mini|Gaëtan de Rochebouët war zwischen November und Dezember 1877 Premierminister Frankreichs Das Kabinett Rochebouët war eine Regierung der Dritten Französischen Republik (1870–1940). Es wurde am 23. November 1877 von Premierminister (Président du Conseil) Gaëtan de Rochebouët gebildet und löste das Kabinett Broglie III ab. Es blieb bis zum 13. Dezember 1877 im Amt und wurde daraufhin vom Kabinett Dufaure V abgelöst.
Im Kabinett waren neben je einem Legitimisten und Bonapartisten nur Personen vertreten, die keiner parlamentarischen Gruppe angehörten.
Kabinett Dem Kabinett gehörten folgende Minister an:
Amt Name Gruppe Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Premierminister Gaëtan de Rochebouët Leg 23. November 1877 13. Dezember 1877 Außenminister Gaston de Banneville 23. November 1877 13. Dezember 1877 Kriegsminister Gaëtan de Rochebouët Leg 23. November 1877 13. Dezember 1877 Minister für öffentlichen Unterricht, Religion und schöne Künste Hervé Faye 23. November 1877 13. Dezember 1877 Innenminister Charles Welche Bon 23. November 1877 13. Dezember 1877 Siegelbewahrer und Justizminister François Lepelletier 23. November 1877 13. Dezember 1877 Minister für Marine und Kolonien Albert Roussin 23. November 1877 13. Dezember 1877 Finanzminister François-Ernest Dutilleul 23. November 1877 13. Dezember 1877 Minister für öffentliche Arbeiten Michel Graeff 23. November 1877 13. Dezember 1877 Minister für Landwirtschaft und Handel Jules Ozenne 23. November 1877 13. Dezember 1877
Historische Einordnung Krise des 16. Mai 1877 Die Krise des 16. Mai 1877, die während der Amtszeit Jules Simons begonnen hatte und auch das Kabinett Broglie III prägte, fand im Kabinett Gaëtan de Rochebouëts ihren Abschluss. Zum dritten Mal in Folge berief Staatspräsident Mac-Mahon einen Politiker an die Regierungsspitze, der sich nicht auf eine parlamentarische Mehrheit stützen konnte.Wikisource: Documents sur la crise du 16 mai 1877 Nachdem das Parlament am 24. Oktober unter der Führung Émile de Marcères mit 325 gegen 208 Stimmen erklärte, keine Regierung anzuerkennen, die gegen die Mehrheit des Parlaments berufen werde, trat Rochebouët am 13. Dezember zurück. Mac-Mahon wandte sich am folgenden Tag an die beiden Kammern:
Damit endete die Krise des 16. Mai 1877 mit einer Niederlage Mac-Mahons und der Präsident berief in der Folge mit Jules Dufaure einen Vertreter der Parlamentsmehrheit zum Regierungschef.
Angebliches Militärkomplott des 18. Dezember 1877 Das Militärkomplott vom Dezember 1877 ist ein möglicher gescheiterter Versuch eines Staatsstreichs während der Krise des 16. Mai. Das Ziel der Verschwörer, zu denen vor allem die Generäle Auguste-Alexandre Ducrot und Gaëtan de Rochebouët gehörten, war es, die Regierung der „Ordre moral“ (moralischen Ordnung) an der Macht zu halten. Da Marschall de Mac Mahon, der gesetzestreu blieb, diese militärische Verschwörung nicht unterstützte, blieb sie im Stadium der Planung. Sie wurde jedoch von den Republikanern ausgiebig genutzt, um das Ansehen der Monarchisten zu schmälern und die politische Ausrichtung der französischen Armeeführung zu stigmatisieren.Siehe hierzu den weiterführenden Artikel zum Putsch :fr:Complot militaire présumé de 1877 in der französischsprachigen Wikipédia.
Weblinks
French Ministeries (rulers.org)
Anmerkungen
Einzelnachweise
Rochebouet Kategorie:Politik 1877