DatenWeinbaugebiet: BurgundLand: FrankreichWeinbau seit: 2. JahrhundertFläche: 24.000 haWeinproduktion: 180 Millionen Flaschen (Jahr)Anteil Qualitätswein: 70 % AOCWebsite: Offizielle Website Karte rahmenlos|350pxDas Weinbaugebiet Burgund
In der französischen Weinregion Burgund befinden sich einige der berühmtesten Weinberge der Welt. Dort werden Rotweine aus den Rebsorten Pinot Noir und Gamay sowie Weißweine aus den Rebsorten Chardonnay und Aligoté hergestellt. Zugelassen, aber seltener verwendet werden Pinot Gris und Pinot Blanc. Bei der Klassifikation der Weine wird dem sogenannten Terroir, also der Weinbergslage die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Da gerade der Pinot Noir empfindlich auf Unterschiede von Boden und Mikroklima reagiert, sind die Unterschiede zwischen den Lagen spürbar. In der Hierarchie kommen an der Spitze zuerst Grand Crus, Premier Crus und dann die Villages-Weine. Dazu werden die regionalen Appellationen Bourgogne (aus Pinot Noir oder Chardonnay), Bourgogne Aligoté, Crémant de Bourgogne gezählt sowie Bourgogne Passetoutgrains und Bourgogne Grand Ordinaire, in die auch Gamay einfließt. Dazwischen befinden sich noch die spezifischeren Appellationen Bourgogne Hautes Côtes de Beaune, Bourgogne Haute Côtes de Nuits, Bourgogne Côte Chalonnaise und Bourgogne Côtes d’Auxerre.
Viele Weinbergslagen sind in kleinste Parzellen zersplittert. Die Qualität kann auch innerhalb einer Lage je nach Winzer erheblich variieren.
Ein Teil der Weinbaugebiete, die Climats der Côte de Nuits und Côte de Beaune, steht seit 2015 unter dem Schutz des Weltkulturerbes der UNESCO.
Klima, Geologie und Boden Klima Das Klima im Burgund ist weitgehend kontinental geprägt. Der Winter ist merklich kalt, doch zumeist trocken. Im Chablis bilden Spätfröste eine besondere Gefahr. Sowohl im Mai und Juni sowie im Oktober setzen häufig ergiebige Regenfälle ein. Aufgrund der nördlichen Lage sind die Sommer vergleichsweise kurz. Daher eignet sich das Burgund nur für früh reifende Rebsorten.
Temperaturen und Niederschläge Auxerre Für die Stadt Auxerre (207 m), galten zwischen 1961 und 1990 folgende Daten:
Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez JahrMittlere minimale Temperaturen °C 0,1 0,7 2,5 4,7 8,2 11,4 13,3 13,1 10,7 7,5 3,2 0,8 6,4Mittlere Temperaturen °C 2,9 4,2 6,7 9,7 13,4 16,7 19,1 18,7 16 11,9 6,4 3,5 10,8Mittlere maximale Temperaturen °C 5,6 7,7 10,9 14,7 18,6 22,1 24,9 24,3 21,4 16,3 9,7 6,2 15,2Mittlere monatliche Niederschläge (mm)54,250,14943,474,962,547,254,952,158,152,857,3656,6Quelle: Archives climatologiques mensuelles - für Auxerre (1961–1990)
Dijon Für die Stadt Dijon (316 m), galten zwischen 1961 und 1990 folgende Daten:
Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez JahrMittlere minimale Temperaturen °C −1 0,1 2,2 5 8,7 12 14,1 13,7 10,9 7,2 2,5 −0,2 6,3Mittlere Temperaturen °C 1,6 3,6 6,5 9,8 13,7 17,2 19,7 19,1 16,1 11,3 5,6 2,3 10,5Mittlere maximale Temperaturen °C 4,2 7 10,8 14,7 18,7 22,4 25,3 24,5 21,3 15,5 8,6 4,8 14,8Mittlere monatliche Niederschlagsmenge (mm)49,252,552,852,286,362,45165,466,657,664,262732,2Quelle: Archives climatologiques mensuelles - für Dijon (????–1990)
Im Jahr 2007 galt :
Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez JahrMittlere Temperaturen °C 5,3 6,4 6,9 14,7 15,6 18,5 18,7 18,2 14,4 10,7 5,3 1,6 11,3Quelle: Mittlere Temperaturen am messpunkt von Dijon im Jahr 2007
Im Jahr 2008 wurden folgende Daten erhoben:
Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez JahrMittlere Temperaturen °C 3,8 4,7 6,3 9,1 15,8 17,8 19,9 18,6 13,8 10,3 6,4 2,1 10,7Quelle: Mittlere Temperaturen am messpunkt von Dijon im Jahr 2008
Mâcon Für die Stadt Mâcon (216 m), galten zwischen 1961 und 1990 folgende Daten:
Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez JahrMittlere minimale Temperaturen °C −0,6 0,7 2,5 5,2 8,9 12,3 12,4 13,9 11,1 7,5 2,9 0,1 6,6Mittlere Temperaturen °C 2,1 4 6,8 10 13,9 17,5 20,1 19,4 16,4 11,7 6 2,7 10,9Mittlere maximale Temperaturen °C 4,9 7,3 11,1 14,8 18,9 22,8 25,7 24,9 21,7 15,9 9,1 5,3 15,2Mittlere monatliche Niederschlagsmenge (mm)66,360,958,769,485,974,758,177,175,771,772,770,4841,4Quelle: Archives climatologiques mensuelles - für Mâcon (1961–1990)
Sonnenscheindauer Für die drei Städte galt zwischen 1961 und 1990 folgende Erhebung (in Stunden):
Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez JahrAuxerreArchives climatologiques mensuelles - für Auxerre (1961–1990). 53 86 126 167 192 222 255 224 181 126 71 55 1758DijonArchives climatologiques mensuelles - für Dijon (????–1990). 53,1 88,4 140,3 177,8 204,4 234,9 266,2 229,4 193,7 124,4 67,7 53,8 1831,1MâconArchives climatologiques mensuelles - für Mâcon (1961–1990). 56,1 87,8 146,5 185,9 211,6 249,3 288,9 250,2 202,8 124,5 68,6 52,5 1927,7
Geologie Die Weinberge des Burgund liegen in der Regel an den südöstlich ausgerichteten Hängen zwischen 150 und 400 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Im Untergrund dominiert der Jurakalk. Gemeinsam mit einer Schicht Mergel ergibt dies die Grundstruktur der Böden des Burgund. Durch die Erosion haben sich die verschiedenartigsten Böden aus den Hauptkomponenten gebildet. Zusammen mit den Komponenten Gefälle des Hangs sowie der Lage und dem damit verbundenen Mikroklima ergibt sich ein Mosaik an unterschiedlich bewerteten Weinbergslagen.
Aufgrund seiner nördlichen Lage kommt der optimalen Ausrichtung der Rebflächen zur Sonneneinstrahlung eine wichtige Rolle zu. Daher bildete sich der Qualitätsweinbau nur dort aus, wo diese Grundvoraussetzung gilt. Geologisch gesehen teilt sich das Weinbaugebiet in zwei große Subzonen auf:
Zwischen Dijon und dem nördlich von Lyon gelegenen Beaujolais erstreckt sich über nahezu 200 km ein östlich bis südöstlich ausgerichteter Steilabbruch. Dieser Steilabbruch liegt zwischen dem Graben der Saône sowie der Ebene von Bresse und dem Zentralmassiv sowie den welligen Kreide-Hügeln des Burgund. Der Steilabbruch ist das Resultat einer tektonischen Verwerfung im Erdzeitalter des Tertiärs. Durch Erosion sowie durch Bildung kleiner Täler durch Wasserläufe formte sich das heute bekannte Bild.Terroirs et vins de France. Itinéraires œnologiques et géologiques. Éditions BRGM.
Vom Süden kommend ändert sich das Erscheinungsbild beständig und die Höhendifferenz zwischen der Ebene und Oberkante des Abbruchs nimmt zu. mini|Der Felsen von Solutré-Pouilly im Mâconnais
Im Beaujolais stößt kristallines Gestein wie Granit und Sedimentgestein wie Schiefer direkt an die Ebene der Bresse. Das Mâconnais ist aus einer Reihe parallel getrennter Blöcke aufgebaut, die in Richtung des Flusses Saône geneigt sind. Die Blöcke behielten im Gegensatz zum Beaujolais die Sedimentablagerungen des Trias und des Jura. Dieses Erscheinungsbild erstreckt sich von Solutré-Pouilly mit seinem Weinbaugebiet Pouilly-Fuissé im Süden über fast 50 km bis nach Tournus. Die Côte Chalonnaise ist dem Mâconnais geologisch ähnlich, doch weniger strukturiert. Beide Regionen sind durch das Tal der Grosne voneinander getrennt. Im Norden umschließt die zur Saône geneigte Kalksteinstruktur der Côte Chalonnaise den nordöstlichen Ausläufer des Horsts von Mont-Saint-Vincent. Die Côte d’Or, im Süden als Côte de Beaune und im Norden als Côte de Nuits bekannt, verläuft entlang der Verwerfung der Kalksteinhügel des Burgunds und des Grabens der Saône. Der Kalkstein dieser Region stammt aus dem Mitteljura und dem Oberjura.
Die zweite Subzone liegt auf den Hanglagen der Schichtstufe, die dem Pariser Becken zugewandt ist. Die prominentesten Weinlagen dieser Zone sind jene von Chablis und Pouilly-sur-Loire. Die Kalk- und Mergelböden dieser Weinbaugebiete entstanden im Erdzeitalter des Kimmeridgium und Portlandium. Durch die erosive Wirkung der Yonne und ihrer Nebenflüsse entstanden günstig ausgerichtete Hänge.
Bodenkunde und die Weinlagen Die verschiedenen Bodenarten, die durch den Aufschluss verschiedener Erdzeitalter entstanden, sind die Basis der ausgesprochen aufwändigen Klassifizierungssystems. Im Burgund wachsen die Reben auf Granit- und Schieferböden, auf Mergel und Kalkstein sowie Kies und Lehmböden des Tertiärs und Quartärs. Diese Vielfalt drückt sich in der Nation des Terroir-Gedankens aus. Die einzelnen Gemarkungen, im Burgund climat genannt, entstanden spätestens im 18. Jahrhundert und sind nur wenige Hektar, häufig jedoch nur einige Ar groß. Laut A. Vedel stellt das climat eine natürliche Einheit dar, die durch den Charakter des ihr eigenen Weines abgebildet wird.
Eine Studie über 59 verschiedene Bodenprofile der Côte de Nuits ergab, dass sich der Charakter einer Appellation im burgundischen Weinbau am besten durch die Parameter Hangneigung, Steinanteil, Lehmanteil sowie Kalkanteil definieren und differenzieren lässt. Die qualitativ wertvollsten Lagen des Burgund liegen auf kalksteinhaltigem Boden. Im Chablis sind beispielsweise die Böden des Kimmeridgiums aufgeschlossen. In den Lagen der Côte d’Or überwiegen die durch Erosion entstandenen Mergelböden auf einem Sockel von Jurakalk.
Weiter im Süden weicht der Kalk dem Granit des Beaujolais. Die lehmhaltigen Böden sind ideal zum Ausbau der Rebsorte Gamay.
Rebsorten Im Burgund ist die Auswahl zugelassener Rebsorten stark eingeschränkt. Die wichtigsten roten Sorten sind Spätburgunder und Gamay. Bei den weißen Reben überwiegen Chardonnay sowie Aligoté.
Rote Rebsorten mini|Spätburgunder-Reben im Anbaugebiet Côte chalonnaise
Der Spätburgunder, der in Frankreich Pinot Noir genannt wird, ist die wichtigste rote Rebsorte des Burgund. Während sie im Département Côte-d’Or mit 6269 ha und somit fast 95 % den Rebsortenspiegel der roten Sorten dominiert, nimmt sie in den Départements Yonne (680 ha, 85 %) und Saône-et-Loire (3131 ha, 50 %) einen geringeren Stellenwert ein. Insgesamt repräsentiert der Pinot Noir 36 % der bestockten Rebfläche des Burgunds. Die populärsten Spätburgunder-Weine stammten bis Mitte des 20. Jahrhunderts von hier, wo er vermutlich schon von den Römern angebaut wurde. In De re rustica beschreibt der altrömische Schreiber Columella eine Rebsorte, die dem heutigen Spätburgunder zugeordnet werden könnte. Meredith Carole, Bowers, Boursiquot J.M. und andere.
Die kalksteinhaltigen Hanglagen des kühlen Weinbauklimas des Burgund ergeben samtige, nur mäßig tanninhaltige Weine. Die Weine aus den Toplagen genießen Weltruf und verfügen aufgrund einer kräftigen Säurestruktur über ein beträchtliches Alterungspotential.
Die Rebsorte Gamay verleiht dem fruchtigen Beaujolais ihren Charakter. Während sie im Département Côte-d’Or mit 290 ha und somit kaum 4 % keine Rolle spielt, kommt ihr in den Départements Yonne (73 ha, 9 %) und Saône-et-Loire (3028 ha, 48 %) eine bedeutendere Rolle zu. Eine dominierende Stellung hat sie jedoch im Département Rhône, wo im Jahr 2007 19.161 ha bestockter Rebfläche ermittelt wurden. Les cépages noirs dans le vignoble (PDF), Statistik der Organisation ONIVINS, letzter Seitenaufruf am 2. Juli 2009. Im Gegensatz zum Spätburgunder fühlt sich der Gamay auf sauren und lehmhaltigen Böden wohl. Die Rebsorte ist nur schwachwüchsig aber sehr ertragsreich. Die Erträge müssen daher durch geeignete Reberziehung eingeschränkt werden. Der Gamay treibt ähnlich früh wie der Spätburgunder aus und ist somit ebenfalls spätfrostgefährdet. Bei ungünstigem Wetter während der Blüte neigt die Sorte zu starkem verrieseln. Die Farbe der jungen Rotweine entspricht einem leuchtenden rubinrot mit deutlichen violetten Reflexen. Insbesondere für den jung zu konsumierenden Beaujolais Nouveau wird die Kohlensäuremaischung angewendet. Vom Weintyp ist dieser Beaujolais eher fruchtig und leicht und nicht so stark tanninbetont. Der Gamay findet auch Eingang in den Bourgogne Passetoutgrains.
Weiße Rebsorten mini|Trauben der Chardonnay-Rebe kurz vor der Ernte