Montferrand-du-Périgord (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Bewohner werden Montferrandais und Montferrandaises genannt.
Geografie
Montferrand-du-Périgord liegt etwa 50 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 32 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 32 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac im Süden des Départements am Übergang der Landschaft des Bergeracois zum Périgord noir. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Couze, Salvetat, Ségurel, Ruisseau de Tournier und Fournier sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Montferrand-du-Périgord liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Montferrand-du-Périgord erstreckt sich über eine vergleichsweise bewaldete Hügellandschaft, im Norden mit einem Anteil am Domänenforst Forêt de la Bessède, die durch das Tal der Couze durchschnitten wird und deren Erhebungen nach Norden hin Höhen über übersteigen. Der topografisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit Höhe im äußersten Norden an der Grenze zur Nachbargemeinde Le Buisson-de-Cadouin, der tiefste mit Höhe im äußersten Südwesten beim Austritt der Couze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt erhöht oberhalb des Couze-Tals auf etwa Höhe.
Rund 57 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 43 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt (Stand: 2018).
Montferrand-du-Périgord wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
Klima Die klimatischen Bedingungen in Montferrand-du-Périgord werden als warm und gemäßigt eingestuft. Die Niederschlagsmengen in der Gemeinde sind bemerkenswert, da selbst in Monaten, die typischerweise trocken sind, erhebliche Niederschläge fallen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Montferrand-du-Périgord beträgt 13,3 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,5 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,5 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 820 mm.
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Montferrand-du-Périgord Naturrisiken manifestieren sich in Montferrand-du-Périgord als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Da das Gemeindegebiet in hohem Maße mit Wald bedeckt ist, besteht im nahezu gesamten Gemeindegebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern. Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein Département- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden entwickelt.
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet mit Ausnahme des Couze-Tals von einer mittleren, im Norden starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitaler Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992 und 2005 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Montferrand-du-Périgord besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Burg in Castrum de Monte Ferrando im Jahr 1272 erstmals erwähnt. Er ist zusammengesetzt aus dem okzitanischen mont, das aus dem lateinischen mons () hervorging, und dem Personennamen Ferrand, wie die anderen Ortsnamen Montferrand im okzitanischen Sprachbereich, im Département Aude oder im Département Drôme. Ferrand, ein im Süden verbreiteter Name, kommt vom altokzitanischen ferrenc (), das wie das altfranzösische ferrant auf die Fellfarbe von Pferden angewendet wird. Das Adjektiv ist von fèr abgeleitet. Der Name Périgord, der zu Beginn der Französischen Revolution durch den Namen der Dordogne bei der Bezeichnung des Départements abgeändert wurde, ist im siebten Jahrhundert in pagum Petrocorerum belegt, mit der Variante pagus Petragoricus zu einem späteren Zeitpunkt (781), was das Land der Petrocorier bezeichnet. Die ersten nicht latinisierten Formen datieren aus dem 12. Jahrhundert, Peiregore und Peiregorc gegen 1185. Es gab in der Folge Peregort im Jahr 1242 und Peiregor im Jahr 1253. Der Name stammt von einem gallischen, von Caesar beschriebenen Volk, der Petrocorii, gefolgt vom Suffix -icum, ab. Das keltische Wort bedeutet „die vier Stämme“, „die Vierstämmigen“, von petru-, () und korjos ().Siehe Tanet, Hordé, Seiten 233–234, 258–261 mini|Sarkophag aus dem Steinbruch Bellevue aus der Merowingerzeit An verschiedenen Fundstellen auf dem Gebiet der Gemeinde sind Werkzeuge aus urgeschichtlicher Zeit zutage getreten, die eine Besiedelung des Landstrichs seit dieser Epoche belegen. Drei Sarkophage aus der Merowingerzeit sind in einem Weiler und einem Steinbruch entdeckt worden. Die Familie der Seigneurs von Montferrand teilt sich in zwei Zweige. Der ältere ging 1163 hervor aus der Heirat von Berthe, Dame aus Montferrand und Tochter des Erbauers der Burg aus dem 11. Jahrhundert, mit Vital de Gontaut. Das Haus Gontaut hatte seit dem Jahr 1100 einen beachtlichen gesellschaftlichen Rang im Herzogtum Gascogne inne. Aus dem anderen Familienzweig, dem Gontaut-Birons, kamen die Seigneurs von Montferrand bis zur Französischen Revolution hervor. Im 13. Jahrhundert unterstand Montferrand der Gerichtsbarkeit von Beaumont, im 14. Jahrhundert der Kastellanei von Beaumont. Der letzte Seigneur, Charles-Antoine, verschwand 1798, und seine Güter wurden aufgeteilt. Antoine de Grammont, der Zwölfte in der Nachfolge, erhielt 1805 die Burg mit seinen Nebengebäuden. Zu Beginn der Revolution wurde die Gemeinde im Jahre 1790 Hauptort eines neu gegründeten Kantons, der die Gemeinden Bouillac, Rampieux, Lolme, Sainte-Croix und Saint-Marcory umfasste. Aber bereits 1801 wurde der Kanton aufgelöst und Montferrand wurde dem Kanton Beaumont-du-Périgord zugeschlagen. Im Jahre 1894 änderte die Gemeinde ihren Namen in Montferrand-du-Périgord.
Einwohnerentwicklung
Sehenswürdigkeiten Die Gemeinde weist 25 Bauwerke auf, die als nationale Kulturgüter gelistet sind. Von diesen sind vier als Monument historique in der Base Mérimée eingeschrieben oder klassifiziert.
Kirche Saint-Christophe
Die romanische, dem heiligen Christophorus geweihte Kirche wurde am Ende des 11. Jahrhunderts erbaut. Sie befindet sich ca. 800 Meter südwestlich des Zentrums der Gemeinde. Die Kirche ist seit 2001 als Monument historique klassifiziert.
Neue Pfarrkirche Saint-Christophe Sie wurde 1849 im Zentrum der Gemeinde errichtet und löste die mittelalterliche Kirche als Pfarrkirche ab. Vielleicht als Folge eines Streits der Anlieger des zentralen Platzes ist die Kirche nach Westen orientiert, was nicht ungewöhnlich für sakrale Bauten in jener Epoche ist. Zahlreiche Ausstattungsgegenstände aus dem 19. und 20. Jahrhundert sind als nationale Kulturgüter registriert. Darunter zählen zwölf Glasfenster, Werke des Glasmalers Antoine Bernard aus Grenoble, aus den Jahren 1919 bis 1925.
Burg Bergfried und Burgmauer stammen aus dem 12. Jahrhundert, als der Adelssitz zur Bastide von Beaumont gehörte. Kapelle und Gemeinschaftsgebäude wurden im 16. und 17. Jahrhundert errichtet. Die Burg bestand aus zwei Ringmauern, die durch einen Burggraben getrennt waren. Kurtinen verbanden runde Türme. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erwarb Pfarrer Treille die Burg und ließ die Befestigungen abtragen. 1922 gelangte sie in die Hände der Familie der Nachkommen von David de Faubournet aus Montferrand. Der viereckige Bergfried ist heute einer der ältesten erhaltenen Türme des Périgord. Seine Westseite ist in der Mitte mit einem Strebepfeiler verziert, anhand dessen seine Datierung bestimmt werden kann. Ein zweiter, geräumigerer Turm, in der Verlängerung des Bergfrieds gelegen und einige Schritte von ihm entfernt, diente als Wohntrakt. Dieser Bereich war mithilfe einer einziehbaren Brücke auf großer Höhe erreichbar. Die Burg ist seit dem 29. November 2013 als Monument historique eingeschrieben. Sie befindet sich in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Schloss Regagnac