Schallershof (nürnbergisch: SchallashufD. Fastnacht: Nürnberg, S. 351. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: šalɐshūv.) ist eine Wüstung im Gemeindegebiet der kreisfreien Stadt Nürnberg.

Geographie Die ehemalige Einöde lag auf freier Flur auf einer Höhe von . 0,2 km südöstlich lag Deumentenhof, 0,6 km östlich Schoppershof. An der Stelle von Schallershof befindet sich heute der Stadtpark.

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1382 als halbes Haus „in dem See gelegen“ erstmals schriftlich erwähnt. 1394/97 wurde der Ort als „Ketzershof, vor zeiten der Behaimisch hof gehaissen“ erwähnt. Erst 1770 wurde der Ort erstmals „Schallershof“ genannt. Seit dem frühen 17. Jahrhundert war die Familie Schaller die Besitzer des Hofes. Das Bestimmungswort des Ortsnamens war jeweils der Familienname des Besitzers. Behaim (=aus Böhmen kommend) war ursprünglich ein Herkunftsname, Ketzer und Schaller ursprünglich jeweils ein Übername, der einer Person wegen einer solchen Eigenart gegeben wurde.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 349ff.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schallershof aus einem Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Das Spitalamt Heilig Geist der Reichsstadt Nürnberg war Grundherr des Gutes.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 168.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Schallershof dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Erlenstegen und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Erlenstegen zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Schallershof in die neu gebildete Ruralgemeinde Rennweg umgemeindet. Mit der Eingliederung des Ortes Rennweg in die Stadt Nürnberg im Jahr 1865 hieß die Ruralgemeinde Schoppershof. 1899 wurde diese nach Nürnberg eingemeindet.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 242f. 1905 wurde Schallershof für die Erweiterung des Nürnberger Stadtparks abgerissen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1824 1836 1840 1861 1871 1885 Einwohner 24 21 18 18 32 20 16HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und 1824 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1836 und 1885 als Wohngebäude. 4 2 2 2 2Quelle

Religion Schallershof war seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jobst (Nürnberg) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ersterwähnung 1382 Kategorie:Wüstung in Nürnberg Kategorie:Wüstwerdung 1905