mini|Daniela Ludwig (2021) Daniela Ludwig (* 7. Juli 1975 in München als Daniela Raab) ist eine deutsche Politikerin (CSU). Sie ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2025 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern. Von 2019 bis 2021 war sie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.
Leben und Beruf Daniela Ludwig wuchs in Kolbermoor auf. Nach dem Abitur im Jahr 1995 am Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim begann sie zunächst ein Studium der Politikwissenschaften und der Amerikanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Jahr 1997 wechselte sie das Studienfach und absolvierte nachfolgend ein Studium der Rechtswissenschaft, das sie 2002 mit dem ersten juristischen Staatsexamen und als Diplom-Juristin beendete.
Am 17. Dezember 2010 heiratete sie den Rosenheimer CSU-Stadtrat Florian Ludwig. Das Paar wurde am 13. Mai 2011 Eltern von Zwillingen. Daniela Ludwig ist römisch-katholisch. Die Familie lebt in Kolbermoor.
Im September 2019 wurde sie für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Verdienstkreuz am Band) ausgezeichnet.Abgeordnete Daniela Ludwig erhält Bundesverdienstkreuz für karitatives Engagement, www.ovb-online.de, 24. September 2019. Seit 2021 ist Ludwig Vorstandsvorsitzende des BRK-Kreisverbandes Rosenheim. Bis Juni 2025 war sie ehrenamtliches Mitglied des Aufsichtsrats der RoMed Kliniken.
Partei Daniela Ludwig trat im Jahr 1994 in die CSU und 1996 auch in die Frauen-Union (FU) ein. Sie gehört seit 1997 dem Vorstand des FU-Kreisverbandes Rosenheim-Land, seit 2005 als stellvertretende Kreisvorsitzende, und dem Vorstand des FU-Bezirksverbandes Oberbayern an. Ludwig ist seit 2001 außerdem Mitglied im Landesvorstand der Frauen-Union Bayern und wurde 2003 zur stellvertretenden FU-Landesvorsitzenden gewählt. Von März 2018 bis Januar 2019 war Ludwig stellvertretende Generalsekretärin der CSU. Seit 2020 ist sie Bezirksvorsitzende der Frauen-Union Oberbayern.
Abgeordnete mini|hochkant|Ludwig im Bundestag, 2019 Daniela Ludwig gehörte von 2002 bis 2008 dem Stadtrat von Kolbermoor an.
Seit 2002 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages und war von 2005 bis 2009 Obfrau der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Rechtsausschuss und stellvertretende Vorsitzende der Fraktionsarbeitsgruppe Recht. Von 2009 bis 2013 war sie Obfrau ihrer Fraktion im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Im 18. Deutschen Bundestag war Daniela Ludwig Vorsitzende der Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Fraktion. Außerdem war sie Mitglied im Stiftungsrat der Bundesstiftung Baukultur.. Pressemitteilung der Bundesstiftung Baukultur. Abgerufen am 9. Februar 2018. Ab Januar 2014 war sie Vorsitzende der Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit tourismuspolitische Sprecherin. Von 2005 bis 2017 war sie stellvertretende Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der CDU/CSU-Fraktion. Im 19. Deutschen Bundestag gehörte Ludwig als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie dem Gemeinsamen Ausschuss an.
Im 20. Deutschen Bundestag war sie Vorsitzende des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung.
Ludwig ist im Jahr 2002 über die Landesliste Bayern und 2005, 2009, 2013, 2017 und 2021 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Rosenheim in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte sie hier 51,5 %, im Weiteren waren es 58,14 % bei der Bundestagswahl 2013, 45,9 % bei der Bundestagswahl 2017,Ergebnisse Rosenheim – Der Bundeswahlleiter 36,1 % bei der Bundestagswahl 2021 und 40,9 % der Erststimmen bei der Bundestagswahl 2025.Bundestagswahl 2025 Gewählte Abgeordnete, auf bundeswahlleiterin.de
Im Zuge der Bildung des Kabinetts Merz wurde sie am 6. Mai 2025 zur Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern, Alexander Dobrindt (CSU), ernannt.
Politisches Wirken Daniela Ludwig setzte sich als Berichterstatterin im Rechtsausschuss für eine Neuauflage des „Graffiti-Bekämpfungsgesetzes“ (Neununddreißigstes Strafrechtsänderungsgesetz) ein, nach dem bereits eine „Verunstaltung“ durch Graffiti strafbar wird. Zuvor war für die Strafverfolgung eine nachgewiesene Beschädigung der Bausubstanz nötig. Dieses Engagement gegen „subkulturelle Ordnungswidrigkeiten“ sieht sie aufgrund der Eigentümerschädigung als Teil der Straftatbekämpfung.
Ludwig setzt sich für ein traditionelles Familienbild als „optimale und förderungswürdige Lebensgemeinschaft für die Erziehung von Kindern“ ein. Sie ist gegen eine Voll-Adoption bzw. ein volles Adoptivrecht für gleichgeschlechtliche Lebensformen. Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften sollen aufgrund eines vermeintlichen Abstandsgebots im Grundgesetz dabei Ehen zwischen Mann und Frau nicht gleichgestellt werden. Das Bundesverfassungsgericht hat die Existenz eines Abstandsgebots jedoch in seinem Urteil vom 17. Juli 2002 (1 BvF 1/01, 1 BvF 2/01) abgelehnt.
Der Bundestag beschloss am 29. Oktober 2004 zwar die formale Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaften und damit die Zulassung der Stiefkindadoption, die Voll-Adoption soll jedoch nach Daniela Ludwigs Meinung zum Wohle des Kindes nicht zugelassen werden. Als Hauptgrund führt sie die nicht zu leistende Generationenfolge von homosexuellen Lebensgemeinschaften und die fehlende Sozialisationsfunktion gegenüber Ehe und Familie an.
In der vergangenen Legislaturperiode nahm sie sich regionalen verkehrsstrukturpolitischen Themen an, wie der durch den Ausweichverkehr der LKW-Maut in Deutschland stark belasteten B 15 und dem Brennerbasistunnel. Letzteres Verkehrsprojekt dient der Entlastung der Brennerautobahn, indem der Schwerlastverkehr von der Straße auf die Schiene gebracht werden soll. Beide Verkehrswege führen durch den Landkreis Rosenheim.
Mitte Mai 2024 ernannte Unions-Fraktionschef Friedrich Merz Ludwig zur Beauftragten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für das jüdische Leben in Deutschland und für die Beziehungen zum Staat Israel. Sie ist Vorsitzende des 2024 gegründeten „Freundeskreis Israel“ der CDU/CSU-Fraktion. In dieser Funktion betonte sie ihr Bekenntnis zur von Angela Merkel formulierten „Staatsraison“ gegenüber Israel. Dementsprechend unterstützt sie Israels Kriegsführung in Gaza seit dem Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023 und befürwortet Waffenlieferungen an das Land. Ludwig setzt sich zudem für die Bekämpfung von Antisemitismus ein. Zusammen mit den Unionsabgeordneten Johannes Volkmann und Pascal Redding forderte sie im März 2025 ein Verbot des palästinensischen Kufiyah-Tuches im Sitzungssaal des Bundestages, nachdem die Linken-Abgeordnete Cansin Köktürk ein solches getragen hatte. Der UN-Sonderberichterstatterin für die palästinensischen Gebiete Francesca Albanese warf Ludwig vor, „den tausendfachen Mord an Jüdinnen und Juden als demokratischen Widerstand zu legitimieren.“
Bundesdrogenbeauftragte Am 18. September 2019 wurde Ludwig als Drogenbeauftragte der Bundesregierung berufen.Daniela Ludwig ist neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung bundesgesundheitsministerium.de, Pressemitteilung vom 18. September 2019. Ihre Amtszeit endete am 8. Dezember 2021 aufgrund der Ernennung der 24. Bundesregierung.
Drogenpolitische Standpunkte Ludwigs drogenpolitische Standpunkte sind in drei offiziellen Berichten dokumentiert, die sie als Bundesdrogenbeauftragte herausgab: im Drogen- und Suchtbericht 2019 sowie in den Jahresberichten der Drogenbeauftragten 2020 und 2021.Die drei Berichte zu den Jahren 2019, 2020 und 2021 sind hier auf bundesdrogenbeauftragter.de als PDF abrufbar.
Ludwig befürwortete die Einrichtung von Drogenkonsumräumen. Im Jahresbericht 2020 bezeichnete sie Drogenkonsumräume als „extrem wichtige Anlaufstellen, um riskante Folgen des Konsums zu reduzieren“. Laut dem Bericht gab es damals 28 Drogenkonsumräume in Deutschland.Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Hrsg.): Jahresbericht 2020 (PDF; 8,4 MB), S. 55.
Ludwig sträubte sich gegen Schritte zur Legalisierung von Cannabis als Rauschmittel und insbesondere gegen das Argument, Alkoholkonsum und Tabakrauchen seien doch auch legal. Ludwig bestritt nicht die Gefährlichkeit von Alkohol und Nikotin. Sie wollte verhindern, dass Cannabis als ungefährliche Substanz betrachtet wird, und argumentierte, dass eine Legalisierung diese falsche Einschätzung befördern würde. In einer Bundespressekonferenz im Juli 2020 formulierte sie dies mit den Worten, Cannabis sei „kein Brokkoli“.„Cannabis ist kein Brokkoli“ – Bundesdrogenbeauftragte über Legalisierung & Entkriminalisierung YouTube-Video mit Ausschnitten aus der Bundespressekonferenz vom 4. Juli 2020 (6:33 Min.). Zur Ludwigs Argumentation siehe 0:20 bis 1:02.
Im August 2021 befürwortete Ludwig die Einführung einer Obergrenze von sechs Gramm für den Besitz von Cannabis, bis zu der dieser lediglich als Ordnungswidrigkeit gelten sollte. Polizei und Justiz würden dadurch entlastet, ebenso sollten Konsumenten die Möglichkeit zur Überprüfung der Reinheit von Suchtmitteln (sog. Drug-Checking) erhalten.Drogenbeauftragte für Sechs-Gramm-Grenze bei Cannabis faz.de, 23. August 2021. Der Vorschlag wurde zwar zum Teil als Liberalisierung dargestellt, liefe aber de facto auf eine Verschärfung der Regeln in mehreren Bundesländern hinaus (siehe Geringe Menge bei Cannabisprodukten). Entsprechend wurde auch Kritik an dem Vorschlag geäußert.Einheitliche Cannabis-Obergrenze soll kommen n-tv, 23. August 2021.Streit um Drogen-Vorstoß: „Für die meisten eine Verschärfung“ mopo.de, 25. August 2021.
Kritik Als am 9. September 2019 bekannt wurde, dass die CSU Ludwig als neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung vorschlug,CSU-Verkehrspolitikerin soll neue Bundesdrogenbeauftragte werden aerzteblatt.de, 9. September 2019. löste dies bereits Kritik aus. In verschiedenen Medien wurde ihr vorgeworfen, dass sie über keine Fachkunde in Drogenpolitik und Gesundheitspolitik verfüge. Insbesondere ein von dem Internet-Kanal Jung & Naiv veröffentlichtes Video wurde in der Debatte aufgegriffen. In diesem Video befragt Tilo Jung den Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit, Oliver Ewald, nach Ludwigs Qualifikation für das Amt. Ewald antwortete: „Der Umstand, dass Frau Ludwig keine drogenpolitische Expertise hat, muss ja nicht zwingend dazu führen, dass sie das Amt nicht bekleiden kann.“ Er wies darauf hin, dass frühere Drogenbeauftragte der Bundesregierung auch keinen entsprechenden Hintergrund hatten.Bestätigt: Neue Drogenbeauftragte hat auch keine Ahnung YouTube-Video von Jung & Naiv, 11. September 2019 (2:49 Min.). Mit mehr als 3700 Kommentaren (Stand März 2025).
Im Februar 2020 richtete Ludwig ein Schreiben an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Thema Umgang mit Cannabis, in dem sie Informationen und Argumente zusammenstellte. Der Journalist Arne Semsrott kritisierte, dass darin die Auskunft zur Rechtslage lautete: „Cannabis ist in Deutschland verboten.“ Semsrott kommentierte, Cannabis sei bereits als Arzneimittel verkehrsfähig und der Konsum nicht verboten.