mini|Ein Modell des Guggenheim Abu Dhabi

Das Guggenheim Abu Dhabi ist ein seit 2006 geplantes, im Bau befindliches Kunstmuseum der Solomon R. Guggenheim Foundation in Abu Dhabi. Es soll wie der Louvre Abu Dhabi auf der Insel Saʿadiyat in der Hauptstadt des Emirats Abu Dhabi und der Vereinigten Arabischen Emirate liegen, die als der Mittelpunkt eines neuen Kulturbezirks geplant wurde. Die ursprünglich geplante Eröffnung im Jahr 2012 wurde mehrfach verschoben. Im Juli 2026 gab das Ministerium für Kultur und Tourismus (DCT Abu Dhabi) des Emirats den 11. Dezember 2026 als Eröffnungstermin des Hauses bekannt.

Geschichte Das Museumsgebäude des Guggenheim Abu Dhabi wurde vom inzwischen verstorbenen Stararchitekten Frank Gehry entworfen. Es zeigt eine dynamische, vielschichtige Fassade aus neun metallischen Kegeln, die Ähnlichkeiten mit dem ebenfalls von ihm gestalteten Guggenheim-Museum Bilbao hat. 30 Galerien sind um das zentrale Atrium herum gruppiert. Mit einer Grundfläche von 30.000 m² und einer Ausstellungsfläche von knapp 12.000 m² wird das Guggenheim Abu Dhabi das größte der Guggenheim-Museen sein.

Erste Bauarbeiten fanden 2011 statt. Nach dem Guss eines Fundaments wurden die Bautätigkeiten jedoch bis 2019 pausiert.Westfälische Nachrichten: Noch keine Eröffnungstermine für neue Museen in Abu Dhabi abgerufen am 13. Dezember 2018Focus: Louvre und Guggenheim: So sehen die neuen Kunstpaläste mitten in der Wüste aus abgerufen am 13. Dezember 2018Associated Press: A decade later, still no contract to build Guggenheim in UAE abgerufen am 13. Dezember 2018 Die Gründungsarbeiten wurden unter anderem durch die deutsche Bauer AG und die französische Spie Batignolles ausgeführt.Bauer AG: Louvre und Guggenheim-Museum in Abu Dhabi abgerufen am 13. Dezember 2018

Am 29. September 2021 gab das Ministerium für Kultur und Tourismus (DCT Abu Dhabi) bekannt, dass das Guggenheim Abu Dhabi Museum im Jahr 2025 fertiggestellt werden sollte. Im Juli 2026 veröffentlichte das Ministerium den 11. Dezember 2026 als Eröffnungstermin.

Die Gesamtkosten für den Museumsneubau belaufen sich auf rund 1 Mrd. US-Dollar.

Seit dem 1. September 2022 ist Stephanie Rosenthal, bis dahin Leiterin des Berliner Martin-Gropius-Baus, Direktorin des Guggenheim Abu Dhabi. Ihre Aufgabe ist der Aufbau des Museums und der Sammlung.

Sammlung Das Guggenheim Abu Dhabi wird sowohl moderne als auch Gegenwartskunst zeigen. Zu den Highlights gehören Werke von Yayoi Kusama, Dan Flavin, Monir Shahroudy Farmanfarmaian und Bharti Kher.

Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beklagte 2009 „Systematische Menschenrechtsverletzungen“ und „massive Ausbeutung, massiven Missbrauch und teils Zwangsarbeit“ in Saʿadiyat. Im Jahr 2010 veröffentlichte die Guggenheim-Stiftung auf ihrer Website eine gemeinsame Erklärung mit der TDIC, in der sie einige Aspekte der Arbeitnehmerrechte anerkannte. 2011 riefen mehr als 130 internationale Künstler zum Boykott des neuen Guggenheim-Museums (sowie des Louvre Abu Dhabi) auf. Sie beriefen sich dabei auf die von Human Rights veröffentlichten Berichte, die seit 2009 über willkürliche Vorenthaltung von Löhnen, unsichere Arbeitsbedingungen und die Tatsache, dass die Unternehmen die hohen Anwerbegebühren, die von den Arbeitern verlangt werden, nicht zahlen oder erstatten berichten. Laut Architectural Record verfügt Abu Dhabi über umfassende Arbeitsgesetze zum Schutz der Arbeiter, die jedoch nicht gewissenhaft umgesetzt oder durchgesetzt werden.

Nachdem der öffentliche Druck zunahm, wurde im Jahr 2012 die PricewaterhouseCoopers als unabhängige Überwachungsstelle durch TDIC beauftragt, vierteljährlich Berichte zu erstellen. Im Jahr 2013 berichtete The Observer, dass die Bedingungen für die Arbeiter auf den Baustellen des Louvre und der New York University auf Saʿadiyat einer „modernen Sklaverei“ gleichkämen. Im Jahr 2014 sagte der Direktor des Guggenheim, Richard Armstrong, dass er glaube, dass die Lebensbedingungen für die Arbeiter beim Louvre-Projekt jetzt gut seien und dass „viel weniger“ von ihnen beschlagnahmte Pässe hätten. Er erklärte, das Hauptproblem seien die Anwerbungsgebühren, die den Arbeitern von den Vermittlern, die sie anwerben, in Rechnung gestellt werden. Später im Jahr 2014 erklärte der Architekt des Guggenheim-Museums, Gehry, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden von Abu Dhabi bei der Umsetzung des Gesetzes zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf der Baustelle des Museums „eine moralische Verantwortung“ sei. Er ermutigte die TDIC, zusätzliche Unterkünfte für die Arbeiter zu bauen, und schlug vor, dass der Auftragnehmer die Kosten für die Anwerbungsgebühren übernimmt. 2016 konstatierten die Unternehmensberater von PricewaterhouseCoopers gravierende Mängel in ihrem vierteljährigen Bericht.

Weblinks

www.guggenheim.org/about-us

Einzelnachweise

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