mini|hochkant=0.85|Alexandra Maria Lara (2020)
Alexandra Maria Lara (bürgerlich Alexandra Maria Riley, geborene Plătăreanu; * 12. November 1978 in Bukarest) ist eine deutsch-rumänische Schauspielerin.
Leben Herkunft und Ausbildung Laras Vater, der Schauspieler Valentin Plătăreanu (1936–2019), war Vizedirektor des Nationaltheaters Bukarest, ihre 2026 gestorbene Mutter Doïna war Sprachwissenschaftlerin. Die Familie floh 1983 mit einem Tagesvisum vor dem Ceaușescu-Regime. Ursprünglich wollte die Familie nach Kanada, ließ sich dann aber in Deutschland nieder. Lara wuchs zunächst in Freiburg im Breisgau auf, ehe ihre Familie nach Berlin umsiedelte. Ihr Vater konnte in Deutschland schnell Fuß fassen: Er arbeitete als Schauspiellehrer und gründete die staatlich anerkannte Schauspielschule Charlottenburg. Lara war stets Mitglied im Schultheater. Nach ihrem Abitur am Französischen Gymnasium Berlin nahm sie zwischen 1997 und 2000 Unterricht an der Schauspielschule ihres Vaters.
Film und Fernsehen Bereits als Neunjährige gab sie im Fernsehfilm With Love, Rita ihr Debüt vor der Kamera. Mit 16 Jahren spielte sie noch als Schülerin die Titelrolle in der ZDF-Vorabendserie Mensch, Pia! Auf Anraten ihrer Agentin und ihres Vaters legte sie ihren rumänischen Nachnamen ab und wählte Alexandra Maria Lara als Künstlernamen. 1997 spielte sie neben ihrer Ausbildung die Hauptrolle im Fernsehthriller Die Mädchenfalle – Der Tod kommt Online. 1998 spielte sie an der Seite von Benno Fürmann im preisgekrönten Fernsehfilm Die Bubi-Scholz-Story von Roland Suso Richter.
Im Kino war Lara in den Filmen Fisimatenten und Südsee, eigene Insel zu sehen. 2000 spielte sie eine kleine Rolle im Jugenddrama Crazy. 2001 folgten unter anderem der Episodenfilm Honolulu unter der Regie des Oscar-Preisträgers Florian Gallenberger und die zweiteilige Fernsehproduktion Der Tunnel, für die sie den New Face Award gewann. 2002 spielte sie in mehreren Produktionen, so in der deutschen Bauarbeiter-Komödie Was nicht passt, wird passend gemacht. In der vierteiligen europäischen Fernsehproduktion Napoleon mit Gérard Depardieu, Isabella Rossellini und John Malkovich war sie als polnische Gräfin Maria Walewska zu sehen. Sie spielte 2002 auch in der englischen Fernsehproduktion Doktor Schiwago und in Nackt (von Doris Dörrie) an der Seite von Jürgen Vogel.
mini|Lara und ihr Gatte Sam Riley auf der Berlinale 2020
2004 spielte sie ihre bekannteste Rolle, Hitlers Sekretärin Traudl Junge, im deutschen Spielfilm Der Untergang. Damit überzeugte sie auch Francis Ford Coppola. Er schrieb Lara einen Brief, Park Avenue (2007) und gab ihr eine Hauptrolle in seinem Film Jugend ohne Jugend, der am 10. Juli 2008 in die deutschen Kinos kam. Anfang 2005 war sie in Helmut Dietls Romanze Vom Suchen und Finden der Liebe neben Moritz Bleibtreu zu sehen. 2007 lehnte Lara die Rolle einer Sekretärin im Film Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat ab. 2008 spielte sie im Terrorismus-Historienspielfilm Der Baader Meinhof Komplex die Rolle von Petra Schelm, dem ersten Todesopfer der linksextremistisch-terroristischen Rote Armee Fraktion. Im selben Jahr wurde sie in die Wettbewerbsjury der 61. Filmfestspiele von Cannes berufen.
2022 wurde sie gemeinsam mit Florian Gallenberger als Nachfolgerin von Ulrich Matthes Präsidentin der Deutschen Filmakademie.Deutsche Filmakademie vom 4. April 2022, abgerufen am 1. Juli 2022 2025 wurde sie von Vicky Krieps als Präsidentin abgelöst.
Privates Lara war bis 2006 neun Jahre mit dem Marketing-Manager Florian Unger liiert. Seit August 2009 ist sie mit dem britischen Schauspieler Sam Riley verheiratet, den sie 2006 bei den Dreharbeiten zu Control kennenlernte. Das Paar lebt in Berlin-Charlottenburg und hat einen Sohn (* 2014).
Filmografie Kino 1995: Ich begehre dich 1999: Südsee, eigene Insel 2000: Fisimatenten 2000: Crazy 2001: Der Tunnel 2001: Honolulu 2001: Leo und Claire 2002: Was nicht passt, wird passend gemacht 2002: Nackt 2004: Der Untergang 2004: Cowgirl 2005: Vom Suchen und Finden der Liebe 2005: Offset 2005: Der Fischer und seine Frau 2006: Wo ist Fred? 2007: Control 2007: The Company – Im Auftrag der CIA (The Company) 2007: I Really Hate My Job 2007: Jugend ohne Jugend (Youth Without Youth) 2008: Buffalo Soldiers ’44 – Das Wunder von St. Anna (Miracle at St. Anna) 2008: Der Baader Meinhof Komplex 2008: Der Vorleser (The Reader) 2009: L’affaire Farewell 2009: Hinter Kaifeck 2009: The City of Your Final Destination 2010: Vertraute Fremde (Quartier lointain) 2010: Small World (Je n’ai rien oublié) 2011: Rubbeldiekatz 2012: Nachtlärm 2012: Imagine 2012: Move On 2013: Rush – Alles für den Sieg (Rush) 2015: Suite française – Melodie der Liebe (Suite française) 2016: Der geilste Tag 2016: Vier gegen die Bank 2016: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt 2017: Nur Gott kann mich richten 2017: Geostorm 2018: Happy New Year, Colin Burstead. 2018: 25 km/h 2019: Und der Zukunft zugewandt 2019: Der Fall Collini 2019: Alfons Zitterbacke – Das Chaos ist zurück 2020: Asphalt Burning 2021: The King’s Man: The Beginning (The King’s Man) 2021: Töchter 2022: Liebesdings 2022: La Syndicaliste 2022: Alfons Zitterbacke – Endlich Klassenfahrt! 2024: Chantal im Märchenland 2025: Bulk
Fernsehen 1994: Stella Stellaris 1996: Mensch, Pia! (Fernsehserie, 10 Folgen) 1997: Sperling und der falsche Freund (Fernsehreihe) 1998: Die Mädchenfalle – Der Tod kommt online (Fernsehfilm) 1998: Tatort: Fürstenschüler (Fernsehreihe) 1998: Die Bubi-Scholz-Story (Fernsehfilm) 1999: Polizeiruf 110: Sumpf (Fernsehreihe) 2000: Vertrauen ist alles (Fernsehfilm) 2000: Die Kommissarin (Fernsehserie, Folge Die Geliebte des Killers) 2000: Luftpiraten – 113 Passagiere in Todesangst (Fernsehfilm) 2001: Der Tunnel (Fernsehfilm) 2002: Napoleon (Vierteilige Miniserie) 2002: Liebe und Verrat (Fernsehfilm) 2002: Schleudertrauma (Fernsehfilm) 2002: Doktor Schiwago (Doctor Zhivago) (Fernsehfilm) 2002: Trenck – Zwei Herzen gegen die Krone (Fernsehfilm) 2003: Der Wunschbaum (Fernsehfilm) 2017–2018: You Are Wanted (Fernsehserie, 10 Folgen) 2021: 8 Zeugen (Fernsehserie, 8 Folgen) 2022: All Those Things We Never Said (Fernsehserie, Frankreich, 9 Folgen) 2026: Eat Pray Bark – Therapie auf vier Pfoten
Synchronrollen 2016: Sing als Rosita für Reese Witherspoon 2021: Sing – Die Show deines Lebens (Sing 2) als Rosita für Reese Witherspoon
hochkant|mini|Alexandra Maria Lara, 2009, nach der Premiere des Films L’Affaire Farewell
Auszeichnungen 1992: Else-Adrian-Preis 2001: New Faces Award 2004: Stil-Ikone des Online-Dienstes Bunte.T-Online.de 2004: Maxim – Woman of the Year und Superwoman of the Year 2004: Bambi – Kinofilm national (Der Untergang) 2005: Jupiter – Beste deutsche Darstellerin 2005: DIVA-Award – Jurypreis „Beste Schauspielerin des Jahres“ 2005: Undine Award – Beste jugendliche Komödiantin für Vom Suchen und Finden der Liebe 2005: Udine Award – Nominierung als beste jugendliche Charakterdarstellerin für Cowgirl 2005: Goldene Kamera – Beste deutsche Schauspielerin 2006: 11. Mailänder Filmfestival – Preis als Beste Darstellerin für ihre Rolle in Der Fischer und seine Frau 2023: Hessischer Film- und Kinopreis – Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten
Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 259 ff.
Weblinks
Alexandra Maria Lara Webpräsenz (mit Fotogalerie) Alexandra Maria Lara bei castforward.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Rumäne Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau Kategorie:Rumänischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie