Beim Wrestling gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten die choreografierten Kämpfe, im Folgenden als Matches bezeichnet, anzusetzen. Dies betrifft die Art und Anzahl der Teilnehmer, die Art und Weise, das Match zu beenden sowie an den dessen Ausgang geknüpfte Bedingungen.
Ein Wrestling-Match kann heute durchaus aus mehreren der folgenden Matcharten kombiniert sein.
Grundregeln Es gibt im Wrestling je nach Matchansetzung verschiedene Wege zu gewinnen. In diesem Abschnitt werden lediglich die allgemeinen Grundregeln im Wrestling beschrieben. Die Matcharten und Bedingungen können beliebig kombiniert werden und müssen nicht für alle Teilnehmer gelten, wodurch viele Variationen dieser Grundarten entstehen können.
Pinfall Pinfall bedeutet, dass der Gegner mit beiden Schultern auf den Ringboden gedrückt wird (engl. Cover), während der Ringrichter dreimal im Abstand von jeweils einer Sekunde (in der Praxis häufig auch länger, um die Dramatik zu steigern) mit der Hand auf den Boden schlägt. Derjenige, der es schafft, seinen Gegner so zu „pinnen“, ist der Sieger.
Aufgabe mini|Brock Lesnar führt sein Submission Move Kimura Lock an John Cena aus. Bei der Aufgabe (engl. Submission) gesteht ein Wrestler die Niederlage ein, wenn er sich nicht mehr aus einem Aufgabegriff seines Gegners befreien kann. Dazu klopft er mehrmals auf den Ringboden (engl. to tap out) und signalisiert damit die Aufgabe. Wird der Unterlegene, an dem ein solcher Griff durchgeführt wird, bewusstlos, dann handelt es sich um einen technischen Knock-out. Um diesen festzustellen, hebt der Ringrichter den Arm des Unterlegenen dreimal in die Luft. Fällt dieser jedes Mal wieder herunter, ist das Match durch K. o. beendet. Alternativ kann der Ringrichter auch ohne Heben des Arms prüfen, ob der Unterlegene noch auf Ansprechen oder Berührungen reagiert und das Match daraufhin direkt abbrechen. Auszählen oder Disqualifikation gibt es i. d. R. bei dieser Matchart nicht.
I Quit-Match In einem „I Quit“-Match, welches eine besondere Variante des Aufgabematches darstellt, gibt es ebenfalls keine Disqualifikation und kein Auszählen. Um den Kampf zu gewinnen, muss ein Ringer seinen Gegner dazu bringen, eine Erklärung abzugeben, die im Veranstaltungsort gehört werden kann. Normalerweise hat der Schiedsrichter ein Mikrofon, über das der Ringer, der aufgibt, seine mündliche Erklärung abgeben kann.
Auszählen Beim Auszählen (engl. Count-out) befindet sich mindestens ein Wrestler außerhalb des Rings, während der Ringrichter bis zu einer bestimmten Zahl zählt (in Nordamerika meistens bis 10, in Japan hingegen bis 20). Wird ein Wrestler ausgezählt, hat er das Match verloren. Werden beide Wrestler ausgezählt (engl. double count-out) endet das Match unentschieden. Ein Titel wechselt normalerweise nicht auf diese Art, dies kann jedoch per Sonderregel beschlossen werden.
Disqualifikation Ein Wrestler kann aufgrund einer unerlaubten Handlung disqualifiziert werden. Der Ringrichter muss diese nicht immer mit eigenen Augen sehen, so gab es auch schon Entscheidungen, die im Nachhinein umgedreht wurden, weil der Ringrichter z. B. den Einsatz eines verbotenen Gegenstands von einem Kollegen mitgeteilt bekam. Diese Art der Matchentscheidung wurde gern von Dusty Rhodes in seiner Funktion als Booker verwendet, weshalb sie heute auch als "Dusty-Finish" bekannt ist.
Typische Beispiele dafür sind:
das Anwenden unerlaubter Griffe und dabei das Anzählen des Ringrichters zu ignorieren: Der Griff muss nach 5 Sekunden gelöst werden; dies gilt auch für einen legalen Aufgabegriff, den der Gegner durch einen Griff in die Seile unterbrechen kann; Handgreiflichkeiten gegenüber dem Ringrichter; Verwendung von unerlaubten Gegenständen wie Tischen, Stühlen etc. oder auch unerlaubten Tiefschlägen; Eingreifen durch andere Wrestler, die nicht am Match beteiligt sind. Die Auslegung dieser Regel liegt, je nach erwünschter Dramaturgie, im Ermessen des Ringrichters und wird mal mehr, mal weniger streng geahndet.
No Contest Das Match endet ohne Wertung: wenn beide Teilnehmer durch ein Eingreifen von anderen Wrestlern abgelenkt werden, so dass kein Disqualifikations-Sieg für eine Partei ausgerufen werden kann, wenn beide Parteien unfähig sind, das Match weiterzuführen oder wenn das Match durch äußere Umstände abgebrochen werden muss.
Zum selben Ergebnis führt das Erreichen eines eventuell festgelegten Zeitlimits, wobei hier meistens eher von einem Unentschieden (engl. Time Limit Draw) als von einem No Contest gesprochen wird.
Titelmatch mini|WWE Champion Brock Lesnar vs. Roman Reigns in einem Titelmatch beim WrestleMania 31 Event. Matches, bei denen es um einen der zahlreichen Wrestlingtitel geht, stellen eine Besonderheit dar. Hierbei wird um eine Auszeichnung in Form eines Gürtels gekämpft. Ein Titel kann grundsätzlich durch jede Matchart errungen werden. Bei Disqualifikation oder Auszählen kann der Titel jedoch in der Regel nicht wechseln, was dem Titelträger die Möglichkeit bietet, das Match absichtlich zu verlieren, den Gürtel aber zu behalten. Diese Taktik wird naturgemäß gern von "bösen" Charakteren (engl. Heels) verwendet, um die Verschlagenheit ihres Charakters zu unterstreichen.
Ausscheidungsmatch Es gibt mehrere Variationen dieser Matchart. Bei Einzel-Ausscheidungs-Matches stehen mehrere Wrestler im oder am Ring. Jeder Wrestler kann nur durch Pinfall, Aufgabe oder Wurf über das Seil eliminiert werden und muss den Ring verlassen. Gewinner ist derjenige, der als letzter noch im Ring steht.
Bei Team-Ausscheidungsmatches können sich die Wrestler eines Teams entweder untereinander oder gegenseitig auswechseln, oder sind alle gleichzeitig im Ring (siehe Tornado Tag-Team Match). Einzelne Wrestler werden im Laufe des Matches eliminiert, wobei der eliminierte Wrestler entweder allein oder mit seinem Tag-Team Partner (je nach Regelung) das Match verlassen muss und durch einen anderen Wrestler seines Teams ersetzt wird. Das Team, das alle Wrestler des gegnerischen Teams eliminiert hat, ist siegreich.
Gauntlet-Match Ein Gauntlet-Match (auch bekannt als Turmoil-Match) ist eine Aneinanderreihung von Matches. Zwei Wrestler stehen sich gegenüber. Nachdem ein Gegner je nach Ansetzung (Pinfall, Aufgabe, Disqualifikation) besiegt wurde, wird er solange durch einen anderen Wrestler ersetzt, bis kein weiterer übrig ist. Der letzte verbleibende Wrestler wird zum Sieger erklärt.
Numerische Ansetzungen Singles-Match Bei einem Einzelmatch (engl. singles match) treten zwei Wrestler gegeneinander an. Das Match kann durch Pin, Aufgabe, Disqualifikation oder Auszählen entschieden werden. Es handelt sich hierbei um die traditionelle Form des Wrestlings, wobei in der Anfangszeit des Sports meistens die 2 out of 3 Falls-Regel angewandt wurde, welche besagt, dass der erste Kontrahent, der zwei Siege durch Pin, Aufgabe etc. erringt zum Sieger des Matches erklärt wird. Dies ist heute eine eher seltene und meistens als spezielle Besonderheit angepriesene Erweiterung. Heutzutage wird diese Match-Art auch gerne als English Rules Match bezeichnet.
Handicap-Match Mit dem Begriff des Handicap-Matches bezeichnet man eine Variante des Wrestlings, in der eine Seite eine numerische Überlegenheit gegenüber dem Gegner/den Gegnern hat. Am verbreitetsten ist es in der Variante 2 gegen 1, wobei alle erdenklichen Konstellationen möglich sind. Häufig steht in Handicap-Matches ein großer, kräftiger Wrestler mehreren Jobbern gegenüber, um seine Überlegenheit zu demonstrieren.
Multi-Way-Match An Matches dieser Art nehmen normalerweise drei bis sechs Wrestler teil, wobei es keine vorgesehenen Allianzen gibt und somit jeder gegen jeden antritt. Am bekanntesten sind die Varianten Triple-Threat-Match (mit drei Teilnehmern), Fatal-Four-Way-Match (mit vier Teilnehmern) und Six-Pack-Challenge (mit sechs Teilnehmern). Wenn mehr als 4 Wrestler teilnehmen, werden diese Matches auch als One-Fall-to-a-Finish- Match bezeichnet.
Optional tritt in solchen Veranstaltungen eine Ausscheidungsregel in Kraft, sodass nicht der Wrestler das Match gewinnt, der als Erster einen Pinfall erzielt, sondern derjenige, der als Letzter übrig bleibt, nachdem die besiegten Teilnehmer nacheinander aus dem Match ausgeschieden sind. Für solche Elimination-Matches gibt es Bezeichnungen wie Three-Way-Dance und Four-Way-Dance, wobei diese je nach Liga auch schlicht als Synonym für die obigen Bezeichnungen verwendet werden können und nicht zwingend etwas über eine eventuelle Ausscheidungsregel aussagen. Auch gibt es die Four-Corners-Variante, wobei je ein Wrestler in jeder der vier Ringecken steht und von einem der zwei im Ring befindlichen jederzeit eingewechselt werden kann.
Battle Royal / Top Rope Battle Royal Eine Match-Art mit einer unbeschränkten Zahl an Kontrahenten (Üblicherweise spricht man ab einer Teilnehmerzahl von sechs Teilnehmern von einer Battle Royal, sofern keine spezielle Gimmick-Bezeichnung verwendet wird), die üblicherweise mit einer Ausscheidungsregel versehen ist. Bei der Battle Royal kann das Ausscheiden der Gegner ausschließlich dadurch erfolgen, dass ein Wrestler über das oberste Seil nach draußen befördert wird und mit beiden Füßen den Boden berührt. Je nach Liga müssen bei Matches dieser Art mit reiner Damenbeteiligung die Teilnehmerinnen einfach nur aus dem Ring befördert werden, die Ringseile spielen dabei keine Rolle. Eine weitere Besonderheit dieses Matches kann sein, dass nicht alle von Beginn an diesem teilnehmen, sondern im Abstand von einer festgelegten Zeit nach Losentscheid in das Match eintreten.
Bei einigen unabhängigen Ligen, wie beispielsweise der Independent Wrestling Association findet die Battle Royal unter den Regeln eines Hardcore-Matches statt und wird dementsprechend auch als Hardcore-Rumble bezeichnet.
Tag-Team-Match mini|Evolution vs. WWE Tag Team Champions The Usos in einem Tag-Team-Titelmatch. Bei dieser Match-Variante stehen sich zwei Teams aus jeweils zwei Wrestlern gegenüber, wobei nur ein Partner aktiv am Match teilnimmt. Die anderen Partner stehen in gegenüberliegenden Ecken außerhalb des Rings und können durch Abklatschen (Tag) ihren Partner im Ring ersetzen. Nach einem Wechsel gibt es eine theoretisch fünfsekündige Phase, in der der ausgewechselte Wrestler im Ring bleiben darf, um zusammen mit seinem Partner eine Aktion auszuführen (Double-Team-Move). Das Match endet, wenn ein Wrestler gepinnt, disqualifiziert etc. wird; Ausscheidungsregeln sind nicht üblich.
Tag-Team-Matches mit mehr als vier Teilnehmern Es gibt auch Tag-Team-Matches, in denen sich zwei Teams mit bis zu acht Wrestlern in jedem Team (beispielsweise bei der Survivor Series) befinden und Handicap-Tag-Team-Matches, bei denen sich ungleich große Teams gegenüberstehen. Bei dieser Match-Art gibt es des Öfteren eine Ausscheidungsregel, nach welcher das Match nach Ausscheiden eines Wrestlers mit den restlichen Teilnehmern fortgeführt wird, bis ein Team komplett ausgeschieden ist.
Multi-Way-Tag-Match Dies ist eine Variante des Multi-Way-Matches, bei der stets nur zwei Wrestler gleichzeitig am Match teilnehmen, während die anderen Teilnehmer außerhalb des Rings stehen und wie in einem Tag-Team-Match eingewechselt werden können. Dabei kann jeder Kontrahent mit jedem inaktiven Teilnehmer wechseln, auch mit dem Partner des gegnerischen Teams. Dies kann z. B. zur Situation führen, dass zwei Teampartner gegeneinander antreten müssen.
Ein solches Match kann auch unter Ausscheidungsregeln stattfinden. Matches dieser Art werden auch als Four-Corners-Tag-Team-Match bzw. Four-Corners-Elimination-Tag-Team-Match bezeichnet.
Trios