Komorzno (deutsch: Reinersdorf, auch Reinischdorf) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Wołczyn im Powiat Kluczborski der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie Komorzno liegt rund zwölf Kilometer nordöstlich von Wołczyn (Konstadt), 25 Kilometer nordwestlich von Kluczbork und 59 Kilometer nordöstlich von Opole (Oppeln). Westlich des Dorfes liegen weitläufige Waldgebiete, die teilweise zum Naturschutzgebiet Krzywiczyny gehören.Naturschutzgebiet Krzywiczyny (poln.)

Nachbarorte von Komorzno sind im Nordosten Miechowa (Omechau), im Südosten Proślice (Proschlitz) und im Süden Bruny (Brune).

Geschichte mini|links|Schrotholzkirche St. Hedwig mini|Schloss Reinersdorf „Reynensis villa“ wurde 1402 erstmals urkundlich erwähnt.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 541. Der Name leitet sich vom damaligen Besitzer des Dorfes ab, einem Herrn namens Reinhard.

1748 wurde eine Schule in Reinersdorf eingerichtet und 1753 die evangelische Schrotholzkirche erbaut. An der Kirche befindet sich das Grab von Gustav von Scheele.Evangelische Schrotholzkirchen in OS. In: Oberschlesien im Bild, Jg. 1928, Heft 47, S. 5–6 (Digitalisat, abgerufen am 25. Mai 2026).

Im Vierten Koalitionskrieg marschierte 1807 eine Bayerische Kompanie durch Reinersdorf, wobei zivile Sachgüter für die Kompanie beschlagnahmt wurden. Zwischen August 1807 und März 1808 hatte eine Infanteriekompanie ihr Quartier im Dorf. Später lag eine französische Kompanie hier in Quartier. Juni 1813 zogen Russische Truppen durch das Dorf. Am 14. September 1825 brannte die evangelische Schule in Reinersdorf nieder. 1826 wurde sie wieder hergestellt. 1845 bestand das Dorf aus einem Schloss, einer evangelischen Schrotholzkirche, einer evangelischen Schule und weiteren 97 Häusern. Die Einwohnerzahl lag damals bei 948, davon 23 katholisch und 16 jüdisch. 1872 wurde das Schloss neu erbaut, nachdem ein Vorgängerbau bereits 1846 abgerissen worden war. 1874 wurde der Amtsbezirk Reinersdorf gebildet. Erster Amtsvorsteher war der Wirtschaftsinspektor Louis Henkel.Amtsbezirk Reinersdorf

1933 lebten in Reinersdorf 1116 Einwohner, 1939 waren es 1034. Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Kreuzburg O.S.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Reinersdorf 1945 mit dem größten Teil Schlesien an Polen. Nachfolgend wurde es in Komorzno umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum neu gegründeten Powiat Kluczborski.

Sehenswürdigkeiten Unter Denkmalschutz stehen: die Schrotholzkirche St. Hedwig (Kościół drewniany pw. Św. Jadwigi). Sie wurde 1753 errichtet. Ein Vorgängerbau ist für das Jahr 1530 belegt. Bis 1945 diente die Kirche als evangelisches Gotteshaus. Im Inneren gibt es einen manieristischen Hauptaltar aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit einem Flachrelief, der das letzte Abendmahl darstellt.Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 465. In der gleichen Stilart sind die Kanzel und deren Gemälde gestaltet. Die Kirche steht seit 1953 unter Denkmalschutz.Verzeichnis der Denkmäler der Woiwodschaft Opole, S. 46. das Schloss Reinersdorf. Es wurde mit dem dazugehörigen Park 1872 im eklektizistischen Stil mit Ornamenten im barocken und klassizistischen Stil für die Familie von Reinersdorff erbaut.Schloss Reinersdorf (poln.) Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 465 Der geometrisch angelegte Park hat Weißbuchenspaliere und künstliche Kanäle und je ein Denkmal für Ferdinand von Reinersdorff (gest. 1838) und Friedrich von Reinersdorff (gest. 1841).Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 2005, S. 465–466. die Häuser Nummer 20, 35, und 52

Natur In einigen Waldabschnitten in der Nähe von Komorzno findet man riesige Rotbuchen, Eichen und Bergahorne. Innerhalb des Dorfes sind alte Eichenalleen erhalten, die mit über hundert Jahre alten Bäumen bepflanzt sind, einzelne Exemplare stammen noch aus der Zeit Napoleons. Die Kastanienallee erstreckt sich von Komorzno bis nach Ignacówka.

Sport Der 2007 gegründete Fußballklub LKS Komorzno ist erreichbar in der ul. główna 21.

Söhne und Töchter des Ortes Adam Kotowski (1626–1693), polnischer Adeliger Johann Muthmann (1685–1747), deutscher Theologe und Geistlicher Andrzej Sokołowski (* 1948), polnischer Handballspieler und Handballtrainer

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Gmina Wołczyn Kategorie:Ort in Schlesien Kategorie:Ersterwähnung 1402