Samuelis Baumgarte, Bielefeld 2009: The Hawaiian Collection (Dennis Scholl und Jörn Stahlschmidt), Hafen und Rand, Hamburg 2008: Sie nennen es Hamburg, Kunstverein Hamburg 2007: Weltempfänger, Kunsthalle Hamburg 2007: Freunde für immer, Bonner Kunstverein, Bonn 2006: Full House, Kunsthalle Mannheim 2006: Alles im Fluss, Altonaer Museum, Hamburg 2005: Geschichtenerzähler, Kunsthalle Hamburg

Werke in Sammlungen Hamburger Kunsthalle me Collectors Room Berlin Burger Collection Hongkong

Stipendien und Auszeichnungen 2010: EHF-Stipendium, Konrad-Adenauer-Stiftung 2007–2009: Hans-Günther-Baass-Atelierstipendium 2008: Herbert Zapp Preis

Kuratorische Projekte 2013: Méduse & Cie, Figge von Rosen, Berlin 2010: Tyche & Automaton, Infernoesque, Berlin

Weblinks

Dennis Scholl Website. Dennis Scholl in der Galerie Albertz Benda, New York City. Dennis Scholl in der Galerie Michael Haas, Berlin. Dennis Scholl auf allvisualarts.org.

Einzelnachweise

Kategorie:Bildender Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Mann