Hans Hummel (historisch Hans Humell; † 11. Februar 1630 in Levoča, damals Oberungarn, heute Slowakei) war ein fränkischer Orgelbauer, der in Polen und Oberungarn tätig war. Hummel war der Lehrmeister von Georg Nitrowski.

Leben mini|Olkusz, Pfarrkirche St. Andreas, Epitaph von Joannes Hummel Da in Franken zwei Orgelbauer mit dem Namen Hans Hummel in dieser Zeit erwähnt wurden, ist eine Unterscheidung schwierig. Einer bekam 1588 das Nürnberger Bürgerrecht, der andere 1592. Bis 1617 sind in Hersbruck und Nürnberg einige Arbeiten bekannt. Der andere Orgelbauer namens Hummel starb am 22. Oktober 1624 in Nürnberg.

Hans Hummel wurde 1608 Bürger von Krakau. Ab 1611 baute er eine Orgel in Olkusz (Olkusch) in Kleinpolen, die heute als die älteste erhaltene in Polen gilt. Ab 1624 baute er eine Orgel in Levoča (Leutschau) im damaligen Oberungarn (heute Slowakei), die bis in das 19. Jahrhundert die größte in Ungarn war. Während der Arbeiten in Olkusz starb Hummel 4-jähriger Sohn Joannes. Sein Epitaph befindet sich unter der Orgelempore in Olkusz.

Hans Hummel brauchte sehr lange für die Ausführung seiner Arbeiten, was zu erheblichen Spannungen mit den Auftraggebern führte.Detaillierter in Orgeln und Orgelbauer in der Slowakei 1629 wurde gegen ihn ein Haftbefehl des polnischen Königs Sigismund III Vasa erlassen, weil er die angefangene Arbeit in der Marienkirche in Krakau teilweise bezahlt bekommen, doch nicht fertiggestellt hat. Am 11. Februar 1630 stürzte Hans Hummel vom Gerüst in Levoča und starb. Nicht ausgeschlossen werden kann dabei ein Suizid wegen finanzieller Schwierigkeiten.

Hummel baute Windladen mit Trennschieden für alle Register, disponierte sehr weit mensurierte, zugelötete Rohrflöten, trichterförmige Salicionale, Mixturen mit Oktavrepetitionen und unterschiedliche Gattungen der Zungenstimmen.

Werkliste (Auswahl) Bei einer Arbeit in Franken ist eine eindeutige Zuordnung unklar.Werkverzeichnis in

Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen 1591, 1606 Hersbruck Hersbrucker Kirche Reparaturen 1613 Miechów Klosterkirche des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem Neubau; nicht erhalten 1617 Nürnberg St. Sebald Reparaturen; nicht erhalten 1618 Krakau St. Marien II/P 29 umfangreiche Umbauten, 1638–1641 abgeschlossen durch Georg Nitrowski; nicht erhalten Polskie Wirtualne Centrum Organowe (polnisch) um 1620? Vermillion National Music Museum, University of South Dakota I 6 heutiger Standort der Truhenorgel; erhalten und restauriert 1611–1624 Olkusz St. Andreas 160x160px|zentriert II/P 31 Neubau, 1631–1633 abgeschlossen durch Georg Nitrowski; älteste erhaltene Orgel PolensOrgany Basilika St. Andreas (polnisch)Najstarsze polskie organy (polnisch), 2015–2018 durch Flentrop Orgelbouw restauriertSpendenaufruf für die Restaurierung der Hummel-Orgel in Olkusz Schwalbacher Zeitung vom 29. August 2018Projekte 2018 Baltisches Orgelcentrum 1624–1630 Levoča St. Jakob II/P 27 Neubau, 1630 durch Georg Nitrowski beendet, im 19. Jahrhundert Umbau bei Erhalt der ursprünglichen Größe (II/P/25 bzw. 27); teilweise erhalten, nicht restauriert Orgeln und Orgelbauer in der SlowakeiOrgel St. Jakob Levoča ? Krakau St. Markus

Literatur Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 2., überarbeitete Auflage. Band 9. Bärenreiter, Kassel; J. B. Metzler, Stuttgart 2003. Sp. 1399. Theodor Wohnhaas: Hummel, Hans. In: Manfred H. Grieb (Hrsg.): Nürnberger Künstlerlexikon. Bildende Künstler, Kunsthandwerker, Gelehrte, Sammler, Kulturschaffende und Mäzene vom 12. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Band 2: H – Pe. K. G. Saur, München 2007. ISBN 978-3-598-11763-3. S. 712.

Weblinks Hans Hummel Orgeln und Orgelbauer in der Slowakei

Einzelnachweise

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