Eyrenville () ist ein Dorf mit zuletzt 219 Einwohnern (Stand 1968) in der französischen Gemeinde Plaisance im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 1972 selbstständige Gemeinde gehörte Eyrenville zum Arrondissement Bergerac.
Am 1. Januar 1973 schlossen sich die ehemaligen Gemeinden Falgueyrat, Mandacou und Eyrenville zur neu entstandenen Gemeinde Plaisance zusammen, wobei die früheren Gemeinden den Status einer Commune associée erhielten. Der Hauptort von Plaisance wurde dabei Eyrenville. Durch Beschluss nach dem Referendum vom 17. Januar 2010 wurde der Zusammenschluss in die Form einer einfachen Fusion der drei Communes associées umgewandelt, bei der die früheren Gemeinden in Plaisance administrativ integriert wurden.
Geografie Eyrenville liegt etwa 18 Kilometer südsüdöstlich von Bergerac und etwa 55 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda im Süden des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Lot-et-Garonne. Der Ort befindet sich in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Ortsgebiet erstreckt sich über den östlichen Teil von Plaisance. Es liegt im Einzugsgebiet der Garonne und wird entwässert vom Dropt, das es im Süden begrenzt, und vom Flüsschen Banège, das es im Westen begrenzt.
Etymologie und Geschichte Der Name von Eyrenville erschien Mitte des 11. Jahrhunderts in den Schriften, erwähnt im Zusammenhang mit der Kirche in der latinisierten Form Sancta Maria de Aurevilla (1053). In der Folge ist der Ort durch Eyrenvilla (1298) und Ayrenvilla (1340) belegt. Die Abfolge von Ey- und Ay- ist hierbei rein grafisch bedingt. Eine Etymologie, die das okzitanische aura (, ) mit vila (, ) verbindet, ist aus der Luft gegriffen. Das okzitanische aura wandelte sich nicht zu Eyr(enville) und die erste Form des Namens ist latinisiert, nicht aus dem Okzitanischen stammend. Schließlich wurde das Wort villa noch nie vom Namen eines natürlichen Elements begleitet. Eyrenville ist vielmehr zusammengesetzt aus einem Personennamen germanischen Ursprungs, Hairingus, und dem lateinischen villa ().Siehe Tanet, Hordé, Seite 269
Der Weinbau und die Kalksteinbrüche erinnern noch heute an Eyrenvilles Vergangenheit. Die Nutzung dieser Ressourcen, die eng mit den geologischen Gegebenheiten des Orts verbunden sind, wird bis heute in einer modernen und mechanisierten Form fortgeführt, die jedoch in uralten Traditionen verwurzelt ist.
Am Ende des Mittelalters (15. Jahrhundert) und nach der Reformation (16. Jahrhundert) war Eyrenville eng mit dem Bischof von Sarlat verbunden, der durch seinen Vasallen, dem Erzpriester von Issigeac, und dem lokalen inneren Zirkel beträchtlichen Einfluss in der Region ausübte.
Einwohnerentwicklung
Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Sainte-Marie-Madeleine Die ältesten Elemente der Maria Magdalena geweihten Kirche datieren aus dem 12. Jahrhundert. Sie besitzt romanische und gotische Elemente. An allen Seiten des Altarraums sind Wappen der Seigneurs der Grèze zu sehen, die dieses Privileg seit dem 16. Jahrhundert besaßen. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Kirche mehrere Umbauten, insbesondere ihre Kuppel im 16. Jahrhundert und ihr Altarretabel im 18. Jahrhundert. Verschiedene Restaurierungen wurden am Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt. Kanzel und Glasfenster stammen aus dieser Zeit. Die Kanzel ist eine Gipsarbeit. Ihre Treppe ist mit Schwertlilien verziert, der Korb ist bildhauerisch mit Darstellungen der vier Evangelisten ausgestaltet. Der Altar ist ebenfalls aus Gips gefertigt und besitzt ein Flachrelief mit der Darstellung des letzten Abendmahls.
Schloss La Grèze Westlich des Zentrums von Eyrenville befindet sich das Schloss auf einer Anhöhe über dem Tal der Banège. Es diente als Vorposten für Issigeac, der das kleine Tal überwachen sollte. Vom ursprünglichen Bauwerk ist nur eine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert mit einem polygonalen Treppenturm übrig geblieben. Ein neuer Wohntrakt wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Er besitzt zwei relativ schmale Seitenflügel mit hohen Mansarddächern. Die hintere Fassade zeigt Spuren von zwei niedrigen Seitenflügeln, die sich hinten an die Pavillons anschlossen, um einen Eingangshof zu bilden. Am südlichen Eingangsportal ist unter einem Spitzbogen eine Seitentür mit dem Wappen der Adelsfamilie Juge de la Grèze versehen. Ein polygonaler Taubenschlag gehört ebenfalls zur Schlossanlage, die sich in Privatbesitz befindet und nicht besichtigt werden kann. hochkant|mini|Ernest Esclangon, Porträt von Paul Helbronner
Schloss Foussal Es handelt sich um ein Anwesen, das im 17. und im 19. Jahrhundert errichtet wurde und heute in ein Ferienhaus umgewandelt ist.
Persönlichkeiten Ernest Esclangon, geboren am 17. März 1876 in Mison bei Sisteron (Département Alpes-de-Haute-Provence), gestorben am 28. Januar 1954 in Eyrenville, war französischer Astronom, Physiker und Mathematiker.
Michel Jeury, geboren am 23. Januar 1934 in Razac-d’Eymet, gestorben am 9. Januar 2015 in Vaison-la-Romaine (Département Vaucluse), war ein französischer Science-Fiction-Autor. Den Roman Le Temps incertain, der 1974 mit dem Grand Prix de l’Imaginaire ausgezeichnet wurde, hat der Schriftsteller zwei Jahre zuvor im Schloss La Grèze fertiggestellt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ehemalige Gemeinde im Département Dordogne Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Plaisance (Dordogne) Kategorie:Ersterwähnung 1053